Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Cloud Atlas (2012)
BeitragVerfasst: 31. Jul 2016, 22:10 
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O-Titel: Cloud Atlas
Herstellungsland: D/HK/USA
Erscheinungsjahr: 2012
Darsteller: Tom Hanks, Halle Berry, Jim Broadbent, Hugo Weaving, Jim Sturgess, Bae Doona, Ben Whishaw, Keith David, James D'Arcy, Zhou Xun, David Gyasi, Susan Sarandon
Regie: Tom Tykwer, Lilly Wachowski, Lana Wachowski
FSK: 12


Inhalt:


Verschiedene Schicksale in 6 Zeiten: im 19. Jahrhundert ist ein junger Anwalt auf einem Schiff unterwegs. Er beobachtet, wie ein Sklave geschlagen und gefotert wird. Auf der Rückreise auf dem Schiff trifft er genau diesen Sklaven wieder - als blinden Passagier. Und eigentlich will der Kapitän diesen erschießen, doch er kann überzeugt werden, dass der Schwarze auf seinem Schiff arbeiten darf. Der Anwalt hingegen fühlt sich nicht wohl und scheint immer kränker zu werden. Bis der Sklave ihm eröffnet, dass die Arznei von Dr. Goose dahinter stecken könnte.

Kurz vor Ausbruch des 2. Weltkriegs lebt Robert Frobisher mit Rufus Sixsmith zusammen und verlässt diesen um bei einem berühmten Komponisten in Edingborough zu Leben und sich künstlerisch zu entwickeln. Er hat das Tagebuch der Überfahrt des Anwalts gelesen. Und er komponiert den Wolkenatlas. Doch er kommt mit seinem "Meister" nicht zurecht, und als er sich dann wirklich verwirklichen kann, droht ihm der Komponist, dass sein Werk untergehen wird. Und deshalb kommt es zur Katastrophe.

Als Rufus Sixsmith älter ist, hat er etwas über das Atomprogramm in den 70er Jahren herausgefunden. Er will mit der Journalistin Luisa Rey reden und übergibt ihr Unterlagen dazu. Doch es wird ein Attentat auf sie verübt und sie verliert das Dokument, als ihr Wagen von der Brücke abkommt und ins Wasser stürzt. Doch sie hat noch ein paar weitere Verbündete, die an der Aufdeckung interessiert sind.

Timothy Cavendish ist ein Verleger. Einer seiner Autoren schmeißt einen der Kritiker seines Buches von einem Hochhaus, woraufhin sein Buch ein ernormer erfolg wird. Sein Bruder macht ihm das Leben schwer, denn er verfrachtet ihn kurzerhand in ein Altersheim, ohne, dass Timothy dies selbst wollte, doch er hat leider seine eigene Entmündigung unterzeichnet. Nun geht es aber mehr darum, wie er jetzt aus dem Altenheim wieder ausbrechen kann.

Im Jahr 2144 gibt es Duplikanten und eine davon ist Sonmi-451. Sie entwickelt ein eigenes Bewusstsein, was eigentlich untersagt ist. Alle tragen ein Halsband, so dass ihr Arbeitgeber die Duplikanten leicht entsorgen kann, indem ihre Schlagader gesprengt wird. Doch Sonmi-451 hat großes vor, und sie sieht auf einem Bildschirm eine Verfilmung über das Leben des Timothy Cavendish. Ein Gegner der Regierung lässt sich auf sie ein, und Sonmi-451 wird weggebracht, so dass sie nicht länger als Kellnerin arbeiten muss. Doch die Regierung jagd die beiden, und setzt alles daran, Sonmi-451 zu eliminieren.

2346 ist die Welt hinüber und Zachry sitzt am Lagerfeuer und erzählt ein paar Kindern seine Geschichte. Die Welt wirkt karg in ihrem postapokalyptischen Szenario und es ist eine der Händlerinnen, die auf den Berg möchte, um die Porphezeihung von Sonmi-451 zu hören und zu sehen. Und Zachry soll ihr dabei helfen. Doch während er weg ist, wird sein dorf von Fremden angegriffen...


