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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Zum Töten freigegeben (1990)
BeitragVerfasst: 9. Aug 2015, 22:44 
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O-Titel: Marked for Death
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1990
Darsteller: u. a. Steven Seagal, Basil Wallace, Keith David, Tom Wright, Joanna Pacula, Elizabeth Gracen, Bette Ford, Danielle Harris, Al Israel, Arlen Dean Snyder, Victor Romero Evans, Michael Ralph
Regie: Dwight H. Little
FSK: SPIO/JK


Inhalt:


Nachdem der Auftrag in Bangkog bei den Drogenermittlungen abgeschlossen ist und nicht unbedingt erfolgreich endet, kehrt John Hatcher wieder nach Hause zu seiner Familie zurück. Und er will mit Drogenfahndung eigentlich nichts mehr am Hut haben. Doch dann bekommt er mit, wie ein Typ namens Screwface, der zum jamaikanischen Kartell gehört, Drogen an die Jugendlichen vertickt. Eigentlich will er weg sehen, doch als er Abends in einem Schnellrestaurant ist, kommt es zu einer Schießerei zwischen Jamaikanern und Kolumbianern, und Hatcher mischt sich ein. Als Dank dafür wird seine Familie angegriffen. Und wie auch bei dem Überfall taucht ein Voodoo-Zeichen im Haus seiner Schwester auf: Sie sind zum Abschuss freigegeben.


Wertung:


Ein Film, der noch vollstes 80er Flair verströmt, auch wenn er am Ende dieses Jahrzehnts gedreht wurde. Und man bekommt, was man bei dem Namen Steven Seagal erwartet: Einen actiongeladenen Thriller, der dieses Mal sich nicht auf die Kampfkünste seines Hauptdarstellers beschränkt, wie es so oft in anderen Filmen von ihm zu sehen war. Die Story ist dabei gar nicht mal so simpel, wie man es von solchen Filmen manchmal kennt. Es ist jetzt kein hochanspruchsvolles Kino aber man muss zumindest dabei bleiben. Dabei wird hier weder mit Action- noch mit Gewaltszenen gegeizt, weshalb die Freigabe aus meiner Sicht gerechtfertigt ist.

Überraschender Weise huschte am Anfang des Films ein Schauspieler durchs Bild, der erst später richtig erfolgreich sein sollte: Danny Trejo. Hatte ich so nicht erwartet. Hier begann schließlich die große Zeit des Steven Seagall. "Hard to Kill", "Deadly Revenge" und der grandiose "Alarmstufe Rot" sollten in den nächsten Jahren direkt am Anschuss folgen. Insgesamt ist es deutlich ruhiger um ihn geworden, wie das bei vielen vergangenen Actionhelden der Fall ist. Wen man vielleicht kennen könnten, ist Danielle Harris, die hier die Nicht von John spielte, sich aber später auch im Horrorsektor wie in "Hatchet II + III" oder auch in meheren Halloweenteilen zeigen sollte. Ansonsten haben die Schauspieler zwar viele Filme auf dem Buckel aber wirklich kennen tut man keinen sonst. Dwight H. Little machte in den letzten Jahren vor allem einzelne Serienfolgen. Man müsste ihn aber von "Halloween 4" bereits kennen. Ein weiteres Highlight seiner Filmographie ist außerdem "Mord im weißen Haus", der ebenfalls ein exzellenter Thriller ist. Auch "Das Phanthom der Oper" mit Robert Englund in der Hauptrolle ist ein kleines Schmankerl, dass man sich ruhig ansehen sollte.

Insgesamt für die heutige Zeit nichts weltbewegendes aber doch erstaunlicherweise mitreißend und spannend, obwohl der Film 25 Jahre alt ist. Da soll noch mal jemand sagen, dass das Kino von damals heute nichts mehr taugt. Deshalb gilt hier auch klar an die jüngeren Leute sich solche Filme einfach mal anzusehen. Es gibt sie schließlich kaum noch, diese Actionhelden der vergangenen Jahrzehnte. Steven Seagal war auf jedenfall einer dieser Helden, und konnte damals durch seine Individualität ohne Probleme mit Sly, Schwarzenegger und Chuck Norris mithalten. Wen haben wir jetzt noch? Tom Cruise mit Mission Impossible? Daniel Craig als James Bond? Im Horrorsektor gibt es diese "Helden" noch, aber beim Actionkino ist in dieser Hinsicht die Luft raus. Der Film hier bekommt von mir aber 09/10 Punkten. Eigentlich wollte ich erst weniger geben, aber im Ganzen betrachtet hat er 9 Punkte durchaus verdient, gerade auch, weil diese ganzen mit Action vollgestopften Filme der Neuzeit ja selbst mit FSK12-Filmen mehr an Spoecial-FX aufwarten können. Es verdient deshalb Anerkennung, dass man auch mit weniger Mitteln entsprechende Möglichkeiten ausschöpfen konnte.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Zum Töten freigegeben (1990)
BeitragVerfasst: 10. Aug 2015, 13:12 
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Nachdem Action-Ikone Steven Seagal schon in seinem Erstling "Nico" als knallharter-und eher schweigsamer Kämpfer für das Recht zu überzeugen wusste, liegt mit vorliegendem Film wohl eines der besten Werke vor, das zugleich einer der besten Actioner der 90er Jahre anzusehen ist. Schon in diesen frühen Filmen ist ganz klar zu erkennen, das Seagal nicht unbedingt durch schauspielerisches Talent auffällt, jedoch für die Rollen des coolen Machos geradezu prädestiniert ist. Ein nahezu stoischer Gesichtsausdruck und eine geniale Kampftechnik sind die absoluten Markenzeichen, was sich auch in den folgenden Werken unschwer erkennen lässt. "Zum Töten freigegeben" erzählt die Geschichte des Aussteigers John Hatcher der ganz einfach genug hat vom Leben als verdeckter Ermittler, das ihn innerlich vollkommen ausgebrannt hat. Zurück im Schoss seiner Familie muss er jedoch feststellen, das sich der Ausstieg keinesfalls so problemlos darstellt, wie er es sich erhofft hat. Daraufhin entwickelt sich ein Szenario, in dem Drogen und eine sehr interessante Voodoo-Thematik im Vordergrund stehen, denn seine Gegner sind jamaikanische Drogen-Dealer, die den Drogen-Markt in Hatcher's Heimatstadt übernommen haben.

