Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Men Behind the Sun (1988)
BeitragVerfasst: 11. Jan 2013, 14:37 
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Man Behind the Sun
(Hei tai yang 731)
mit Hsu Gou, Tie Long Jin, Zhaohua Mei, Zhe Quan, Gang Wang, Runsheng Wang, Dai Yao Wu, Andrew Yu
Regie: Tun Fei Mou
Drehbuch: Mei Liu / Wen Yuan Mou
Kamera: keine Information
Musik: keine Information
ungeprüft
Hongkong / 1988

"Men Behind the Sun" erzählt die wahre Geschichte des japanischen Gefangenenlagers 731, einem bakteriologischen Versuchslabor im besetzten China zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. Auf der Suche nach einer ultimativen biologischen Waffe (um die chinesische Bevölkerung unter Kontrolle zu halten), werden unter der Leitung des sadistischen Generals Ishii extrem grausame Experimente mit chinesischen und russischen Gefangenen durchgeführt...


Immer wieder trifft man auf Filme, die einem schon aufgrund der behandelten Thematik unter die Haut gehen. Wenn diese Werke dann auch noch auf wahren Begebenheiten beruhen, ist die Wirkung auf den Zuschauer umso intensiver und hinterlässt einen äußerst nachhaltigen Eindruck. "Men Behind the Sun fällt ganz eindeutig in diese Kategorie, wobei das dargestellte Geschehen längst nicht nur aufgrund einiger wirklich derber Passagen einen ganz enormen Härtegrad entfacht. Es ist eine Geschichte voller Abartigkeiten, bei denen sich einem ein extrem tiefer Einblick in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele offenbart und der eigene Verstand möchte es im Prinzip kaum für möglich halten, was hier Menschen von anderen Menschen angetan wird. Die dargestellten Experimente der Japaner an menschlichen Versuchstieren sind abscheulich und ekelerregend und an so mancher Stelle möchte man am liebsten den Blick vom heimischen Bildschirm abwenden, erliegt aber andererseits der grausamen Faszination des Gesehenen, das man nicht so schnell wieder aus dem Gedächtnis streichen kann. Auf die einzelnen Torturen möchte ich auch gar nicht weiter eingehen, doch selbst Hartgesottene Film-Freunden dürfte an manchen Stellen das Blut in den Adern gefrieren. Trotz etlichen harten Szenen ist es gar nicht einmal die visuelle Härte die einem so richtig zu schaffen macht, es ist vielmehr die psychische Komponente, die hier die Ereignisse in dem Konzentrationslager unauslöschlich in das Gehirn einbrennen.

Einen Großteil der Story macht die Ausbildung einiger Jungen aus die rein optisch nicht älter als 12 - 14 Jahre alt sein können. Im eisigen Klima der Mandschurai soll hier aus jungen Knaben der perfekte Soldat geformt werden, wobei eiserne Disziplin und absolut blinder Gehorsam die wichtigsten Ausbildungs - Merkmale der Japaner sind. Man kann sich bei den gezeigten Bildern nur schwerlich vorstellen, was sich im Inneren der Jungen abspielen muss, die früh in ihrer Kindheit mit Abscheulichkeiten konfrontiert werden, die man phasenweise kaum in Worte fassen kann. Das die Auswirkungen der brutalen Ausbildung die verschiedenste Wirkung hinterlässt, wird an einigen Beispielen sehr gut in Szene gesetzt. Während manche der Jungen schon relativ schnell verrohen, kann man bei anderen klare Risse in der Seele erkennen und dennoch nur ansatzweise nachvollziehen, welche seelischen Schäden bei diesen Kindern zurückbleiben. Ein weiterer äußerst gut herausgearbeiteter Aspekt ist sicherlich das Selbstwertgefühl der japanischen Soldaten, die sich ihren Gegnern vollkommen überlegen fühlen. Ganz besonders kommt dies gegenüber den chinesischen Versuchs-Objekten zur Geltung, die eigentlich noch nicht einmal als sogenannte Untermenschen auftreten, sondern bei den Männern aus Japan den Rang eines Baumstammes einnehmen. Diese Bezeichnung und Einordnung eines Menschen ist dermaßen entwürdigend, das es einem wirklich die Sprache verschlägt und man zu Beginn der Meinung ist, das man sich irgendwie verhört hat.

