Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Dobermann (1997)
BeitragVerfasst: 6. Mär 2013, 21:33 
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Herstellungsland: F
Erscheinungsjahr: 1997
Darsteller: u. a. Vincent Cassel, Tchéky Karyo, Monica Bellucci, Antoine Basler, Dominique Bettenfeld, Romain Duris, François Levantal, Stéphane Metzger, Chick Ortega, Ivan Merat-Barboff, Patrick Rocca, Pascal Demolon
Regie: Jan Kounen
FSK: 18

Inhalt:


Auf einem Friedhof streunt ein Dobermann herum. Eine Kirche rückt ins Bild. Ein Priester predigt über die Befreiung Satans und die Taufe. Ein Kind wird getauft, und als Geschenk dafür, bringt jemand eine 357er Magnum mit. Doch der Hund gelangt in die Kirche und fällt den Mann an, so dass die Waffe durch die Luft fliegt. Das Kind fängt an zu schreien, doch als die Waffe in seiner Wiege zum Liegen kommt, beruhigt es sich.

Szenenwechsel. Ein Mann in Sonnenbrille und schwarzer Kleidung steht mitten auf der Straße und feuert auf einen herannahenden Wagen. Der Wagen wird ungünstig getroffen und fängt Feuer. Er explodiert, und die beiden Insassen gehen durch die Frontscheibe. An seiner Seite eine Frau. Sie ist taub.

Wieder eine andere Szene: Ein Tennismatch. Pitbull gegen Mystique. Schiedsrichter ist "Der Priester". Ein Pitbull ist an der Seitenlinie. Sie werden aus den Gebüschen beobachtet. Mystique schießt während eines Aufschlags den Ball zur Seite. Im Polizeirevier deutet man die Bilder als Zusammenkunft mehrerer Gangster. Mystique, Der Priester, Pitbull, der Dobermann und Nathalie, seine taubstumme bessere Hälfte. Kommissar Clodarec hat Ärger wegen dieser Leute. Sie treffen sich. In einem Haus, irgendwo in der Nähe von Paris.

Der Dobermann trifft sich mit einigen anderen vorerst aber auf einem Schrottplatz. Dort kommt noch ein weiteres Mitglied der Bösewichte mit hinzu: Olivier, genannt "Sonya", ein Transvestit. Die Corvette wird verschrottet. Waffen werden besorgt. Sie treffen sich in dem Haus, wo bereits die anderen warten. Eine Bank soll überfallen werden. Mit Maverick-Raketen. Sie werden die ganze Zeit observiert, da die Bullen hinter dem Dobermann her sind. Sie treffen sich in einer Tiefgarage und teilen sich auf. Sonya fährt mit dem verwanzten Lamborghini zu sich nach Hause während die anderen sich in geringer Verkleidung überall in der Stadt verteilen, und dort zugleich Alarm auslösen, was die Gendarmerie verwirrt, da es in Paris zu flächenhaften Großalarmen kommt. Doch nur zwei echte Überfälle ist darunter. Mit den Raketen sprengt Nathalie die verschlossenen Türen der Bank auf. Anschließend wird die nächste Überfallen. Der Dobermann und Nathalie trennen sich von Pitbull und Mystique. Die Cops stehen ratlos da, und sind sich unschlüssig, ob sie dem Dobermann jetzt folgen sollten oder nicht. Sie machen sich auf den Weg in Richtung Bank und werden in einen Hinterhalt gelockt, in dem ein junger Polizist sein Leben lässt.

Der Dobermann lädt den Priester ein. Sie fahren los, doch sie werden von einem Motorradfahrer verfolgt, der auch mehrere Schüsse auf den Wagen ab gibt. Als der Verfolger sich an das Auto klammern und fast in dieses hinein gelangen kann, steckt der Priester eine entsicherte Handgranate in seinen Helm und lässt ihn auf die Straße fallen, so dass die Granate explodiert. Bei der Schießerei wird der Pitbull getötet.

