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 Betreff des Beitrags: The Equalizer (2014)
BeitragVerfasst: 9. Mär 2015, 19:08 
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The Equalizer
(The Equalizer)
mit Denzel Washington, Marton Csokas, Chloë Grace Moretz, David Harbour, Haley Bennett, Bill Pullman, Melissa Leo, David Meunier, Johnny Skourtis, Alex Veadov, Vladimir Kulich, E. Roger Mitchell, James Wilcox, Mike O'Dea
Regie: Antoine Fuqua
Drehbuch: Richard Wenk / Michael Sloan / Richard Lindheim
Kamera: Mauro Fiore
Musik: Harry Gregson-Williams
FSK 16
USA / 2014

McCall, ehemaliger Elite-Soldat- und Agent, ist untergetaucht und versucht in Boston ein normales Leben zu führen. Das funktioniert nicht. Zu viel Ungerechtigkeit und Verbrechen gibt es in der Stadt. Er lernt eine blutjunge Prostituierte kennen und will sie aus den Fängen ihres Zuhälters befreien. Der gehört zur russischen Mafia. McCall schreckt nicht davor zurück, sich mit der mächtigen Organisation anzulegen. Dank seiner Erfahrung und Ausbildung ist er ein ebenbürtiger Gegner und dezimiert die Gangstertruppe.


13 Jahre sind mittlerweile ins Land gezogen, seit Denzel Washington mit Regisseur Antoine Fuqua für den Film "Training Day" zusammen arbeitete, der dem Darsteller einen seiner beiden Oscars einbrachte. Nun hat sich das Erfolgsduo für die Verfilmung von "The Equalizer" wieder zusammen getan und damit einen weiteren echten Hit abgeliefert. Die Geschichte basiert auf der gleichnamigen TV-Serie (1985-89) und beinhaltet eine im Prinzip äußerst simple Geschichte, deren visuelle Umsetzung jedoch als absolut gelungen bezeichnet werden kann. Washington mimt hier eine Art Racheengel mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn, der von einer mysteriösen Vergangenheit begleitet das Leben eines stinknormalen Durchschnittsbürgers fristet und seine außergewöhnlichen Fähigkeiten erst dann einsetzt, wenn andere Menschen von Gangstern oder korrupten Polizisten bedrängt werden. Das hört sich nun im ersten Moment nicht sonderlich spektakulär und schon gar nicht innovativ an, denn solche oder ähnlich gelagerte Erzählungen hat der Zuschauer ja nun schon unzählige Male vorgesetzt bekommen. Und dennoch unterscheidet sich Fuquas Werk ganz erheblich von den in den letzten Jahren erschienenen Actionfilmen und hebt sich dadurch sehr wohlwollend von diesen ab. In erster Linie merkt man das schon an den ausgewählten Schauplätzen, denn endlich erscheint einmal wieder ein Genrevertreter dessen Schauplätze sich nicht im Ostblock befinden, wohin die meisten Regisseure in der letzten Zeit ihre Geschichten placiert haben um ganz einfach billiger zu produzieren. Davon kann in vorliegendem Fall allerdings überhaupt keine Rede sein, denn immerhin ist "The Equalizer" mit einem stattlichen Budget von geschätzten 55.000.000 $ ausgestattet, so das dem Betrachter hier alles andere als der in Mode gekommene C-Movie Look präsentiert wird. Vielmehr handelt es sich um einen absolut sehenswerten Blockbuster der in allen Belangen zu überzeugen weiß und trotz einer Laufzeit von immerhin etwas über zwei Stunden keinerlei Längen aufweist.

