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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Men behind the Sun 2 (1992)
BeitragVerfasst: 29. Aug 2013, 10:05 
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Men behind the Sun 2: Laboratory of the Devil
(Hak taai yeung 731 chuk chap ji saai yan gung chong)
mit Gong Chu, Yuen-Ching Leung, Wan Ying Ying
Regie: Godfrey Ho
Drehbuch: keine Information
Kamera: keine Information
Musik: keine Information
ungeprüft
Hongkong / 1992

1945, während des 2. Weltkrieges schließt sich der idealistische Arzt Morishima der geheimen Einheit 731 der japanischen Armee an, um Sieg und Ehre für sein Heimatland zu erringen. Dort ist Morishima jedoch schnell desillusioniert und zugleich schockiert, als er erkennen muss, dass unvorstellbar grausame menschliche Experimente an Kriegsgefangenen aus Russland und China durchgeführt werden. Morishimas Verlobte Chikida versucht indessen, Kontakt mit ihm aufzunehmen, wobei grundsätzlich aber jegliche Kontakte mit Mitgliedern des Camps 731 strikt untersagt sind. Völlig verzweifelt schleust sich Chikida daraufhin als chinesische Gefangene getarnt ins Camp ein, und kann ihren Verlobten im Dienst wiedersehen. Gelingt es Morishima nun, sie jetzt noch vor den grauenhaften Experimenten zu retten?


Die berüchtigte "Men behind the Sun" Film-Reihe zählt wohl ganz eindeutig zu denen, die den Zuschauer in erster Linie schockieren sollen und dieser Aspekt kommt auch in diesem zweiten Teil mehr als eindringlich zum Ausdruck. Im Prinzip bietet dieser Film gegenüber dem Vorgänger nicht wirklich viel Neues, denn im Prinzip wird die gleiche Geschichte mit einigen Abänderungen noch einmal erzählt. Zu Beginn bekommt der Zuschauer dabei ein Treffen der Wissenschaftler kurz nach dem Ende des Krieges gezeigt, die sich dann über die Ereignisse im berüchtigten Lager 731 unterhalten. Dabei dreht sich einmal mehr alles um die furchtbaren Experimente an Menschen, um eine wirksame bakteriologische Waffe zu finden, die den Feind möglichst schnell töten soll. Regisseur Godfrey Ho legt das Hauptaugenmerk dabei einmal mehr auf die Grausamkeit der Japaner, die hier als emotionslose Bestien dargestellt werden, denen das Leben anderer Menschen scheinbar vollkommen egal ist. Dieser Punkt wird wie schon im Vorgänger dadurch unterstrichen, das die Opfer nicht als Menschen, sondern abwertend als "Baumstämme" bezeichnet werden. In wie weit die erzählte Geschichte und auch das Verhalten der japanischen Wissenschaftler hier als glaubwürdig bezeichnet werden kann mag ich nicht zu beurteilen, aber das Geschehen hinterlässt auf jeden Fall einen absolut bitteren Beigeschmack, den man auch so schnell nicht wieder los wird. Das hier in einem Neben-Erzählstrang auch noch die Geschichte des Arztes Morishima erzählt wird fällt im Prinzip weniger ins Gewicht, ist der Fokus doch ganz eindeutig auf diverse Ekel-Passagen gerichtet.

Und so bekommt man dann auch etliche Szenen geboten bei denen sich der eigene Magen umdrehen möchte. Was hier für grausame Experimente an Menschen vorgenommen werden kann man kaum in Worte fassen, doch am schlimmsten trifft einen dabei die Eiseskälte der Täter, die ihre Handlungen als durchaus gerechtfertigt ansehen, da sie ihre Rasse auch über alle anderen stellen. Diese Arroganz tritt immer wieder ganz hervorragend in den Vordergrund und lässt beim Betrachter gleichzeitig eine unbändige Wut aufkommen. Nur zu gern würde man an dieser Stelle einen Rollentausch vornehmen und die Täter zu den Opfern ihrer eigenen Handlungen machen, damit sie die Verzweiflung und Schmerzen der sogenannten "Baumstämme" am eigenen Leib erfahren.

"Men behind the Sun 2" ist sicherlich kein Film, den man einfach als gut oder schlecht einstufen kann, handelt es sich doch definitiv um ein Werk, das man sich ganz bestimmt nicht mehrmals anschauen muss. Andererseits stimmt die Geschichte aber auch extrem nachdenklich und bietet einen äußerst tiefen Einblick in die Abgründe der menschlichen Seele. Man möchte eigentlich gar nicht glauben, das man die hier gezeigten Dinge einem menschlichen Wesen antun kann und wenn man dann noch sieht mit welcher Selbstverständlichkeit die Opfer als Laborratten gebraucht werden, versetzt einem das Szenario einen derben Tiefschlag in die Magengrube. Obwohl der Film in Sachen visueller Härte eine Menge zu bieten hat, empfand ich persönlich die psychische Wirkung als weitaus schlimmer. Versetzt man sich einmal in die Lage der Opfer, dann verspürt man eine Beklemmung, die an Intensität nur schwerlich zu überbieten ist. Man kann das aber auch auf das gesamte Szenario beziehen, denn die Intensität des Gezeigten nimmt extreme Ausmaße an, so das einem die Ereignisse wirklich unter die Haut gehen und zudem äußerst nachhaltig im Gedächtnis hängen bleiben.

"Men behind the Sun 2" ist ebenso schockierend wie sein Vorgänger, dennoch hat mir der erste Teil etwas besser gefallen. Beinhaltet dieser doch eine teilweise dokumentarische Beinote, die das Ganze noch härter und glaubwürdiger erscheinen lässt. Zudem ist es ein kleiner Nachteil, das im Prinzip die gleiche Geschichte mit diversen Änderungen erzählt wird, so das man kaum etwas Neues entdecken kann. Ich kann es durchaus verstehen das es etliche Leute gibt, die nach dem Sinn solcher Filme fragen, die doch in der Hauptsache ausschließlich darauf ausgelegt sind zu schockieren, doch ist es auf jeden Fall interessant, die Schrecken eines Krieges auch einmal aus einer vollkommen anderen Sichtweise zu sehen. Zum einmaligen Ansehen geeignet handelt es sich aber um ein Werk, das man sich nicht unbedingt mehrmals ansehen muss, da es sich keinesfalls um unterhaltsame Filmkost handelt.


Fazit:


Die Geringschätzung gegenüber menschlichem Leben ist wohl der zentrale Kernpunkt der "Men behind the Sun" Film-Reihe und dieser Aspekt wird auch in vorliegendem Teil wieder sehr eindrucksvoll herausgearbeitet. Als "Baumstämme" bezeichnet müssen etliche Personen die schlimmsten Versuche über sich ergehen lassen und werden dabei schlimmer behandelt als Labortiere. Sicherlich treffen diese Werke längst nicht jeden Geschmack, was auch durchaus nachvollziehbar ist. Einen Blick riskieren sollte man aber schon, denn der tiefe Einblick in die Abgründe der menschlichen Natur verursacht auf jeden Fall eine Gänsehaut und stimmt einen selbst sehr nachdenklich.


7/10

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