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 Betreff des Beitrags: Mad Dog Morgan (1976)
BeitragVerfasst: 22. Sep 2013, 20:03 
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O-Titel: Mad Dog Morgan
Herstellungsland: Australien
Erscheinungsjahr: 1976
Darsteller: u. a. Dennis Hopper, Jack Thompson, David Gulpilil, Frank Thring, Michael Pate, Wallas Eaton, Bill Hunter, John Hargreaves, Martin Harris, Robin Ramsay, Graeme Blundell, Gregory Apps
Regie: Philippe Mora
FSK: ungeprüft

Inhalt:


William Henry Manwarning berichtet über das Leben und den Tod Daniel Morgans, 1865.

Ein ländliches Gebiet, mit Kutschen und Planwagen, fast wie bei den Pilgrims, obwohl es hier um das Outback geht. Daniel sieht sich um. Ein kurzer Zwist mit einem Bewohner der Goldwäscherstadt. Es heißt, dass er ein Polizeispitzel sei. Daniel und die anderen sitzen in ihren Behausungen am Fluss, an dem sie Gold schürfen, doch sie haben nicht wirklich Glück dabei, und wenn man nach Gold sucht und keine Unze findet, so ist Rauchen die beste Medizin. Es wird Abend und Männer mit Gewehren und Fackeln tauchen auf. Sie setzten die Hütten in Brand und verwüsten das Gelände, und veranstalten ein Gemetzel. Daniel kann durch den Fluss entkommen.

Am nächsten Tag steigt Rauch vom verbrannten Boden auf und Daniel hat nichts mehr, außer dem, was er am Leibe trägt. Deshalb beginnt er Leute zu überfallen, angefangen mit zwei Wegelagerern. Aber er will nicht ihr Geld, sondern er braucht Kleidung. Es wird harte Strafen geben, denn die Straßen müssen ausgebaut werden. Vor Gericht wird John Smith zu 12 Jahren Arbeitslager verurteilt, die ersten 2 in Ketten, in Victoria. Er wird auf eine Gefängnisinsel verfrachtet. Ein Mann versucht von dort zu fliehen, doch er geht bereits nach kurzer Wegstrecke unter. Daniel hat es dort nicht leicht, denn mit den Mithäftlingen kommt er nicht zurecht. Einer der Wärter brennt ihm ein "M" in die rechte Handfläche, für Missetäter. Und für sein Fehlverhalten gegenüber den anderen, muss er eine Vergewaltigung über sich ergehen lassen. Sie sollen ihn nur nicht umbringen, denn sonst gibt es Ärger. Er malt Striche an die Wand um die Tage zu zählen. Wenn es hell ist, müssen sie im Steinbruch oder im Wald arbeiten.

Daniel hat inzwischen 6 Jahre der Haftstrafe abgesessen und wird wegen guter Führung vorzeitig entlassen. Aber er soll sich regelmäßig bei der Polizei melden.

William Henry Manwarning. Der Bushranger kommt nur einmal.

3 Jahre später. Es donnert. Pferdediebe. Der Rancher hat sie satt. Der Kerl kann was erleben. Daniel Morgan wird entdeckt. Der Gefährte des Ranchers soll ihn erschießen. Er ist nur ein Pferdedieb. Dann schießt er und Daniel wird getroffen, kann aber entkommen. Als er blutüberströmt in der Sonne liegt, wird er von einem der Aborigines gefunden und verarztet. Sein Name ist Billy Balon. Und nun ziehen sie beide durchs Land auf der Suche nach Opfern. Der Arm von Daniel heilt. Es wird ihm nachgesagt, dass er mindestens vier Raubüberfälle begangen hat. Auch ein Friedensrichter ist unter den Opfern. Sie werden ihn schnappen, denn er ist eine Gefahr für die Straßen.

Auf seinen Kopf wird ein Kopfgeld ausgesetzt. Erst nur 100 Pfund, später bis zu 1000. Aber bei Überfällen bleibt es nicht. Als die Gefahr besteht, dass Morgan entdeckt wird, erschießt er einen Reiter, obwohl er geschworen hatte, nie jemanden zu töten. Auch der leitende Seargent ist unter den Toten, die bei einer Schießerei entstehen. Und irgendwann ist es egal, ob Morgan tot oder lebendig gefasst wird. Man verfolgt seine Spur durch das Land und bei den MacPhersons hat man ihn. Morgan ist inzwischen wieder alleine, da Billy sich auf seinen eigenen Weg gemacht hat. Das Haus wird umstellt. Der Leiter des Angriffstrupps will Morgan lebend, doch als dieser mit dem Hausbesitzer ins Freie tritt, wird er von einem der Anwesenden am Hals schwer verwundet. Man bringt ihn noch zum Schmied, da kein Arzt zur Hand ist, aber die Verletzungen sind so schwer, dass Morgan daran stirbt. Sein Körper wird zur Trophähe und entsprechend mit gestellten Fotos vermarktet.