Die Behandlung der menschlichen Laborratten ist dementsprechend auch vollkommen emotionslos und gleichgültig, das einem so manches Mal die Haare zu Berge stehen. Wenn man dann auch noch die sadistische Freude in den Gesichtern der Folterer sieht, kann einem Angst und Bange werden. Das alles wurde extrem realistisch und glaubwürdig ins Bild gesetzt, so das man die ganze Zeit über das Gefühl nicht zur Seite schieben kann, sich in einem real stattfindenden Szenario zu befinden. Dieser Eindruck wird auch durch die leicht dokumentarische Note des Filmes noch zusätzlich unterstützt, so das sich letztendlich eine Intensität aufbaut, die einem richtig schwer zu schaffen macht. "Men Behind the Sun" ist alles andere als leichte Kost und siedelt sich zudem jenseits jeglichen Mainstreams an. Zartbesaitete Menschen sollten sich darüber im Klaren sein das es sich keinesfalls um leicht verdauliche Kost handelt, sondern vielmehr um eine auf wahren Begebenheiten beruhenden Geschichte, die definitiv ihre Spuren hinterlässt. Zudem sollte man das Werk von Tun Fei Mou auf keinen Fall nur auf die expliziten Gewaltdarstellungen reduzieren, denn die Beleuchtung der Ereignisse ist ein wahrer Tiefschlag in die Eingeweide.

Im Endeffekt handelt es sich einmal mehr um einen Film, bei dem eine Bewertung nicht gerade leicht fällt. Vergibt man eine hohe Punktzahl wird man eventuell sofort als abartig eingestuft, weil einem unterstellt wird, das man sich ausschließlich an den gezeigten Abartigkeiten ergötzt hat. Und dennoch werde ich dieses Werk hoch bewerten, da die vorhandene-und wirklich grausame Thematik ganz einfach erstklassig und schonungslos umgesetzt wurde. Dazu gehört natürlich auch das Einfügen diverser Brutalitäten, um den realistischen Anstrich zu wahren. Denn sein wir doch einmal ehrlich, hier handelt es sich um keinen Kindergeburtstag, sondern um die abartigsten Experimente an Menschen, die man sich nur vorstellen kann. Und genau das hätte man kaum besser in Szene setzen können, als es in vorliegendem Film der Fall ist.


Fazit:


Die dunkle Seite der menschlichen Seele wird einem hier einmal mehr eindrucksvoll vor Augen geführt. Aus echter Überzeugung und einer arroganten Selbstüberschätzung heraus stellt sich ein Volk über das andere. Die Einordnung als Baumstämme ist dabei die so ziemlich schlimmste Bezeichnung für einen Menschen, die ich je gehört habe. Sadistische Triebe werden unter dem Deckmantel von Experimenten zum Ausdruck gebracht und es ist absolut schockierend, mit welcher Eiseskälte die Japaner bei der Sache sind. Wer einen empfindlichen Magen hat sollte besser auf diesen Film verzichten, der doch mehr als nur einmal dafür sorgen kann, das sich einem der Magen umdreht.


9/10

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 Betreff des Beitrags: Men behind the Sun (1988)
BeitragVerfasst: 5. Aug 2013, 16:17 
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Deutscher Titel : Men behind the Sun
Original Titel : hēi tài yáng 731
Produktionsland : China / Hongkong
Original Sprache : Mandarin
Erscheinungsjahr : 1988
Laufzeit : 105 Minuten
Freigabe : KJ (gekürzte Fassung)
ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Regie : Tun Fei Mou
Drehbuch : Tun Fei Mou
Produktion : Fu Chi
Kamera : Fu Li Kawasaki

