Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Babel - Wer verstanden werden will... muss zuhören. (2006)
BeitragVerfasst: 29. Okt 2013, 01:31 
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O-Titel: Babel
Herstellungsland: F/MEX/USA
Erscheinungsjahr: 2006
Darsteller: u. a. Brad Pitt, Cate Blanchett, Gael García Bernal, Kôji Yakusho, Adriana Barraza, Rinko Kikuchi, Said Tarchani, Boubker Ait El Caid, Elle Fanning, Nathan Gamble, Mohamed Akhzam, Peter Wight
Regie: Alejandro González Iñárritu
FSK: 16

Inhalt:


Die Wüste Marokkos. Ibrahim ist auf dem Weg zu Abdullah. Er klopft an seine Tür. Er hat ein Gewehr der Marke Winchester mitgebracht. 1000 Dirhans will er dafür, inklusive 300 Patronen. Nein, soviel gibt es nicht. Höchstens 500 und eine Ziege. Das ist der Deal. Abdullahs Söhne Hassan und Yussof sollen das Schießen lernen, damit sie Schakale schneller töten können. Yussof erweist sich als der bessere Schütze. An einer Hauswand späht er durch ein Loch um Zohra zu beobachten, wie sie sich entkleidet. Sein Bruder muss ihn zurecht weisen. Die Landschaft ist weit, und Schakale halten sich auf den Hügeln auf. Als einer nahe genug ist, schießt Hassan, doch er schießt zu früh, und schlägt damit die Tiere in die Flucht. Also kümmern sie sich weiter um ihre Ziegen. Als Yussof kurz weg ist, fängt Hassan wieder an zu schießen. Angeblich sollen die Kugeln auf 3 Kilometern treffen können. Aber alles, auf was sie bisher geschossen haben, ist näher. Ein Stück das Tal runter ist eine Straße, auf der sich ein Reisebus nähert. Und Yussof schießt auf den Bus. Dieser fährt weiter, doch plötzlich hält er an. Als sie merken, dass etwas nicht stimmt, gehen die beiden stiften.

Amelia, die mexikanische Haushälterin, kümmert sich um die Kinder des Hauses. Das Telefon klingelt. Als sie abnimmt, ist es der Hausherr. Mike soll ans Telefon kommen, denn er möchte mit ihm reden. Anschließend bringt Amelia ihn und seine Schwester Debbie ins Bett. Mike hat Angst, dass ihm das gleiche passiert wie seinem Dad. Amelia hat unterdessen ein Problem. Sie möchte auf die Hochzeit ihres Sohnes nach Mexiko reisen, doch sie weiß nicht wohin mit den Kindern. Sie versucht jemanden zu finden, der sie nehmen kann, doch sie findet keinen. Deshalb muss Amelia sie zwangsweise mitnehmen. Ihr Neffe Santiago fährt mit dem Auto vor und ist überrascht, dass die beiden Kinder mitkommen sollen.

Susan und Richard sitzt in einer Art orientalischen Restaurant im Freien und bestellt. Was sollen sie am anderen Ende der Welt? Susan wirkt gestresst. Allein die Wasserhygiene in diesem Land bereitet ihr Kopfzerbrechen. Sie will Richard nicht verzeihen, was auch immer er getan hat. Wenn er nicht wieder abhaut, dann will sie mit ihm reden.
Zusammen mit anderen Leuten fahren sie durch die Wüste. Sie schaut aus dem Fenster. Alles ist still. Der Bus schlängelt sich die ebenerdigen Serpentinen entlang. Dann bricht die Scheibe neben ihr ein und es entsteht ein Loch. Und dann fängt Susan auf ihrer linken Seite an zu bluten. Sofort anhalten!