Christini, ehemaliger Leiter der Sondereinheit und ein durch und durch böser Mensch, sucht hingegen Sonya bei ihren Eltern auf, die nichts davon ahnten, dass ihr Sohn Oliver sich seine Freizeit als Transvestit vergnügt. Sonya sollte eigentlich ein Anwalt werden. Doch dann hört man ein Baby weinen, und Christini geht zu dem Baby hin, Olivers Sohn, und versucht aus ihm herauszupressen, wo der Dobermann ist. Erst eine Handgranate im Bett des Babys lässt Sonya aufgeben, und als sie angerufen wird, erfährt Christini, dass sie sich abends bei Joe im Club treffen wollen.

Dort sind alle versammelt, inklusive Joe, von dem der Dobermann bei seiner Geburt seine erste Waffe erhalten hatte. Er selbst ist mit Nathalie aber noch nicht eingetroffen. Beide gehen in den Club. Pitbull schaut Tierfilme und Mystique vergnügt sich mit einer Nutte. Als Manu sich im Club daneben benimmt und nach draußen zum Austreten ist, bekommt er mit, dass die Polizei vor Ort ist. Erst geht draußen die Schießerei los und wird anschließend mit einem Großaufgebot in den Club verlagert. Pitbull und auch Nat werden geschnappt, doch der Dobermann kann sie befreien. Einer der Gangster wird sein Leben verlieren, doch wird es gelingen den Dobermann dieses Mal zu schnappen?

Wertung:

Dieser Film ist brutal. Und zwar erst im letzten Drittel. Vorher wimmelt es geradezu von Dialogen, was es manchmal recht langatmig macht, gerade auch, wenn man ein Actionspektakel erwartet. Dieses ist zwar vorhanden kommt aber insgesamt ein wenig zu kurz weg. Einzig der Banküberfall sowie die Erstürmung des Clubs bieten ein wenig Action, wobei am Ende recht viele Kugeln durch den Raum fliegen. Die ein oder andere Fleisch- oder Kopfwunde nicht ausgeschlossen.

Die Atmosphäre ist ebenso zweiteilig: Erst ist es fast eine Gangsteridylle und erst später wird es düster. Ein wenig mehr Ausschmückung in einigen Anteilen wäre nicht schlecht gewesen, da manchmal die Szene selbst nicht ganz zu Ende gedreht wirkt, auch wenn es sich um eine ungeschnittene Fassung handelt. Schauspielerisch ist Nat von Monica Bellucci recht gut dargestellt. Das einzige Wort, was sie im ganzen Film sagt, ist "Drecksack" (oder "Dreckskerl"). Trotzdem schafft sie es Gangsteratmosphäre zu versprühen. Vincent Cassel als Dobermann ist eine sehr gute Besetzung, aber es ist ein wenig schade, dass sich die Story nur um einen Überfall sowie das "Einfangen" dreht. Auch hier wäre ein wenig mehr nicht unbedingt schlecht gewesen, gerade auch, weil der Dobermann ja die Hauptfigur des Films ist, und ein wenig mehr auf dem Kerbholz sollte man für einen so großen Polizeieinsatz schon haben.

Damit will ich jetzt aber keinesfalls sagen, dass ich den Film schlecht fand, denn das würde einfach nicht stimmen. Der Sound ist brilliant und teilweise sehr monströs. Die Musik im Film ist in der Regel passend, aber gerade die Szenen, wo gar nichts zu hören ist, weil sie aus der Perspektive der gehörlosen Nathalie gedreht wurden, machen sich hier besonders gut.

