Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Ruo sha - Red to Kill (1994)
BeitragVerfasst: 22. Jul 2013, 00:38 
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Herstellungsland: Hongkong
Erscheinungsjahr: 1994
Darsteller: u. a. Lily Chung, Money Lo Man Yee, Ben Ng, Booby Yip
Regie: Billy Tang
FSK: KJ

Inhalt:


Sexuelle Übergriffe auf Frauen, die behindert sind und in einem Heim leben, finden tagtäglich statt. Dieser Film möchte auf das Leid aufmerksam machen.

Eine Frau geht einen Korridor entlang. Der Aufzug geht nicht. Sie muss die Treppe nehmen. Es handelt sich um Lily, vom sozialen Dienst. Sie ist unterwegs zu einer Frau, die gerade damit droht in die Tiefe zu springen - mitsamt ihrem Kind. Man wolle es ihr wegnehmen. Man sieht eine Frau in einem roten Kleid, wie sie aus dem vermeintlich gleichen Treppenhaus in einen Nebenraum gezogen wird. Dort wird sie bewusstlos gemacht, entkleidet und brutal von einem Mann vergewaltigt. Als sie dabei wieder klar wird, fängt er an sie zu würgen, bis sie wieder bewusstlos ist.

Lily hat geträumt. Von ihrem Fall und der Mutter, die in die Tiefe gestürzt ist, obwohl sie beinahe von Lily gerettet worden wäre. Zumindest bekam sie einen Zipfel von ihr zu fassen. Bevor ihr Chef sie gehen lässt, soll sie noch einen letzten Fall übernehmen. Ming ist geistig behindert. Ihr Vater hat sich um sie gekümmert, doch dieser ist gerade bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Aus diesem Grund wird Lily zu ihr gerufen. Lily nimmt Ming in Obhut und bringt sie in eine Anstalt. Vor dieser ist ein Menschenauflauf. Polizei. Alles ist abgeriegelt. Die Nachbarn wollen nicht, dass die Anstalt sich in ihrer Nähe befindet.

Der Oberaufseher der Anstalt ist Mr. Chan. Sie betreiben in ihr einige Werkstätten, in denen die Behinderten T-Shirts oder Pantoffeln produzieren. Überall finden sich geistig Behinderte, die teilweise sonderliche Verhaltensweisen an den Tag legen. Ming erhält ein Zimmer zusammen mit zwei anderen Mädchen. Kurze Zeit später. Lily erhält von Mr. Chan einen Anruf, dass Ming verschwunden sei. Deshalb sieht sie in ihrer alten Wohnung nach, wo sie Ming finden kann. Ming wollte ihre Kassetten holen, damit sie wieder tanzen kann, und sie begreift, dass ihr Vater nicht mehr zurückkommen wird. Er sagte, dass Ming dumm sei. Niemand verstünde sie.

In der Anstalt findet Ming Arbeit. Als sie ins Lager verschwindet, nähert sich Woof genannt Woofy ihr, einer der Lieferanten. Er möchte mit "ihren Bällen" spielen. Doch Ming, naiv wie sie ist, fängt an mit ihm zu tanzen, und als Mr. Chan mitbekommt, dass Woofy etwas anderes im Sinn hatte, lässt er ihn raus werfen. Abends ist Lily wieder in dem Treppenhaus unterwegs. Eine andere Frau in einem roten Kleid ist ebenfalls zu sehen. Der Aufzug ist abermals kaputt. Sie wird überfallen.

Ein Menschenauflauf von den Nachbarn vor der Anstalt. Alles redet durcheinander. Sie beschuldigen die Behinderten sich einem Mädchen unsittlich genähert zu haben. Ming und Lily gestalten für die anderen Patienten eine Tanzaufführung. Ming versteht nicht, warum die Nachbarn sie nicht leiden können. Auf dem Flur ist wieder ein Mann unterwegs. Ein junges Mädchen in einem roten T-Shirt geht ins Treppenhaus. Es ist recht düster und sie geht die Stufen hinauf. Kurz bevor der Mann sich dem Mädchen nähern kann, kommt der sturzbetrunkene Woofy die Treppe hinab. Er versucht das Mädchen unsittlich zu berühren, doch diese verpasst ihm einen Schlag, ruft um Hilfe und flieht die Stufen hinab. Als Woofy ihr folgen will, fällt er mehrmals hin, so dass das Mädchen nach draußen flüchten kann. Als Woofy dort angekommen ist, wird er von den Nachbarn verdroschen. Als Lily das mitbekommt, kann sie dafür sorgen, dass die Nachbarn von ihm ablassen. Doch der eigentliche Täter ist noch im Treppenhaus, und da er dieses Mal kein Opfer hatte, vergeht er sich an einer Schaufensterpuppe.

