Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: 1984 (1984)
BeitragVerfasst: 30. Okt 2013, 02:46 
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O-Titel: Nineteen Eighty-Four
Herstellungsland: GB
Erscheinungsjahr: 1984
Darsteller: u. a. John Hurt, Richard Burton, Suzanna Hamilton, Cyril Cusack, Gregor Fisher, James Walker, Andrew Wilde, David Trevena, David Cann, Anthony Benson, Peter Frye, Roger Lloyd-Pack
Regie: Michael Radford
FSK: 16

Inhalt:


Wer die Vergangenheit beherrscht,
wer die Gegenwart beherrscht...

INGSOC. Ein großer Bildschirm, wo sich viele Menschen aufhalten und gebannt darauf starren. Das ist unser Land. Ein Land des Friedens und er Fülle. Ozeanien. Da sind Menschen, unserer Arbeiter, Erbauer, Kämpfer, und sie sterben auf den Schlachtfeldern. Die finsteren Armeen von Eurasien. Aber selbst, wenn wir siegen werden, gibt es ein Krebsgeschwür, ein Tumor, der sich immer wieder ausbreitet: Goldstein. Auf dem Bildschirm taucht sein Antlitz auf. Die Menschen kreuzen die Handgelenke und strecken sie als Zeichen der Abwehr von sich. Tod dem Verräter. Verräter. Verräter! Verräter!! Die Menge ist aufgestachelt. INGSOC. Alle erheben sich und kreuzen wieder die Handgelenke. B-B... B-B... B-B... Das Foto eines Mannes wird an die Wand geworfen.
Überall gibt es Lautsprecherdurchsagen. Stereotype Arbeitsplätze strikt aneinander gereiht. Es gibt ein Neusprech-Wörterbuch, und hier finden die Korrekturen der Tageszeitungen statt. Auch die Times ist darunter. Die Nachrichten werden umgestellt, so dass sie wohlklingender sind. Ein Mann gesteht über den Lautsprecher, dass er Geheimnisse verraten habe. Auch sein Gesicht ist auf dem Bildschirm zu sehen. Goldstein hat ihm befohlen Parteifunktionäre zu ermorden. Gedankenverbrechen sind der Tod. Der Sünder war krank in Körper und Geist.

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Wir begleiten Winston in seine Wohnung, wenn man die Behausung so nennen möchte. Er hat etwas hinter einem Stein versteckt. Ein Notiz- oder Tagebuch. Er schreibt etwas für die Nachwelt auf, aus dem Zeitalter des Großen Bruders, wenn er schon längst nicht mehr da ist. Winston geht einen Gang entlang und als er aus dem Fenster am Ende blickt, sieht er weite, grüne Wiesen und einen strahlend blauen Himmel. Ein Kind kommt in Sicht, wie es durch die Trümmer einer zerstörten Stadt läuft.
Winston wacht auf. Hoch ihr 30-40 Jährigen. Auf dem Bildschirm wird Gymnastik demonstriert. Smith. 6079 Smith W. Er versucht es nicht richtig, weshalb es ihm die Vorturnerin extra nochmals vor macht. Jeder unter 45 sollte fähig sein mit seinen Fingerspitzen seine Zehen zu berühren. Er verlässt seine Wohnung und trifft am Fahrstuhl auf seinen Nachbarn Parsons. Ob er schon gehört habe, dass die Schokoladenration erhöht werden soll? Es war die Nachricht, die Winston selbst gestern abgeändert hatte.

Zahlen werden über den Lautsprecher präsentiert. Hinrichtungen sind öffentlich im Fernsehen zu sehen. Es gibt eine karge Essensration an der Ausgabe. Frauen und Männer sitzen getrennt. Alle tragen Overalls in blau. Winston arbeitet beim Neusprech-Kommitee. Die Revolution ist abgeschlossen, wenn die Sprache perfekt ist. Die Proletarier zählen nicht. Sie sind wie Tiere. Doppelplusgut.
Wenn es eine Hoffnung gibt, dann liegt sie bei den Proletariern. Winston schreibt etwas in sein Buch. Er geht zu den Proletariern. Eine Frau an der Hausecke. Nur 2 $. Dann schiebt sie ihren Rock hoch. Winston ist zwar angewiedert, aber er macht es trotzdem. Er ist wieder bei der Arbeit. Er liest sie, fordert ein Bild aus der Verbrecherkartei und verändert die ursprüngliche Nachricht mit dem Bild. Ein Kriegsheld ist geboren.

