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 Betreff des Beitrags: Devoured - Verschlungen (2012)
BeitragVerfasst: 16. Jul 2014, 15:26 
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Devoured - Verschlungen
(Devoured)
mit Marta Milans, Kara Jackson, Bruno Gunn, Tyler Hollinger, Luis Harris, Sal Rendino, David Conley, Jim O'Hare, Richard Alleman, Eric Lommel, Dixon Gutierrez, Rennel Turner, Jaime Carrillo, Annie Lee Moffett
Regie: Greg Olliver
Drehbuch: Marc Landau
Kamera: Lyle Vincent
Musik: Carly Paradis
keine Jugendfreigabe
USA / 2012

DEVOURED erzählt vom Schicksal der allein erziehenden Lourdes, die von Mexiko nach New York reist, wo sie Geld für eine wichtige Operation ihres kleinen Sohnes verdienen muss. Nachts schrubbt sie in einem französischen Restaurant die Böden und deckt die Tische ein, damit tagsüber die dekadente Gesellschaft New Yorks dort den schönen Seiten des Lebens frönen kann. Abwechslung vom stupiden und einsamen Arbeitsalltag bieten Lourdes die allabendlichen Telefonate mit ihrem Kind, die kurzzeitig die üblen Schikanen ihrer Arbeitgeberin Kristen vergessen lassen. Die nutzt zusammen mit Küchenchef Billy die missliche Lage der Gastarbeiterin aus und macht der besorgten Mutter das Arbeitsleben zur Hölle. Um möglichst schnell das Geld für die Operation aufbringen zu können, entscheidet sich Lourdes zu drastischeren Maßnahmen. Sie erweist einigen Restaurant-Gästen sexuelle Dienste gegen Geld, was bald zu ungeahnten Folgen führt ..


"Devoured" ist eine eher kleine, aber dafür umso intensivere Produktion mit der Greg Olliver seine nunmehr zweite Regiearbeit vorlegt. Diese kann sich auch durchaus sehen lassen, obwohl man wohl gleich zu Beginn erwähnen sollte, das es sich hier vielmehr um ein Drama als um einen echten Horrorfilm handelt. Zwar lässt die Geschichte definitiv diverse Anleihen an das Horror-Genre erkennen, doch im zentralen Mittelpunkt des Szenarios steht ganz eindeutig der Leidensweg einer jungen Frau, die unter ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen Geld verdient, um eine lebenswichtige Operation für ihren kranken Sohn finanzieren zu können. Die Geschichte beginnt mit einer Einstellung, in der man die junge Lourdes regungslos auf dem Boden in dem Restaurant liegen sieht in dem sie arbeitet und die Anwesenheit der Polizei deutet durchaus darauf hin, das die Frau nicht nur besinnungslos ist. Danach wird rückwärtig die Story erzählt wie es zu dieser Situation gekommen ist und dies geschieht auf eine doch sehr gute-und auch intensive Art und Weise.

Das Szenario offenbart dabei recht viele sozialkritische Aspekte und beleucht sehr intensiv die fast schon menschenunwürdigen Verhältnisse, unter denen sich Lourdes ihren kargen Lebensunterhalt verdienen muss. Mehrere kritische Aspekte werden dabei immer wieder in den Fokus gerückt und gleichzeitig hat Oliver es ganz exzellent verstanden, die Geschehnisse mit einem scheinbaren Hauch des Übernatürlichen anzureichern, auf den man sich im ersten Moment noch keinen echten Reim machen kann. Dieser Zustand ändert sich dann auch erst nach gut der Hälfte des Filmes und man muss nun wirklich kein Genie sein um zu erkennen, auf was die ganze Chose am Ende letztendlich hinausläuft. Ab einem gewissen Zeitpunkt verstärken sich nämlich ganz eindeutig die Anhaltspunkte, die den Zuschauer in die richtige Richtung drängen, doch ändert das rein gar nichts daran, das man die endgültige Bestätigung für seine Vermutungen erst ganz zum Schluss präsentiert bekommt.

Bis dahin jedoch zeigt sich ein regelrechtes Bild des Elends, denn die Lebensverhältnisse der jungen Frau sind auf keinen Fall beneidenswert. So greift sie dann auch zu diversen Mitteln um schneller das Geld für die Operation zusammen zu bekommen und verkauft dabei förmlich ihre Seele. An dieser Stelle wird einem der Begriff Mutterliebe sehr eindringlich vor Augen geführt, denn Lourdes würde offensichtlich wirklich alles tun, um ihrem kleinen Sohn das Leben zu retten. Das Ganze spielt sich in einer teilweise herrlich düsteren Atmosphäre ab, denn die im Restaurant spielenden Passagen bestechen durch blasse Farben und verursachen dadurch schon so manch vorprogrammierten Gänsehaut-Schauer beim Betrachter, der gespannt der Dinge harrt, die da noch auf ihn zukommen werden. Unterstützt wird das alles von den manchmal visionsartigen Erscheinungen, die sich die junge Lourdes anscheinend nur in ihrer eigenen Fantasie einbildet. Was es damit letztendlich wirklich auf sich hat erfährt man erst ganz am Ende und mit dem finalen Showdown wird dann auch die ganze Tragik der Geschehnisse klar, denn die endgültige Aufklärung der Ereignisse lässt keinerlei Fragen offen und versetzt einem einen ordentlichen Tiefschlag in die Magengrube, den man nicht so schnell verdauen kann.

Letztendlich wird "Devoured" sicherlich die Meinungen spalten, denn wer einen waschechten Horrorfilm erwartet wird wohl weniger auf seine Kosten kommen. Wer jedoch eine äußerst gelungene Mixtur verschiedener Genres zu schätzen weiß, ist bei diesem Film bestens aufgehoben, den ich ohne Übertreibung als echten Geheimtipp einstufen möchte. In seiner eher ruhigen Erzählweise kann das Werk dabei ein Höchstmaß an Intensität freisetzen, die sich mit zu nehmender Laufzeit auch immer stärker auf einen selbst überträgt. Das man dabei eventuell schon frühzeitig erkennen kann in welche Richtung das Ganze Szenario abzielt ist nicht weiter tragisch, denn kann man sich doch bis zum bitteren Ende nie wirklich darüber sicher sein, ob die eigenen Vermutungen denn nun auch wirklich genau ins Schwarze treffen. Und so hat Greg Olliver an dieser Stelle ein wirklich sehenswertes Drama gezeichnet, das mit diversen Anlehnungen an das Horror-Genre und etlichen sozialkritischen Tönen ein richtig tolles Gesamtpaket abgibt.


Fazit:


Man sollte von Beginn an wissen auf welche Art von Film man sich hier einlässt. Das Drama überwiegt ganz klar, aber auch die Freunde des Horrors dürften ihre Freude an diesem Film haben, bei dem ganz einfach die Mischung stimmt. Von mir gibt es jedenfalls eine Empfehlung, denn "Devoured" ist mal etwas wohlwollend anderes und hebt sich so sehr wohlwollend vom ansonsten üblichen Einheitsbrei ab.


7/10


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