Irgendwo in Asien findet ein Volleyballspiel statt. Erst glaubt man noch, dass es sich um ein ganz normales Spiel handelt, doch als die Mitspielerinnen sich beim Schiedsrichter beschweren, dass er einen Punkt falsch beurteilt hat, merkt man, dass diese Mannschaft ganz anders ist: Alle Mädchen darin sind taubstumm. Wataya holt seine Tochter Chieko vom Spiel ab. Er achtet nicht genug auf sie. Besonders, seit dem ihre Mutter tot ist. Aber er bemüht sich. Er setzt sie in der Innenstadt ab, wo sie sich mit einigen Freundinnen in einer Musikkneipe trifft. Bereits dort werden sie von einigen Jungs beobachtet. Als sie an einem Spielautomaten sind, werden sie von hinten angesprochen, doch sie können den Verehrer nicht hören. Und als dieser merkt, dass die Mädchen nicht sprechen können, verliert er das Interesse an ihnen. Chieko versucht dennoch irgendwie auf sich aufmerksam zu machen.

Die beiden Brüder treiben ihre Ziegenherde vor sich her. Sie verkriechen sich in ihrer Hütte. Aber ihre Mutter findet dies gar nicht gut, und von ihr erhalten sie deshalb eine Standpauke. Ein Wagen hält vor ihrem Haus und Abdullah, ihr Vater, steigt von der Ladefläche. Ihre Mutter soll was zu Essen machen. Sie haben keine Schakale getroffen, und deshalb gibt es kein Fleisch heute Abend. Die Straße war gesperrt gewesen. Anscheinend haben Terroristen eine Amerikanerin getötet. Die Polizei ist bereits auf der Suche nach den Tätern.

An der Grenze zu Mexiko ist der Teufel los - Auto an Auto. Santiago, Amelia und die beiden Kinder werden jedoch nicht angehalten. Etwas außerhalb der Großstadt, kommen sie bei Amelias Sohn Luis an. Um die Kinder zu beschäftigen, nimmt Lucio sie mit zum Spielen, aber es sind merkwürdige Spiele: Erst ist es die Aufgabe ein Huhn zu fangen, und als es gefangen wurde, dreht Santiago diesem den Hals um. Die beiden Kinder aus Amerika sind vor Entsetzen erstarrt.

Im Bus herrscht Aufregung. Susan blutet. Ein Krankenhaus ist weit und breit nicht in der Nähe. Richard versucht einen vorbeifahrenden Wagen anzuhalten, doch dies misslingt. Sie müssen irgendwo hin, sonst stirbt Susan hier. Ein Einheimischer sagt ihnen, dass es in seinem Dorf so was wie einen Medizinmann gibt. Richard bringt den Busfahrer dazu mit dem Bus und seinen Fahrgästen zu diesem Dorf zu fahren. Es sind ärmliche Verhältnisse. Kinder laufen dem Bus hinterher. Richard nimmt seine Frau auf die Arme und trägt sie in das Dorf. Begleitet von den Einwohnern. Einen regulären Telefonanschluss gibt es hier nicht. Susan wird zu einer alten Frau in die Hütte gebracht und dort nieder gelegt. Die Frau soll genau auf die Stelle der Wunde von Susan drücken. Die anderen Reisenden werden langsam ungeduldig. Er soll schnell machen, damit sie weiter können. Ein Handy gibt es im Ort, und mit diesem versucht Richard Hilfe über die Botschaft zu erreichen. Sie sollen einen Krankenwagen schicken. Südwestlich von Erfoud. Der Medizinmann ist da. Die Wunde an der Schulter ist sehr groß, und wahrscheinlich blutet sie innerlich. Wenn nichts passiert, wird sie hier verbluten. Trotz der Gegenwehr von Susan kann er die Wunde äußerlich zunähen. Aber sie braucht ein Hospital. Und sie schreit.

Stille in Japan. Die Menschen erzählen, doch Chieko kann sie nicht hören. Sie ist beim Zahnarzt. Als sie auf dem Behandlungsstuhl sitzt, versucht sie den Zahnarzt zu küssen. Und sie führt seine Hand in ihren Schritt. Ihm wird es ihm zu bunt, und er schmeißt sie aus seiner Praxis raus. Sie geht nach Hause, und auf dem Weg dorthin, wird sie von zwei Polizisten angesprochen. Sie müssten mit ihrem Vater reden. Aber sie weiß nicht, wo ihr Vater ist. Der jüngere der beiden gibt ihr eine Karte, falls sie ihm doch mitteilen möchte, wo er ist. Er gefällt ihr. Zu Hause hat ihr Vater eine Nachricht für sie zurückgelassen. Er musste bereits fort und konnte nicht mehr auf Chieko warten.
In den Abendnachrichten bringen sie etwas über die tote Amerikanerin. Eine Freundin von ihr kommt vorbei. Die Polizei hat Zweifel am Tod ihrer Mutter.