Winston betritt ein Geschäft. Er sucht Rasierklingen. Das Notizbuch hat er von dort erhalten. Ein kauft eine Koralle in einer Glaskugel. Aber es gibt noch andere Sachen. Es gibt oben ein Extrazimmer mit Bett. Draußen hört man eine Explosion. Alte Drucke sind auch vorhanden. Als er geht bringen Frauen gerade Plakate an den Wänden an. Die eine hat er vorher schon beim Essen gesehen. Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei. Ein künstliches Besamungsprogramm wird propagiert. Die Frau von eben ist auch da.
Er hat nun eine neue Rasierklinge. Ein Hubschrauber fliegt an seiner Fensterfront vorbei. Winston geht durch einen Gang. Eine Frau stürzt. Er hilft der Schwester auf. Danke, Bruder. Sie hat ein Problem mit ihrem Arm. Und er hat sie zuvor schon gesehen. Als er ihr mit der Hand auf hilft, gibt sie ihm einen Zettel. Ich liebe Dich. Victory Square. Er vernichtet die Nachricht im Feuer. Wer ist sie?

Die Hinrichtungen gehen weiter. Winston ist bei seinen Nachbarn um etwas zu reparieren. Der Vater ist noch nicht zu Hause. Der Sohn sieht Winston misstrauisch an. Gedankenverbrecher. Eine Durchsage: Die Streitkräfte Ozeaniens haben einen glorreichen Sieg errungen. Die Menge jubelt und skandiert Tod. Und Hass. Die Frau schleicht sich an Winston heran und gibt ihm wieder einen Zettel. Es ist eine genaue Wegbeschreibung.
Ein Zug. Die Kinder darin singen ein Schlachtlied. Winston fährt mit. Anschließend geht er zu Fuß in ein Waldstück. Dann stößt die Frau zu ihm. Weite Landschaften wie bei dem Blick aus dem Fenster, grün und frisch. Er will sie, aber nicht hier vorne. Sie ziehen sich in den Wald zurück. Sie genießt es verdorben zu sein. Dann zieht sie sich aus und hat Sex mit Winston. Und das Kind läuft wieder durch die Trümmerstadt. Wir werden uns an einem Ort Treffen, wo es keine Dunkelheit gibt. Weitere Durchsagen. Die Proletarier sind weniger krank, die Sterblichkeit ginge zurück. Weniger Seuchen, weniger Epidemien.

Wenn der Zeitpunkt kommt, wo es keinen Orgasmus mehr gibt, steht nichts mehr der künstlichen Fortpflanzung im Wege. Die Anwesenheit bei diesem Vortrag scheint verpflichtend zu sein. Der Orgasmus wird abgeschafft. Und irgendwann wird es nicht mehr möglich sein "zu empfangen". Winston und auch die Frau sind da. Eien neue Nachricht: Ja.
Er findet sich wieder in dem Geschäft ein, aber er möchte nichts kaufen, sondern er will das Zimmer mieten. 4 $ die Woche soll es kosten. Die Menge skandiert wieder Verräter! Verräter! Darauf folgt die Fanfare und die Hymne Ozeaniens. Und alle kreuzen wieder die Hände: B-B... B-B...

Warum hat sie dem Vorschalg nur zugestimmt? Sie ist sonst so vorsichtig gewesen. Sie kommt mit auf das Zimmer und hat Zucker, den echten und kein Saccharin, Brot und auch echten Kaffee dabei. Winston fragt sich, woher sie diese Dinge hat. Er will sie, und sie ihn auch. Erst soll e rsich aber umdrehen. Eine Frau ist im Innenhof zu sehen. Als Winston sich dann umdreht, sieht er, dass sie sich zurecht gemacht hat. Sie trägt ein Kleid und hat sich geschminkt. Und sie verbringen wieder eine Nacht miteinander. Man hört in der Ferne Explosionen. Gibt es eine Zeit, wo das alles so einfach war?
Achtung, wir bitten um Ihre Aufmerksamkeit. Winston schreibt in sein Buch. Bestimmte Worte sind abzuschaffen. Ein Foto muss geändert werden. Immer und immer wieder Durchsagen. Winston wird von einen Mann angesprochen. Es sind zwei oder drei Wörter gesehen worden, die nicht der 10. Auflage der Neusprache entsprachen. Er soll bei O'Brien vorbeikommen, damit er die neueste Ausgabe sichten kann.

