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 Betreff des Beitrags: Raze - Fight or Die! (2013)
BeitragVerfasst: 30. Aug 2014, 17:34 
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Raze - Fight or Die!
(Raze)
mit Zoë Bell, Rachel Nichols, Tracie Thoms, Bruce Thomas, Bailey Anne Borders, Rebecca Marshall, Allene Quincy, Adrienne Wilkinson, Doug Jones, Sherilyn Fenn, Amy Johnston, Tara Macken, Nicole Steinwedell
Regie: Josh C. Waller
Drehbuch: Josh C. Waller / Robert Beaucage / Kenny Gage
Kamera: Dylan O'Brien
Musik: Frank Riggio
SPIO/JK
USA / 2013

Das Ehepaar Joseph (Doug Jones) und Elizabeth (Sherilyn Fenn) hat ihr Leben der Organisation eines sadistischen Events verschrieben: Sie entführen 50 Frauen, die anschließend in einer Sport-Arena in einem Kampf auf Leben und Tot gegeneinander antreten müssen. Das blutige Turnier soll sieben Tage dauern und die Frauen sollen einander in den einzelnen Runden umbringen. Wer verliert oder den Kampf verweigert, verliert einen geliebten Menschen. Jede einzelne blutige Runde wird per Live-Feed übertragen. Die Organisatoren glauben, dass die letzte lebende Frau als ein besserer Mensch in die Welt zurückkehrt. Doch das Paar unterschätzt die Fähigkeiten einiger ihrer Gladiatorinnen: Sabrina (Zoe Bell) und Jamie (Rachel Nichols) verbünden sich mit einigen anderen Teilnehmern, um ihren Kidnappern die Stirn zu bieten und zu entkommen.


Wenn man sich einmal das Szenario der vorliegenden Geschichte vor Augen hält werden ziemlich schnell Erinnerungen an das antike Rom wach gerufen. Zur damaligen Zeit wurde es Brot und Spiele genannt, wenn der normale Pöbel mit blutrünstigen Gladiatoren-Kämpfen unterhalten wurde und streckenweise bekommt man eben dieses Geschehen auch hier in einer modernen Form geboten. Frauen stehen im Mittelpunkt des Ganzen, doch geht das weibliche Geschlecht hier keinesfalls freiwillig in brutalen Zweikämpfen aufeinander los, vielmehr fighten die etlichen Amazonen um das Leben ihrer Angehörigen, die bei Nichteinhaltung der Regeln oder dem Tod einer der Kämpferinnen ihr Leben verlieren. Kontrolliert werden die Fights von einer Organisation die Frauen entführt und zum kämpfen zwingt, um damit eine dekadente Gesellschaft zu unterhalten. Dieser Aspekt kommt während der Laufzeit allerdings nur geringfügig zum tragen, denn obwohl man die Oberhäupter der Organisation und auch deren Publikum des Öfteren einblendet, erhält der Zuschauer leider nur einen eher oberflächlichen Einblick in die Hintergründe. Regisseur Josh C. Waller ist zwar durchaus bemüht den Ereignissen eine gewisse Tiefe zu verleihen, indem er dem Betrachter diverse Hauptfiguren ein wenig näher bringt, doch täuscht dies auf keinen Fall darüber hinweg, das in "Raze - Fight or Die" ganz eindeutig die Brutalität der Fights im Mittelpunkt steht.

Daraus macht der Film dann auch keinerlei Hehl, denn schon nach einer extrem knappen Einführung geht man sofort und ohne Umschweife zum Wesentlichen über, wobei einem die harte-und derbe Action fast im Minutentakt entgegen schlägt. Das erfreut natürlich den geneigten Genre-Freak, lässt aber kaum Spielraum, um die einzelnen Charaktere und die Umstände ihrer Gefangennahme etwas intensiver zu beleuchten. So muss man sich in diesem Bezug auch auf eher spärlich gestreute Rückblenden konzentrieren, die einem die näheren Umstände aber dennoch ausreichend wiedergeben. Trotzdem wäre es sicherlich möglich gewesen, die ansatzweise erkennbare Tiefe des Geschehens ausführlicher zu gestalten, doch bis auf diverse Gefühlsausbrüche einiger Damen und ein paar rar gesäten Dialogen kocht man an dieser Stelle auf Sparflamme. Und so fokussiert sich das Ganze dann auch auf den Action-Anteil der Ereignisse und dieser ist nun wirklich im Überfluss vorhanden. Dabei geht es in den Zweikämpfen auch jederzeit äußerst brutal-und blutig zur Sache, wobei so manch hübsches Gesicht fast bis zur Unkenntlichkeit zertrümmert wird. Die Damen der Schöpfung lassen sich dann auch nicht lange bitten, denn im Endeffekt ist sich jede selbst die Nächste. Trotzdem sind phasenweise sogar freundschaftliche Züge zu erkennen und insbesondere die Hauptfigur Sabrina (Zoe Bell) leidet hier ganz immens unter dem Tod einiger ihrer Mitgefangenen.