Die beiden Brüder sind wieder in der Felswüste unterwegs. Die Polizei ist inzwischen vor Ort und untersucht den Fall. Der Leiter der Ermittlungen ist Hauptmann Alarid. Sie finden Patronenhülsen. Mehrere. Ein Kaliber .270 Gewehr. Er gibt Anweisungen, dass seine Leute herausfinden sollen, wer in dieser Gegend ein solches Gewehr besitzt. Sie fahren die Dörfer ab. Und kommen auf Hassan Ibrahim. Die Polizisten tauchen bei seinem Haus auf, und bedrohen ihn mit gezogener Waffe. Ibrahim hat auf niemanden geschossen. Er schwört es. Er hat selbst nicht geschossen. Er hat das Gewehr verkauft. Erst gestern. An Abdullah Abdoum. Er lebt auf der anderen Seite. Die beiden Brüder bekommen mit, dass nach ihrem Vater gesucht wird. Auch das Beobachten von Zorah erzählen sie ihm.

Die Hochzeit von Luis und Patricia ist in vollem Gange, und auch Amelia hat Spaß bei der Feier. Selbst die Kinder erfreuen sich an dem Fest. Und auch mit ihnen wird getanzt. Es wird viel gelacht und viel getrunken. Die Hochzeitstorte wird hereingebracht.

Bei Tarzarine wurde auf eine Amerikanerin geschossen. Die Marokkaner beteuern, dass alle Terrorzellen in ihrem Land vernichtet worden seien. Susan will ihre Kinder anrufen. Sie ist aufgeregt, weshalb ihr die alte Frau eine Pfeife zur Beruhigung reicht. Der Busfahrer soll die Klimaanlage einschalten, doch das würde nur wieder Benzin verbrauchen. Richard bittet die anderen Touristen noch ein wenig zu warten. Sie geben ihm 30 Minuten.

In Japan treffen die taubstummen Freundinnen auf ein paar Jungs in der Stadt. Sie erhalten Whisky und ein paar Pillen und haben einfach Spaß. Anschließend stürzen sie sich ins Nachtleben. In irgendeine Disco. Doch diese ist stumm, und Chieko genießt das Lichtermeer. Sie geht allein nach Hause. Dem Portier gibt sie die Karte des Polizisten und versucht ihm mitzuteilen, dass sie mit ihm reden möchte, und dass er bitte herkommen soll. Sie möchte über ihren Vater reden.

Abdullah schlägt seine Kinder. Auch Zorah bekommt Ärger, weil sie sich wiederholt ausgezogen hat. Er will wissen, wo das Gewehr ist. Ibrahim hat es von einem Japaner erhalten. Er hat ein Foto, was er den Polizisten zeigt. Die Brüder holen das Gewehr aus seinem Versteck. Anschließend geht Abdullah mit ihnen zu Najib. Er will seine Fälle dort abliefern. Die Polizei findet Abdullah nicht, weshalb Ibrahims Frau sie dorthin führen soll. Unterwegs erblicken sie den Vater mit seinen beiden Söhnen und sie teilt das den Polizisten mit. Deshalb fangen sie an auf die drei Flüchtigen zu schießen. Sie gehen in Deckung. Dann steht Hassan doch auf und wird getroffen. Yussof schnappt sich das Gewehr und schießt zurück, und kann einen Polizisten verwunden.