Die geänderten Nachrichten laufen weiter über den Bildschirm. Und Winston arbeitet weiter. Die Frau ist wieder bei ihm. Beide sind nackt. 21:00 Uhr. Sie müssen verschwinden, bevor es zu spät ist und sie sich nie wieder sehen. Es kann nicht andauern. Sie zieht sich an und geht. In den nächsten Wochen kann kein Treffen stattfinden. Es ist zu gefährlich für Julia. Ja, endlich nennt er ihren Namen. Winston bleibt zurück.
Deckung, Raketenbombe! Winston kann gerade so runter gehen um nicht getroffen zu werden. Helle Aufregung herrscht in der Nachrichtenagentur, wenn man sie denn so nennen möchte. Alle möglichen Meldungen werden geändert. Nur nichts ins falsche Licht rücken. Alles verblasst wie Nebel. Die Lüge wird Wahrheit und wieder Lüge. Er öffnet eine Tür und wieder erscheinen ihm davor blühende Landschaften.

Julia ist bei ihm. Was ist? Er hat geträumt. Von seiner Mutter. Er war damals noch ein kleiner Junge. Während des Krieges bevor die Partei gegründet wurde. Er hat ihnen etwas weggenommen und war davongerannt. Aber er konnte nicht anders. Als er zurück kam, waren seine Mutter und auch seine Schwester verschwunden. Nur die Ratten waren übrig geblieben. Er hat sie nie mehr gesehen. Es geht nicht darum zu überleben, sondern menschlich zu bleiben. Man hat keine Wahl. Etwas gestehen ist nicht Verrat. Wenn sie ihn zwingen können, dass seine Gefühle sich ändern, das wäre Verrat. Sein Innerstes können sie nicht erfassen. Er wird O'Brien aufsuchen.

Äußere Parteimitglieder werden auf dem Bildschirm präsentiert. O'Brien bietet Winston an Platz zu nehmen. Weitere Verhaftungen werden erwartet. O'Brien schaltet den Bildschiorm ab, etwas, was nur die Oberen können. Goldstein hat keine Agenten im eigentlichen Sinn, denn nur die Idee an sich wird aufrecht erhalten. Bei der Gedankenpolizei ist aber jeden dan auf sich allein gestellt. O'Brien überreicht Winston ein Buch. Dann schaltet er den Bildschirm wieder an. Winston geht. Das Neusprech-Wörterbuch, und es wird mit jeder Auflage immer schmaler. Aber in diesem Buch ist das Manifest Goldsteins eingearbeitet.
Soldaten marschieren im Namen INGSOCs. Es spielt keine Rolle ob im Krieg oder nicht. Der Weg muss immer weiter gehen. Winston liest Julia aus dem Buch vor. Kriegt wird immer von der herrschenden Rasse gegen die Untergebene geführt. sie liegen gemeinsam im Bett. Winston versteht das Wie aber nicht das Warum. Julia steht auf um Kaffee zu machen, aber etwas stimmt nicht. Das Wasser ist kalt und das Öl ist leer. Als Winston mit Julia am Fenster steht, beide nackt, hören sie der Frau draußen im Hof beim Singen zu. Wir sind die Toten. Ihr seid die Toten! Der Druck an der Wand zerspringt und legt das Bild des Großen Bruders frei. Und ein Hubschrauber fliegt an ihr Fenster. Soldaten dringen in das Zimmer ein. Winston und Julia müssen sich Rücken an Rücken in der Mitte des Raumes aufstellen. Dann wird Julia geschlagen und geht zu Boden. Sie nehmen sie mit. Winston bleibt allein. Der Inhaber des Ladens kommt nach oben und stellt sich vor Winston. Gedankenpolizei.

Ein bekachelter Raum als Gefängniszelle. Winston ist allein. Smith soll die Augen aufmachen. Die Zellentür wird aufgemacht und Parsons herreingeführt. Er ist ein Agent von Goldstein. Seine Tochter hat es gewusst. Er selbst nicht, aber seine Tochter schon. Gedankenverbrechen sind heimtükisch. Dann öffnet sich wieder die Tür. Zimmer 101. Parsons fängt an zu flehen und zu betteln. Sie sollen Winston nehmen. Aber er weiß, dass er mit den Soldaten gehen muss, weshalb er mit ihnen verschwindet.
O'Brien kommt rein. Winston wird geschlagen. Die Fotos von ihm und Julia werden an die Proletarier verhökert. Er bekommt den Kopf geschoren. Sie wollen Winston heilen und gesund machen. Er wird auf eine Folterbank geschnallt. Und dann bekommt er Stromschläge verpasst. Während der Unterhaltung kann O'Brien ihn jeder Zeit unter Strom setzen. Jeder Zeit. Winstons Geist ist umnachtet. Woran glaubt er sich zu erinnern? Die Personen, die Winston von seiner Arbeit her auf Fotos gesehen hat - sie existierren nicht. O'Brien verbrennt die Bilder. Erinnert er sich an sein Tagebuch?

