Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Bloody Reunion (2006)
BeitragVerfasst: 20. Jan 2013, 10:34 
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ACHTUNG: Diese Rezension enthält ab der Wertung Spoiler! Bei voraussichtlicher Sichtung nicht weiter lesen!

O-Titel: Seu-seung-eui Eun-hye
Herstellungsland: Südkorea
Erscheinungsjahr: 2006
Darsteller: u. a. Oh Mi-hee, Seo Yeong-hee, Yeo Hyeon-soo, Lee Ji-hyeon, Park Hyo-joon, Lee Dong-gyoo, Jang Seong-won, Yoo Seol-ah, Kim Eung-soo, Kim Yeong-seon, Sin Dong-ho, Moon Ga-yeong
Regie: Im Dae-woong
FSK: KJ

Inhalt:


Ein paar Kinder spielen an einer Schule. Man sieht die Lehrerin, Mrs. Park. Sie kippt um, bekommt im Krankenhaus ein Baby. Ein Mann nimmt sich das Leben durch erhängen. Das Baby ist nicht normal. Es ist behindert und schrecklich entstellt.

Zwei Männer betreten einen Raum. Er ist dunkel und ihre Taschenlampen sorgen nicht für ausreichende Helligkeit. Dann finden sie den Lichtschalter und das Grauen, welches sich hier abgespielt haben muss, kommt ans Tageslicht.

Zuvor...

Die Schüler der ehemaligen Lehrerin Mrs. Park, die durch einen Autounfall beinabwärts gelähmt und teilweise pflegebedürftig ist, kommen zu ihr zu einem Klassentreffen, doch es sollte kein normales Klassentreffen werden. Alle ihre Schüler sind Verlierer. Und alle geben einer Person daran die Schuld: Mrs. Park. Sie wollen alle nur sehen, in welchem Zustand sich ihre Lehrerin inzwischen befindet.

Während des Treffens kommt es zum Eklat, da alle den anderen versuchen eine heile Welt vorzuspielen. Bis es zu bestialischen Morden und Quälereien unter den Besuchern kommt. Der Hauptverdächtige: Mrs. Parks missgestalteter Sohn, der wie vom Erdboden verschluckt ist. Doch ist er es wirklich? Ist er wirklich derjenige, der in seinem Hasenkopf Hass und Verderb gegen seine ehemaligen Mitschüler hegt, da diese ihn ausgegrenzt hatten?

Wertung:

Hier habe ich die Rezension absichtlich recht kurz gehalten, da sonst zu viel verraten wird. Dieser Film gefiel mir sehr gut, und zwar weil er auf der einen Seite die optische Grausamkeit aber auch die psychische bzw. seelische zeigt. Ein paar Gore-Effekte sind schon recht heftig. Man denke da nur an die Rasierklingen oder den Tacker. Aber psychisch ist dieser Film noch viel grausamer, da man teilweise nur erahnen kann, was Mrs. Park ihren Schülern angetan haben muss.

Drei Mankos bleiben in der Haupthandlung bestehen:

1. Man fragt sich andauernd, warum die ehemaligen Schüler zu einem Klassentreffen zu einer verhassten Lehrerin gehen. So wie ich das verstanden habe, wollten sie einfach nur sehen, ob es ihr immer noch "so schlecht" geht, allerdings ist das eine mehr als schwache Begründung für ein Wiedersehen.

2. Es werden zwei Stories erzählt: Eine mit einem Mörder aus den eigenen Reihen, eine mit einer Vergiftung, die alle umbringt. Warum? War alles andere nur die Phantasie von Mrs. Park? Ist das andere jetzt passiert, oder nicht?

3. Der "Verklemmte" entpuppt sich als Mörder in der ersten Variante. Warum? Die anderen haben ihn zwar gemieden und auch verachtet, allerdings bleibt ein wenig unklar, warum er deshalb alle anderen umgebracht haben soll. Außerdem hat er sie wahrscheinlich gar nicht umgebracht, denn eigentlich wurden sie ja vergiftet bzw. verätzt.

Das ist alles sehr merkwürdig, da man irgendwann nicht mehr genau weiß, was denn jetzt stimmt.

Filmisch ist mir eine exzellente Kameraführung aufgefallen. Es gibt z. B. eine Szene, wo die ganze Zeit ein Raus-Rein-Gezoome stattfindet, und das erweckt in mir ein wenig Unbehaglichkeit und wenn ich nicht aufpasse auch Übelkeit, und das war glaube ich der Situation angemessen.

Die Synchronisation ist keine Höchstleistung aber durchweg in Ordnung. Das Bild an sich ist an einigen Stellen im Verhältnis zum Rest recht dunkel geworden, was ein wenig die Details verschluckt.

Insgesamt ein ordentlicher Film, der mir besser als "Ebola Syndrom" gefallen hat aber leider durch die beschriebenen Mängel keine Höchstwertung erwarten darf.

