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 Betreff des Beitrags: Invitation Only (2009)
BeitragVerfasst: 12. Mai 2013, 16:30 
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Originaltitel: Jue ming pai dui
Herstellungsland: Taiwan
Erscheinungsjahr: 2009
Darsteller: u. a. Maria Ozawa, Jerry Huang, Joseph Ma, Julianne, Bryant Chang
Regie: Kevin Ko
FSK: KJ


Inhalt:


Wade, der als Kurier und Chauffeur tätig ist, soll einen ganz bestimmten Kunden für seinen Chef abholen. Und das mehrmals. Der Gast, augenscheinlich wohlhabend, hat eine Einladung erhalten, aber er kann nicht an dem Event teilnehmen. Wade bekommt diese deshalb für seinen Service angeboten. Obwohl er sich nicht wohlfühlt, kann er von seinem Gast mit der Bitte sich als sein Cousin auszugeben überzeugt werden.

Das Etablissement ähnelt einer Art Disco, an welchem sich Wade am Abend einfindet. Er kommt ohne Begleitung und gibt sich wie vereinbart als Cousin des wohlhabenden Fahrgastes aus. Und dadurch bekommt er Zugang zur Party und Getränke. Der Veranstalter prahlt auf der Bühne mit seinem Club, und dass die Wünsche der Gäste in Erfüllung gehen werden. Sie müssen diese nur niederschreiben. Die Neuen werden vor den erlauchten Gästen vorgestellt. Neben Wade, der aus einfachen Verhältnissen stammt, sind auch Richard, ein Staatsanwalt, Hitomi, und Lin, ein Pianist, als Neulinge mit von der Partie. Als Wünsche suchen sie sich diverse Dinge aus. Dabei sind unter anderem ein Sportwagen, der Teddybär aus Hitomis Jugend sowie das Originalklavier von Mozart. Sie werden in einen extra Raum geführt, wo ihnen die Dinge, die sie aufgeschrieben hatten, präsentiert werden. Doch es sollte noch ganz anders kommen.

Denn als sie in einen weiteren Raum geführt werden, beginnt das Entsetzten für die "niederen" Leute. Zuerst wird jeweils ein Video eines jeden gezeigt, indem vor den anderen die wahre Identität vor Augen geführt wird. Der Staatsanwalt ist durch Bestechung zu dem geworden, was er ist, Holly hat eine Schönheitsoperation durchführen lassen, Hitomi hat als Pflegekraft sich unsittlich einen Patienten gegenüber verhalten, Lin war nicht begabt, sondern wurde dorthin geprügelt und auch Wade wird gezeigt, wie er die Eintrittskarte geschenkt bekommen hat. Und von da an, werden sie gejagt, von einem Unbekannten in einer Michael-Myers-ähnlichen Maske, nichts ahnend, wer hinter all dem steckt.

Und einem nach dem anderen fallen sie dem mysteriösen Killer zum Opfer. Nur Wade und Hitomi trotzen den Machenschaften, die hinter all dem Stecken. Ein Kampf zwischen Arm und Reich, und es wird nur einen Sieger geben.

Wertung:

Das war ein exzellenter Slasher, wie man ihn in der CAT III-Serie nicht unbedingt erwarten würde. Nichts desto trotz sind aber auch Torture-Porn-Elemente im Film vertreten, was dann doch irgendwie eher zu den Asiaten passt. Das Thema des Films dreht sich um den Zwist zwischen Armen und Reichen, und dass sich die Reichen für Geld mehr oder minder alles leisten können - auch Menschenleben. Diese Thematik ist nicht neu, sondern sie wurde auch in Filmen wie Hostel behandelt.

Von der Spannung her ist der Film in Ordnung, hat aber für einen reinen Slasher geringfügig zu wenig davon. Die Folterelemente kommen dafür, vor allem natürlich auf der Bühne, in ausreichendem Maß zu trage. Vom Gefühl her sind einige Szenen schon recht widerlich gemacht, allen voran, als Wade sich bei einer Leiche verstecken muss um nicht entdeckt zu werden.

Die Darsteller sind alle nicht gänzlich unbekannt. Maria Ozawa kennt man noch vielleicht aus "Erotibot", einen Film, zu dem ich gar nicht sagen kann. Alle anderen sind eher in unbekannteren Werken zu sehen. Der Regisseur hat mit diesem Film eine exzellente Arbeit abgeliefert. Und es war bislang die letzte. Besonders gelungen ist hier die Verfolgung, die mit einer extrem unruhigen Handkamera aufgewartet hat, was die Hektik dieser Szene nochmals unterstreicht.

