Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Rampage (2009)
BeitragVerfasst: 19. Sep 2014, 13:43 
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Rampage
(Rampage)
mit Brendan Fletcher, Shaun Sipos, Michael Pare, Matt Frewer, Lynda Boyd, Robert Clarke, Malcolm Stewart, Steffen Mennekes, Katey Grace, Laurie Brunetti, Mark Brandon, Julie Patzwald, Katharine Isabelle, Colette Perry, Michaela Mann
Regie: Uwe Boll
Drehbuch: Uwe Boll
Kamera: Mathias Neumann
Musik: Jessica de Rooij
SPIO/JK
Kanada / Deutschland / 2009

Globale Erwärmung, Welthunger, Überbevölkerung und maßloser Konsum: Bill Williamson (Brendan Fletcher, Alone In The Dark, 88 Minutes) hat die Schnauze voll. Er ist genervt von seinem aussichtslosen Job, seinen unerträglichen Mitmenschen und der Welt im Allgemeinen. Doch er hat einen unglaublichen Plan, der ein besonders blutiges Zeichen setzen und ihm ein besseres Leben liefern soll. Mit einer selbst konstruierten Kevlar-Rüstung und bis an die Zähne bewaffnet, startet er eine Tötungsorgie und nimmt scheinbar grundlos eine gesamte Kleinstadt auseinander…


Es gibt ja nun genügend Leute, die Filme von Uwe Boll schon aus Prinzip nierdermachen und wenn es sich um Videospiel-Verfilmungen handelt, mögen diese Menschen sogar Recht haben. Doch in den letzten Jahren hat der äusserst umstrittene Regisseur auch einige Filme gedreht, die zwar immer noch keine Meisterwerke darstellen, aber doch äusserst gut gelungen sind und dem Zuschauer gute Unterhaltung bieten. "Rampage" zählt meiner Meinung nach ganz eindeutig zu diesen Filmen und auch wenn die deutsche DVD weit über 4 Minuten gekürzt ist, bekommt man hier ein sehr beklemmendes Action-Drama zu sehen, das auch jederzeit äusserst nachdenklich stimmt und jede Menge Gesellschaftskritik beinhaltet. Ganz generell wird der Eindruck erweckt, das die gesamte Welt vor dem Kollaps steht, dies wird durch ständige TV-oder Radio-Nachrichten explizit untermalt, die man den ganzen Film über immer wieder hört. Hinzu kommen Aussagen von Evan, dem besten Kumpel von Bill, der immer wieder über die kaputte Gesellschaft siniert, dabei aber nichts davon ahnt, was Bill schon längst geplant hat.

Und der unscheinbare Bill hat einen Plan gefasst, der absolut teuflisch ist und den er auch schon bald in die Tat umsetzt. Was sich dann entwickelt, ist ein Action-Drama, das es wirklich in sich hat und in seiner ungeschnittenen Fassung ganz sicher noch um ein Vielfaches intensiver erscheint, wie es in dieser zensierten Form schon der Fall ist. Denn bei der deutschen Veröffentlichung muss man sich leider hauptsächlich auf die Härte beschränken, die im Kopf des Zuschauers entsteht, wenn man dem Geschehen und dem damit verbundenden Amoklauf folgt, da die visuelle Härte auf ein Minimum beschränkt wurde. Das Schlimme daran ist aber, das die Schnitte äusserst offensichtlich gesetzt wurden, was man vor allem bei der Passage im Frisier-Salon zu spüren bekommt. Einerseits nimmt das der Geschichte schon etwas von ihrer Intensität, doch andererseits wird dies einigermaßen von der extrem beklemmenden Grundstimmung kompensiert, die hier ganzzeitig hervorragend zum Ausdruck kommt.

Und auch wenn der visuelle Härtegrad zum Großteil der Schere zum Opfer fiel, entfaltet sich ein psychischer Härtegrad, der wirklich nicht von schlechten Eltern ist und von der darstellerischen Leistung eines Brendan Fletchers noch zusätzlich unterstützt wird. Denn seine Darstellung des scheinbar eiskalten Amokläufers kann man als äusserst authentisch und überzeugend ansehen und ist ein Paradebeispiel dafür, das man es einem menschen nicht im gesicht ablesen kann, das er kurz vor einer Explosion steht. Die Vorgehensweise bei seinen Taten ist so überlegt und durchdacht, wirkt zudem noch so selbstverständlich, das es einem als Betrachter schon den ein oder anderen kalten Schauer über den Rücken jagen kann. Schon fast zynisch erscheint dabei die Tatsache, das Bill auch noch der Meinung ist, seinen Opfern einen Gefallen zu tun, indem sie nicht mehr in dieser kaputten und korrupten Welt leben müssen. man nimmt ihm jederzeit ab, das er von diesem Gedanken wirklich überzeugt ist, hat aber zu keiner Zeit den Eindruck, das irgendetwas in seinem Kopf nicht stimmen würde. Zu selbstbeherrscht erscheint er bei seinen wahllosen Morden und begeht diese mit einer Selbstverständlichkeit und Kälte, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.