Dwight H. Little (Tekken) hat seiner Geschichte nicht nur ein ordentliches Tempo und jede Menge Action-Passagen verliehen, er hat das Geschehen zudem auch noch mit einer äußerst dichten Grundstimmung versehen, die durch das Beifügen diverser Voodoo-Elemente auch phasenweise recht bedrohliche Momente erkennen lässt. Dies zeigt sich insbesondere in einigen Ritualen der Jamaikaner und vor allem in der Figur des "Screwface", der als gnadenloser Anführer der Drogen-Dealer eine wahre Schreckensherrschafft aufgebaut hat. Von Basil Wallace perfekt dargestellt, versprüht der Charakter stellenweise sogar etwas diabolisches und etliche übernatürlich erscheinende Momente verleihen den Ereignissen etwas sehr mysteriöses. Gerade der finale Showdown auf Jamaika bringt diesen Aspekt hervorragend zum Ausdruck, denn gerade bei der Erstsichtung des Filmes kommt es hier doch zu einem wirklich tollen Überraschungsmoment, den man nicht zwangsläufig vorhersehen kann. Begleitet wird das ganze von erstklassigen Action-Passagen und Seagal kann durch seine exzellente Abwehr-Kampftechnik jederzeit punkten. Ganz generell soll sich diese Technik im Laufe der folgenden Jahre noch als absolutes Markenzeichen etablieren, denn unter den ganzen Action-Ikonen stellt sie bis in die heutige Zeit immer noch etwas Außergewöhnliches dar.

Weiterhin ist es immer wieder schön, den alten Haudegen in seinen frühen Werken zu beobachten, in denen er rein optisch viel besser anzusehen ist als in seinen neueren Filmen. Hier ist noch nichts von Übergewicht zu sehen und auch das Gesicht erscheint noch keineswegs so aufgeschwemmt, wie es mittlerweile leider der Fall ist. Lediglich die charismatische Ausstrahlung ist meiner Meinung nach geblieben, denn die coole-und lässige Macho-Art hat der sichtlich in die Jahre gekommene Schauspieler auch in der heutigen Zeit noch erstklassig drauf. "Zum Töten freigegeben" zählt definitiv zu den besten Filmen Seagal's und bietet ein Action-Szenario der besseren Art, das auch heute immer noch begeistern kann. Hier sind einfach alle Zutaten für einen sehr gelungenen B-Actioner nahezu perfekt miteinander vermischt worden, so das Genre-Fans jederzeit auf ihre Kosten kommen.

Letztendlich hat man es hier schon mit einem kleinen Klassiker des Genres zu tun, an den man selbstverständlich im Bezug auf die Story keine zu großen Erwartungen stellen sollte. Die Geschichte ist recht einfach gehalten und beinhaltet keinerlei Tiefe, was bei einem Film dieser Art jedoch nicht wirklich verwundern dürfte. Der Focus ist ganz eindeutig auf ein temporeiches Szenario gelegt, das mit erstklassigen Action-Sequenzen gespickt ist. Als Zugabe bekommt man auch noch eine herrlich dichte Atmosphäre geboten und die vorhandenen Voodoo-Elemente runden das Ganze absolut perfekt ab. Kurzweilige und spannende Unterhaltung ist also definitiv vorprogrammiert und so mancher Actionfilm der heutigen zeit könnte sich hier noch eine dicke Scheibe abschneiden.


Fazit:


Das waren echt noch Zeiten, als man Steven Seagal noch in absoluter Höchstform begutachten durfte. Eine sehr charismatische Action-Ikone ganz am Anfang seiner Karriere, die zwar nie ein cineastisches Meisterwerk hervorgebracht hat, dafür aber die Genre-Fans immer wieder mit tollen Filmen versorgt hat. Hier handelt es sich um eines der besten Werke, weswegen man auch durchaus eine absolute Empfehlung aussprechen kann.


8,5/10


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 Betreff des Beitrags: Re: Zum Töten freigegeben (1990)
BeitragVerfasst: 10. Aug 2015, 18:56 
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Ich mag solche Filme eigentlich noch nicht mal, aber dieser hier war wirklich gut. Ich weiß gar nicht, was ich von dem Seagul zuletzt gesehen hatte, aber es ist schon eine Weile her. Sowas in der Form gibt es heute glaube ich auch gar nicht mehr.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Zum Töten freigegeben (1990)
BeitragVerfasst: 5. Feb 2016, 16:02 
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...von mir bekommt dieser Actioner eine glatte 10/10,
jedoch sehe ich diesen streifen in einer ganz besonderen sparte...eine sparte die weder 80er noch 90er ist,
sondern genau zwischendrin, im stile der 80er...aber schon mit dem charme des neuen jahrzehnts
(auf einer Stufe mit u.a. Total Recall, Robocop II, Predator II, Stirb Langsam II, Death Warrant, Leon, Delta Force II, Cabal)...es gibt da nicht viele davon,
aber die, die dazugehören, sind der für mich der "Elitärste Kreis" der Filmrollen... ich liebe diese Zeit, wie keine Andere...


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