Abschließend kann ich durchaus 08/10 Punkten für dieses Werk geben. Da gibt es auf jeden Fall wesentlich schlechtere CAT III-Filme, die vielleicht durch mehr Gore aber auch weniger Story aufwarten.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Invitation Only
BeitragVerfasst: 12. Mai 2013, 18:11 
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"Invitation Only" bietet nicht gerade irgendwelche Dinge, die man nicht auch schon in anderen Horrorfilmen gesehen hätte. Vielmehr bekommt der Zuschauer hier ein Szenario präsentiert, das doch ziemlich stark an Filme wie "Saw" oder vor allem an "Hostel" angelehnt ist. Denn auch in der vorliegenden Geschichte entwickelt sich der aufkommende Horror erst mit der Zeit, so das insbesondere das erste Drittel des Films vielmehr als seichte Einführung in die später stattfindenden Geschehnisse anzusehen ist. Dort wird man hauptsächlich mit der Hauptfigur Wade bekannt gemacht, der sich seinen Lebensunterhalt als Chauffeur verdient und dabei viel höher gesetzte Ziele und Träume für sein Leben hat. Als er dann auf einer eigenartig erscheinenden Party anscheinend diesen Wünschen ein großes Stück näherkommt, will er diese Chance ergrifen, muss dann aber auf äusserst derbe Art erfahren, das er als eines von mehreren Opfern ausersehen wurde, um die sadistischen und perversen Neigungen einiger reicher und elitärer Personen zu befriedigen.

Insbesondere die Ähnlichkeiten zu Eli Roth's "Hostel" sind hier ziemlich offensichtlich, trägt doch die Geschichte fast identische Züge und auch die Folterungen und Quälereien einiger Menschen werden ähnlich in Szene gesetzt, so das die Intensität des Geschehens als äusserst hoch beschrieben werden kann. Auch wenn die deutsche DVD um knapp 2 Minuten erleichtert wurde, eröffnet sich einem immer noch ein sehr intensiver Film, von dem ein hohes Maß an Brutalität ausgeht, das sich nicht nur durch die visuelle Darstellung gewisser Szenen äussert, sondern auch im Kopf des Zuschauers abspielt. Denn wenn dieser versucht, sich in die scheinbar aussichtslose Lage der Opfer hineinzuversetzen, überkommt ihn ein stark beklemmendes Gefühl, das er die ganze Zeit über nicht mehr abstreifen kann. In bestimmten Phasen der Geschichte fühlt man sich dabei fast schon einer Ohnmacht nahe, da es wahrscheinlich keinen Ausweg aus der mehr als nur bedrohlich anmutenden Situation gibt.

Es dauert recht lang, bis man die Beweggründe erfährt, warum hier gerade bestimmte Personen der Folter unterzogen werden, bei der sie letztendlich ihr Leben verlieren sollen und die Gründe sind so banal wie auch erschreckend und schockierend. Da maßen sich bessergestellte Personen an, Menschen in zwei Klassen zu unterteilen und über das Recht zu Leben zu urteilen. Mag das für manch Einen eventuell wie an den Haaren herbeigezogen erscheinen, hinterlässt dieser Hintergrund doch auch einen sehr schalen, weil auch äusserst realistischen Eindruck, der einem teils sogar die Kehle zuschnürt. Das liegt auch insbesondere in der Darstellung der "Peiniger" begründet, die hier erstklassig dargestellt werden und dabei eine Eiseskälte und Entschlossenheit an den Tag legen, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Dagegen stehen die verängstigten Opfer, denen am Anfang gar nicht richtig klar wird, in welches Horror-Szenario sie da hineingeraten sind und dies erst erkennen, als es für einige von ihnen schon zu spät ist. Der Kontrast dieser hier in Szene gesetzten "2-Klassen-Gesellschaft" kommt dabei besonders gut zum Ausdruck und vermittelt dem Betrachter einen durchaus authentischen Eindruck, so das man sich ohne Weiteres vorstellen kann, das es wirklich Menschen geben könnte, die ein "Auslese-Verfahren", wie es hier gezeigt wird, gutheissen würden.

Regisseur Kevin Ko hat mit diesem Regie-Debut einen wirklich intensiven und harten Genre-Beitrag abgeliefert, der sich zwar bei einigen amerikanischen Filmen bedient hat, aber ein absolut spannendes Geschehen zeigt, das einem so manche Gänsehaut bescheren kann. Allein schon die dargestellte "Kapitalismus-Kritik" ist mehr als nur gelungen und stimmt auch durchaus nachdenklich. Hinzu kommt eine erstklassige und sehr dichte Atmosphäre, die bedrohlich und gleichzeitig beklemmend erscheint und den Zuschauer absolut in ihren Bann zieht.


Fazit:


"Invitation Only" ist kein Feuerwerk an Inovation, erzählt aber eine temporeiche Geschichte, die man sich trotz aller Abwegigkeit auch durchaus im wahren Leben vorstellen könnte, da es immer wieder Leute geben wird, die gefährliches Gedankengut in sich tragen und anderen ihre scheinbare Macht spüren lassen wollen, damit sie sich selbst stärker fühlen. Diese Dinge werden in vorliegendem Film wirklich gut in den Vordergrund gestellt und garantieren so für ein intensives und teils schockierendes Film-Erlebnis, das sich kein echter Horrorfan entgehen lassen sollte.


7/10

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