Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Grotesque (2009)
BeitragVerfasst: 24. Mär 2013, 18:11 
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Grotesque
(Gurotesuku)
mit Tsugumi Nagasawa, Hiroaki Kawatsure, Shigeo Osako
Regie: Koji Shiraishi
Drehbuch: Koji Shiraishi
Kamera: Yohei Fukuda
Musik: Kazuo Sato
Ungeprüft
Japan / 2009

Als Gefangene eines psychisch gestörten Fremden erwacht ein junges Liebespaar gefesselt in einem ihnen unbekannten Raum. Schnell wird ihnen von ihrem Entführer deutlich gemacht, dass er die Zeit, die auf die wartet, voll von Schmerzen sein wird. Es gibt nur ein Entrinnen, ein Funken Hoffnung: sie sollen den Fremden erregen... durch ihren Überlebenswillen.


Nachdem ich schon so viele verschiedene Meinungen über diesen mittlerweile schon berüchtigten Film gelesen hatte, war es nun an der Zeit, sich einmal selbst ein Bild über das Folter-Szenario zu machen, das sich hier dem Zuschauer offenbart. Und was soll ich sagen, wer der Meinung ist, das Filme wie beispielsweise "Saw" oder "Hostel" schon heftig daherkommen, der sollte sich diesen Film wirklich ersparen, da es sich letztendlich um nichts Anderes als eine Ansammlung brutalster Härte handelt, die wohl selbst manch hartgesottenem fan äusserst schwer im Magen liegen dürfte. Da sich das ganze Geschen fast ausschließlich in einem Raum abspielt und lediglich 3 Darsteller mitwirken, entfaltet sich recht schnell eine kammerspielartige Grundstimmung, die durch die gegebene Situation ein starkes Gefühl der Beklemmung und Machtlosigkeit beim Betrachter auslöst, da man zum untätigen Zuschauen verdammt ist und nicht hilfreich in das Geschehen eingreifen kann.

Wenn Regisseur Koji Shiraishi mit seinem Werk schockieren wollte, dann ist ihm das vortrefflich gelungen, denn insbesondere die vorhandenen SFX sind von der derben Sorte und zudem auch noch reichlich vorhanden. Doch am schlimmsten habe ich persönlich die Eiseskälte des Täters empfunden, der sich an der Qual seiner Opfer aufgeilt und sichtliche Freude an seinem perversen Treiben empfindet. Seine Beweggründe für die von ihm begangenen Taten gestatten dabei einen recht intensiven Einblick in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele und lösen beim Zuschauer echte Fassungslosigkeit und totales Unverständnis aus, phasenweise fühlt man sich einer Ohnmacht nahe, da man es einfach nicht fassen kann, das ein menschliches Wesen zu solchen Abartigkeiten fähig ist, wie sie hier dargestellt werden.

Nun stellt sich einem fast zwangsläufig die Frage, ob Filme dieser Art unbedingt notwendig sind, in denen extreme Härte und Brutalität so explizit dargestellt werden, nur um durch einen immer stärker anwachsenden Härtegrad den sogenannten Gorehounds Befriedigung zu verschaffen. Ich finde, das dies nicht notwendig ist, denn wenn es sich so wie in vorliegendem Fall ausschließlich um eine Aneinanderreihung blutiger und perverser Passagen handelt, das Gesamtwerk aber ansonsten nichts zu bieten hat, ist ein solcher Film schon durchaus als grenzwertig anzusehen. Es wäre ja schon fast vermessen, den sogenannten Inhalt der Geschichte als Rahmenhandlung zu bezeichnen, die eigentlich gar nicht vorhanden ist. Vielmehr wirkt "Grotesque" schon teilweise verstörend und man fragt sich ganz unweigerlich, ob der Regisseur hier seine eigenen Neigungen zum Ausdruck bringt, da das Szenario, das sich hier offenbart, eigentlich nur einem kranken Hirn entsprungen sein kann.