In Mexiko ist es spät geworden. Amelia will aber nicht dort übernachten. Die Kinder müssen schließlich zurück nach Hause. Obwohl ihr Neffe Santiago eigentlich viel zu betrunken ist, um noch über die Grenze zu fahren, macht er es doch. Die Kinder schlafen, als er fast einen Unfall mit seinem Wagen hat. Er will in Tecate über die Grenze zurück in die USA. Amelia gibt dem Grenzbeamten die Pässe der Kinder, als dieser danach fragt. Dann geht er sie überprüfen. Sie sollen einen Augenblick warten. Ein anderer möchte in den Kofferraum sehen. Santiago macht ihn auf. Alles in Ordnung. Er steigt wieder in den Wagen. Handschuhfach und Handtasche enthalten keine besonderen Dinge. Der andere Grenzbeamte kommt zurück. Er möchte die Vollmacht der Eltern sehen. Diese liegt nicht vor. Die Kinder werden wach. Santiago mischt sich ein, und der Officer merkt, dass hier etwas nicht stimmt. Santiago soll aus dem Wagen aussteigen. Aber anstelle der Aufforderung nachzukommen, flieht er mit seinem Wagen über die Grenze. In die Dunkelheit. Die Polizisten verfolgen ihn. Die Kinder werden von dem Geholpere, denn Santiago ist inzwischen fast in Unterholz abgebogen, unruhig, bekommen Angst und fangen an zu weinen. Santiago fordert sie auf in der Dunkelheit aus zusteigen. Dann fährt er davon und lässt die drei in der Dunkelheit zurück.

Susan ist noch nicht tot. Richard sieht müde und kaputt aus. Der Einheimische ist weiter an seiner Seite. Die Polizei ist wieder da und berichtet ihm, dass kein Krankenwagen kommt. Seine Botschaft wollte einen organisieren. Ein Hubschrauber ist die nächste Option, die nun versucht wird. Richard telefoniert nochmals, aber aufgrund der momentanen politischen Situation sei ein Krankenwagen nicht möglich. Er rennt dem bereits losgefahrenen Bus hinterher, doch dieser hält nicht an und fährt einfach weiter. Jede Rettung scheint dahin zu schwinden.

Der Officer kommt zu Chieko in die Wohnung ihrer Eltern. Ihr Vater hat nichts mit dem Tod ihrer Mutter zu tun. Sie ist vom Balkon gesprungen. Sie zeigt ihm die Stelle, von wo aus sie gesprungen ist. Und sie hat es mit angesehen. Der Officer sieht in der Wohnung Bilder von Ibrahim und Wataya und von dem Gewehr. Es gab mit diesem Gewehr einen Zwischenfall. Sie wollen ihren Vater nicht festnehmen. Als der Officer gehen will, lässt Chieko das nicht zu. Sie verschwindet kurz aus dem Raum. Als sie zurück kommt, ist sie nackt. Sie beginnt ihn an zufassen. Sie soll aufhören. Sie ist noch ein Kind. Er stößt sie weg. Dann weint sie und er nimmt sie in die Arme.

Abdullah will das Gewehr. Es wird weiter auf sie geschossen. Hassan wird nochmals getroffen und stirbt daran. Und der Vater hält weinend sein Kind in den Armen. Yussof geht mit erhobenen Händen in Richtung der Polizei. Er sagt, dass er geschossen habe.

Die Party ist zu Ende. Amelia und die Kinder haben im Freien übernachtet. Sie sind müde und erschöpft. Ein Wagen fährt auf einer Straße entlang und Amelia rennt in seine Richtung. Mike versteht nicht, warum sie sich verstecken müssen. Amelia kommt zurück, nimmt das Mädchen auf den Arm und den Jungen bei der Hand. Sie folgen verwaschenen Reifenspuren in der Hoffnung, dass sie auf irgendjemanden treffen, der ihnen helfen kann, so mitten in der Wüste. Und sie wissen nicht wo sie sind. Debbie und Mike lässt Amelia unter einen Strauch zurück. Sie will sich selbst auf die Suche nach Hilfe machen. Nach kurzer Zeit sieht sie wieder einen Wagen. Aber es sind die Grenzbeamten. Sie ist festgenommen. Und sie wird mitgenommen. Sie will aber noch die Kinder aus der Wüste bringen, doch sie kann sie nicht mehr finden. Dann bringt die Polizei sie fort.

