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 Betreff des Beitrags: Der Admiral - Krieg im Pazifik (2011)
BeitragVerfasst: 28. Mai 2013, 17:02 
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Der Admiral - Krieg im Pazifik
(Rengô kantai shirei chôkan: Yamamoto Isoroku)
mit Kôji Yakusho, Hiroshi Abe, Shûichi Azumaya, Mitsugorô Bandô, Akira Emoto, Yoshihiko Hakamada, Mieko Harada, Masatô Ibu, Shunji Igarashi, Yûsuke Iizuka, Jun Itô, Teruyuki Kagawa
Regie: Izuru Narushima
Drehbuch: Yasuo Hasegawa / Kenzaburô Iida
Kamera: Takahide Shibanushi
Musik: Tarô Iwashiro
FSK 16
Japan / 2011

7. Dezember 1941: Mehr als 350 japanische Kampfflugzeuge starten in den frühen Morgenstunden einen Überraschungsangriff auf den US-Marinestützpunkt auf Pearl Harbor, Hawaii. Etwa 2.500 US-Militärangehörige verlieren an diesem Morgen ihr Leben. Der Angriff veranlasst die USA, vollständig in den Zweiten Weltkrieg einzutreten.

Admiral Yamamoto, Oberbefehlshaber der japanischen Flotte, ist der führende Kopf hinter dem Angriff auf Pearl Harbor und zahlreicher Seeschlachten im Pazifik u.a. in der Schlacht um Midway. Yamamoto hatte sich lange gegen das Bündnis mit dem deutschen Reich gewehrt und sich offen gegen einen Krieg mit Amerika ausgesprochen. Dennoch erfüllt er seine soldatische Pflicht, als er den Angriffsbefehl erhält. Dieses epische Meisterwerk erzählt die Geschichte des militärischen Genies, der in seiner Heimat bis heute als Held verehrt wird.



"Der Admiral - Krieg im Pazifik" ist eigentlich nicht der handelsübliche Kriegsfilm, in dem man dem Zuschauer große-und bildgewaltige Schlachten präsentiert, vielmehr handelt es sich hier um ein Werk, das die Biographie des berühmten Admirals Yamamoto Isoroku darstellt, der unter anderem den Angriff auf Pearl Harbor geplant hat. Die Geschichte befasst sich auch in der Hauptsache mit dem innerlichen Zwiespalt des Mannes, der im Prinzip alles versucht hat, damit Japan nicht in den 2. Weltkrieg eintritt, letztendlich aber doch seine erhaltenen Befehle vom Oberkommando ausgeführt hat. Manch einem mag die Story eventuell etwas langatmig-und zäh vorkommen, denn nicht gerade wenige Leute werden hier die bombastischen Kriegs-Passagen vermissen, die manch anderer Genre-Vertreter sein Eigen nennt. Doch gerade hier offenbart vorliegendes Werk seine eigentliche Stärke, denn das dargebotene Szenario wirkt jederzeit absolut authentisch und glaubwürdig, zudem verhält es sich ja auch nicht gerade so, als wenn das Geschehen vollkommen ohne jegliche Action inszeniert wurde.

Der Unterschied zu anderen Vertretern dieser Art besteht ganz einfach darin, das die enthaltenen Kriegs-Szenen in keiner Phase übertrieben oder reißerisch dargestellt werden, hier entsteht stattdessen ein eher nüchterner, aber unglaublich realistischer Eindruck der Ereignisse, der von guten FX noch zusätzlich unterstützt wird. Setzen andere Kriegsfilme ihr Hauptaugenmerk auf explizite Gewaltdarstellungen und unterstützen dies auch noch durch diverse Nahaufnahmen, so bekommt man hier lediglich das zu sehen, was für die Geschichte an sich notwendig ist. Natürlich mag es aufgrund dieses Aspektes an manchen Stellen an der nötigen Intensität mangeln, so ergibt sich diese doch aber durch das gewonnene Gesamtbild, das weit mehr bietet als harte Action. Hier wird die Geschichte eines Mannes erzählt, dessen Ansinnen es offensichtlich immer nur wahr, sein Land und den Frieden zu erhalten, so paradox sich das jetzt auch mit seinen im Film dargestellten Taten aufzeigt. Gerade deshalb ist es umso wichtiger, das Regisseur Izuru Narushima auch nicht die Schlachten im Pazifik, sondern die Figur des Yamamoto in den Vordergrund rückt.

Man bekommt einen äußerst guten Eindruck über den inneren Zwiespalt des Mannes, der sich zwar dem japanischen Kaiserreich verpflichtet fühlt, aber gleichzeitig gegen seine inneren Dämonen ankämpfen muss, um die ihm aufgetragenen Befehle auch auszuführen. Spürt er doch praktisch den Druck eines ganzen Landes, denn innerhalb Japans herrscht die vorhellige Meinung, das nur die Teilnahme am Krieg die am Boden liegende Wirtschaft wieder ankurbeln kann. Dies kommt besonders gut in den Passagen zum Ausdruck, in denen der Admiral immer wieder Besuch von der Presse erhält, die seine anfängliche Weigerung als Schwäche auslegt und an seinen Patriotismus appelliert. Trotz des schier immensen Drucks bekommt man es hier mit einem scheinbar in sich ruhenden Menschen zu tun, was sicherlich auch an der grandiosen Performance von Hauptdarsteller Kôji Yakusho liegen mag, der die Figur absolut brillant interpretiert. So empfindet man auch durchaus Symphatie mit diesem Mann, der jede seiner Entscheidungen wohl abwägt und sich dabei keinerlei unbedachte Schnellschüsse leistet. So ruhig wie er selbst gestaltet sich im Prinzip auch der gesamte Film, der nie in unnötige Hektik verfällt und viel eher durch seine ruhigen-und bedachten Töne ins Auge fällt.

Und so präsentiert sich im Endeffekt eine Geschichte, die sich wohlwollend von anderen Kriegs-Szenarien abhebt. Trotz seiner eher unspektakulären Inszenierung entfacht das Geschehen viel Faszination und gibt einem einen sehr guten Einblick in Geschehnisse des 2. Weltkrieges, wie sie sich eventuell wirklich abgespielt haben. Was manch einem nun vielleicht zu langatmig erscheinen mag, trägt meiner persönlichen Meinung nach schon fast epische Züge und liefert dabei ein Gesamtbild ab, das man nur als grandios bezeichnen kann. Abseits der ansonsten teilweise vollkommen mit Action überlagerten Kriegsfilme bekommt der Zuschauer es hier mit einem Werk zu tun, das sich mehr mit Hintergründen und den Gedanken eines Menschen beschäftigt, dessen handlungen entgegen seiner inneren Überzeugung angesiedelt sind. Das alles wurde absolut hervorragend in Szene gesetzt, so das man diesen hervorstechenden Film nur wärmstens weiterempfehlen kann, denn eine Sichtung ist allemal lohnenswert.


Fazit:


"Der Admiral - Krieg im Pazifik" gestaltet sich ein wenig anders, als wie man es von einem Kriegsfilm erwartet. Gerade deswegen ist hier aber auch eine außergewöhnlich gute Produktion gelungen, die auch ohne pompöse Schlachten jederzeit zu überzeugen weiß. Exzellente Darsteller runden das ganze Szenario perfekt ab, so das man hier gut 135 Minuten beste Unterhaltung serviert bekommt.


8,5/10

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