Sicher, eingefleischte Gorehounds werden voll auf ihre Kosten kommen, werden aber auch ihre Schwierigkeiten bekommen, wenn es darum geht, diesem Werk eine Art Sinn oder Berechtigung zuzusprechen. Ich selbst bin nun wirklich kein Kostverächter und schaue mir auch sehr gern harte Filme an, aber was sich hier präsentiert, ist einfach nur krank und abartig. Mit Film an sich hat das Geschehen eigentlich herzlich wenig zu tun, so das es auch extrem schwer ist, eine richtige Bewertung abzugeben. Meiner Meinung nach handelt es sich lediglich um eine vollkommen sinnbefreite Gewalt-Orgie, die lediglich bei völlig abgestumpften Fans, die einfach nie genug Härte sehen können auf eine große Zustimmung treffen dürfte, wer allerdings einen Film und nicht nur aneinandergereihte Brutalitäten sehen möchte, der wird hier nicht auf seine Kosten kommen und eventuell schon lange vor dem Abspann die DVD aus dem Player nehmen, um nicht noch mehr Zeit sinnlos zu vergeuden.


Fazit:


"Grotesque" im eigentlichen Sinne als Film zu bezeichnen, fällt schon sichtlich schwer, denn die hier in Szene gesetzte Schlachteplatte ist lediglich für Gorehounds geeignet, denen es ausschließlich auf den Härtegrad ankommt. Storymäßig bekommt man im Prinzip rein gar nichts geboten und wird zudem noch mit einem völlig unpassenden Ende konfrontiert, das jeder Beschreibung spottet. Selbst für eingefleischte Horror-Fans, zu denen ich mich definitiv zähle, dürfte dieses Sammelsurium an Abartigkeiten nicht ausreichend sein, um ein positives Urteil abzugeben, denn ein etwas höherer Anspruch an einen Film sollte eigentlich in jedem Zuschauer vorhanden sein.


3/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Grotesque
BeitragVerfasst: 30. Mär 2013, 18:26 
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Auch die zweite Sichtung des Filmes brachte keinerlei neue Erkenntnisse. Als Film an sich kann ich dieses Werk kaum ansehen, fehlt es doch eigentlich an einer wirklichen Geschichte. Lediglich die Freunde harter Genre-Kost werden auf ihre Kosten kommen, doch um als Film ernst genommen zu werden, bedarf es doch ein wenig mehr.

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 Betreff des Beitrags: Re: Grotesque
BeitragVerfasst: 31. Mär 2013, 09:51 
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Die Frage ist doch: braucht diese Folge an Grausamkeiten überhaupt eine Handlung? Meiner Ansicht nach nicht, sieht man doch über die gesamte
Länge - und 73 Minuten können SEHR lange sein - nichts anderes als die fleischgewordenen Albträume und Phantasien eines Psychopathen dem man das
Menschsein absprechen möchte. Ich wüsste nicht inwieweit Grotesque durch irgendwelche Handlungsstränge "besser" werden könnte oder ob eine etwas
genauere Ausleuchtung des Täters und seiner "Motivation" gut für dieses Werk wäre.

Da es sich aber trotz allem NUR um einen Film handelt habe ich zwar hin und wieder etwas geschluckt, finde Grotesque aber ob seiner knochentrockenen
Härte und Hoffnungslosigkeit überdurchschnittlich gut. Wäre mir nicht zwischendurch Snuff 102 unter die Finger gekommen der bei etwa der selben Thematik
noch deutlich einen draufsetzt hätte es für mehr gereicht, so für 8,5/10 Metern Darm

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 Betreff des Beitrags: Re: Grotesque
BeitragVerfasst: 31. Mär 2013, 13:00 
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Ich muss ganz ehrlich gestehen, das mich diese Ansammlung von Abartigkeiten phasenweise sogar gelangweilt hat. Mag daran liegen das man mittlerweile irgendwie im Bezug auf solche Szenarien abgestumpft ist, aber hier kommt einfach nichts rüber. Bei einem Film wie beispielsweise "SRPSKI Film" ging mir das Geschehen unter die Haut, ich empfand Ekel, Mitleid und auch grenzenlose Wut gegen die Täter. In vorliegendem Film hat mich aber alles ziemlich unberührt gelassen, weil auch überhaupt kein Bezug zu den Akteuren hergestellt werden konnte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Grotesque
BeitragVerfasst: 31. Mär 2013, 13:15 
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Master of Horror hat geschrieben:
Ich muss ganz ehrlich gestehen, das mich diese Ansammlung von Abartigkeiten phasenweise sogar gelangweilt hat. Mag daran liegen das man mittlerweile irgendwie im Bezug auf solche Szenarien abgestumpft ist, aber hier kommt einfach nichts rüber. Bei einem Film wie beispielsweise "SRPSKI Film" ging mir das Geschehen unter die Haut, ich empfand Ekel, Mitleid und auch grenzenlose Wut gegen die Täter. In vorliegendem Film hat mich aber alles ziemlich unberührt gelassen, weil auch überhaupt kein Bezug zu den Akteuren hergestellt werden konnte.