An Brutalität ist gerade was das Ende angeht, auch nicht gespart worden, was zumindest nachvollziehen lässt, dass der Film auf dem Index gestanden hat. Auch die Rolle von Christini ist gut gespielt, auch wenn es überzogen gewirkt hat, als er Sonyas (Olivers) Sohn durch den Raum geworfen und seine Familie als Erpressung gefesselt hat. Für eine 08/10 reicht es aber locker aus. Ein Stück mehr Skurrilität oder etwas mehr Action und die Wertung wäre höher ausgefallen.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Dobermann
BeitragVerfasst: 13. Jul 2013, 16:42 
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Dobermann
(Dobermann)
mit Vincent Cassel, Tchéky Karyo, Monica Bellucci, Antoine Basler, Dominique Bettenfeld, Pascal Demolon, Marc Duret, Romain Duris, François Levantal, Ivan Merat-Barboff, Stéphane Metzger, Chick Ortega, Patrick Rocca
Regie: Jan Kounen
Drehbuch: Joël Houssin
Kamera: Michel Amathieu
Musik: Brune / Jean-Jacques Hertz / Philippe Mallier / François Roy /
keine Jugendfreigabe
Frankreich / 1997

Er ist der coolste, härteste und skrupelloseste Gangster der Stadt: Der Dobermann ist der Anführer der gleichnamigen Gang. Auf ihr Konto gehen mehr Banküberfälle, als sie zählen können. Sein Gegenspieler ist der korrupteste Cop der Stadt: Christini kennt beim Verhören keine Gnade. Er hat sich geschworen, den Dobermann zu fassen. Tot, nicht lebendig! Der Dobermann und die Hyäne liefern sich einen erbarmungslosen Kampf: Häuser, Autos, Nachtclubs, vor allem aber Banken werden dabei in Schutt und Asche gelegt. Ein Krieg, dem sich keiner entziehen kann, egal ob Freund oder Feind.


Zu meiner Schande muss ich eingestehen, das ich diesen in Fan-Kreisen mit einem Kultstatus versehenen Film bisher noch nie gesehen habe, ohne eigentlich begründen zu können woran das eigentlich lag. Nun ist es mir endlich gelungen dieses Werk zu sichten und "Dobermann" ist wirklich extrem unterhaltsamer Filmstoff, den man unbedingt gesehen haben sollte. Dabei ist die Geschichte an sich im Prinzip sehr einfach gestrickt, es ist das typische-und handelsübliche Gut gegen Böse, wobei man sich nach der Ansicht wirklich die Frage stellen muss, wer in welche Kategorie einzuordnen ist. Es ist aber auch nicht die Story selbst die einen in ihren Bann zieht, sondern vielmehr die geniale Umsetzung des Ganzen, denn wenn man es nicht besser wüsste würde man glatt meinen, das ein Quentin Tarantino hier seine Hand im Spiel hatte. Regisseur Jan Kounen hat die übliche Gangster gegen Cop Story vollkommen überzeichnet ins Bild gesetzt und der ganzen Chose dabei so viel Drive verliehen, das während der gesamten Laufzeit keinerlei Längen zu erkennen sind. Dabei hält man sich im Bezug auf die Action-Passagen vor allem in der ersten Filmhälfte noch merklich zurück und fährt erst gegen Ende die wirklich schweren Geschütze auf.

Dennoch gestaltet sich das Ganze unglaublich unterhaltsam, bekommt man doch einen wunderbar tiefen Einblick in die jeweiligen Charaktere, die sich in der Hauptsache als absolute Psychopathen zu erkennen geben. Dabei ist es gar nicht einmal der "Dobermann" (Vincent Cassel) an sich der ein auffälliges durchgeknalltes Verhalten an den Tag legt, sondern vielmehr seine vielen Helfer, von denen einer abgefahrener als der andere agiert. Hier liegt die ganz große Stärke dieses Filmes, denn die Schauspieler sind nahezu perfekt ausgewählt worden und liefern allesamt glänzende Performances ab, die das gesamte Szenario unglaublich stark aufwerten. Natürlich brilliert ein Cassel in seiner coolen und äußerst lässigen Art, erscheint dem Zuschauer aber dennoch als einer der Normalsten Akteure. Sein Gegenspieler Christini von der Polizei ist da schon ein ganz anderes Kaliber und wird zudem von einem glänzend aufgelegten Tchéky Karyo absolut brillant dargestellt. Hier handelt es sich um einen Polizisten, für den die üblichen Gesetze anscheinend keinerlei Geltung haben, nicht anders sind seine vollkommen überzogenen und extrem brutalen Methoden zu erklären, die sich wie ein roter Faden durch das Geschehen ziehen.

