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 Betreff des Beitrags: Shootout - Keine Gnade (2012)
BeitragVerfasst: 10. Jan 2014, 14:05 
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Shootout - Keine Gnade
(Bullet to the Head)
mit Sylvester Stallone, Sung Kang, Sarah Shahi, Adewale Akinnuoye-Agbaje, Jason Momoa, Christian Slater, Jon Seda, Holt McCallany, Brian Van Holt, Weronika Rosati, Dane Rhodes, Marcus Lyle Brown, Andrew Austin-Peterson
Regie: Walter Hill
Drehbuch: Alessandro Camon / Alexis Nolent / Colin Wilson
Kamera: Lloyd Ahern II
Musik: Steve Mazzaro
FSK 16
USA / 2012

James Bonomo alias "Jimmy Bobo" (Sylvester Stallone) ist ein Auftragskiller in New Orleans. Er folgt nur einem Prinzip: Töte niemals einen Unschuldigen. Als aus diesem Grund ein Zeuge überlebt, muss Jimmys junger Partner zur Strafe dafür mit seinem Leben bezahlen. Detective Taylor Kwon (Sung Kang) aus Washington trifft in New Orleans ein, um eine neue Spur in einem alten Fall zu verfolgen. Als er seinen Kollegen treffen will, findet er stattdessen nur noch dessen Leiche vor. Für das NOPD stehen Jimmy und sein mittlerweile toter Partner als Hauptverdächtige für diese Tat fest. Die Suche nach Hinweisen zu den Tätern zwingt Jimmy und Kwon schließlich zu einer ungewöhnlichen Partnerschaft und für die Jagd nach den Mördern sind Cop und Killer plötzlich aufeinander angewiesen. Auf ihrem Weg zu Gerechtigkeit und Vergeltung treffen die beiden auf zwielichtige Gestalten und blicken hinab in tiefste Abgründe, die bis in die höchsten Polizeikreise reichen. Manchmal liegt nur ein schmaler Grat zwischen Killer und Cop.


Walter Hill (Nur 48 Stunden) hat mit "Shootout" einen Action-Thriller kreiert, der den Zuschauer aufgrund seiner Machart auf eine Art Zeitreise in die 80er Jahre schickt, denn das Szenario erinnert doch stark an etliche Werke des damaligen Jahrzehntes. Mit dem sichtlich in die Jahre gekommenen Sylvester Stallone ist dabei eine der größten Action-Ikonen in der Hauptrolle zu sehen, der trotz des fortgeschrittenen Alters immer noch äußerst gut in Form ist und durch sein gewohnt lässiges-und cooles Schauspiel dieser Geschichte seinen ganz persönlichen Stempel aufdrückt. Rein inhaltlich sollte man in vorliegendem Fall jedoch nicht zu viel erwarten, handelt es sich doch eher um eine recht dünn gehaltene Rahmenhandlung, die zudem auch keinerlei größere Überraschungsmomente parat hält. Es gibt nun wirklich nichts, was man nicht schon einmal in dieser-oder ähnlicher Form gesehen hätte, so das man also definitiv kein Feuerwerk an Innovation erwarten sollte. Doch darauf ist die Story auch überhaupt nicht ausgelegt, denn hier zählt einzig und allein der durchaus hoch ausgefallene Unterhaltungswert. Wer die Filme von Walter Hill kennt kann sich denken, das man in dieser Beziehung eine ganze Menge geboten bekommt und dennoch fehlt es dem Film ein wenig am nötigen Zündfunken, um den Zuschauer so richtig vom Hocker zu reißen.

Das mag in erster Linie in der Durchschaubarkeit der Abläufe begründet sein, denn ziemlich schnell wird einem klar, auf welches Ende die gesamte Chose hinaus läuft. Die reichlich vorhandenen Action-Sequenzen kaschieren dabei gekonnt eine gewisse inhaltliche Leere, sind aber definitiv nicht so spektakulär gestaltet, als das man über die augenscheinlichen Mankos gänzlich hinweg sehen kann. Und so konzentriert man sich dann in der Hauptsache auch auf die ungewöhnliche Beziehung die hier zwischen einem Cop und einem Auftragskiller entsteht, ist in dieser doch das absolute Highlight der Geschichte zu finden. Natürlich mag man trefflich darüber streiten, ob die eingegangene Zweckgemeinschaft in irgendeiner Form glaubwürdig erscheint, doch für die Kurzweil der Ereignisse ist sie auf jeden Fall äußerst förderlich. Witzige-und teils sehr bissige Dialoge und immer wieder aufkommende Situationskomik sorgen für die nötige Lockerheit und ganz generell sollte einmal erwähnt werden, das insbesondere Stallone auf seine alten Tage einen herrlichen Hang zur Selbst-Ironie entwickelt, der hier ebenso wie in den "Expendables-Filmen" stellenweise zum Ausdruck kommt.

Sung Kang hingegen erscheint in der Rolle des Polizisten phasenweise ein wenig blass-und farblos, ist aber dennoch ein recht guter Kontrast zum ewigen Macho Stallone, der während des Geschehens ganz eindeutig die Zügel in der Hand hat. Der Rest der Akteure kann getrost vernachlässigt werden und dient vielmehr als notwendige Staffage, um den Ereignissen auch einen Sinn zu ergeben. Was mich persönlich ein wenig gestört hat ist der Aspekt, das die Story irgendwie so wirkt, als wenn man sämtliche Geschehnisse in eine gewisse Zeitspanne pressen musste, dabei aber bewusst darauf verzichtet hat, rein inhaltlich ein wenig mehr Tiefe in das Szenario zu packen. So werden auch die öfter auftretenden Neben-Erzählstränge nur äußerst oberflächlich angekratzt, was ganz besonders beim Thema korrupte Polizisten zum Ausdruck kommt. In diesem Punkt von Oberflächlichkeit zu sprechen wäre fast schon zuviel des Guten, denn im Prinzip wird der Betrachter lediglich mit der Tatsache konfrontiert und das war es dann auch schon.

Es gab Zeiten, da hätten mich solche Dinge weniger gestört und ich hätte mich ausschließlich auf die gut in Szene gesetzten Action-Passagen konzentriert, doch komischerweise springen einem diese Defizite so dermaßen ins Auge, das man beim besten Willen nicht darüber hinweg sehen kann. Im Endeffekt sollte man also mit der Erwartung an gute, aber keinesfalls spektakuläre Action an dieses Werk heran gehen und einen spielfreudigen Sylvester Stallone erwarten, ansonsten muss man die eigenen Ansprüche jedoch auf Sparflamme halten. Vor einigen Jahren noch hätte ich diesem Film ganz sicher ein absolut überzeugendes Zeugnis ausgestellt, doch leider scheint auch ein Walter Hill ein wenig von seinem Biss verloren zu haben, so das sich letztendlich ein gut unterhaltender Actionfilm im Stil der 80er präsentiert, der allerdings keinen sonderlich nachhaltigen Eindruck hinterlässt.


Fazit:


Ein wenig mehr hatte ich mir schon von "Shootout - Keine Gnade" versprochen, doch leider erscheint die Geschichte an etlichen Stellen viel zu oberflächlich als das man von einem hervorstechenden Actioner sprechen könnte. Solide Filmkost im oberen Durchschnittsbereich bekommt man aber geboten, so das sich das Werk jederzeit für einen gemütlichen Filme-Abend eignet.


6,5/10

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