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 Betreff des Beitrags: Junkie (2012)
BeitragVerfasst: 5. Dez 2013, 10:47 
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Junkie
(Junkie)
mit Robert LaSardo, Daniel Louis Rivas, Tess Panzer, Tomas Boykin, Caroline Guivarch, Ian Duncan, Andrew Howard, Julia Sandberg Hansson, Charisse Sanzo, Sara Rivas, Sarah Uslan, Michael Sanzo, Marie Sanzo
Regie: Adam Mason
Drehbuch: Simon Boyes / Adam Mason
Kamera: Polly Morgan
Musik: Martin Grech
keine Jugendfreigabe
USA / 2012

Danny und Nicky sind zwei Brüder, die mehr als nur ihre Blutsverwandtschaft miteinander verbindet. Beide hegen und pflegen die gleiche Sucht sie sind drogenabhängig. Sie leben zusammen in einer heruntergekommenen Wohnung und dröhnen sich 24 Stunden am Tag mit Drogen voll. Beide führen ein Leben, welches nur in einer Sackgasse enden kann. Während Nicky dies nicht zu erkennen scheint, beschließt Danny eines Tages clean zu werden. Gegen den Widerstand seines Bruders beginnt Danny mit einem kalten Entzug. Doch Danny hat die Rechnung ohne Nicky gemacht, der in seinem Drogenwahn nichts unversucht lässt, seinen Bruder vom Entzug abzuhalten. Ein langer Tag voller merkwürdiger Begegnungen, schockierenden Ereignissen und unerwartet blutigen Wendungen beginnt.


Schaut man sich einmal die bisherige Filmografie von Regisseur Adam Mason an dann findet man nicht gerade herausragende Arbeiten. Mit vorliegendem "Junkie" präsentiert der gute Mann nun ein Werk, das man in seiner Gesamtheit als absolut überzeugend einstufen kann. Allerdings sollte man dabei fairerweise anmerken, das die Geschichte sicherlich nicht jeden Geschmack treffen wird, was durch einige meiner Meinung nach ungerechtfertigt schlechte Kritiken zum Ausdruck kommt. Schon vor Beginn der Sichtung sollte man deshalb auch nie die zu Grunde liegende Thematik außer acht lassen, denn "Junkie" entpuppt sich als wahnwitziger Drogen-Trip der Extraklasse und wartet dabei mit jeder Menge bissigem-und extrem schwarzem Humor auf, der sich sowohl in den Dialogen, wie auch in der entstehenden Situationskomik zu erkennen gibt. Dabei eröffnet sich dem Zuschauer ein Szenario, das bei manch einem nach einigen Minuten eventuell leichte Verwirrungen hervorrufen dürfte. Leider kann man nicht näher darauf eingehen, da man ansonsten zu viel verraten würde, doch mit ein wenig Fantasie sollte man relativ schnell erkennen, in welche Richtung das Ganze tendiert.

Adam Mason hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet und weckt in diversen Einstellungen schon Erinnerungen an einen Film wie beispielsweise "Trainspotting", wobei sich die beiden Filme aber dennoch nur ansatzweise ähneln. Eine der ganz großen Stärken beinhaltet die vorliegende Geschichte bestimmt im Schauspiel der beiden Brüder Danny und Nicky denn was sich zwischen den beiden Hauptfiguren abspielt, ist streckenweise kaum in Worte zu fassen. Bizarre Momente und eine Vielzahl an skurrilen Passagen sorgen hier für beste Unterhaltung, wobei die gesamte Chose sich größtenteils wie ein wahnsinniger Drogenrausch präsentiert. Zudem sind es ganz generell die wunderbar überzeichneten Charaktere die einem so manchen Lacher entlocken und die verbalen Entgleisungen mancher Akteure stellen ein wahres Feuerwerk dar, so das die Lachmuskeln des Betrachters auf eine harte Probe gestellt werden.

Nun ist "Junkie" vielleicht nicht unbedingt für das breite Mainstream Publikum geeignet, wobei die äußerst gelungene Mixtur aus Drama-und Komödie es durchaus verdient hätte ein Höchstmaß an Beachtung zu erlangen, versteckt sich in dieser kleinen Independent Produktion doch weitaus mehr Klasse, als so manche im Netz abgegebene Kritik es eventuell vermuten lässt. Denn ganz egal wie man zu Filmen dieser Art steht, die Geschichte von Adam Mason beinhaltet jegliche Zutaten, um dem Zuschauer die vorliegende Thematik auf eine wunderbar schräge Art und Weise näher zu bringen. Nur so ist es in meinen Augen auch möglich, den Zustand eines drogenverseuchten Geistes visuell in Szene zu setzen und gerade dieser Aspekt ist dem Regisseur hervorragend gelungen. Das sich dabei die unglaublichsten Dinge ereignen mag manch einem übertrieben erscheinen, doch insbesondere diese Momente verleihen dem Ganzen einen tiefen Einblick in einen Zustand, den man als neutraler Beobachter sowieso nur erahnen kann. Wenn man nämlich selbst nichts mit Drogen zu tun hat kann man wohl schwerlich ausmachen, was sich im Inneren eines Süchtigen abspielt und genau hier hat der Regisseur den Hebel angesetzt, um dem Betrachter eine mögliche Variante zu servieren.

Trotz jeder Menge Humor und den skurrilsten Momenten beinhaltet "Junkie" auch durchaus eine tragische Seite, die vor allem zum Ende des Filmes verstärkt in den Vordergrund rückt und der Geschichte einen sehr gelungenen Abschluss verpasst. So kann man das Werk als äußert stimmig und rund ansehen und sollte eigentlich zu einem überzeugendem Gesamteindruck gelangen. Mir persönlich hat dieses vollkommen abgedrehte Filmchen jedenfalls extrem gut gefallen und ich kann nur eine dicke Empfehlung an jeden aussprechen, der Filme in der Art wie "Trainspotting" zu schätzen weiß.


Fazit:


Ohne jegliche Erwartung bin ich an diese Geschichte herangegangen, die mich letztendlich unglaublich positiv überrascht hat. Bizarr, skurril und vollkommen überzogen offenbart sich eine Story, die man kaum besser hätte in Szene setzen können. Dabei gestaltet sich das Szenario so dermaßen unterhaltsam, das die gut 80 Minuten Laufzeit wie im Flug vergehen.


8/10

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