08/10

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Bloody Reunion (2006)
BeitragVerfasst: 25. Jul 2013, 16:21 
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Man sollte sich bei diesem Film nicht vom Titel, der Inhaltsangabe oder gar vom Cover irreführen lassen, denn alle drei Dinge vermitteln eigentlich das Gefühl, das man es hier mit einem ziemlich harten und blutrünstigen Slasher zu tun bekommt. Und wenn man das erwartet, dann wird man aller Voraussicht nach am Ende doch stark enttäuscht sein, da das Versprochene eigentlich in keiner Phase des Films geboten bekommt. Vielmehr bin ich der Meinung, das dem Zuschauer ein recht gut gelungenes und auch sehr intensives Psycho-Drama präsentiert wird, bei dem man die eventuell erwarteten harten Szenen gar nicht unbedingt vermisst. Dennoch enthält die ungeschnittene Fassung des Filmes einige etwas derbere-und blutigere Szenen, die jedoch nicht im Übermaß vorhanden sind. Trotzdem erscheinen die entsprechenden Einstellungen bestens dafür geeignet, die Intensität des Ganzen noch etwas zu steigern.

Zu Beginn wird man kurz mit der Vergangenheit und somit auch mit den erlittenen Schicksalsschlägen der Lehrerin konfrontiert, so das gleich zu Beginn so etwas wie Mitgefühl für sie entwickelt, das sich aber im Laufe des Films in überschaubaren Grenzen hält, wenn man etwas tiefer in die Geschichte eingetaucht ist. Denn die zu Beginn freudig wirkenden Schüler werden nach und nach intensiver beleuchtet und ziemlich schnell stellt sich heraus, das eigentlich alle viel eher Hass anstatt positiver Gefühle für die ehemalige Lehrerin empfinden. Werden diese am Anfang noch eher unterdrückt, so kommen sie im Laufe der Zeit immer stärker zum Vorschein, was sich sehr positiv auf das Gesamtbild auswirkt.

Und das ist in meinen Augen auch die große Stärke des Films, man bekommt sehr tiefe Einblicke in die einzelnen Charaktere und kann sich ein sehr gutes Bild über die Motive ihres Hasses machen, wobei es fast zwangsläufig dazu kommt, das man die zu Beginn bemitleidete Pädagogin mit ganz anderen Augen sieht. So entwickelt sich mit der Zeit auch eine sehr beklemmende Stimmung, das Geschehen scheint zu eskalieren und nur sehr schwer können die meisten die Ruhe behalten. Doch irgendwann passiert das Unvermeidliche, die Nerven liegen blank und die Schüler stoßen versteckte kleine Drohungen gegen die Ex-Pädagogin aus, die aber immer nur dann vorkommen, wenn einer von ihnen mit Mrs. Park allein ist.

Es entwickelt sich dadurch eine richtiggehende Terrorstimmung, die sich unwillkürlich auch auf den Zuschauer überträgt. Man wird von der sich entfaltenden Atmosphäre gefesselt und kann sich ihr nur schwerlich entziehen. Stellenweise wirkt "Bloody Reunion" sogar etwas verstörend, wobei insbesondere das Ende der Geschichte noch einen wunderbaren Twist beinhaltet, der das gesamte Geschehen perfekt abrundet. Schien bis dahin doch alles recht vorhersehbar, so wird man zum Ende hin noch mit einer Wendung überrascht, die man nun wirklich nicht unbedingt vorhersehen konnte. Dadurch ergibt sich das Szenario als insgesamt sehr stimmig und reduziert sich nicht auf eine sinnfreie Splatter-Orgie, die manch einem eventuell jedoch lieber gewesen wäre.

Wie dem auch sei, auch wenn der Film vielleicht nicht das von vielen Leuten erwartete Blut-und Härtespektakel darstellt, ist hier ein sehr intensiver Film entstanden, der zum Ende hin auch noch mit einer ziemlichen Überraschung aufwartet, die dem Geschehen eine vollkommen andere Wendung verleiht, was dem Werk schon eine recht außergewöhnliche Note gibt.


Fazit:


"Bloody Reunion" versucht, den Slasherfilm mit einem Psychothriller zu kombinieren. Manch einer mag nun zu der Erkenntnis kommen, das dies nicht richtig gelungen ist, da für einen Slasher eigentlich ziemlich wenige Szenen vorhanden sind, die dieses Sub-Genre auszeichnen. Doch auch, wenn der Film eher ziemlich unblutig daherkommt und härtere Szenen lediglich bei den Extras zu bewundern sind, bekommt man ein sehr intensives Filmerlebnis geboten, das phasenweise auch richtig unter die Haut geht und einen nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis des Betrachters hinterlässt. Mir persönlich hat dieses Werk jedenfalls sehr gut gefallen und ich kann es nur wärmstens weiterempfehlen.


8/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Bloody Reunion (2006)
BeitragVerfasst: 25. Jul 2013, 22:25 
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Da sind wir ja wieder Mal einer Meinung :D

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