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 Betreff des Beitrags: Heartbreak Ridge (1986)
BeitragVerfasst: 7. Nov 2013, 17:15 
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Heartbreak Ridge
(Heartbreak Ridge)
mit Clint Eastwood, Marsha Mason, Everett McGill, Moses Gunn, Eileen Heckart, Bo Svenson, Boyd Gaines, Mario Van Peebles, Arlen Dean Snyder, Vincent Inzarry, Tom Villard, Mike Gomez
Regie: Clint Eastwood
Drehbuch: James Carabatsos
Kamera: Jack N. Green
Musik: Lennie Niehaus
FSK 18
USA / 1986

Sergeant Tom "Gunny" Highway ist noch ein Kämpfer der alten Schule. Seine Narben und Orden hat er sich bereits im Korea-Krieg verdient. Als Ausbilder in einer Kompanie der Marines wird ihm ein Haufen junger Rekruten zugeteilt. Mit eiserner Faust trommelt er Disziplin und Power in die Truppe. Dass seine Methoden aber gar nicht so veraltet sind, wie seine Vorgesetzten behaupten, kann der alte Haudegen schon bald beweisen: Ein Kampfeinsatz auf einer Karibikinsel steht bevor...


Clint Eastwood hat eigentlich nie zu der Art von Schauspielern gezählt, die sich durch ganz besondere Ausdruckskraft und extrem viel Talent in den Vordergrund rücken konnten. Dafür zählt er jedoch ganz eindeutig zu der Gruppe, die einen ganz bestimmten Typen von Mann darstellen können und dabei mit ziemlich begrenzten Mitteln einen ungeheuer glaubwürdigen Eindruck beim Zuschauer hinterlassen. In seinem Fall ist es der bärbeißige-und eher schweigsame Einzelkämpfer, der ohne großes Palaver viel lieber Taten sprechen lässt. Die Rolle des Gunny Highway in diesem Film ist ihm dabei förmlich auf den Leib geschneidert worden, mimt er doch einmal mehr ein scheinbar übrig gebliebenes Exemplar eines Marines, dessen Ansichten so gar nicht mit den modernen Methoden der Elite-Kämpfer übereinstimmen. Dieser Aspekt der Geschichte wird auch selbstverständlich oft genug während der Geschehnisse in den Vordergrund gerückt, wobei sich Highway hauptsächlich mit seinem arroganten Vorgesetzten auseinandersetzen muss.

Kann man zu Beginn des Filmes noch schnell den Eindruck erlangen das es sich einmal mehr um ein patriotisch angehauchtes Werk aus den USA handelt, so beinhaltet die Story dann aber vielmehr die Thematik wie wichtig es ist, für einen eventuellen Kriegseinsatz sehr gut ausgebildet zu sein. Zugegebenermaßen liegt hier ein sehr starker Kontrast vor, wenn man die von Highway betreute am Anfang und am Ende des Szenarios begutachtet, denn die Wandlung der jungen Männer kann man ohne zu übertreiben als drastisch bezeichnen. Hat man es zu Beginn noch mit einer Horde lustlosen Hippies zu tun die ihrem Ausbilder auf der Nase rumtanzen wollen, so bekommt man es zum Ende hin mit einer schlagkräftigen Truppe zu tun, in der auch jeder Verantwortung für seine Kameraden übernimmt. Insbesondere die zu Beginn vorherrschende Gammel-Leidenschaft der Gruppe scheint einem ein wenig unglaubwürdig, kann man sich ein solches Verhalten bei den US-Marines doch nur schwerlich vorstellen. Um den Unterschied jedoch klar und deutlich ins Bild zu setzen, ist die überspitzte Skizzierung der Charaktere absolut notwendig, zudem ist es auch ein wesentlicher Bestandteil der humoristischen Seite dieses Filmes.

Und so bekommt man auch phasenweise exzellente Situationskomik geboten, wobei man aber auch die bissigen Dialoge keinesfalls außer acht lassen sollte, die es immer wieder zu hören gibt. Die markigen Sprüche eines Clint Eastwood dürfen natürlich auch nicht fehlen und sind in ausreichendem Maße vorhanden, so das Fans des Haudegens das Herz im Leibe vor Freude höher schlagen dürfte. Aber "Heartbreak Ridge" beinhaltet auch eine Menge Spannung und viel Action, die hauptsächlich im letzten Drittel des Filmes zum Vorschein kommt, als die Truppe mit dem Ernstfall konfrontiert wird. Bis dahin muss man sich mit der Ausbildung der Männer und einigen kleinen Scharmützeln zufrieden geben, wobei sich die Ereignisse aber durchgehend extrem kurzweilig-und unterhaltsam gestalten, so das erst gar keine langatmigen Passagen auftreten können. Eastwood, der hier gleichzeitig auch als Regisseur verantwortlich zeichnet ist es gelungen, eine erstklassige Mixtur aus Action-und Humor zu finden, wobei die Geschichte zu keiner Zeit albern erscheint.

Im Endeffekt ist "Heartbreak Ridge" ein Film, den man sich immer wieder sehr gut anschauen kann und der so gar nichts von den ansonsten stark patriotisch angehauchten Genre-Kollegen an sich haften hat. Nach mittlerweile über 25 Jahren hat die Story rein gar nichts von ihre Faszination und Klasse eingebüßt und hinterlässt immer wieder den Eindruck, als wenn der gute alte "Dirty Harry" zum Militär gegangen wäre. Denn ebenso stur und markant wie der legendäre Inspector agiert der Hauptdarsteller auch in diesem Film, nur das die Hauptfigur rein optisch gesehen eine vollkommen andere ist. Wie dem aber auch sei, wer dieses Werk noch nicht kennen sollte, muss diesen Zustand unbedingt ändern, da er ansonsten ein wirklich sehenswertes Filmchen verpasst.


Fazit:


"Dirty Harry" hat das Fach gewechselt und agiert nun als knochenharter Ausbilder bei den US-Marines, diesen Eindruck hinterlässt die Schauspiel-Legende Eastwood jedenfalls beim Zuschauer. Auch hier sind markige Sprüche und eine stoische Mimik als absolutes Markenzeichen auszumachen, was den sogenannten harten Hund einmal mehr erstklassig zur Geltung bringt.


8/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Heartbreak Ridge (1986)
BeitragVerfasst: 7. Nov 2013, 18:17 
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Auch ein Clint Eastwood der sich ja zu einem der besten Regisseure unserer Zeit entwickelt hat kann sich zuviel zumuten.

Und das ist das Grundproblem für mich bei diesem Film - er selbst spielt den gereiften und kompromisslosen Sgt. ja sehr
überzeugend, aber dieser Haufen den er da im Film übernimmt ist schon sehr unglaubwürdig, gerade für das US-Militär!
Hätte er mal lieber nur hinter der Kamera gestanden und für mehr Glaubwürdigkeit gesorgt. Dass er es kann weis man!

Ihm selbst sieht man gerne zu wie er gegen alle Widerstände seine "letzte" Aufgabe übernimmt, aber doch nicht mit so einer
Truppe, wo bitte gibt es das heutzutage noch? Unglaubhaft auch dass er alle hinbekommt, und über den "Kampfeinsatz"
sage ich lieber gar nichts, das ist mir zu naiv und weltfremd.

Einer der Filme die für mich mit der Zeit verblassen und dementsprechend 6/10

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