Man sieht also das trotz einer kruden Mixtur aus Frauenknast-Film und Hostel durchaus der Versuch gestaltet wurde, die ganze Chose auch etwas näher zu beleuchten und somit auch Freiraum für zwischenmenschliche Momente zu lassen. Zwar gelingt dies nur bedingt und auch die Kritik an der dekadenten Gesellschaft kommt leider viel zu kurz, doch insgesamt gesehen bietet "Raze - Fight or Die" schon ein wenig mehr als den stinknormalen Klopperfilm. Sein Hauptaugenmerk legt der Zuschauer aber dennoch auf die unzähligen Kämpfe, diese sind nämlich erstklassig in Szene gesetzt worden und beinhalten zudem auch den dementsprechenden Härtegrad, der die hohe Alterseinstufung jederzeit als gerechtfertigt erscheinen lässt. Josh C. Waller hat hier sicherlich keinen Film für zarte Gemüter kreiert, denn die Geschichte ist durchgehend brachial umgesetzt worden und baut zudem auch eine Menge Wut beim Betrachter auf. Diese verstärkt sich immer dann, wenn wieder einmal das Organisations-Ehepaar oder deren illustre Gesellschaft eingeblendet werden, die sich beim Verzehr von Kaviar und Champagner königlich darüber amüsieren, wie sich die Frauen gegenseitig töten müssen, um das Überleben ihrer Angehörigen zu sichern. Diesen Punkt hätte ich mir gern etwas ausführlicher gewünscht, doch auch in vorliegender Form hinterlässt "Raze" einen rundum gelungenen Gesamteindruck, der sich längst nicht nur auf die extrem harten Kampf-Passagen bezieht.

Letztendlich werden viele Leute das wieder einmal ganz anders sehen doch ich persönlich bin zu der Ansicht gekommen, das in diesem erstklassigen Action-Film auch die Ansätze inhaltlicher Tiefe zu erkennen sind, die man nur leider nicht genügend beleuchtet hat. Wie immer liegt es im Auge des jeweiligen Betrachters, doch das Werk von Josh C. Waller bietet auf jeden Fall dem Action-Fan ein wahres Feuerwerk und lässt zumindest ansatzweise einen gewissen Tiefgang erkennen, den man im Vorfeld nicht zwangsläufig vermuten konnte. Wie dem aber auch sei, auf jeden Fall handelt es sich um einen höchst unterhaltsamen-aber auch äußerst derben Film, den man zart besaiteten Gemütern nicht unbedingt empfehlen sollte.


Fazit:


In erster Linie will "Raze - Fight or Die!" den geneigten Genre-Fan unterhalten und das gelingt auch ganz hervorragend. Andererseits ergibt sich aber auch zumindest oberflächliche Sozialkritik und auch eine teilweise gelungene Beleuchtung diverser Charaktere. Diese hätte aber auch gern noch etwas intensiver ausfallen dürfen, denn in vorliegender Form wird die Geschichte von den meisten Leuten auf ihren Action-Gehalt reduziert, obwohl manche Passagen auf jeden Fall weitaus mehr andeuten.


8/10


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 Betreff des Beitrags: Re: Raze - Fight or Die! (2013)
BeitragVerfasst: 3. Jan 2015, 15:38 
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Wie Master richtig schrieb, liegt da auch einiges im Blickwinkel des Betrachters, denn dieser Film ist zwar ein waschechter Kampfsportfilm, wenn man es denn so nennen möchte, es sind aber gerade diese zwischenmenschlichen Momente, die diesen Film auf der anderen Seite wie ein Drama erscheinen lassen, und gerade das macht ihn so gut, denn es geht nicht nur darum einen Kampf zu zeigen, sondern auch um die Beweggründe warum gekämpft wird und wie das Szenario entstanden ist, und da hat dieser Film ganze Arbeit geleistet. Natrülich haben wir hier auch wieder einiges an Brutalität vorliegen, da es hier um martialische Gewalt geht, die nur mit dem eigenen Körper ausgedrückt wird.

Unter den Kampffilmen absolut ein Highlight aus meiner Sicht und deshalb sehenswert, und das nicht nur für Freunde des actionreichen Kinos. Ob der Film für Frauen auch zum ansehen gedacht war, mag in Anbetracht der Tatsache, dass hier nur Frauen aufeinander einschlagen bezweifelt werden. Allerdings hat man hier nicht den Fehler gemacht, es auf rein optische Eindrücke zu beschränken, wie es seinerzeit in Bitch Slap geschehen ist. Die Handlung ist hier nämlich um einiges besser geworden. Deshalb: Ansehen. Ebenfalls 08/10.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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