Das "Rampage" Probleme mit der Zensur bekommen würde, wird spätestens nach der Sichtung des Filmes klar, den die deutschen Moralhüter waren fast schon selbstverständlich der meinung, das viele hier gezeigten Dinge zu menschenverachtend in Szene gesetzt wurden. Eventuell ist da sogar etwas dran, doch sollte man nicht gerade in der heutigen Zeit, in der Amokläufe schon fast an der Tagesordnung sind, einen solchen Film nicht auch ungeschnitten veröffentlichen, da es ja auch durchaus als Abschreckung angesehen werden kann? Nein, da wird lieber gekürzt, was das Zeug hält und sogar noch das Ende des Filmes abgeändert, denn während in der ungeschnittenen Original-Verion zum Ende hin eine Texttafel eingeblendet wird auf der man die Information erhält, das der Täter ungeschoren davonkommt, so steht in der deutschen Version, das er noch überführt und hingerichtet wurde. Um etwas mehr Verständnis einkehren zu lassen: Bill begeht hier zwar die ganzen Morde, kann aber eigentlich nicht dafür belangt werden. Warum das so ist, möchte ich hier nicht verraten, um keinem die Spannung zu nehmen, aber sein Plan ist wirklich erschreckend genial und erfordert jede Menge Vorplanung, um eine solche Perfektion zu erfahren, wie es in vorliegendem Film der Fall ist.

Mittlerweile ist nun auch "Rampage" in der "Black Edition Reihe" ungeschnitten erschienen, so das der Film nun auch seine volle Brutalität entfalten kann. Hat sich bei der geschnittenen Version die Härte hauptsächlich im Kopf des Zuschauers abgespielt, so lassen die viereinhalb Minuten an neuen Szenen einen fast neuen Film entstehen, der nun noch viel intensiver und streckenweise extrem brachial auf den Zuschauer einwirkt. Auch wenn mir die geschnittene Version schon nicht schlecht gefallen hat, so ist die "Black Edition" doch noch ein ganz anderes Kaliber, das einem nun wirklich unter die Haut geht und eine phasenweise sehr verstörende und schockierende Wirkung hinterlässt.


Fazit:


Mit "Rampage" hat Uwe Boll einen wirklich gelungenen Film abgeliefert, der so voller Gesellschaftskritik und Zynismus ist, das einem teilweise die Haare zu Berge stehen. Die sich hier entfaltende Intensität ist so gewaltig, das teilweise der Eindruck entsteht, das man sich in einer Art Dokumentation befindet und nicht unbedingt in einem Spielfilm. Der Film ist einerseits grausam und absolut schockierend, stimmt andererseits absolut nachdenklich und hinterlässt einen sehr nachhaltigen Eindruck, der durch die neu vorliegende ungeschnittene Version um ein Vielfaches stärker ausfällt.


8/10


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 Betreff des Beitrags: Re: Rampage (2009)
BeitragVerfasst: 4. Apr 2016, 20:04 
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Ein jugendlicher läuft mehr oder minder aus wiederholender Enttäuschung über das Verhalten seiner Mitmenschen Amok. Hier gibt es das Geld für den Kaffee nicht zurück, da sich erst darüber aufgeregt wurde, dass nicht genug Schaum drauf ist, im Fastfood Restaurant gibt es auch kein Geld zurück als die Servicekraft die eigene Mahlzeit verschüttet, die Eltern wollen, dass man mit 23 aus dem eigenen zuhause auszieht. Und alles prasselt auf ihn ein, so dass er einfach nicht anders kann als Amok zu laufen, daher der Filmtitel Rampage. und von da an beginnt das Massaker an den Einwohnern der Kleinstadt, die teilweise einfach hingerichtet werden. Bill selbst ist mit selbstgebauter Plattenpanzerung nicht so einfach zu erledigen, so dass auch die Polizei (verständlicherweise) gewisse Schwierigkeiten dabei haben.

Ob einem dieser Film gefällt muss jeder selbst für sich entscheiden, denn eine ausgereifte Handlung kann man hier nicht erwarten, denn es läuft einfach auf das sinnlose Morden durch Bill Williamson hinaus. Die Gründe dafür sind zum einen sehr an den Haaren herbeigezogen und auf der anderen Seite auch noch falsch, denn bei Kenntnis des gesamten Films kann man nicht wirklich von einem Amoklauf sprechen, aber ich erspare den Lesern hier weitere Details um zumindest eine Grundunterhaltsamkeit des Films nicht zu gefährden.

Ja, es bleibt einem hier ab und an die Spucke weg, da das Gezeigte durchweg grausam und unmenschlich ist. Und der Sinn dahinter fast völlig fehlt. Deshalb fällt es auch so schwer eine spannungsgeladene Atmosphäre aufzubauen. Lediglich das Ende ist dann etwas überraschend. Und ich weiß nicht, ob mich das wirklich überzeugt hat. In gewisser Weise ist dadurch die eigentliche Erwartungshaltung zerstört worden und damit ein neuer Aspekt hervorgetreten, der eigentlich gut für einen Film ist. Auf der anderen Seite ist dieses Bisschen aber einfach zu wenig um aus diesem Film noch mehr heraus zu holen. Hört man dann noch, dass 4 Millionen Dollar für den Film verwendet worden waren, dann versteht man nicht, warum nichts "Besseres" herausgekommen ist.

Den einzigen Schauspieler hier, den ich kenne, ist Matt Frewer, und diesen habe ich wahrlich schon in besseren Rollen gesehen. Hier ist es außerdem auch nur eine Nebenrolle als Bills Vater. Brendon Fletcher als Bill sagte mir bisher gar nichts. Von Uwe Boll kann ich als Verlgeich nur "Seed 1" heranziehen, da ich einen anderen Film noch nicht kenne, und da schneidet dieser Film hier rein von der Regiearbeit etwas besser ab, wenngleich ich die Effekte bei "Seed" was den Bildschnitt angeht im Film doch sehr zu schätzen weiß.

"Rampage" war somit nicht unbedingt meins, auch wenn ich mit solchen Filmen manchmal etwas anfangen kann. Da muss dann aber mehr Realismus vorhanden sein. Ob der zweite Teil von mir auch noch gesichtet wird, kann ich noch nicht sagen. Momentan reicht dieser erste Teil hier für mich völlig aus. Als Wertung gibt es hier auch nur gerade 06/10 Punkte.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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