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 Betreff des Beitrags: Brawler (2011)
BeitragVerfasst: 5. Jul 2013, 09:24 
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Brawler
(Brawler)
mit Nathan Grubbs, Marc Senter, Bryan Batt, Michael Bowen, Pell James, Lance E. Nichols, Megan Henning, Laura Cayouette, Jacob Bianchini, Kenny Bordes, Sean Paul Braud, J. Omar Castro, Zac Cino
Regie: Chris Sivertson
Drehbuch: Chris Sivertson / Nathan Grubbs
Kamera: Zoran Popovic
Musik: Tim Rutili
keine Jugendfreigabe
USA / 2011

Zwar verbindet die Gebrüder Charlie und Bobby Fontaine das gleiche Talent für den Straßenkampf, doch ansonsten sind sie denkbar unterschiedlich geraten. Während Tunichgut Bobby in einer Bruchbude haust und sich von einer kriminellen Dummtat zur nächsten hangelt, übt Charlie einen ehrenwerten Blue-Collar-Job aus und ernährt eine kleine Familie. Als Bobby einen weiteren Akt brüderlicher Hilfe beantwortet, in dem er mit Charlies Frau ins Bett steigt, platzt Charlie der Kragen: Er fordert seinen Bruder im Ring.


Man sollte sich keinesfalls vom Cover der deutschen DVD in die Irre führen lassen, denn "Brawler" ist keineswegs ein reiner Kampfsport-Film, sondern verbindet vielmehr die Elemente eines Cagefighting Movies und einem ernsten Drama. Im Mittelpunkt stehen dabei mit Charlie und Bobby zwei Brüder, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten und gerade diesen Aspekt hat Regisseur Chris Sivertson auch wirklich gut herausgearbeitet. Der Spagat zwischen Kampfsport-und Drama ist hier größtenteils richtig gelungen und so präsentiert sich ein Indipendent Film der wirklich recht positiv zu überraschen weiß. Die gezeigten Kampfszenen sind hart und kompromisslos ins Bild gesetzt worden und hinterlassen einen äußerst glaubwürdigen Eindruck. Dies wird auch durch eine teils dreckige Grundstimmung unterstützt, denn das vorhandene Ambiente kann man sich in der Welt der illegalen Kämpfe sehr gut vorstellen, phasenweise vermeint man den Schweiß und das ausgestoßene Adrenalin förmlich riechen zu können.

Im Fokus steht jedoch das Verhältnis der beiden Brüder zueinander, das durch die ständigen Eskapaden und den lotterhaften Lebensstil von Bobby (Marc Senter) immer angespannter wird. Immer wieder muss Charlie (Nathan Grubbs) aus dem Schlamassel ziehen, wobei er einmal sogar so am Knie verletzt wird, das er keine Kämpfe mehr durchführen kann. So muss er also mit einer normalen Arbeit den Lebensunterhalt für sich und seine Frau Kat verdienen, während diese den lieben langen Tag nur am Trinken ist und sich schließlich sogar mit ihrem Schwager sexuell vergnügt. In diesen Passagen des Filmes schimmert eine unglaublich starke Tristesse durch, die teilweise herrlich düster gehaltenen Bilder vermitteln ein gewisses Gefühl der Schwermut, das sich wie ein bleierner Mantel auf die eigenen Schultern legt. Selbstverständlich kommt es so, das Charlie die beiden beim Liebesspiel erwischt und die bis dahin aufgestaute Spannung eskaliert vollends. Aus den ehemals verschworenen Brüdern werden erbitterte Feinde und das Ganze läuft auf einen finalen Showdown hinaus, in dem Charlie seinem jüngeren Bruder im Ring gegenübersteht.

Im Prinzip beinhaltet die vorliegende Geschichte nichts Besonderes und offenbart auch keinerlei sonderliche Überraschungen, es ist vielmehr die bedrückende Atmosphäre des Szenarios und die streckenweise vorhandene inhaltliche Tiefe, die "Brawler" zu einem gelungenem Seh-Erlebnis werden lässt, das einen an manchen Stellen auch berührt. Die Erzählweise der Ereignisse gestaltet sich dabei hauptsächlich ruhig-und bedächtig und erfährt lediglich in den Kampf-Passagen eine gewisse Tempo-Steigerung. Chris Sivertson hat eine wirklich gelungene Mischung gefunden und seiner Story auch durchaus ein gediegenes Maß an Intensität verliehen, die durch das gute Schauspiel der Darsteller immer wieder zum Vorschein kommt. Dabei wurde sorgsam darauf geachtet, das die Optik des Filmes nicht auf Hochglanz getrimmt wurde, denn nur so können die Ereignisse auch authentisch erscheinen.

Insgesamt gesehen ist "Brawler" sicherlich kein filmisches Meisterwerk, aber es präsentiert sich eine absolut gelungene Indipendent Produktion, die rau-und glaubwürdig daher kommt. Gut dargestellte Charaktere, eine äußerst dichte Grundstimmung und einige gut gelungene Kämpfe ergeben so ein Gesamtbild, das man auf jeden Fall als überdurchschnittlich gut einstufen kann.


Fazit:


Bei "Brawler" handelt es sich einmal mehr um eine dieser eher unscheinbaren Produktionen, die einen letztendlich sehr positiv überraschen können. Ein gelungener Spagat zwischen Drama-und Kampfsport-Film bietet dem Zuschauer gut 80 Minuten gute Unterhaltung und beinhaltet sogar ein diverses Maß an inhaltlichem Tiefgang.


7/10

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