Susan ist dem Tode nahe. Besonders um Mike soll Richard sich kümmern. Doch dann ist der Hubschrauber da. Susan wird auf eine Trage gelegt und in den Helikopter gebracht, und das ganze Dorf scheint ihnen dabei zuzusehen.

Chieko hat sich einen Mantel über gezogen. Es braucht ihr nicht Leid zu tun. Sie schreibt etwas auf, faltet es zusammen und drückt es dem Officer in die Hand, aber er soll ihn nicht sofort lesen. Dann legt sie wieder ihren Mantel weg, und er wendet sich von Chieko ab.

Amelia sitzt auf der Polizeiwache. Sie haben die Kinder auch ohne sie gefunden. Und sie leben. Sie hat allerdings illegal in den USA gearbeitet. Was mit Santiago ist, dass weiß man noch nicht, aber Amelia wird abgeschoben werden, auch wenn sie sich einen Anwalt nehmen würde. Die Empfehlung lautet deshalb die Abschiebung zu akzeptieren.

Der Hubschrauber fliegt mit Richard und Susan in ein Krankenhaus. Die Dorfbevölkerung sieht ihnen nach. Bis zum Operationstrakt kann Richard sie begleiten. Dann erfährt er noch, dass die Ärzte nicht wissen, ob Susan durchkommen wird. Richard ruft deshalb zu Hause an. Rachel kommt heute Abend mit dem Flugzeug. Ja, es komme jemand, damit sie heute Abend nach Mexiko fahren kann. Dann spricht er mit seinem Sohn.

Der Officer verlässt das Gebäude. Herr Wataya kommt gerade nach Hause. Es geht um das Winchester. Er hat es seinem Jagdführer Ibrahim zum Geschenk gemacht. Nein, es ist ganz normal registriert und nicht illegal. Morgen soll er sich nochmal auf der Station melden. Dann fragt er noch nach dem Tod seiner Frau, und wie diese vom Balkon gestürzt ist. Nein, sie ist nicht vom Balkon gestürzt. Sie hat sich in den Kopf geschossen, und Chieko hat sie damals gefunden. Wataya fährt mit dem Fahrstuhl in seine Wohnung und der Officer öffnet das kleine Briefchen von Chieko als er in einem Schnellimbiss sitzt. Die Nachrichten laufen dort. Die Amerikanerin konnte das Krankenhaus heute verlassen. Wataya kann seien Tochter nicht finden. Die Balkontür steht offen. Er tritt nach draußen und seine Tochter steht nackt am Geländer. Sie nimmt seine Hand und fällt weinend in seine Arme. Und das Szenenbild lässt die beiden auf dem Balkon im 31. Stock eines japanischen Hochhauses zurück.

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Wertung:

Dieser Film war mir ein besonderes Anliegen, weshalb ich ein Review dazu verfasst habe. Dabei ist es oft so, dass gerade Episodenfilme ein Nischendasein fristen, sieht man vielleicht von Pulp Fiction ab. Die Episoden hier haben ein einziges Bindeglied: Das Gewehr, und es ist meistens so, wie es hier erzählt wird, denn die anderen Personen wissen meist nichts von den Schicksalen oder Lebensverhältnissen, in denen die Personen, mit denen man unfreiwillig nur einen kurzen, einzigen Berührungspunkt hat, zu Hause sind, und das sind ganz unterschiedliche Welten.

Da sind zum einem Susan und Richard, die anscheinend recht wohlhabend sind. Zwei Kinder, ein großes Haus, eine Haushälterin. Und trotzdem sind sie, wie man es immer so schön sagt, zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort, denn nur durch einen Zufall und die Spielerei der beiden Brüder kommt Susan hier zu Schaden - herausgerissen aus ihrer heilen Welt.

Ohne es zu wissen sind auch ihre Kinder in Gefahr, denn die Haushälterin hat nicht bedacht, dass sie nicht einfach die Kinder einpacken und mit nach Mexiko nehmen kann. In der Wüste wären sie fast verdurstet, wenn sie nicht gefunden worden wären. Das hat im eigentlichen nichts mit Hassan und Yussof zu tun, aber wenn der Schuss so träfe, dass Susan dabei stirbt, dann haben genau diese beiden Kinder keine Mutter mehr.