Ob man ASF und Grotesque jetzt 1:1 gegenüberstellen kann? Den Ekel bei ASF kann ich nachvollziehen - ich habe genug diesbezüglich geschrieben, dass es anders geht zeigt
die Pornobande! Und nein, unberührt lässt einen Grotesque keinesfalls, es reicht die rudimentäre Vorstellung der zwei Opfer und deren Leiden, beim ersten Sehen fiebert man ja
noch mit bis zum bitteren Ende. Grotesque ist - für mich - Kunst und würdiger Nachfolger einiger CAT III - Vertreter, ASF einfach nur billiger Abklatsch und Provokation.

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 Betreff des Beitrags: Re: Grotesque
BeitragVerfasst: 31. Mär 2013, 16:50 
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Direkt kann man die beiden Filme sicherlich nicht vergleichen, aber hier ging mir das Schicksal der Figuren wirklich am A... vorbei. Ich kann auch nicht sagen woran das lag, aber deswegen habe ich andererseits auch den Vergleich gezogen. Es geht mir dabei auch nicht einmal um die Thematik in ASF, es ist die Erzählstruktur der Geschichte, die mich einfach viel mehr berührt hat. Und da sind wir wieder bei dem von mir angesprochenen Aspekt, das eine Aneinanderreihung von Abscheulichkeiten einfach zu wenig sind, um einen wirklich zu berühren, jedenfalls ist das bei mir der Fall.

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 Betreff des Beitrags: Re: Grotesque (2009)
BeitragVerfasst: 24. Jul 2013, 23:45 
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Auch ich habe diesen Film, wie bereits angekündigt, mir nun angesehen. Und ich muss Master in großen Teilen seines ausführlichen Reviews Recht geben. Dieser Film hat aus meiner Sicht an einer Stelle etwas falsch gemacht, und damit ist er in die falsche Richtung abgebogen.

Als die beiden Opfer in einer Art Krankenzimmer zu sich kommen und sich alles doch noch zum "Guten" kehren sollte (zum "Guten" wäre zuviel gesagt, denn die Verstümmelungen sind ja immer noch da), hätte der Film eine gute Erklärung dafür liefern können, in dem er nicht mit Folter weiter macht, denn dann hätte man eine Art Sinn darin sehen können. Das männliche Opfer hat schließlich "genug" Überlebenswillen gezeigt, wobei ich meine, dass das nicht das richtige Wort ist, um das zu beschreiben, was die beiden aufbringen sollen. Es geht hier vielmehr darum, wie weit der jeweils andere für den Partner zu gehen bereit ist, damit diesem nichts passiert.

Und auch hierbei finden sich in der recht schwachen Handlung Logikfehler. Warum wird sie auch verstümmelt, obwohl er "alles" gegeben hat? Das macht keinen Sinn. Und das es sich hierbei anscheinend um einen Arzt handelt, der die Taten vollführt, ist die am Ende fast fadenscheinige Erklärung für das alles eine Erkrankung, bei der der betroffene zu merkwürdigen Ausdünstungen neigt (die Krankheit heißt im übrigen Trimethylaminurie oder Fish-Odor-Syndrom). Selbst wenn der Folterer dadurch keine sozialen Kontakte hat. Es wäre irgendwann einmal aufgefallen, und sei es bei einer Schuluntersuchung oder was auch immer.

Die Folterungen sind hier extrem grausam. Durch die fast nicht vorhandene Handlung aber schneidet dieser Film mit weitem Abstand zu "Hostel", "SAW" oder anderen Torture Porns am schlechtesten ab. Ja, das Prädlkat "CAT III" gilt hier natürlich, aber dieses Mal ist es leider kein Qualitätsgütesiegel. Ein Wort auch noch zum Ton: dieses "Matschgeräusch" nervt irgendwann, da es jedes Mal aufzutauchen scheint, wenn irgendein Gedärm bearbeitet wird.

Insgesamt nicht nur der schwächste Torture Porn sondern auch der schwächste aus der CAT III Reihe, den ich bisher gesehen habe. Da ist man von den Asiaten doch weitaus besseres gewöhnt. So schlecht wie "The Bunny Game" war er nicht, aber er war auch nicht wesentlich besser. 02/10

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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