4 Finger. Wenn die Partei sagt, dass es 5 Finger sind, dann sind es 5. Doch es sind in Winstons Kopf immer noch 4. Strom! Er kann nicht mehr. 2 und 2 ist 4. Aber manchmal ist es 3, manchmal auch 5 oder alles zugleich. Weder Gegenwart, Vergangenheit noch Zukunft existieren für sich. Das Bewusstsein der Partei, allumfassend und unsterblich. Es sind aber noch immer 4 und keine 5 Finger. Strom! Wie viele Finger, Winston? Winston weiß es nicht.
Die Tür öffnet sich zu den grünen Landschaften. Winston soll O'Brien die Dinge fragen, die ihm auf der Seele liegen. Julia? Hat ihn verraten. Existiert der Große Bruder wirklich? Eine Antwort darauf erhält Winston nicht. Dann werden zwei Kugeln direkt an seinen Kopf angebracht und es fließt Strom durch sein Gehirn. Erinnerungen werden ihm eingeimpft. Es sind nun 5 Finger. Macht bedeutet die Befähigung den menschlichen Geist zu zuerlegen und wieder zusammen zu setzen. Er wird scheitern. Hass und Furcht haben kein Leben. Sie werden versagen. Das Leben wird sie besiegen. Menschlichkeit ist die Partei. Goldsteins Buch spricht dafür. Aber O'Brien hat es geschrieben. Etwas wird sie besiegen, wovon sie keine Ahnung haben. Die menschliche Rasse ist ausgestorben. Winstons Fesseln werden gelöst. Er soll aufstehen. Er soll sich im Spiegel ansehen. Die Zähne fallen ihm aus und er sieht seinen jämmerlichen Zustand. Sie haben ihn dazu gemacht. Nein, Winston selbst hat sich dazu gemacht. Die Schwerkraft ist verschwunden. Er ist einer der Auserwählten. O'Brien - Julia. Ein Schuss. Julia ist tot. Auf der Wiese. Winston ruft ihren Namen. Er ist fertig. Wie sind seine Gefühle für den Großen Bruder? Winston liebt ihn.

Zimmer 101. Was einen dort erwartet, ist das schlimmste der Welt. Er wird auf einen Stuhl gebunden. In seinem Fall sind es Ratten in einem Käfig. Was soll er tun? Die Maske passt genau auf seinen Kopf. Und die Ratten sind hungrig. Sie werden sich in seinen Kopf bohren. Julia ist neben O'Brien zu sehen. Er soll es Julia antun, nicht ihm! Nicht ihm!

Winston sitzt beim Schach in einem Restaurant. Julia kommt rein und setzt sich zu ihm. Sie erhält etwas zu Trinken, auf Kosten des Hauses. Fanfare. Eine Bekanntmachung: Um 15:30 Uhr. Ozeaninen ist von einer Invasion bedroht. Julia hat ihnen alles erzählt. Sie muss zu einer Versammlung. Sie müssen sich aber wieder sehen. Winston ist auf den Bildschirmen zu sehen. Er erzählt, wie er sein Land verraten hat, dass er einer der Spione von Goldstein sei, dass er Sex mit einer Prostituierten hatte und sich Syphillis eingefangen hat, und es auch weiter verbreitete. Aber jetzt ist er geheilt. Das Ende des Krieges ist in greifbare Nähe gerückt. Er ist allein im Lokal. Und er liebt Julia.

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Wertung:


1984 ist das erfolgreichste Buch von George Orwell und hier liegt die gleichnamige Verfilmung aus dem Jahre 1984 vor. Vorrausschicken muss ich, dass die Geschichte 1949 erdacht worden ist, und damit weit vor 1984 geschrieben wurde. Damit handelt es sich um eine Utopie. Trotzdem bringe ich diesen Film hier bei Dramen und nicht in Science-Fiction, auch wenn er dort ebenso seinen Platz hätte.