Schauspieler : Hsu Gou,Wang Gang,Andrew Yu,Mei Zhao Hua,Jin Tie Long,Quan Zhe


Inhalt:
"Men behind the Sun erzählt die schonungslose,wahre Geschichte des japanischen Konzentrationslagers "UNIT 731",einem bakteriologischen Versuchslaber in der Mandschurei zur Zeit des 2.Weltkriegs.Die Japaner führen mit inhaftierten Chinesen und Weißrussen grausame Experimente durch,um die Folgen ihrer schrecklichen Errungenschaften zu testen.Mittelpunkt des Filmes ist eine Gruppe japanischer Kinder,die zu willenlosen Kampfmaschienen erzogen werden sollen und von ihren Lehrern beigebracht bekommen,wie sie mit den Untermenschen,den "Baumstämmen" umzugehen haben.Das alles geschieht unter der Führung des sadistischen und unmenschlichen Generals Shiro Ishii,der,wie es der Film hin andeutet,nach dem Krieg von dern Amerikanern geschützt und zu eigenen Zwecken verwendet wurde."-OFDB

Kritik:
Basierend auf wahren Begebenheiten wurde im Jahre 1988 ein Film geschaffen,bei dem sich die Meinungen spalten.Wenn man ihn gut findet,wird man von vielen Menschen als krank angesehen.Findet man ihn schlecht,wird man von vielen Menschen als nichts verstehend betitelt.Aber was ist wirklich an diesem Werk dran?

Regisseur Mou Tun Fei erschuf einen Film,der (in meinen Augen) zu recht als Schocker bezeichnet wird.Man wird konfrontiert mit der harten Realität wie sie zur damaligen Zeit geherrscht hat.Die Herangehensweise ist gewagt,sehr gewagt sogar.Mit einer brachialen Gewalt wird der Zuschauer hier in das Geschehen verwiesen und dies ab und an sehr verstörend für einige Zuschauer.

Die Story ist geradlinig und hat nicht wirklich viele Tücken zu bieten und ist gerade deshalb auch ein Schlag in die Magengrube.Da man den Film in einem Dokumentar-Stil drehte wirkt alles noch viel realistischer und beängstigender.Da man aber auch Handlungsstränge eingebaut hat,wie z.B die der jungen Soldaten oder auch des Anführers,der ein fieser,bestialischer Dreckssack ist wird die Story aber auch ein wenig gelockert und hat somit auch einen zum Teil anderen Ton den der Film einschlägt.Was aber nichts daran ändert,dass der Film ein herber schlag in die Magengrube darstellt.

Spannung kann entstehen,kommt immer darauf an ob man sich auch auf den Film einlässt oder auch nicht.Man kann ihm nicht nachsagen,dass er unspektakulär wäre,zu keiner Zeit ist er dies.Er ist eigentlich einfach nur ein Film der auf Tatsachen beruht und einem mit einem bitteren,ernsten Ton die Dramatik vermitteln will was damals wirklich geschah.

So,jetzt ist auch der Punkt für mich erreicht,an dem ich über das Berichte,was wohl jeden interessieren dürfte,der sich den Film angesehen hat,nicht ansehen will oder sich einfach nur ein paar Infos holen will ob er sich den Film wirklich anschauen soll.Ich kann für niemanden sprechen,ich kenne die Sehgewohnheiten von keinem.Doch was hier geboten wird ist bestialisch und sehr zynisch in der Darstellung.

SPOILER!!!!
Es werden Frauen,Männer,Kinder und Tiere in diesem Film getötet und die wohl ausschlaggebendste Szene wäre die Opduktionsszene welche an einer echten Kinderleiche durchgeführt wurde.Genau das ist die Szene,bei der es früher wie auch heute noch zu starken Meinungsverschiedenheiten kommt! Ist die Szene notwendig?..Nein ist sie nicht! Ist sie bestialisch?...Ja ist sie!
Doch ich glaube,dass der Film genau diese Szene gebraucht hat um auch den Rest des Publikums zu schocken.Es gibt viele "Gorehounds",da schließe ich mich ein denen viele Szenen einfach zu schwach sind.Doch auch ich habe meine Grenzen und diese ist gerade bei dieser Szene.Ich hätte nie gedacht,dass es eine Szene geben dürfte die mich noch erschüttern dürfte und so erschrocken zurück lässt wie diese.
Trotzdem will ich die Szene nicht gut heißen,(obwohl der Leichnam mit Einwilligung der Eltern ausgenommen werden durfte)denn diese enthält einen Schritt der für viele,mich eingeschlossen einfach zu weit geht!
SPOILER ENDE!!!