Wertung:


Hier erwartet den Filmfreund eine Mischung aus Western mit ein wenig Actionfilm, denn ein reiner Western ist es einfach nicht. Das liegt zum einen daran, dass der Film nicht im Wilden Westen spielt und das keine typische Western-Atmosphäre aufkommen möchte. Die Story ist dabei einfach simpel: Krimineller, in diesem Falle Morgan, kommt in den Knast und als er raus kommt, fängt er an Verbrechen zu begehen. Diese werden immer schwerer, so dass die Polizei immer mehr Nöte hat ihn zu schnappen. Und als er dann geschnappt wird, wird er getötet. Das ist eigentlich schon alles. Dabei fehlt hier der eigentliche Showdown, denn in vielen Filmen gibt es gerade zum Schluss richtige Duelle und Feuergefechte. Das fehlt hier, denn eigentlich ist es nur ein einzelner Schuss, der die Entscheidung bringt. Auch das "Nachgeplänkel" ist nicht der Rede wert, weshalb die Frage aufkommt, weshalb man den Film nicht mit dem Tod Morgans abgeschlossen hat.

Die Spannung ist nur sehr geringfügig vorhanden, die man bei einem solchen Film durchaus hätte erwarten können. Dabei ist die Handlung an sich einfach zu wenig gradlinig und streckenweise langweilig, weil es eigenlich nur um das "Hinter-jemandem-herlaufen" geht. Dabei kommt es ab und zu zu Schusswechseln, aber mehr Spannung ist einfach nicht vorhanden. Dabei spielt auch eine Rolle, dass der Film über mehrere Jahre angelegt wurde, zumindest von der Story, und das ist gegensätzlich einer schnellen und damit vielleicht auch mal spannenden Handlung.

Der Film stammt aus der Troma-Schmiede und ist auch kein richtig schlechter. Gerade was die Bildqualität angeht, wurde hier ganze Arbeit geleistet. Dass man es mit einem Film aus den 70ern zu tun hat, fällt nur an wenigen Störungen im Bildfluss auf, die aber nicht weiter ins Gewicht fallen. Als Schauspieler muss hier natürlich Dennis Hopper erwähnt werden, den ich aber auch schon in besseren Rollen gesehen habe. Er ist nicht schlecht, aber auch nicht herausragend. Alle anderen spielen eher kleinere Rollen, wie sie es auch sonst gemacht haben. Was hier auch noch auffällt: Es gibt keine weiblichen Rollen. Von 69 in der OFDB für diesen Film gelisteten Schauspielern sind man gerade 6 Frauen dabei. Es hätte dem Film vielleicht gut getan.

Wenigstens ist hier die vollständigste Fassung enthalten, auch wenn die eingefügten Szenen mit deutschen Untertiteln in Englisch gehalten worden sind. Dafür ist aber auch das Bild hier in gleicher Qualität vorhanden.

Mad Dog Morgan ist ein Film, den man nicht unbedingt gesehen haben muss. Man kann ihn sich ansehen ohne dabei aber ein Troma-Feuerwerk erwarten zu dürfen. Die Extras sind üppig und gerade bei der Sichtung wird deutlich, dass das Bild ordentlich "aufgepimpt" worden ist, was diesem Film gut tut. Ja, es ist gut, dass es diesen Film endlich uncut auf DVD gibt, aber das bringt dem Film auch keine sonderlich bessere Wertung ein, da einfach zu essentielle Defizite in der Geschichte und Erzählweise vorliegen. Deshalb gibt es hier die Mitte, also 05/10 Punkten.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Mad Dog Morgan (1976)
BeitragVerfasst: 23. Sep 2013, 08:01 
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Beiträge: 12
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Ich hatte mir vor was über 3 Jahren die australische DVD vom Film geholt und mir hat er sehr gut gefallen.
Im Vorfeld wusste ich schon, das Mad Dog Morgan nur ein Lizenzkauf von Troma war und deswegen habe ich hier auch nichts wie Toxie o.ä. erwartet.
Auch kannte ich den Trailer im Vorfeld schon und hatte über den Film viel gehört.
Anstelle von Trash bekommt man hier ein Outback-Outlaw-Goldgräber-Drama.
Ich finde Dennis Hopper spielt seinen Part mit Herzblut und sehr überzeugend.
Auch wenn einige jetzt denken ich ticke nicht ganz richtig, ich fand Hoppers Lesitungen hier sogar wesentlich besser und intensiver als in Easy Rider!
Ich würde dem Mad Dog 7,5/10 geben.


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