Das liegt in mehreren Aspekten begründet, wobei die schauspielerische Leistung des Hauptdarstellers dabei wohl am stärksten ins Auge fällt, denn der gute Denzel liefert an dieser Stelle eine begeisternde Performance ab und verleiht der von ihm dargestellten Figur zudem auch noch ein Höchstmaß an Authentizität. In einem Film dieser Art ist dieser Begriff selbstverständlich immer ein wenig mit Vorsicht zu genießen und auch hier kann man sich durchaus die berechtigte Frage stellen, ob die wohl bekannte ein Mann Armee wirklich dazu in der Lage ist, so vehement in Gangsterkreisen aufzuräumen. Man sollte an dieser Stelle jedoch lediglich den Vergleich zu ähnlichen Werken ziehen und dabei schneidet "The Equalizer" verdammt gut ab, denn im Zeitalter der unbesiegbaren Heroen hinterlässt Hauptfigur McCall doch einen eher nüchternen und vollkommen normalen Eindruck. Gerade dieser Punkt macht den Titelhelden dann auch so herrlich glaubwürdig und fast ist man geneigt dazu, sich in diversen Passagen mit ihm zu identifizieren. Eine weitere große Stärke erkennt man darin, das Fuqua keinerlei Wert darauf gelegt hat, seine Erzählung mit Action hoffnungslos zu überladen. Das Szenario enthält zwar genügend dementsprechender Sequenzen, die jedoch zu keiner Zeit dermaßen geballt und völlig überzogen in Erscheinung treten, wie es in so vielen anderen Vertretern der Fall ist. Gut über die gesamte Laufzeit verteilt bekommt man immer wieder absolut tolle und auch durchaus harte Momente geboten, die sich aber auch mit eher ruhigeren Momenten abwechseln und insgesamt gesehen eine toll erzählte Geschichte ergeben.

Ganz generell sollte man auch anmerken, das die gesamte Darsteller-Riege einen richtig guten Job abliefert, denn bis in die kleinsten Nebenrollen ist das Szenario perfekt besetzt. Durch die Omnipräsenz des Hauptdarstellers sind die Spielanteile der restlichen Crew zwar zeitlich etwas begrenzt, dennoch überkommt einen an keiner Stelle das Gefühl, das die restlichen Protagonisten zur nötigen Staffage verkümmern würden. Es passt einfach alles ganz hervorragend zusammen und ergibt so ein gänzlich überzeugendes Gesamtbild, das in sich absolut stimmig daher kommt. Dieses Atribut können nun wirklich nicht sehr viele Actionfilme für sich verbuchen, aber in vorliegendem Fall trifft es nun einmal zu. Neben diesen ganzen positiven Aspekten sticht noch ein weiterer ganz besonders hervor, denn die Abläufe werden ohne jegliche eingefügte Komik erzählt, was die Glaubwürdigkeit des Ganzen in meinen Augen noch einmal zusätzlich erhöht. Manch einem mag der Film eventuell schon fast ein wenig zu trocken erscheinen, doch gerade dieser Schachzug lässt die Ereignisse noch viel intensiver zum Ausdruck kommen. Jede Art von Humor hätte man ehrlich gesagt auch als deplaciert empfunden, so das die gesamte Chose in vorliegender Form nahezu perfekt dargestellt wird. Dennoch wird dieser Film bestimmt auch seine Gegner finden, denn gerade die pubertierende Generation der Pickel-Jünger wird vielleicht nicht den größten Gefallen an einer Story finden, in der es nicht an allen Ecken und Enden kracht und bumst. Wer lediglich ein Non Stop Action-Feuerwerk der überzogenen Art erwartet dürfte deswegen auch ein wenig enttäuscht sein, denn "The Equalizer" kann man auch ohne Übertreibung als Actionfilm für Erwachsene einstufen.

Hier wird viel mehr geboten als die in den letzten Jahren in Mode gekommene Krawall-Orgie, in der man die inhaltliche Substanz problemlos auf einem halben Bierdeckel unterbringen kann. Trotz einer sehr simplen Geschichte hat Fuqua nämlich die genau richtige Mixtur aus Unterhaltung, toll umgesetzter Action, aber auch der nötigen Ernsthaftigkeit gefunden. Darin liegt wohl auch der markanteste Unterschied zu unzähligen anderen Vertretern, die in ihrer Gesamtheit nicht annähernd an das vorliegende Werk heranreichen können. Wie dem aber auch sei, die Meinungen werden auch hier unterschiedlich sein, doch wer einen erstklassig inszenierten Blockbuster zu schätzen weiß der stellenweise auch Platz für menschliche Gefühle lässt und manchmal sogar etwas Tiefgang erkennen lässt ist hier an der genau richtigen Stelle und sollte sich "The Equalizer" auf jeden Fall nicht entgehen lassen.


Fazit:


Denzel Washington und Antoine Fuqua sollten ruhig öfter zusammen arbeiten, denn die Ergebnisse können sich jederzeit sehen lassen. Der vorliegende Film ist jedenfalls ein absoluter Volltreffer und sollte in keiner gut sortierten Sammlung fehlen.


9/10


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