Die Goreszenen im Film sind aus heutiger Sicht verstaubt und können nur bedingt noch überzeugen,doch dies ist auch nicht das Ziel des Filmes.Man wollte die Grausamkeit dem Zuscher näherbringen,dass wurde geschafft! Also finde ich diese Goreszenen eigentlich auch nicht wichtig.

Trotzdem finde ich den Film gut.Dahingehend,dass er dem Zuschauer einfach kein Blatt vor die Augen halten will und man dieses Thema auch nicht vor der Welt verschweigen darf.Man kann nicht sagen,dass der Film ein Meisterwerk ist,aber er ist einer der Filme,der ein erschreckendes Beispiel für die Grausamkeit des Menschen darstellt und auch zum Nachdenken anregt.

"Men behind the Sun",ein Film der schockierend und bestialisch ist.Ein Werk,dass man nicht leichtsinnig weiterempfehlen kann und sollte.Ich selbst habe mich auch ein wenig mit der Materie auseinander gesetzt und mich über die Hintergründe informiert.Bitte Bitte mit Vorsicht an diesen Film heran gehen!

Wertung: 10/10

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"Alles, was ich habe auf dieser Welt, sind meine Eier und meine Wort, und das breche ich nicht, für niemanden, ist das klar?" -Tony"Scarface" Montana


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 Betreff des Beitrags: Re: Men Behind the Sun (1988)
BeitragVerfasst: 5. Aug 2013, 16:51 
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Beiträge: 715
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Wirklich ALLES gesagt von den Kollegen, nur von mir die kleine Anmerkung dass sich A. Iskanov der Thematik ebenfalls angenommen hat:

Philosophy Of A Knife

Mit etwas anderem Ergebnis: hier zu lesen

Men Behind The Sun? 10/10, was sonst!

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 Betreff des Beitrags: Re: Men Behind the Sun (1988)
BeitragVerfasst: 15. Aug 2013, 18:10 
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Dann gib da auch mal mein Senf zu, zum Mann hinter der Sonne ;)