Wertung:


Dieser Film ist in seiner Art und Weise einzigartig, denn es gibt wohl keinen anderen Film, der über fast 500 Jahre verteilt spielt, denn es geht zum einen um die Seefahrer des 19. Jahrhunderts und als Endpunkt in einer postapokalyptischen Welt 2346 ala Mad Max. Die Spannweite zwischen beiden beträgt fast 500 Jahre. Das Besondere hierbei sind drei Faktoren:

1. Es gibt jeweils immer mindestens eine Verbindung von einer Zeit zur nächstgelegenen. Das ist bei den Seefahrern und dem Musiker das Tagebuch des Anwalts, bei dem Musiker und dem Atomskandal der Wissenschaftler Dr. Rufus Sixsmith, der in beinden Welten vorkommt, zum Jahr 2012 ist mir die Verbindung leider entfallen, von Cavendish zu Sonmi-451 ist es der Film über das Leben von Cavendish und von der Zukunft zu der postapokalyptischen Welt ist es die Prophezeihung von Sonmi-451. Gleichzeitig gibt es aber noch eine Art Tattoo, welches mehrer Akteure in allen Epochen besitzen, was ebenfalls zur Verbindung beiträgt.

2. Fast alle Schauspieler sind in mehreren Rollen in mehreren Jahren zu sehen. Dabei ist es manchmal die gleiche Rolle, wie Dr. Rufus Sixsmith und manchmal sind es Rollen, die man so gar nicht erwatet hatte, was erst am Ende des Films in Bildern deutlich wird, und das war echt überraschend, wo man den jeweiligen Schauspieler doch einfach mal übersehen hat. Das ist ziemlich genial gemacht und gibt diesem Film einen ganz besonderen Reiz.

3. Der letzte Faktor ist das ständige Wechseln zwischen den Zeiten. Manchmal ist man nur ein paar Sekunden in einer Zeit und zack - geht es weiter zur nächsten, und das ist teilweise extrem schnell und man könnte meinen, dass das einfach nur ein sinnloses Durcheinander mit sich bringen wird. Dem ist aber überhauptnicht so, denn gerade diese Wechsel tun dem Film extrem gut und sind etwas ganz Besonderes, da hier durch 6 verschiedene Zeiten gesprungen wird. Dabei sieht man manchmal auch hintereinander ein und den selben Schauspieler und erkennt ihn nicht. Das macht diesen Film einfach nur fastzinierend und phatastisch.

Der Zusammenhalt im Film scheint der "Wolkenatlas" zu sein, als das Musikstück, was der junge Robert Frobisher komponiert hat. Aber auch die oben genannten Faktoren bilden ein Bindeglied von Epoche zu Epoche. Die Effekte sind hierbei fantastisch, angefangen von einer Gewitterdarstellung auf hoher See über futuristische, freischwebende Touchscreens 2144 bis hin zu dem postapokalyptischen Mad-Max-Szenario. Es beliben dabei keine Wünsche offen, und die Bilder sind einfach atemberaubend. Es wundert demzufolge auch nicht, dass die Wachowskis hier Regie geführt haben, denn schon bei Matrix war ein deutlicher Hang zu Effekten vorhanden.

Die Schauspieler sind absolut hochkarätig. Dabei sind Tom Hanks, Halle Berry und auch die anderen jeweils in verschiedenen Rollen zu sehen, wobei erstgenannter hier absolut heraussticht, denn man er kennt ihn eigenlich in jeder Rolle und gerade deshalb macht er seine Sache hier sehr gut, denn es ist schon ein großer Unterschied, ob es sich bei der Darstellung um einen zermürbden Kämpfer nach der Apokalypse, einen durchgeknallten Autoren oder einen aus vergangenen Zeiten stammenden Schiffsarzt handelt. Das sind komplett unerschiedliche Rollen und alle bilden sie nur ein Gerüst dieses wunderbaren Films, bei dem auch deutsche Schauspieler, wenngleich auch nur kurzzeitig, zu sehen sind.

Insgesamt ist dieser Film aufgrund seiner Bildgewalt und seiner ungewöhnlichen Machart eine "Reise" wert und auch, wenn man weder etwas mit Science-Fiction oder Mystery oder wohin man diesen Film auch stecken möchte am Hut hat, so ist dieser hier ein ganz besonderes Werk, welches in keiner anderen Art und Weise in der Filmwelt zu finden ist. Mit seinen 172 Minuten ist er aber auch über der Durchschnittslänge eines "normalen" Films, was demzufolge manchmal auch längere Passagen zu lässt, die den Film aber manchmal auch etwas zu entspannt und ruhig wirken lassen. Ein wenig mehr Komprimierung wäre vielleicht nicht schlecht gewesen, auch wenn man sicherlich kein Feuerwerk des Actionkinos erwarten kann, wenngleich aber ab und zu kleine Anflüge hiervon erkennbar sind. Eigentlich kann man so einen Film nach keinem mir bekannten Maßstab bewerten. Wenn man es doch in Zahlen ausdrücken möchte, so bleibt für mich 09/10 stehen.

_________________
Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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