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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Running Wild (2006)
BeitragVerfasst: 25. Mai 2013, 17:10 
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Running Wild
(Ya-soo)
mit Sang-woo Kwone, Ji-tae Yu, Kil-Kang Ahn, Seok-hyeon Jo, Yun-seok Kim, Jung-Hee Moon, Byung-ho Son, Ji-won Uhm, Dong-geunYun
Regie: Sung-su Kim
Drehbuch: Keine Information
Kamera: Keine Information
Musik: Kenji Kawai
Keine Jugendfreigabe
Südkorea / 2006

Der wahrscheinlich renitenteste Cop von ganz Südkorea ist Detective Jang. Als gedungene Schläger des Unterweltzaren Yu wegen unbezahlter Rechnungen und praktisch vor seiner Nase seinen kriminellen Halbbruder töten, geht Yang den direkten Weg und versucht Yu kurzerhand zu erledigen. Sein ungestümer Elan beeindruckt den Staatsanwalt Oh, der Yu bereits seit längerem vergeblich nachstellt und die Angelegenheit observiert. Oh beschließt, den rachedurstigen Jang für seine Zwecke einzuspannen.


Immer mal wieder gibt es einige Filme, die einen auch nachhaltig beeindrucken und "Running Wild" ist mit absoluter Sicherheit in diese Kategorie einzuordnen. Auch wenn die hier erzählte Geschichte sicher schon unzählige Male verfilmt wurde, kommt es hier doch auf die Gesamtkomposition an und die ist ganz einfach nur als fantastisch zu bezeichnen. Denn Regisseur Sung-su Kim ist es vortrefflich gelungen, diese Mixtur aus Gangster-Drama und Rache-Thriller in Szene zu setzen. Ohne Übertreibung kann man behaupten, das einfach alle kleinen Zahnrädchen perfekt ineinander übergreifen und so für einen extrem hochwertigen Filmgenuß sorgen.

Von der ersten bis zur letzten Minute wird eine sehr interessante Story erzählt, in der sich die Spannung immer mehr verdichtet, so das selbst bei einer Laufzeit von knapp 140 Minuten nicht nicht einmal eine langatmige Passage auftritt, was schon einmal für die herausragende Qualität diese Werkes spricht. Dafür ist schon allein die rasante und flüssige Erzählweise verantwortlich, die den Zuschauer richtiggehend fesselt und in ihren Bann zieht. Man saugt die geschehnisse förmlich in sich auf, fühlt sich teilweise wie in die Geschichte involviert und fiebert vor allem mit den beiden sympathischen Hauptcharakteren mit.

Und diese beiden Charaktere könnten nicht unterschiedlicher sein, auf der einen Seite der gesetzestreue Staatsanwalt, der den gangsterboss Yu lediglich mit ganz legalen Mitteln zur Strecke bringen will und andererseits der hitzköpfige Polizist Jang, dem scheinbar alles vollkommen egal ist, wenn er nur Rache für seinen ermordeten Halbbruder üben kann. Gerade der Kontrast der beiden ist es, der diesem Film seinen Stempel aufdrückt und ihn zu etwas ganz Besonderem macht, denn die hier gezeigten schauspielerischen Leistungen sind absolut beeindruckend. Das, was einem hier an Autenzithät, Ausdruckskraft und Mimik geboten wird, ist schon als hohe Kunst des Schauspiels zu bezeichnen. Doch dabei sollte man auch die restlichen Akteure nicht vergessen, denn "Running Wild" ist selbst bis in die kleinen Nebenrollen erstklassig besetzt, was ja nun wirklich nicht unbedingt in vielen Filmen der Fall ist.

Auch für genügend Action ist immer wieder gesorgt, obwohl es sich keineswegs um ein Action-gewitter handelt, sondern die entsprechenden Sequenzen wohl dosiert und vor allem an den richtigen Stellen eingesetzt sind. Und dann wäre da noch der sagenhafte Showdown des Films, denn die letzten Minuten haben es wirklich in sich. Damit ist jetzt aber keineswegs ein extrem spektakulärer Schlußakkord gemeint, sondern vielmehr ein Ende, das sehr tragische und dramatische Züge trägt und einem richtig unter die Haut geht. Und obwohl man schon geahnt hat, das es so kommen würde, trifft es einen doch wie ein Keulenschlag. Dabei hätte die geschichte gar nicht anders ausgehen können, denn jedes anders gewählte Ende hätte dem Film viel von seiner Glaubwürdigkeit genommen.

Für mich persönlich ist "Running Wild" ein kleines Meisterwerk, denn einen so genialen Film bekommt man nicht alle Tage zu sehen. Ein Film, der qualitätsmäßig in einer ganz hoch angesiedelten Liga einzuordnen ist und den sich kein Freund niveauvoller Gangster-Dramen entgehen lassen sollte.


9/10

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