Ehrlich gesagt, Ich zittere davor, über dieses Werk ein Bericht zu verfassen, da es sehr schwierig ist so einen Anti-Kriegs Werk "richtig" zu beschreiben.....
Tja was soll ich dazu sagen. Viel habe ich von diesen Film gehört und im Internet gelesen über dieses Projekt das man den "härtesten Film aller zeiten" nennt und ich brauchte lange bis ich mich dafür entschied, ihn mir an zu schauen. Ich habe schon einiges an harten Filmen gesehen und ich halte sehr viel aus meiner Meinung nach, aber das lies bei mir alles andere was ich vorher gesehen hab, weit hinter sich. Es hat mich zutiefst schockiert wozu Menschen in der Lage sind und wie barbarisch Menschen überhaupt sein können. Um eins klar zustellen: Der Film dient nicht zur Unterhaltung oder zum Spaß, sondern der Film will aufklären, Fakten auf zeigen und das tut er auf realistischste Art und Weise wie man es nur machen kann; knallhart, schonungslos und ohne irgendwelche Beschönigung im Dokustill festgehalten. Die Atmosphäre ist hier sehr trocken, eiskalt, deprimierend und lässt einen die Berge zu Haare stehen. Mit viel Mühe und Ehrgeiz wurde hier gearbeitet und Recherchiert um dieses Werk, so realistisch und authentisch wie es nur möglich ist, aussehen zu lassen, was Mou Tun Fei auch wirklich sehr gut gelang. Die Effekte haben es wirklich in sich und verdammt hart in Szene gesetzt, und sehen dabei sehr real aus, wenn nicht sogar zu real, man bekommt so einiges zu sehen, die für so manche Gemüter mit schwachen Magen nicht geeignet sind. Menschen werden mit gefährlichen Bakterien/Vieren infiziert oder in sogenannten Druckkammern gesteckt und kommen grauenhaft zu Tode, letzteres meiner Meinung nach einer der abartigsten Szenen die jemals über meinen Bildschirm lief. Dies sind nur paar von so einigen unmenschlichen und grauenvollen Taten die dieses Werk aufweist und hinterlässt ein so bitteren und fiesen Nachgeschmack, das selbst die härtesten und abgebrütetsten Filmfans so einige male trocken zum schlucken kommen. Um noch an Abartigkeit und Grausamkeit eins oben drauf zu setzten wurde hier ein taubstummer Junge der vielleicht nicht älter ist als 8 bis 10 Jahre seziert, da man diese Szene so echt wie möglich wirken lassen wollte, wurde hier eine echte Leiche verwendet, ob dies jetzt noch nötig war ist meiner Meinung nach sehr zweifelhaft.
Die Darsteller machen hier ihre Sache wirklich außerordentlich gut und man kauft ihnen wirklich alles ab. Dieses Werk bleibt einen lange im Gedächtnis sitzen und man braucht lange bis einem die Bilder wieder los lässt. Ein Film der nicht für jeden geeignet ist, daher sollte man sich ganz gut überlegen ob man ihn sich anschauen möchte oder nicht. Aber ihn als "Schund" "Sicko" oder "Dreck" abzustempeln ist einfach nur schwachsinn, denn es wäre für jeden ein Faustschlag ins Gesicht, der dass damals mit erleben musste und dort ums Leben gekommen ist und ich ärgere mich jedesmal drüber, wenn ich sowas Lesen muss, wie sich Leute über "MBTS" hermachen! Ebenso dient "MBTS" nicht zur Unterhaltung und auch nicht zum Selbstzweck. Dieses Werk ist ein Anti-Kriegs-Drama im Dokumentarischen Still und der Inhalt des Filmes beruht auf wahre Begebenheiten. Solch ein Kriegsverbrechen hat damals wirklich stattgefunden, was ich ja keinen mehr erzählen muss. Aber die größte Sauerei ist, dass die Verantwortlichen wie zum Beispiel der General des KZ´s "Shiró Ishii" dafür nie bestraft wurden. Bis ins Jahr 2002 verneinen und verschwiegen die Japaner, die Existenz der Unit 731 und bis heute wird in den japanischen Geschichtsbüchern das Thema einfach übersprungen oder sogar noch schön geredet. Gerade deswegen finde ich das "MBTS" zu einer der wichtigsten Anti-Kriegs-Werken gehört, trotz seiner schonungslosen und deprimierenden Härte. Genau deswegen sollte man mit so einem Film absolut vorsichtig umgehen. Für mich einst der härtesten Filme, die es gibt, da stimme ich jeden zu!

Ich gib ihn vorsichtigerweise mal 8,5/10 Punkte

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Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit alles zu tun!


And the eighth and final Rule: If this is your first Night at Fight Club, you have to fight!.



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 Betreff des Beitrags: Re: Men Behind the Sun (1988)
BeitragVerfasst: 18. Aug 2013, 14:27 
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Vampir-Adel

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MEN BEHIND THE SUN

Obwohl hier schon vieles gesagt wurde will ich doch noch etwas zusätzliches verlauten lassen:

Es gibt Filme die in Sachen explizit dargestellten Gewaltszenen einfach nur spekulativ sind und auf der anderen Seite nur ganz ganz wenige, die das zeigen solcher extremen Krassheiten notwendig machen! Filme wie MEN BEHIND THE SUN haftet hier leider immer noch unter diversen Kritikern und sonstigen Zuschauern der Ruf des Spekulativen an und das ist das Problem was dieser Film bei denen zu haben scheint. Zeigt ein Film bezüglich dieses Themas zuviel, macht man ihm zum Vorwurf spekulativ zu sein und mit aller Gewalt einfach nur andere Splatter-, Gore-, und Gefangenenlagerfilme übertrumpfen zu wollen.
Dieser Vorwurf mag auf den ersten Blick bezüglich der vielen existierenden Gefangenen-Lagerfilme nicht unbegründet sein, sind doch viele dieser Streifen in der Tat einfach nur spekulativ und auf Sensationsgeilheit aus.

