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 Betreff des Beitrags: Confession of Murder (2012)
BeitragVerfasst: 13. Mai 2013, 11:09 
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Confession of Murder
(Nae-ga Sal-in-beom-i-da)
mit Won Choi Yeong, Jang Gwang, Jae-Yeong Jeong, Eun-ji Jo, Yeong-ae Kim, Young-Ae Kim, Ji-a Min, Park Si-hoo, Park Si-Hoo, Choi Won Junge
Regie: Byeong-gil Jeong
Drehbuch: Byeong-gil Jeong
Kamera: Gi-tae Kim
Musik: Kim Woo-Geun
FSK 16
Südkorea / 2012

Nachdem seine bestialischen Morde verjährt sind, veröffentlicht Lee Du-seok eine skandalöse Autobiografie. In dieser beschreibt er all seine Morde mit großem Detailreichtum. Detective Choi, dem Lees Mordserie nach 15 Jahren immer noch schlaflose Nächte bereitet, ist entsetzt und nimmt den Fall wieder auf. Auch Han Ji-soo, die damals ihre Tochter an Lee verlor, schwört blutige Rache. Unterdessen taucht jedoch ein weiterer Serienkiller auf. Choi muss sich fragen, wie eng Buch und Realität beieinanderliegen und ob er tatsächlich auf der Jagd nach dem richtigen Killer ist …


Und schon wieder erreicht uns mit "Confession of Murder" ein qualitativ hochwertiger Thriller aus Südkorea. Diese Tatsache an sich ist zwar mittlerweile längst keine Überraschung mehr, aber die unglaubliche Regelmäßigkeit, mit der das asiatische Land einen großartigen Beitrag nach dem anderen abliefert, ist schon absolut beeindruckend. Die hier erzählte Geschichte löst beim Zuschauer teilweise absolute Fassungslosigkeit aus, was sich insbesondere auf die gesetzliche Verjährungsfrist bezieht, denn anscheinend sind Morde in Südkorea nach 15 Jahren nicht mehr zu ahnden, so das die Killer sich ohne Weiteres der Öffentlichkeit preisgeben können. Dieses in Wort und Bild serviert zu bekommen ist schon extrem gewöhnungsbedürftig, zudem hinterlässt es einen fast schon makaberen Beigeschmack. Da werden sogar offene Debatten im TV ausgetragen und ein Killer wird von den Medien und etlichen anderen Menschen als eine Art Pop-Star verehrt, was einmal mehr eindrucksvoll aufzeigt, wie leicht doch die Masse zu manipulieren ist.

Nun bietet der zweite Film von Regisseur Byeong-gil Jeong zwar so gut wie keinerlei Härten, hat diese aber auch überhaupt nicht nötig. Es ist die Story an sich, von der hier eine unglaubliche Faszination ausgeht, die den Betrachter regelrecht in ihren Bann zieht. Dabei ist die Erzählweise äußerst gradlinig und beinhaltet im Prinzip keinerlei wirkliche Überraschungsmomente, so das die gesamte Szenerie eigentlich ziemlich vorhersehbar erscheint. Stellt sich doch hauptsächlich die Frage, ob die Angehörigen der Opfer den Mörder in ihre Finger bekommen und Selbstjustiz an ihm ausüben können. Das Szenario ändert sich erst zu dem Zeitpunkt, als mit dem ominösen "J" plötzlich ein weiterer Mann in den Fokus rückt, der zudem behauptet der wahre Mörder zu sein. Von nun an wird die bis dahin schon sehr spannende Geschichte noch um Einiges interessanter und in der letzten halben Stunde tritt ein nahezu brillanter Plot-Twist in den Vordergrund, den man beim besten Willen nicht vorhersehen konnte. Alles was bisher logisch und vorhersehbar erschien kann über den Haufen geworfen werden und man wird mit einer absolut perfekten Wendung des Ganzen überrascht, die den Film insgesamt gesehen noch einmal zusätzlich aufwertet.

Eine absolute Stärke dieses hervorragenden Thrillers ist sicherlich das dargebotene Schauspiel, denn sämtliche Akteure wissen durch herausragende Performances zu überzeugen. Besonders intensiv erscheint hierbei das Verhältnis zwischen dem Polizisten Choi, der auch vor 15 Jahren mit den Ermittlungen in der brutalen Mord-Serie beauftragt war und dem angeblichen Killer Lee Du-seok, denn immer wenn die beiden Charaktere aufeinander treffen, kann man die zum Zerreißen gespannte Atmosphäre zwischen den beiden fast schon körperlich spüren. Choi ist ganz besonders in den Fall involviert, da auch seine damalige Verlobte dem Mörder zum Opfer fiel und ihre Leiche bis zum heutigen Tag nicht gefunden wurde. Dies spürt man in jeder einzelnen Einstellung des Filmes, wobei insbesondere Mimik und Gestik des Hauptdarstellers absolut authentisch beim Zuschauer ankommen. Zum Ende hin nimmt das Geschehen dann auch noch einmal richtig an Fahrt auf und man wird mit einer wilden Verfolgungsjagd konfrontiert, die für eine ordentliche Adrenalin-Zufuhr sorgt. So kann man also ohne Übertreibung anmerken, das es sich bei "Confession of Murder" um einen absolut hervorragenden Genre-Beitrag handelt, in dem nahezu alle Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt sind.

Im Endeffekt bekommt man einen grandiosen Thriller geboten, der auch ohne jegliche explizite Gewaltdarstellungen auskommt. Meiner persönlichen Meinung nach wären diee sogar äußerst fehl am Platz gewesen und hätten das rundum stimmige Szenario lediglich negativ beeinflusst. So aber kann man sich viel besser auf die erstklassige Geschichte konzentrieren und sich an dem wunderbaren Plot-Twist erfreuen, der das Gesehen noch besser-und runder erscheinen lässt, als es von Haus aus schon der Fall ist. Erstklassiges Schauspiel, ein Hauch Sozial-Kritk und jede Menge Spannung ergeben letztendlich ein Gesamtbild, das man nur als hervorstechend bewerten kann. Zum wiederholten Mal hat Südkorea hier unter Beweis gestellt, das es mittlerweile definitiv zu den Ländern zu zählen ist, die aus der großen Filmwelt nicht mehr wegzudenken sind.


Fazit:


"Confession of Murder" erzählt eine Geschichte die man lange Zeit als ziemlich vorhersehbar einstufen kann, von der aber dennoch eine unglaubliche Faszination ausgeht, der man sich unmöglich entziehen kann. Durch die südkoreanische Gesetzgebung teilweise schon recht makaber wirkend, erfährt der Plot im letzten Drittel jedoch eine Wendung, die keinesfalls vorhersehbar ist. Das wertet das bis dahin schon erstklassige Gesamtbild noch einmal zusätzlich auf und garantiert dem Betrachter ein Film-Erlebnis, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte da man ansonsten wirklich etwas verpasst.


9/10

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