Dann taucht Mr. Chan auf. Er folgt dem Zimmer, in welchem eben noch der Vergewaltiger gewesen ist, und kann Ming durch einen Türspalt beim Tanzen beobachten. Diese bittet ihn herein. Und als sie für ihn tanzt, kann er ihren roten Slip erblicken, was ihn in Rage bringt. Doch Ming bricht das Tanzen ab. Sie kann nicht mehr und sie hat Schmerzen. Ming soll jetzt schlafen gehen.

Bei einem Tanzwettbewerb tanzt Ming in einem roten Kleid vor allen anderen. Auch Mr. Chan und ihre "Schwester" Lily sind anwesend. Und Chan ist auf Ming fixiert. Und er verlässt den Raum. Unruhig geht er draußen auf und ab um wieder zu sich zu kommen. Er erinnert sich an seine Kindheit. Er sitzt auf einem Stuhl und hört, wie seine Mutter mit einem fremden Mann Sex hat. Und dann kommt sein Vater hinzu. Es kommt zum Streit, bei dem sowohl der Liebhaber als auch Chans Vater niedergestochen werden. Und als seine Mutter sich gerade auf den Bastard Chan stürzen möchte, bekommt sein Vater gerade mit letzter Kraft eine Hand an den Knöchel seiner Frau, so dass diese in ihr eigenes Messer stürzt. Sie stirbt und trug dabei ein rotes Kleid. Chan wird dabei mit Blut besudelt. In seiner Rage schlägt Chan auf die Puppe ein, die ebenfalls ein rotes Kleid trägt. Ming findet ihn und will ihm von ihrem Sieg bei dem Wettbewerb berichten. Sie trägt noch immer das rote Kleid und Chan kann sich kaum beherrschen. Als Ming die Situation begreift, in welcher sie sich befindet, will sie fliehen, doch Chan bekommt sie zu fassen und beginnt sie zu würgen. Cahn hasst rote Kleider. Er reißt ihr in seiner Raserei das Kleid vom Leib und vergewaltigt sie von hinten. Er wolle das nicht, aber er hasst nunmal rote Kleider. Dann dreht er sie rum und vergewaltigt sie weiter. Sie werden ein hübsches Paar sein. Er würgt sie wieder, aber er will sie nicht umbringen. Er lässt von ihr ab und lässt sie zurück.

Ming nimmt im Anschluss eine Dusche, um den Schmutz von sich zu waschen. Sie blutet im Schritt. Dann fängt sie an sich ausgiebig zu waschen, aber da das den Schmutz nicht verschwinden lässt, nimmt sie ein Rasiermesser und beginnt ihren Intimbereich damit zu bearbeiten. Lily wird zu der panischen Ming gerufen. Sie erzählt ihr, dass Chan ihr das angetan hat. Als dieser angeklagt wird, macht Ming eine Zeugenaussage. Doch sie wird dabei hysterisch und die Verteidiger können es so darstellen, dass Ming das gewollt habe. Das Gericht kommt schlussendlich zu der Entscheidung, dass die Aussage einer Behinderten auf dem Entwicklungsstand einer 10jährigen nicht als zuverlässig gilt. Die Anklage wird fallen gelassen und Chan ist frei. Ming verfällt daraufhin in Lethargie. Die anderen Patienten haben etwas für sie gebastelt, aber nichts kann sie aufheitern.

Wieder nachts im Treppenhaus. Chan schließt das Appartement von Ming auf, und entschuldigt sich bei ihr. Aber gleichzeitig nähert er sich ihr auch wieder. Sie bleiben immer zusammen. Lily kommt in das Appartement. Er geht. Als Lily nachts aufwacht, bekommt sie gerade mit, wie Ming sich mit dem Rasiermesser etwas antun möchte. Lily ist da. Sie trägt einen roten Kimono. Rot ist Schmerz.

Chan ist abends in einer Kneipe. Eine Frau in einem roten Kleid bestellt eine Bloody Mary. Es ist Lily. Chan wird unruhig. Sie macht ihn an, umgarnt ihn. Er wird hibbelig, zündet sich eine Zigarette an. Und geht. Halb elf. Er wandelt in einem Raum umher, kippt sich eine Ladung Eiswürfel in den Schritt. Draußen ist wieder Lily in ihrem roten Kleid. In einem roten Wagen. Sie macht ihn wieder an, doch er schließt die Fensterläden. Und rasiert sich in seinem Wahnsinn den Schädel.