Auf MEN BEHIND THE SUN trifft dies aber diesmal nicht zu, da dieses Versuchscamp der japanischen Einheit 731 auf wahren Ereignissen beruht und diese grausamen Experimente an den Chinesen und Mandschuren tatsächlich stattfanden! Regisseur TUN FEI MOU hatte den Mut und stellte die Ereignisse extrem offen und absolut schonungslos dar. Der ganze Film begab/begibt sich auf den schmalen Grad zwischen dem spekulativen und dem notwendig Gezeigten.
TUN FEI MOU meisterte diesen Spagat perfekt, indem er das notwendig Gezeigte mit unglaublicher dokumentarischer Deutlichkeit inszenierte! Das ganze läuft so extrem klinisch kalt ab, so das der Begriff Funsplatter hier ein regelrechtes Fremdwort ist. Kein Funsplatter, kein Spaßfaktor und nicht im entferntesten der geringste Ansatz von Komik, sondern nur EINHEIT 731 und ihre Versuche an Chinesen! Um es auch mal von meiner Seite aus ganz klar und deutlich zu formulieren;

SPEKULATIV SIND FÜR MICH ANDERE FILME, ABER NICHT DIESER HIER!

Auf die Härte ist hier schon genug eingegangen worden, will ich nicht weiter kommentieren, aber auf den möglichen Grund, warum die Japaner die Chinesen nicht als Menschen betrachteten schon.
Als die Japaner Anfang Juli 1937 in China einfielen und bis Ende Mai 1939 halb China erobert hatten, ließ die japanische Kriegspropaganda verlauten, das die Chinesen Untermenschen sind und ihre Rasse zu reduzieren und zu beherrschen sei. Ich will die Japaner hier keineswegs in Schutz nehmen für das was sie in China alles anrichteten, aber sie haben tatsächlich dieser Propaganda geglaubt. Und wie sie dieser Losung geglaubt haben zeigt MEN BEHIND THE SUN auf ziemliche extreme Art und Weise, denn z.B. die Sequenz in der einer Chinesin ihr Baby weggenommen und vor ihren Augen einfach im Schnee verscharrt wird, dürfte Bände sprechen.

Das GENERAL ISHII und andere nicht verurteilt wurden lag daran, das man mit den Amerikanern einen sogenannten Kuh-Handel abschloß. Die Amis bekamen sämtliche Versuchergebnisse und profitierten letztendlich davon, zumal sie selber weiter forschten. Übrigens profitierten die USA auch von den Ergebnissen eines gewissen DR. JOSEF MENGELE und das beweist zum wiederholten male, wie verlogen die hinterher ach so gepriesene humanistische Moral ist! Die USA war/ist keinen deut besser, wie z.B. der Korea- und der Vietnamkrieg es bewies!

Der Mensch bzw. ein Menschenleben war schon vor den beiden Weltkriegen nicht viel wert, während dessen auch nicht und bis in die heutigen Tage hat sich anscheinend auch nicht viel getan. Geschichte wiederholt sich nämlich nur allzu schnell, wie mir immer wieder bewiesen worden ist. Völkermorde, Folter, Kindestötungen, Kriege ect. die Liste ist lang! Funktionalisiert werden diese Themen nur, wenn es anderen (einer gewissen Klientel) in den Kram passt, ansonsten wird mit Verlaub gesagt;
AUF ALLES GESCHISSEN! MENSCHLICHE WERTE = NULL!

Ich schließe mit folgenden Worten

HOMO HOMINI LUPUS EST - DER MENSCH IST DES MENSCHEN WOLF
(Thomas Hobbes 1588 - 1679)

GrafKarnstein
:kaffee:


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