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 Betreff des Beitrags: Killers (2014)
BeitragVerfasst: 16. Jan 2015, 20:18 
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Killers
(Killers)
mit Oka Antara, Kazuki Kitamura, Rin Takanashi, Ray Sahetapy, Epy Kusnandar, Tara Basro, Luna Maya, Mei Kurokawa
Regie: Kimo Stamboel / Timo Tjahjanto
Drehbuch: Takuji Ushiyama / Timo Tjahjanto
Kamera: Gunnar Nimpuno
Musik: Aria Prayogi
ungeprüft
Indonesien / Japan / 2014

Mr. Nomura ist ein attraktiver, eleganter und intelligenter Jungunternehmer. Niemand würde hinter der strahlenden Fassade einen sadistischen Serienkiller vermuten. Am wenigsten die jungen Frauen, die er abschleppt, im Keller fesselt und vor der Webcam zu Tode foltert. Zur selben Zeit in Jakarta tötet der Journalist Bayu zwei Kriminelle im Affekt. Als er Mr. Nomuras Arbeit im Netz entdeckt und ihm seine Bewunderung kundtut, fordert Mr. Nomura ihn zu einem tödlichen Duell heraus. Denn das Töten liegt beiden im Blut…


Mit "Killers" liegt einmal mehr ein erstklassiger Beitrag aus Asien vor, der unter der Regie von Kimo Stamboel (Macabre) und Timo Tjahjanto (S-VHS, The ABCs of Death) entstanden ist. Die deutsche Veröffentlichung des Werkes ist allerdings um fast 11 Minuten geschnitten, weshalb man also zwangsläufig einmal mehr auf die Version unserer österreichischen Nachbarn zurückgreifen muss, um diesen intensiven Film auch in seiner vollen und ungeschnittenen Pracht erleben zu können. Wer nun allerdings aufgrund der recht heftigen Kürzungen auf eine visuelle Gewaltorgie hofft wird eventuell etwas enttäuscht sein, denn mit wirklich expliziten Gewaltdarstellungen hält sich die Geschichte doch überraschenderweise etwas zurück. Das soll aber keineswegs bedeuten das hier keine Härte enthalten ist, nur sind die dementsprechenden Szenen gut über die gesamte Geschichte verteilt, zudem entfaltet die Erzählung ihren eigentlichen Härtegrad viel eher im Kopf des Zuschauers und damit hat man wahrlich schon genug zu kämpfen. Zuerst einmal lassen sich die Macher jedoch genügend Zeit, einem die beiden Haupt-Charaktere ausführlich näher zu bringen. Die Zeichnung der Figuren fällt dabei sehr gut aus und ziemlich schnell wird auch ersichtlich, das man es mit zwei vollkommen unterschiedlichen Charakteren zu tun bekommt.

Während der japanische Killer Nomura nämlich anscheinend ein vollkommen geistesgestörter und sadistischer Mörder ist, kommt der indonesische Journalist Bayu viel eher durch einen unglücklichen Zufall in den Genuss zu erleben, welche Gefühle einen Menschen dabei überkommen, wenn er andere Artgenossen tötet. Dabei verlaufen fast die gesamte Laufzeit über die beiden Erzählstränge parallel zueinander an zwei verschiedenen Schauplätzen und erst zum Finale des Filmes stehen sich die beiden Männer auch direkt gegenüber. Mit der Zeit entwickelt sich eine Art perfides Duell der beiden untereinander, denn Nomura will seinen Kontrahenten unbedingt davon überzeugen, das in jedem Menschen ein Killer steckt. Aus diesem Aspekt bezieht das Werk dann auch seinen ganz eigenen Reiz und es ist schon auf eine erschreckende Art faszinierend, die beiden unterschiedlichen Typen bei ihren grausamen Handlungen zu begleiten. Dabei taucht man ganz unwillkürlich in die Abgründe der menschlichen Seele ab, wobei man aber zumindest für Bayu noch so etwas wie einen Hauch von Sympathie aufbringen kann. In Nomura hingegen sieht man nur den eiskalten Killer der unschuldige Frauen foltert und zu Tode quält und dabei noch nicht einmal ansatzweise die Contenance verliert.

So bekommt man es also mit einer scheinbar emotionslosen Killermaschine und einem unsicheren Mann zu tun, der zumindest in Teilen noch so etwas wie ein Gewissen zu haben scheint und seine Taten zudem auch noch offensichtlich in Frage stellt. Dieser reizvolle Kontrast ist ein absolutes Highlight dieses Filmes, ein weiteres gibt sich aber auch in der visuellen Umsetzung des Ganzen zu erkennen. Einerseits erscheint "Killers" nämlich im absoluten Hochglanz Look, um andererseits aber auch mit richtig dreckigen und räudigen Passagen aufzuwarten, die dem Betrachter merklich auf das Gemüt schlagen. Die Performances der beiden Hauptdarsteller sind absolut erstklassig und man nimmt beiden ihre jeweilige Rolle durchgehend ab. Die restliche Darsteller-Riege kommt aufgrund der Omnipräsenz der beiden zu keiner Zeit über den Status der notwendigen Staffage heraus, was allerdings keinesfalls für schlechte Leistungen steht. Die jeweiligen Nebenrollen sind halt eben nur nicht so gestaltet und mit dementsprechenden Spielanteilen ausgestattet, als das jemand sich besonders in den Vordergrund spielen könnte. Das ist aber auch nicht weiter tragisch, da der Fokus und gleichzeitig auch die Aufmerksamkeit des Zuschauers hauptsächlich auf die beiden Killer gerichtet ist, die mit ihren Taten jederzeit eine grausame Faszination erschaffen.

Letztendlich wird manch einer enttäuscht sein, da "Killers" eventuell nicht das von vielen Leuten erhoffte Splatter und Gore Spektakel anbietet, wodurch der Film aber meiner Meinung nach keinesfalls etwas von seiner hohen Intensität verliert. Visuell gesehen gibt es weitaus härtere Vertreter aus dem asiatischen Raum, doch die sich im Kopf des Betrachters entfesselte psychische Brutalität hinterlässt durchaus ihre Spuren. So hinterlassen dann auch die oftmals lediglich angedeuteten Folterungen und Morde tiefere Spuren in der Erinnerung, denn der eigenen Fantasie sind hier so gut wie keine Grenzen gesetzt. Auch die mit gut 133 Minuten ausgestattete Lauflänge erscheint keinesfalls zu lang, denn jede einzelne Einstellung ist ein nicht unwichtiger Mosaikstein in einem erstklassigen Film, der als Gesamtpaket auf jeden Fall überzeugen kann.


Fazit:


Trotz eines nicht übermäßigen visuellen Härtegrades kann "Killers" als knallharter und intensiver Serienkiller Thriller überzeugen. Zwei großartig agierende Hauptfiguren und ein tragisches, aber absolut passendes Finale runden das Ganze äußerst stimmig ab, so das man insgesamt nur eine dicke Empfehlung für diese tolle Produktion aussprechen kann.


8/10


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