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 Betreff des Beitrags: 96 Hours - Taken 2 (2012)
BeitragVerfasst: 24. Dez 2013, 16:31 
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96 Hours - Taken 2
(Taken 2)
mit Liam Neeson, Maggie Grace, Famke Janssen, Leland Orser, Jon Gries, D.B. Sweeney, Luke Grimes, Rade Serbedzija, Kevork Malikyan, Alain Figlarz, Frank Alvarez, Murat Tuncelli, Ali Yildirim, Ergun Kuyucu
Regie: Olivier Megaton
Drehbuch: Luc Besson / Robert Mark Kamen
Kamera: Romain Lacourbas
Musik: Nathaniel Méchaly
FSK 16
Frankreich / 2012

18 Monate nach der blutigen Befreiung seiner Tochter Kim aus den Händen albanischer Gangster nutzt Ex-CIA-Agent Mills einen Personenschutzauftrag in Istanbul für einen Kurzurlaub mit seiner Familie. Doch das Glück währt nicht lange. Männer, deren Söhnen Mills bei seiner Rettungsaktion das Leben nahm, wollen Mills mit Frau und Tochter nach Albanien entführen, um dort grausam Rache nehmen. Vorübergehend gerät Mills in Gefangenschaft, doch nun hilft ihm Kim, die Verfolger in ihre Schranken zu weisen.


Nach dem Erfolg von "96 Hours" war es nur eine Frage der Zeit bis dem Zuschauer eine Fortsetzung präsentiert werden würde. 2012 war es dann soweit und es handelt sich dabei um eine durchaus gelungene Fortsetzung, die nahtlos an die Vorkommnisse des ersten Teiles anknüpft. Zwar wechselte man den Regisseur, jedoch blieb das Drehbuch der Geschichte den altbewährten Händen von Luc Besson und Robert Mark Kamen überlassen, die allerdings keinesfalls so gute Arbeit geleistet haben wie im Vorgänger. Vom Prinzip her bekommt der Zuschauer eh nichts Neues geboten, nur das dieses Mal die gesamte Familie von Mills auf der Abschussliste der Albaner steht, ansonsten jedoch eröffnet sich ein fast schon identisches Szenario, so das in dieser Beziehung keinerlei Überraschungen zu erwarten sind. Es ist aber gar nicht einmal dieser Aspekt der negativ ausfällt, vielmehr sind es etliche ziemlich unglaubwürdige Passagen, die einem zumindest teilweise etwas sauer aufstoßen. Sicherlich, auch "96 Hours" war nicht unbedingt ein Feuerwerk logischer Abläufe, wobei man im ersten Teil aber höchstens diverse vollkommen überzogene Action-Einstellungen bemängeln konnte. Da dies aber in den Filmen der heutigen Zeit eher selbstverständlich erscheint und zudem auch in der Regel den reinen Unterhaltungswert enorm in die Höhe schießen lässt, nimmt man diverse Übertreibungen nur zu gern in Kauf und sieht in ihnen nicht selten sogar die Höhepunkte des modernen Action-Films.

In dieser Fortsetzung haben die Drehbuch-Autoren jedoch anscheinend ein wenig zu stark auf das Wohlwollen des Zuschauers gesetzt, präsentiert man diesem doch etliche Handlungsabläufe, die man beim besten Willen nicht für wirklich ernst nehmen kann. OK, Mills war bei der CIA und das der Haupt-Charakter als schier unverwundbarer Superheld hingestellt wird kann man sich getrost gefallen lassen, zudem Liam Neeson diese Rolle ja auch mit Bravour meistert und dabei auch noch extrem sympathisch erscheint. Hier aber zieht man nun auch die Tochter auf die gleiche Schiene, wobei ich mich insbesondere auf die Stellen der Story beziehe, in denen Mills aus der Gefangenschaft heraus seine Tochter anruft und ihr genaue Anweisungen für seine Befreiung übermittelt. Das Ganze ist zugegebenermaßen äußerst temporeich und auch spannend in Szene gesetzt, doch die daraufhin folgende Befreiungsaktion erscheint dermaßen an den Haaren herbeigezogen, das man an dieser Stelle noch nicht einmal den Unterhaltungswert des Filmes anführen kann, um die unglaubwürdige Inszenierung auch nur ansatzweise rechtfertigen zu können. Kurzweil, Tempo und Action sind ja im Grunde genommen eine wirklich tolle Sache und "Taken 2" beinhaltet all diese Zutaten im Überfluss, wenn die Geschichte dafür aber fast vollkommen in den Bereich der Fantasie abdriftet, dann ist das schon ein wenig bedenklich. An dieser Stelle wäre etwas weniger wohl eine ganze Menge mehr gewesen, denn viel zu dick aufgetragen ist die Unglaubwürdigkeit der Ereignisse in vorliegendem Fall doch ein ganz erhebliches Manko.

