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 Betreff des Beitrags: The Tower - Tödliches Inferno (2012)
BeitragVerfasst: 9. Mai 2013, 16:49 
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The Tower - Tödliches Inferno
(The Tower)
mit Mina Cho, Sang-kyung Kim, Sul Kyung-gu, Ye-jin Son
Regie: Ji-hoon Kim
Drehbuch: Sang-don Kim
Kamera: keine Information
Musik: keine Information
FSK 16
Südkorea / 2012

Der exklusive 'Tower Sky' mitten in Seoul: ein wuchtiger 400-Meter-Gebäudekomplex aus Stahl, Beton und Glas. Die Partystimmung der 'White Christmas'-Gäste in den oberen Stockwerken verwandelt sich in nackte Angst, als ein Hubschrauber in das Hochhaus rast. Gasexplosionen zerstören ganze Stockwerke, Feuer breitet sich unerbittlich aus. Abgeschnitten durch ein unaufhaltsames Flammenmeer, versuchen die panischen Überlebenden sich mit allen Mitteln einen Weg nach unten freizukämpfen. Währenddessen setzen verzweifelte Feuerwehrmänner alles, daran, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Die Lage scheint aussichtslos...


Schon seit vielen Jahren hat sich Südkorea als ein Land etabliert, das immer wieder etliche ausgezeichnete Filme hervorbringt, wobei sich dies längst nicht auf ein einzelnes Genre bezieht. Mit "The Tower" erreicht uns nun eine wahre Big Budget Produktion, die dem Zuschauer einen wahrhaft sehenswerten Katastrophen-Thriller offenbart, der sich auch keinesfalls hinter diversen Hollywood Blockbustern zu verstecken braucht. Ganz unweigerlich wird man hier schon recht frühzeitig an den Klassiker "Flammendes Inferno" mit Paul Newman erinnert, dient doch auch hier ein riesiger Wolkenkratzer als Schauplatz des Geschehens.So ist es dann auch nicht wirklich verwunderlich, das die Geschichte ähnlich aufgebaut ist wie das Werk aus dem Jahr 1974. So ist die Story an sich dann auch nichts sonderlich Neues und sprüht auch nicht vor innovativen Ideen, bietet jedoch ein jederzeit packendes-und fesselndes Szenario, das bis zur letzten Minute über einen sehr straff gezogenen Spannungsbogen verfügt.

Gleichzeitig beinhaltet der Film auch noch etliche Anspielungen auf 9/11, was insbesondere in den letzten Minuten äußerst stark zum Ausdruck kommt. Nicht umsonst haben die Macher des Filmes hier ähnliche Zwillingstürme wie die Twin-Towers in New York als Location gewählt und Feuerwehrmänner als Helden für ihr Werk genommen und auch der Aspekt das ein Helikopter die Katastrophe auslöst, dürfte vollkommen beabsichtigt sein. So hat man fast schon zwangsläufig die grausamen Bilder des 11.9.2001 vor Augen, wodurch die vorliegende Geschichte eine noch intensivere Note erhält, als es von Haus aus schon der Fall ist. Dabei beginnt das Ganze doch eher banal, denn in den ersten gut 30 Minuten werden dem Betrachter die für die Geschichte wichtigen Charaktere ein wenig näher gebracht, zudem beinhaltet das Geschehen in dieser Einführungs-Phase auch einige sehr humorige Momente, wobei es sich aber zum Glück nicht um den ansonsten manchmal vollkommen überzogenen asiatischen Humor handelt.

Nachdem das Inferno dann nach einer guten halben Stunde eingeläutet wird ist es schlagartig mit der bis dahin vorherrschenden Beschaulichkeit vorbei. Fast ruckartig schlägt der Film eine vollkommen andere Richtung ein und es entfaltet sich innerhalb kürzester Zeit eine extrem beklemmende Atmosphäre. Das Wissen um die eigentlich hoffnungslose Lage der in dem 400 Meter hohen Turm eingeschlossenen Menschen macht einem wirklich zu schaffen und die atemberaubenden Bilder des Filmes tun ihr Übriges, um dem Zuschauer mächtig zuzusetzen. Die dabei verwendeten Effekte sind absolut erstklassig und haben rein gar nichts mit diversen billigen CGI-Spektakeln zu tun, die man in etlichen RTL 2 Filmen zu sehen bekommt, hier wird einem ein Szenario präsentiert, das fast schon erschreckend glaubwürdig erscheint. Die innerhalb des Gebäudes entstehende Massen-Panik der Menschen jagt einem phasenweise eiskalte Schauer über den Rücken, wuchtige Explosionen und das Hervortreten der menschlichen Natur zeichnen dabei ein authentisches Bild des Grauens. Der nackte Überlebenswille schaltet sämtliche Moralvorstellungen aus und bei vielen der Eingeschlossenen tritt der pure Egoismus in den Vordergrund. Gleichzeitig präsentiert "The Tower" auch noch eine sozialkritische Note, wird doch die Order ausgegeben, das die Rettung diverser im Wolkenkratzer befindlicher Persönlichkeiten absoluten Vorrang hat. Diese Klassifizierung über den Wert des menschlichen Lebens hinterlässt schon einen recht schalen-und bitteren Beigeschmack, erscheint aber auf der anderen Seite vollkommen glaubhaft und zeigt ganz unverhohlen auf, das doch nicht alle Menschen glaich sind.

Auch die darstellerischen Leistungen der Schauspieler sind eine ganz große Stärke dieses Katastrophen-Filmes, der sich im Bezug auf die vorhandene Qualität auf jeden Fall im oberen Drittel ansiedelt. Stärken und Schwächen der Protagonisten werden ganz hervorragend zum Ausdruck gebracht und auch für etliche Emotionen ist genügend Freiraum enthalten. Dabei wirkt das Ganze zu keiner Zeit schnulzig oder zu dick aufgetragen, so das man sich auch als Betrachter äußerst gut mit dem gesamten Geschehen identifizieren kann. Hier wurde also wirklich alles richtig gemacht, die gefundene Mischung aus Schreckens-Szenario und emotionaler Schien wurde nahezu perfekt ausgelotet. In manchen Phasen hat man sogar das Gefühl, sich in einer ergreifenden Live-Doku zu befinden, was die Intensität der Geschichte noch einmal zusätzlich hervorhebt. Insgesamt gesehen ist "The Tower - Tödliches Inferno" ein absolut empfehlenswerter Film, den man sich als Liebhaber von Katastrophen-Thrillern keinesfalls durch die Lappen gehen lassen sollte.


Fazit:


Es ist schon absolut herausragend, welch brillante Filme in den letzten Jahren aus Südkorea zu uns gelangt sind. Dabei ist es vollkommen egal, ob es sich um Thriller, Horrorfilme oder was auch immer handelt. Die hohe Qualität der meisten Werke ist ein untrügliches Zeichen dafür, das man sich die große Filmwelt ohne das asiatische Land gar nicht mehr vorstellen kann.


8,5/10

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