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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Ein Engel im Winter (2008)
BeitragVerfasst: 18. Jan 2013, 02:02 
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Ein Engel im Winter
(Afterwards)
mit Romain Duris, John Malkovich, Evangeline Lilly, Pascale Bussieres, Sara Waisglass, Reece Thompson, Bruno Verdoni, Joan Gregson, Mark Camacho, Robin Wilcock, Edward Yankie, Carlo Mestroni, Gkenda Braganza, Leni Parker, Henri Pardo
Regie: Gilles Bourdos
Drehbuch: Michel Spinosa / Gilles Bourdos
Kamera: Pin Bing Lee
Musik: Alexandre Desplat
FSK 12
Deutschland / Frankreich / Kanada / 2008

FÜRCHTE DEN BOTEN DES TODES. Kann man den genauen Todes-Zeitpunkt eines Menschen vorhersehen? Der mysteriöse Doktor Kay (John Malkovich) behauptet genau das. Er sucht die Todgeweihten als Bote auf, um sie auf ihr Ende vorzubereiten. Das Leben des erfolgreichen New Yorker Anwalts Nathan gerät plötzlich aus den Fugen, als Kay in seiner Kanzlei erscheint. Nathan will nicht glauben, dass auch er bald sterben soll. Nach und nach kommt der junge Anwalt hinter den wahren Grund für Kays Besuch und macht eine unheimliche Entdeckung...


Immer wieder mal trifft man auf Filme, die die Seele des Zuschauers berühren und ihn auf eine geheimnisvolle Art und Weise in ihren Bann ziehen. "Ein Engel im Winter" ist einer dieser Filme, jedenfalls hat er bei mir diese Wirkung ausgelöst. Nun wird es sicherlich viele Leute geben, auf die diese äusserst gelungene Mixtur aus Drama, Thriller und Mystery-Film etwas langatmig und zu ruhig wirken mag, was ganz einfach in der doch sehr ruhigen und geradezu sanft erscheinenden Erzählweise der Geschichte begründet liegt, die aber jederzeit absolut fesselnd und interessant daherkommt. Ob die Story so stark von der literarischen Vorlage abweicht, wie es teilweise behauptet wird, mag ich nicht beurteilen, da ich den Roman nicht kenne. Das sehe ich aber durchaus als Vorteil an, denn nur so kann man die Verfilmung einigermaßen objektiv beurteilen. Und dieser Film ist einfach nur wunderschön, er berührt einen im tiefsten Inneren und auch wenn die Thematik eher in den Bereich des Fantastischen gehört, lässt man sich gern von ihrer Faszination gefangennehmen und fühlt sich auf eine schon magische Art und Weise von ihr verzaubert.

Das äusserst ruhige Erzähl-Tempo wird aber auch in einigen Passagen durch brachiale Gewalt unterbrochen, die gerade dadurch eine extreme Wucht entwickeln, da man nicht mit ihnen gerechnet hat. So wirken diverse Todesszenen, die in einem Horrorfilm ganz normal erscheinen würden viel härter , als man es im Normalfall gewohnt ist. Dieses Gefühl ist gar nicht so leicht zu beschreiben, aber wenn man der Magie dieses Films erlegen ist und sich ihr voll und ganz hingibt, dann erwartet man diese "Schockmomente" einfach nicht und möchte sie im Prinzip auch gar nicht sehen. Dennoch sind sie für die Geschichte sehr wichtig und haben so auch ihren Berechtigten Platz in dieser ansonsten äusserst emotionalen und tief berührenden Inszenierung, die einem tief unter die Haut geht und keinesfalls unberührt lässt.

Zum insgesamt excellenten Gesamteindruck, den "Ein Engel im Winter" bei mir hinterlassen hat, gehören ganz sicher auch die erstklassigen Schauspieler, die allesamt einen mehr als nur überzeugenden Job abliefern. Insbesondere muss man auf jeden Fall John Malkovich hervorheben, der in der Rolle als "Todesbote" einfach nur brillant agiert. Seine sanfte und gefühlvolle Art, diese Figur zu interpretieren, hat mich sehr nachhaltig beeindruckt und war so in meinen Augen das absolute Highlight des Films. Allein seine ruhige und bedächtige Stimme vermittelt einem dabei ein absolutes Gefühl von Sicherheit und man fühlt sich fast geborgen, obwohl seine Botschaften genau das Gegenteil ausdrücken, da sie schließlich den bevorstehenden Tod eines Menschen ankündigen. Doch in keiner einzigen Phase des Geschehens entsteht beim Zuschauer der Eindruck, das damit etwas Negatives angekündigt wird, sondern lediglich das Unvermeidbare, das einfach passieren muss. Überkommt einen ansonsten bei dem Gedanken an den Tod immer ein Gefühl der Endgültigkeit, so erscheint es hier so, als wenn die Opfer eventuell nur in eine andere Dimension eintreten, in der es ihnen besser geht, jedenfalls erging es mir so.

Und dann ist da noch dieses Ende der Geschichte, das für mich doch ziemlich überraschend war, da ich doch die ganze Zeit das eigentlich Offensichtliche nicht erkannt habe, weil ich zu sehr von der magischen Ausstrahlung beeindruckt war, die von diesem Film ausgeht und der ich mich beim besten Willen einfach nicht entziehen konnte. Es gibt wirklich nicht viele Filme, die so wunderschön sind, das sie meine Seele berühren, weshalb dieser Filmgenuss sich umso intensiver in meinem Inneren entfalten konnte und einen äusserst nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat.


Fazit:


"Ein Engel im Winter" ist ein Stück Film, das sicherlich nicht jeden Geschmack treffen wird. Viele mögen dieses Werk als langatmig oder zu emotional ansehen. Wer aber ein Werk zu schätzen weiss, das auch innerlich tief berührt, der ist hier genau an der richtigen Adresse. Man wird mit einer einerseits fantastischen, aber auch dramatischen Story konfrontiert, die einen im Prinzip traurig stimmen müsste, dies aber in keinter Weise tut, da man alles als unvermeidbar ansieht, was auch an einem fantastischen John Malkovich liegt, der den wohl sanftmütigsten und symphatischsten "Todesboten" spielt, den die Film-Welt je gesehen hat. Ein Film-Erlebnis, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.


8/10

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