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 Betreff des Beitrags: Everly (2014)
BeitragVerfasst: 30. Mai 2015, 16:08 
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Everly
(Everly)
mit Salma Hayek, Hiroyuki Watanabe, Laura Cepeda, Togo Igawa, Akie Kotabe, Gabriella Wright, Caroline Chikezie, Jennifer Blanc, Jelena Gavrilovic, Aisha Ayamah, Masashi Fujimoto, Uros Certic, Dragana Atlija
Regie: Joe Lynch
Drehbuch: Joe Lynch / Yale Hannon
Kamera: Steve Gainer
Musik: Bear McCreary
keine Jugendfreigabe
USA / 2014

Als Everlys Zuhälter und hochrangiger Yakuza-Boss Taiko herausfindet, dass sie eine FBI-Informantin ist, wird Everlys luxuriöse Bleibe zur tödlichen Falle. Um das vom Boss versprochene Kopfgeld zu kassieren, steht bald eine ganze schwer bewaffnete Armada von Profikillern vor der Tür. Gefangen in ihrer Wohnung, wehrt sich die unbedarfte Everly mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln und kennt dabei keine Gnade …


Nach dem schon sehr unterhaltsamen "Knights of Badassdom" präsentiert Regisseur Joe Lynch nun mit "Everly" seinen neuesten Film und wagt sich damit in das Genre des Action Thrillers. Mit der mittlerweile reifen Salma Hayek wurde dabei die Titelrolle absolut perfekt besetzt, denn die bekannte Schauspielerin scheint geradezu prädestiniert für die Rolle der chancenlosen Einzelkämpferin, die hier gegen eine zahlenmäßige Übermacht der japanischen Yakuza ihr Leben verteidigen muss und gleichzeitig auch noch darauf achten muss, das ihrer kleinen Tochter nichts passiert. Zwar bietet die Geschichte nicht sonderlich viel inhaltliche Substanz und ist zudem durch den Aspekt das sich das gesamte Geschehen lediglich in einer Wohnung abspielt räumlich sehr begrenzt, doch Lynch hat seiner Erzählung dermaßen viel Tempo, Witz und Action eingefügt das es eine wahre Pracht ist. So lässt das Szenario auch gleich zu Beginn keinerlei Zweifel daran aufkommen, das es der Zuschauer hier höchstwahrscheinlich mit einem äußerst unterhaltsamen Spektakel zu tun bekommt und dieser Eindruck soll sich dann auch wie ein roter Faden durch die ganzen 90 Minuten Spielzeit verfestigen.

Ehrlich gesagt ist "Everly" phasenweise ein richtig hartes Brett von einem Film, das mit etlichen richtig derben Momenten gepflastert ist in denen es blutig und vollkommen kompromisslos zur Sache geht. Gleichzeitig ergeben sich aber im Laufe der Zeit auch einige sehr skurrile Passagen die sich aus der Situation an sich ergeben, so das jederzeit eine unterschwellige note des bissigen Humors mitschwingt. Nun mag sich manch einer eventuell über die mangelnde Glaubwürdigkeit der Ereignisse aufregen, denn ehrlich gesagt ist es relativ schwer vorstellbar, das sich die hier dargestellten Abläufe auch in der Realität so abspielen könnten. Diesen Gesichtspunkt sollte man jedoch meiner Meinung nach von Beginn an vernachlässigen, denn immerhin handelt es sich um einen temporeichen und actiongeladenen Vertreter seiner Art, der keineswegs darauf ausgelegt ist intellektuell hochgestochene Ansprüche zu befriedigen. Die gesamte Chose ist darauf ausgelegt bestens zu unterhalten und in dieser Beziehung ist es dann auch verhältnismäßig schwer, "Everly" das Wasser zu reichen. Das dabei die Aspekte von Logik und Glaubwürdigkeit des Öfteren in den Hintergrund treten kann man getrost verkraften, denn diese famose Action Granate macht einfach nur riesigen Spaß. Joe Lynch hat alles richtig gemacht und trotz des eingeschränkten Schauplatzes keinesfalls ein kammerspielartiges Drama geschaffen das mit unzähligen Dialogen gepflastert ist. Vielmehr hat er den Beweis angetreten, das man auch mit einer räumlich stark eingeschränkten Geschichte ein wahres Feuerwerk an Action abbrennen kann.