Als Lily zu Ming in die Anstalt kommt, kann sie Ming erst nicht finden. Dann erblickt sie Ming auf dem Boden kauernd. Dann taucht Chan plötzlich auf. Er will Lily, weil sie ihn angemacht hat. Er wirft sie durch den Raum, reißt ihr die Kleider vom Leib und beginnt sich über sie her zu machen. Ming kauert in der Ecke. Nein, nicht Lily. Er soll Ming nehmen. Ming zieht sich aus, aber Chan will sie nicht. Sie schlägt auf Chan ein, damit er Lily in Ruhe lässt, und das klappt. Als er kurze Zeit mit Ming beschäftigt ist, kann Lily entkommen. Er beginnt zu suchen. Mit einem Vorschlaghammer schläg er auf mögliche Verstecke ein, ohne Erfolg. Dann sieht er sie. Aber als er auf sie zustürmt, kann sie ihn mit einem Bügeleisen abwehren, so dass er zu bluten anfängt. Dann schmeißt er sie durch den Raum. In einem weiteren Handgemenge rammt sie ihm eine zerbrochene Leuchtstoffröhre in die Brust, doch auch das kann ihn nicht bändigen. Ming sorgt schließlich wieder dafür, dass Lily ein wenig Luft bleibt. Sie kann Chan einen spitzen Gegenstand in sein Auge rammen, doch dafür wird sie durch die nächste Scheibe geworfen. Lily hingegen warten in einem anderen Raum auf ihn. Und sie ruft ihn, dass er sie ficken soll. Sie robbt dabei weiter nach hinten und er auf sie zu. Doch er hat das Sägeblatt zwischen ihren Beinen nicht gesehen, welches sie im richtigen Augenblick anstellt, so dass der Kopf von Chan angesägt wird, wobei er stirbt.

Ming ist mit Splittern übersäät. Man weiß nicht, ob sie jemals wieder aus dem Koma erwachen wird. Lily und die Patienten der Anstalt gehen zu ihr ans Krankenbett und spielen für sie ein Lied. Und es scheint so, als ob sie wacher wird. Sie ergreift Lilys Hand und drückt diese, doch dann lässt die Kraft von Ming nach und sie stirbt.

Wertung:

Ein sehr ausführliches Review eines Films, der weit oberhalb meiner Erwartungen liegt. Aufgrund von vielen negativen Kritiken war ich anfangs skeptisch, ob dieser Film wirklich gut sein könnte. Und ich für meinen Teil wurde nicht enttäuscht. Allen voran ist die Handlung plausibel. Der Täter hat in seiner Kindheit ein Trauma in Form seiner Mutter und der Mordszenerie in einem roten Kleid erlebt, was zumindest im hier und jetzt die Erklärung für sein Verhalten besonders Frauen in einem roten Kleid gegenüber rechtfertigt. Von daher ist das gelungen. Auch die Handlung an sich ist einigermaßen schlüssig. Obwohl er angeklagt wird, folgt kein Schuldspruch, da man der Behinderten nicht glaubt. Das ist vielleicht die Kernaussage des Films. Damit unterstreichen sie das Statement, welches ganz zu Beginn des Films dargeboten wird. Dass die Handlung letztendlich zur Selbstjustiz führt, ist die logische Konsequenz, wenn man weiter bedroht wird und der eigentliche Rechtsstaat einen nicht helfen möchte.

Positiv hervorzuheben ist hier auch, dass alle Charaktere gewöhnliche Namen haben. Aufgrund der für mich manchmal schwer auseinander zu haltenen asiatischen Charaktere, ist man dankbar, wenn nicht allzukomplizierte Namen auftauchen, und man so uneingeschränkt der Handlung folgen kann.

Die Darstellung an sich ist der eines Thrillers würdig, denn das ist dieser Film. Er ist kein Gore-Erlebnis, wie es Asiaten gerne mal fabrizieren. Aufgrund seiner Rape-Szenen hat er aber seine heftigen Momente, wobei man auch hier keinen I Spit on your Grave erwarten darf. Von der Farbgebung hätte ich mir ein wenig mehr normales Licht gewünscht. Dadurch hätten gerade die Bluteffekte etwas mehr Heftigkeit. So verschwimmen sie in einem dunklen Blau-Grau. Auch die Musik wirkt ein wenig eintönig, fast so, als ob immer und immer wieder das gleiche Musikstück abgespielt wird. Die Synchronisation ist durchweg gut und hat aus meiner Sicht keinerlei Schwächen.

Darstellerisch bleiben keine Wünsche offen, obwohl mir die Schauspieler allesamt unbekannt sind. Gerade Chan ist in seinem Wahnsinn exzellent gelungen. Auch die unterschiedlichen Stufen des Verrückten kommen gut zum Tragen, da man im Verlauf des Films eine deutliche Steigerung bemerkt. Weiter zu erwähnen ist die Rolle der Ming, die, vielleicht auch durch die Synchronisation bedingt, zwar eine eingeschränkte nicht aber vollständig hilflose Person verkörpern kann. Die dritte Hauptperson ist Lily, die zwar gut, aber keine absolute Höchstleistung vollbringen kann, da ihre Rolle nicht so sehr extrem wie die der beiden anderen Charaktere ist.

Als Fazit bleibt ein unterhaltsamer Thriller, der gewisse Grausamkeiten zeigt, ohne gänzlich ins Extrem zu gehen oder alles darzustellen. Ein Film der aber trotzdem ein würdiger Vertreter der CAT III Reihe ist, und noch dazu einer der besseren. Als Wertung bleiben deshalb 08/10 Punkten stehen.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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