Dennoch sopllte man das Werk auch nicht schlechter machen als es in Wirklichkeit ist und der geneigte Action-Freak wird nach einer etwas drögen und gut 30 Minuten langen Einführung mit Action satt bedient, wobei die Geschehnisse sich mit zunehmender Laufzeit immer temporeicher gestalten. Selbstredend stellt sich während der gesamten Zeit nicht ein einziges Mal die Frage nach dem Ausgang des Szenarios, denn wer die Ein-Mann Todesschwadron Liam Neeson schon in Teil 1 begutachten durfte weiß ganz genau, das die bösen Buben letztendlich keinerlei Chance haben mit dem Leben davon zu kommen. Auch in dieser Beziehung verfolgt man also das identische Erfolgsrezept des Vorgängers und ganz ehrlich gesagt hatte man wohl auch kaum etwas Anderes erwartet. So präsentiert sich "Taken 2" also als sehr unterhaltsamer Actionkracher, in dem eine Ein-Mann Armee einmal mehr etlichen Albanern den Garaus macht und dabei im Prinzip nur ganz selten in echte Bedrängnis gerät. Die wenigen für den Haupt-Charakter selbst gefährlichen Situationen wurden so auch wohl nur aus einem einzigen Grund eingebaut, nämlich um zumindest den Hauch von ein wenig Glaubwürdigkeit zu versprühen, was jedoch letztendlich nur mäßig gelungen ist. Was bei "96 Hours" noch glänzend funktionierte, erscheint dieses Mal doch ein wenig abgedroschen und man kann deswegen auch nur noch einen Teil der Begeisterung für dieses Werk aufbringen, das qualitativ doch diverse Defizite erkennen lässt.

Alles in allem handelt es sich immer noch um einen absolut sehenswerten Actionfilm, den man aber keinesfalls nach der Glaubwürdigkeit seiner Abläufe bewerten sollte. Legt man hier nämlich den Maßstab der Logik an, dann rasselt der Film ziemlich gnadenlos durch. So sollte man sein Hauptaugenmerk dann auch besser auf das vorhandene Tempo und die sehr guten Action-Einlagen legen, auch wenn diese einmal mehr das Bild eines schier unüberwindlichen Helden präsentieren, der höchstwahrscheinlich auch durch eine Bombe nicht aufzuhalten wäre. Wer sich daran nicht sonderlich stört kann bei diesem Film nicht wirklich etwas falsch machen, wer jedoch lieber auf Logik und Glaubwürdigkeit setzt kann eine herbe Enttäuschung erleben. Innovation und überraschende Momente darf man keinesfalls erwarten, sondern vielmehr ein Szenario, das dem des Vorgängers an etlichen Stellen schon extrem verblüffend ähnelt, so das sich zwischendurch auch ohne Weiteres diverse Ermüdungserscheinungen einstellen könnten.


Fazit:


Ganz ehrlich gesagt hat mich diese Fortsetzung ein klein wenig enttäuscht, obwohl der Film im Prinzip genau die Dinge beinhaltet die man von ihm erwartet hat. Dennoch verstand es "96 Hours" um Längen besser zu unterhalten, was aber auch sicherlich in dem Aspekt begründet war, das man die jeweiligen Abläufe nicht so offensichtlich vorhersehen konnte wie in vorliegendem Fall.


6/10

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