Auf der anderen Seite der Welt gibt es eine japanische Familie, die es bestimmt nicht leicht gehabt hat: Ein wahrscheinlich erfolgreicher Geschäftsmann hat eine Tochter, doch leider ist diese taubstumm. Und man erfährt die Qualen, die sie erleidet, da sie von überall Zurückweisung erfährt, und das, wie sie es zumindest empfindet, aufgrund ihrer Behinderung. Deshalb flüchtet sie sich in die Arme eines jeden, der ihr in die Quere kommt, sei er nun Zahnarzt oder Polizist. Auch das hat mit Yussof und dem Schuss auf Susan wiederum nichts zu tun, aber es war das Gewehr ihres Vaters, bevor er es an Ibrahim verschenkt hat, und deshalb ist die Spur bis nach Japan zurückverfolgt worden.

Man erfährt hier einiges über die Hintergründe eines jeden Einzelnen, obwohl die Personen im wirklichen Leben nichts miteinander zu tun haben. Auch als sich die Wege kurz kreuzen, haben sie nichts miteinander gemein, sieht man einmal von der Familie Richard, Susan, Michael und Debbie ab, und gerade das macht diesen Film interessant.

Dabei kommt es hier nicht auf Spannung an, denn wir sind hier eher in einem Drama gelandet, denn aus einem "Aus-Spaß-auf-einen-Reisebus-schießen" wird Ernst, spätestens dann, wenn die Polizei einen der beiden Brüder tötet. Die Geschichte dahinter ist das, worauf es hier ankommt, und diese ist fabelhaft umgesetzt worden, und gerade deshalb bin ich der Meinung, dass dies auch wieder so ein Film ist, der zu Unrecht viel zu wenig Beachtung erhalten hat.

Die Schauspieler, allen voran natürlich Brad Pitt und Cate Blanchett, sind hier nebensächlich, denn die Rollen sind ausgeglichen verteilt, auch wenn die beiden Hollywood-Stars wohl eher im Gedächtnis bleiben als der Darsteller von Abdullah. Vielleicht war es auch einfach Marketingstrategie. Notwendig wären diese beiden Schauspieler für die Charaktere nicht unbedingt gewesen. Der Regisseur Iñárritu hat hier sehr gute Arbeit geleistet, obwohl er gar nicht so viele Filme veröffentlicht hatte. Zumindest 3 Jahre zuvor mit "21 Gramm" hat er einen ebenso exzellenten Film mit tragischer Komponente abgeliefert.

Was hier weiter auffällt ist die Musikauswahl, denn diese ist genau an den Stellen vorhanden, wo sie auch sein soll, und das auf gekonnte, ganz dezente Weise. Der Ton spielt hier sowieso eine große Rolle, denn gerade, wenn gar nichts zu hören ist, kann der Film absolut gut zur Geltung kommen. Man beginnt dadurch zu verstehen, wie es ist, wenn man sich taubstumm in einer Disco bewegt, so ganz ohne Musik und nur mit den Lichteindrücken.

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Was dem ein oder anderen hier allerdings deutlich stören wird, ist die Tatsache, dass der Film zu mindestens 80 % untertitelt ist. Das liegt leider an den jeweiligen Landessprachen. Mich hat es nicht gestört.

Das Gesamtfazit fällt hier durchweg positiv aus und es kann hier nur die Höchstnote 10 von 10 geben. Dabei bleibt hier noch eine Anmerkung von mir übrig: Auch ich hätte dem Film keine Beachtung geschenkt, wenn er nicht bei meiner Fernsehzeitung dabei gewesen wäre, und deshalb finde ich diese Zeitschriften-Filme extrem gut, da man nicht nur hier im Forum sondern auch durch diese DVDs/Blu Rays Filme zu sehen bekommt, die man sich nie gekauft hätte, und damit wäre mir diese Perle der filmischen Kunst durch die Lappen gegangen.

_________________
Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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