Der Rest der Polizisten wird hingegen als äußerst trottelig und dumm dargestellt, was jedoch einen herrlichen Kontrast zum "Überbullen" Christini ergibt, der perfekt in das Szenario hineinpasst. Für das optische Highlight sorgt allerdings eine wieder einmal blendend aussehende Monica Bellucci, die als stumme Partnerin des "Dobermann's" auftritt. Das dargebotene Schauspiel sämtlicher Protagonisten entbehrt nicht eines gewissen Humors, der sich stellenweise in total skurriler Situationskomik wiedergibt, denn so manche Passagen wirken so dermaßen überzogen und hanebüchen, das man sich eigentlich nur die Haare raufen will. Man sollte die Geschehnisse also keinesfalls allzu ernst nehmen, denn so wie sich die Ereignisse hier präsentieren, würden sie wohl niemals in der Realität ablaufen. Dieses Phänomen kennt man ja zur Genüge aus etlichen Action-Krachern der heutigen Zeit, denn Filme wie "Shoot 'em Up" oder auch "Crank" leben von ihren vollkommen überzeichneten Action-Passagen, die zwar sehr wenig bis gar keine Realität enthalten, dafür aber unglaublich unterhaltsam sind. Wenn man also so will, könnte man "Doberman" als einen Vorgänger dieser Filmart bezeichnen, der aber aufgrund seiner Härte und des gewählten Erzähl-Tempos auch jederzeit mit den heutigen Filmen mithalten kann. So ist es dann auch durchaus nachvollziehbar, das der Film bei etlichen Fans ganz hoch im Kurs steht, denn die Kombination aus rasanter Action, ordentlicher Härte, viel Humor und exzellentem Schauspiel ist so brillant gelungen, das man ganz einfach seine helle Freude an diesem Werk haben muss.

Im Endeffekt handelt es sich also um ein Szenario, das man auf keinen Fall nach inhaltlichem Tiefgang bewerten sollte, hier steht vielmehr der reine Spaß an einem überzeichneten Szenario im Vordergrund, das auch durch seine erstklassige Grundstimmung zu überzeugen weiß. Ob man dabei nun "Dobermann" und seine Psychopathen-Gang oder aber den skrupellosen Polizisten Christini als Böse Seite ansieht bleibt einem jeden selbst überlassen, aber der Kampf den sich beide Seiten liefern, ist insbesondere im letzten Film-Drittel eine wahre Augenweide. Hart und absolut kompromisslos in Szene gesetzt, bekommt man die wildesten Schießereien und auch einige regelrechte Hinrichtungen geboten, die dem gewonnenen Gesamtbild äußerst gut zu Gesicht stehen und diesen grandiosen Film zu etwas ganz Besonderem machen. Jan Kounen hat hier wirklich alles genau richtig gemacht, aber ganz besonders bei der Auswahl der Schauspieler ein unglaublich gutes Händchen bewiesen, denn ohne diese wäre "Dobermann" lediglich nur die Hälfte wert.


Fazit:


Auch ein Quentin Tarantino hätte an diesem Werk seine helle Freude gehabt, denn "Dobermann" ist Adrenalin pur und bietet dem Zuschauer knapp 100 Minuten temporeiche Unterhaltung, die mit hochklassigen Action-Passagen nur so gespickt ist. Grandios agierende Darsteller sind jedoch meiner persönlichen Meinung nach der absolute Höhepunkt eines Filmes, den man nicht so schnell vergisst und auch ganz bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen hat.


9/10

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Bild Big Brother is watching you


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 Betreff des Beitrags: Re: Dobermann (1997)
BeitragVerfasst: 21. Jul 2013, 10:26 
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Vor allem der die Charakter sind toll vor allem der Cop unsere Freund und Helfer :D
Den habe ich damals echt durch zufall gesehen und ich war :scanners:


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