Die Welt ist in Unordnung geraten, denn es gibt nur noch drei Länder: Ozeanien, Eurasien und Ostasien, und alle führen Krieg gegeneinander. Der einzige Herrscher, den es in Ozeanien gibt, ist der Große Bruder (im Film sagen sie B-B... für Big Brother). Wer oder was der Große Bruder ist, bleibt unklar, denn in persona taucht er niemals auf. Alles ist zu einem Überwachungsstaat geworden, in der es keine Privatsphäre mehr gibt. Alles ist staatlich geregelt. Es gibt keine freie Meinung mehr, da die Tageszeitungen und Nachrichten voll von gekünstelter Propaganda sind, und sogar Wörter aus dem allgemeinen Sprachgebraucht entfernt werden. Dafür gibt es neue Kreationen wie "doppelplusgut". Selbst die schlimmsten Nachrichten werden verdreht, so dass es für die Bevölkerung positiv klingen soll.

Das normale "Paarungsverhalten" wird im Keim erstickt, da selbst der Orgasmus abgeschafft werden soll, denn dieser führt zu Gedankenverbrechen. Denn es gilt nur das, was die Partei sagt. Und das macht das Szenario so schlimm, denn alles, was einer anderen Meinung als die der Partei entspricht, gehört hier vernichtet und ausgerottet. Die Überwachung seiner Bürger ist dabei nur ein Teil der Geschichte. Und funktioniert man nicht so, wie es die Partei möchte, dann wird man einfach mit einer Gehirnwäsche umgepolt, zumindest wird es versucht, damit 4 Finger zumindest nicht 4 Finger sind, sondern damit man sich unschlüssig darüber ist, wie viele Finger es denn jetzt wirklich sind. Dabei gilt dann das, was die Partei sagt, denn manchmal sind es 3 manchmal aber auch 5 Finger. Dennoch zeigt sich am Ende die wirkliche Bedeutung, denn selbst diese grausame Prozedur kann die Gedanken von Winston nicht verändern, denn er liebt Julia noch immer, und 4 Finger sind für zumindest manchmal immer noch 4 Finger.

1984 gehört zu den großen, literarischen Utopien, wobei hier ein denkbar schlechtes Szenario ausgewählt worden ist. In "Schöne Neue Welt" von Aldous Huxley geht es um die Prägung von Menschen bereits in der fetalen Entwicklungsphase, damit ihre spätere Zugehörigkeit einer entsprechenden sozialen Schicht gewährleistet ist. "Fahrenheit 451" handelt von Büchern und dem Verbot, welche zu besitzen. In 1984 ist die Darstellungsweise aus meiner Sicht aber um einiges drastischer, da hier praktisch ein Weltkriegs- und -untergansszenario vorherrschend ist.

John Hurt ist in der Rolle des Winston Smith die Idealbesetzung, da er hier im Film müde und irgendwie verbraucht gezeigt wird. Man kann dadurch in etwas nachfühlen, was dieser Mensch erleiden muss und musste. Auch Richard Burton in der Rolle des O'Brien kommt gut zur Geltung, auch wenn es eigentlich nur eine Nebenrolle ist. Es war im übrigen der letzte Film, in dem er mitgespielt hat, da er kurze Zeit später verstorben ist.

Den Soundtrack zum Film haben unter anderem Eurythmics beigesteuert. Viel wichtiger ist aber das Bild: Alles wirkt grau in grau und stereotyp in Einheitsbrei und dadurch wirkt es einfach trostlos, fast so trostlos wie die Erzählungen von "Menschenfeind".

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Ob dieser Film jetzt besser ist als das Buch vermag ich nicht zu sagen, da ich das Buch nicht gelesen habe. Der Film ist recht gut umgesetzt und bringt die nötige Ernsthaftigkeit mit. Es gibt allerdings auch Passagen, die nur dazu dienen, die Welt in ihrem grau zu zeigen. Vielleicht ist deshalb auch die Vorstellung von Winston von einer grünen Wiese mit integriert worden. Das macht es an einigen Stellen ein wenig lang aber dennoch passend. Als Wertung erlaube ich mir hier eine 09/10 Punkten. Die Abzüge gibt es zum einen wegen der Länge und zum anderen aufgrund des Verhaltens von Julia. Es kommt einfach viel zu schnell zu einem "Ich liebe Dich" gegenüber jemandem, den sie eigentlich gar nicht kennt, und deshalb wirkt es in einer Welt, wo hinter jeder Fassade ein Gedankenpolizist lauern könnte, etwas unglaubwürdig. Egal, wenigstens sind hier im Forum die Gedanken frei.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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