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 Betreff des Beitrags: Bellflower (2011)
BeitragVerfasst: 25. Okt 2013, 20:36 
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Bellflower
(Bellflower)
mit Evan Glodell, Jessie Wiseman, Tyler Dawson, Rebekah Brandes, Vincent Grashaw, Zack Kraus, Keghan Hurst, Alexandra Boylan, Bradshaw Pruitt, Brian Thomas Evans, Britta Jacobellis, Ceaser Flores, Chris Snyder
Regie: Evan Glodell
Drehbuch: Evan Glodell
Kamera: Joel Hodge
Musik: Jonathan Keevil
FSK 16
USA / 2011

Woodrow und Aiden sind nicht nur die besten Freunde, sie teilen auch dieselbe Sehnsucht nach einer globalen Katastrophe in der Hoffnung dann mit ihrer erfundenen Autogang "Mother Medusa" die Straßen der USA unsicher machen zu können. Von dieser Passion angetrieben widmen sie ihre ganze Freizeit dem Bau von Waffen und Flammenwerfern, mit welchen sie ihre Autos aufrüsten können. Als Woodrow an einem Wochenende die wunderschöne Milly kennenlernt und sich beide ineinander verlieben, verändert sich jedoch alles. Es ist der Beginn eines Strudels bestehend aus Hass, Liebe, Verrat, Gewalt und...Feuer!


Es ist schon recht beeindruckend, mit welch herausragendem Regie-Debüt Evan Glodell hier aufwartet, der zudem auch noch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet und ganz nebenbei auch noch die Hauptrolle bekleidet. "Bellflower" beginnt dabei wie ein waschechter Road Movie, wechselt dann nach einiger Zeit zu einer Romanze, um in der zweiten Filmhälfte in ein düsteres Drama zu mutieren. Diese Kombination verschiedenster Genres ist in meinen Augen eine der ganz großen Stärken des Filmes, der aber auch ansonsten mit etlichen Highlights gespickt ist. Da wäre zuerst einmal die absolut herausragende Optik des Szenarios, die nicht umsonst an den allseits beliebten Grindhouse-Look erinnert. Dadurch erscheint die Geschichte schon äußerst atmosphärisch und beinhaltet größtenteils auch eine herrlich schmierige Grundstimmung. Unterstützt durch die absolut gelungene Kameraarbeit ergibt sich so ein visuell beeindruckendes Filmerlebnis, von dessen ausgehender Faszination man sich nur zu gern einnehmen lässt.

Auch die versammelte Darsteller-Riege trägt zum insgesamt überdurchschnittlich guten Gesamteindruck bei, sämtliche Akteure liefern hier eine überzeugende Performance ab und verleihen den Ereignissen zudem auch eine äußerst glaubwürdige Note. Dies muss man ganz besonders auf die beiden Hauptcharaktere Woodrow und Aiden beziehen, denn die beiden Freunde agieren extrem authentisch so das man ihnen auch jede einzelne Aktion abnimmt. Zudem schließt man die beiden Chaton ziemlich schnell in sein Herz, können sie doch von Beginn an jede Menge Symphatiepunkte beim Zuschauer sammeln. Die Hingabe zu ihrem verrückten Hobby und auch der Umgang miteinander unterstützt diesen Eindruck noch zusätzlich und zeichnet ein nahezu perfektes Bild einer tiefen-und echten Männerfreundschaft. So nett und harmonisch sich das Ganze nun auch anhören mag, so sehr schlägt die Story im späteren Verlauf eine sehr düstere Richtung ein. Nachdem der schüchterne Woodrow sich nämlich in die hübsche Milly verliebt und auch eine Beziehung mit ihr eingeht, schlägt die Geschichte kurz danach die Richtung eines Dramas ein. Woodrows Liebe zu Milly wird durch deren sexuellen Betrug zerstört und auf einmal verdichtet sich die bis dahin schon erstklassige Atmosphäre zusehends, wobei sie phasenweise extrem düstere Züge erkennen lässt.

Nun sollte man sich bei der Erzählstruktur des Filmes auf so einige Zeitsprünge einstellen, die im ersten Moment sogar für einige Verwirrung sorgen können. Im nachhinein jedoch kann man diesen Aspekt sogar als ziemlich genial einstufen, da vor allem im letzten Drittel des Filmes ein absolut rundes Gesamtbild entsteht, das auch keinerlei offene Fragen zurücklässt. Die einzelnen Puzzle-Teilchen fügen sich zu einem großen Ganzen zusammen, so das man letztendlich mit einem sehr befriedigten Gefühl aus einem Film entlassen wird, der einem ganz schön unter die Haut geht. Und auch wenn "Bellflower" so gut wie keine Action beinhaltet, ist es insbesondere die Story an sich, die einen wie magisch in ihren Bann zieht. Hier kommen dem Geschehen dann vor allem die durch die Zeitsprünge verursachten storytechnischen Brüche zu Gute, wird doch die Intensität der Ereignisse dadurch um ein Vielfaches gesteigert. Evan Glodell zeigt hier ein untrügliches Gespür dafür, den Zuschauer immer tiefer in die Geschichte eintauchen zu lassen und sorgt zudem durch sein extrem gelungenes Schauspiel dafür, das man fast schon mit der Hauptfigur verschmilzt.

Letztendlich ist dieser Regie-Erstling ein absolut herausragender Film, der im Prinzip keinerlei Grund zur Beanstandung liefert. Mir persönlich sind jedenfalls keine gravierenden Mankos aufgefallen, denn die vorhandenen Zutaten wurden nahezu perfekt miteinander vermischt. Gerade die Einflüsse aus verschiedenen Genres mit ihren fließenden Übergängen sorgen für ein hochklassiges Filmerlebnis, das einen äußerst nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis hinterlässt. Erstklassig agierende Darsteller und eine absolut herausragende Optik runden die ganze Sache ab und lassen einen zu einem hervorstechenden Gesamteindruck gelangen. Man kann Evan Glodell nur zu diesem Werk gratulieren und das Label Störkanal hat einmal mehr das Gespür für den besonderen Film gehabt, denn anders kann man "Bellflower" wirklich nicht bezeichnen.


Fazit:


Ein weiteres Highlight aus der Störkanal-Reihe ist mit diesem Film an den Start gegangen und bietet einmal mehr ein außergewöhnliches Sehvergnügen. Eine immer spannende-und interessante Geschichte, eine herausragende Optik und grandios agierende Darsteller sorgen für gut 100 Minuten erstklassige Unterhaltung, die durch die Vermischung unterschiedlicher Genres zudem auch noch durch einen unglaublichen Fawcetten-Reichtum sorgt. Von mir gibt es eine ganz dicke Empfehlung, denn dieser Film lohnt sich wirklich.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 103 Minuten
Extras: Trailer, Trailershow, Exklusives Booklet

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