Bewegt sich der enthaltene Härtegrad des Szenarios zu beginn noch in einem recht normalen Rahmen, so offenbart sich mit zunehmender Laufzeit eine immer weiter ansteigende Gewaltspirale, die in visueller Hinsicht extrem blutig daher kommt. Streckenweise ist es dabei äußerst verwunderlich das der Film ohne Zensuren durch die Prüfung gelangen konnte, da man die Empfindlichkeiten der FSK ja nur allzu gut kennt. Wie dem aber auch sei, dem geneigten Genre Liebhaber präsentiert sich so jedenfalls ein ungeschnittenes Spektakel, in dem die glänzend aufgelegte Salma Hayek meiner persönlichen Meinung nach in einer ihrer besten Rollen zu sehen ist. Die restliche Darstellerriege dient allerdings lediglich dazu den Bodycount zu erhöhen und keine einzige der Figuren erfährt eine tiefer gehende Beleuchtung. Wäre man gehässig dann könnte man die Akteure auch als Schlachtvieh bezeichnen die der Titelheldin zum Opfer fallen, denn die gute Everly hält hier wirklich reiche Ernte wenn es darum geht, ihr Leben mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln zu verteidigen. Und bei den Mitteln ist die gute Frau auch nicht unbedingt wählerisch, wodurch dem Ganzen auch eine gewisse Vielfalt bei den Tötungen zu Grunde liegt, denn aus der Not heraus geboren ergeben sich diverse Tötungsarten, die dem Zuschauer bei aller vorhandenen Härte auch ein leichtes Schmunzeln ins Gesicht zaubern. Aber auch wenn sich das nun höchst amüsant anhören mag ist dieser Film keineswegs als Action Komödie anzusehen, denn dafür ist die Ausgangslage des Szenarios doch viel zu ernst.

Im Endeffekt wir wahrscheinlich nicht jeder meine Meinung teilen, doch "Everly" ist in meinen Augen einer der kurzweiligsten Actionfilme der letzten Zeit. Das Szenario versteht es den Genre Liebhaber regelrecht zu begeistern und beinhaltet zudem keinerlei Phasen, die man auch nur annähernd als langatmig bezeichnen könnte. Sicherlich muss man im Bezug auf die Logik einige Abstriche machen und auch die Abläufe hinterlassen nicht immer einen glaubhaften Eindruck, doch dafür wird man mit einer echten Action Bombe bedient, die keinerlei Wünsche offen lässt. Und so handelt es sich letztendlich um einen weiteren Film der unter der Regie von Joe Lynch entstanden ist und der auch wie die vorherigen Werke beste Unterhaltung bietet.


Fazit:


"Everly" ist für mich schon jetzt eine der positivsten Überraschungen des Jahres und mit so viel sehenswerter Action bestückt, das man vor Begeisterung nur die Hände über dem Kopf zusammen schlagen kann. Wer hier nicht auf seine Kosten kommt hat selber schuld und echte Freaks kommen an diesem Werk auf keinen Fall vorbei, das man nur uneingeschränkt empfehlen kann.


9/10


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 Betreff des Beitrags: Re: Everly (2014)
BeitragVerfasst: 31. Mai 2015, 10:45 
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Archivmeister
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Danke für deine Meinung, Master, dann weiß ich wenigstens, dass ich einigermaßen beruhigt zuschlagen kann. War noch am Zweifeln, da im Netz auch einiges Negatives über Mrs. Hayek kursiert.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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