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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Battle Royale (2000)
BeitragVerfasst: 20. Jan 2013, 21:20 
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Battle Royale - Nur einer kann überleben
(Batoru rowaiaru)
mit Tatsuya Fujiwara, Aki Maeda, Taro Yamamoto, Masanobu Ando, Kou Shibasaki, Chiaki Kuriyama, Takako Baba, Shirou Gou, Satomi Hanamura, Shigeki Hirokawa, Hirohito Honda, Hitomi Hyuga
Regie: Kinji Fukasaku
Drehbuch: Koushun Takami / Kenta Fukasaku
Kamera: Katsumi Yanagijima
Musik: Masamichi Amano
Juristisch geprüft
Japan / 2000

In naher Zukunft hat die japanische Regierung massive Probleme mit der steigenden Arbeitslosenzahl. Einer der daraus resultierenden gesellschaftlichen Missstände ist die zunehmende Gewalt an den Schulen. Diese soll bekämpft werden, indem einmal jährlich eine zufällig ausgeloste Schulklasse auf einer abgelegenen Insel ein martialisches Spiel spielen muss: Jeder muss versuchen, alle seine Mitschüler innerhalb von drei Tagen zu töten...


Die Grundidee, die diesem Film Zugrunde liegt, ist schon irgendwie krank und pervers. Jugendliche Schüller werden, weil sie den Erwachsenen keinen Respekt entgegenbringen einem Auswahlverfahren unterzogen, wie es abartiger nicht sein kann. Sie sollen sich gegenseitig töten, bis nur noch einer/eine übrig ist, der/die dann zum Sieger ernannt wird und am Leben bleiben darf. Das ist schon recht heftig und kann eigentlich auch nur aus Japan kommen, ein Land, in dem Respekt und Disziplin die wohl höchsten Werte sind. Dennoch ist die Inszenierung ein ziemlicher Tiefschlag in die Eingeweide, insbesondere bei der ersten Sichtung des Filmes nimmt einen das Geschehen ganz schön mit und hinterlässt auf jeden Fall einen äußerst nachhaltigen Beigeschmack.

Aber eines muss man sagen, die Idee wurde hier perfekt umgesetzt und sehr spannend und auch hart in Szene gesetzt. Schon sehr früh wird klar, das bei vielen der Protagonisten der pure Überlebenswille durchkommt und für so etwas wie Freundschaft oder positive Gefühle für andere kein Platz ist, wenn man am Leben bleiben will. Es sind die ureigensten Instinkte die bei vielen der Teenager durchkommen, der reine Überlebenstrieb nimmt Überhand und lässt die Protagonisten auch die letzten moralischen Bedenken verlieren. Nur wenige der Schüler kommen trotz der schier ausweglosen Situation erst gar nicht auf die Idee, ihre Freunde zu töten und versuchen stattdessen, eine andere Lösung des Problemes zu bewerkstelligen. Begriffe wie Vertrauen und Loyalität werden dennoch größtenteils abgeschafft, dafür ziehen Neid und Misstrauen in das Szenario ein, was auf jeden Fall für eine Menge Abwechslung und diverse Überraschungsmomente sorgt. Im Prinzip kann man niemandem mehr trauen und die meisten der ehemaligen Freunde fallen gegenseitig wie eine Horde Hyänen übereinander her, um ihr eigenes Leben so gut wie möglich zu beschützen.

Der Film baut die Spannung sehr gut auf, sie bewegt sich den gesamten Film über auf sehr hohem Niveau. Durch die hervorragend dichte und sehr beklemmende Atmosphäre übt der Film eine ganz besondere Faszination auf den Zuschauer aus, der man sich nur schwerlich entziehen kann. Zudem ist der Härtegrad vor allem in der ungeschnittenen Version doch beachtlich hoch, Splatterfreunde werden hier auf ihre Kosten kommen. Doch "Battle Royale" bezieht seine Härte nicht ausschließlich durch den visuellen Aspekt, ist es doch in erster Linie das perfide-und kranke Spiel, das einem hier am meisten zu schaffen macht. Obwohl es sich dabei natürlich vielmehr um fiktive Ereignisse handelt, hinterlässt das Ganze doch einen erschreckend realistischen Eindruck Trotz seiner ganzen Härte und der doch sehr kranken Grundidee besitzt der Film eine ganz eigene Art von sarkastischem Humor, der nur teilweise nicht sofort offensichtlich ist. Gleichzeitig kommt es auch an diversen Stellen zu recht skurriler Situationskomik, die aber keinesfalls für Erheiterung sorgt, sondern vielmehr den puren Sarkasmus beinhaltet, der immer wieder unverhohlen zum Ausdruck kommt.

Besonders hervorzuheben ist hier auch der sozialkritische Seitenhieb, den dieser Film auf jeden Fall sehr gut rüber bringt. Auch die Darsteller sind meiner Meinung nach sehr gut ausgewählt, sie spielen ihre Rollen größtenteils sehr authentisch und verhelfen dem Film dadurch noch mehr Glaubhaftigkeit. "Battle Royale" sollte man auf jeden Fall mal gesehen haben und das nicht nur wegen seiner vorhandenen Härte, sondern weil der Film auch zum Nachdenken anregt und nachhaltig im Gedächtnis haften bleibt.


Fazit:


Regisseur Kinji Fukasaku hat hier einen Film auf den Weg gebracht, der insbesondere zur damaligen Zeit für ordentlich Diskussions-Stoff gesorgt hat und dies auch in der heutigen Zeit immer noch tut. Für manch einen lediglich eine hart in Szene gesetzte Fiktion, beinhaltet "Battle Royale" doch weitaus mehr. Ein tolles Werk, das neben seinem enorm hohen Unterhaltungswert auch sehr kritische Töne anschlägt und gleichzeitig mit einer sozialkritischen Note behaftet ist.


9/10

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