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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Gangs of New York (2002)
BeitragVerfasst: 11. Jan 2013, 20:13 
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Gangs of New York
(Gangs of New York)
mit Leonardo DiCaprio, Daniel Day-Lewis, Cameron Diaz, Jim Broadbent, Henry Thomas, Liam Neeson, Brendan Gleeson, John C. Reilly, Gary Lewis, Stephen Graham, Eddie Marsan, Alec McCowen
Regie: Martin Scorcese
Drehbuch: Jay Cocks
Kamera: Michael Ballhaus
Musik: Howard Shore
FSK 16
Deutschland / GB / NL / USA / Italien / 2002

In der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts in New York: Amerika wurde zu dieser Zeit von einer wahren Einwanderungsflut überschwemmt. Ausgelöst durch eine schwere Hungernot in Irland kamen tausende von Iren übers Meer nach New York, das Tor zum Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Die gewaltigen Menschenmassen strömten in die ärmsten Viertel der Stadt und schnell bildeten sich rivalisierende Gangs, die die Einwohner in einem bisher unbekannten Maße terrorisierten. Das Elendsviertel Five Points wurde zum Sammelbecken für Einwanderer, geprägt von kaum vorstellbaren Zuständen. Die Bandenkriminalität wuchs, Armut, Sittenlosigkeit, politische Korruption und blutige Straßenkämpfe übernahmen die Regie in einem täglichen Überlebenskampf. Five Pointe wurde zu einer Hölle aus Gewalt, Hass und Angst. Die Regierung stand dem zunächst machtlos gegenüber, hatte selbst große Probleme mit dem kurz bevorstehenden Bürgerkrieg. Es gab nicht genug Freiwillige für einen Krieg dieser Größenordnung und so versuchten die Politiker alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um so viele Einwohner wie möglich einzuziehen. Einwanderer wurden direkt nach Verlassen des Schiffes eingebürgert und zur Armee geschickt. Es wurden Versprechungen gemacht und mit allen Mitteln gelockt. Doch viele waren nicht bereit, in einen Krieg zu ziehen, den sie nicht wollten. Es kam zu gewaltigen Straßenschlachten und Aufständen, die Amerika tief erschütterten.


Warum Martin Scorceses Meisterwerk bei der Oscarverleihung 2003 keinen einzigen Oscar erhalten hat, obwohl der Film in immerhin 10 Kategorien nominiert wurde und auch als großer Favorit in das Rennen ging, ist eigentlich nicht nachvollziehber. handelt es sich doch um ein Werk, das in seiner Gesamtheit kaum besser hätte in Szene gesetzt werden können. Hier stimmt eigentlich alles, man bekommt eine hervorragende und jederzeit spannend erzählte Geschichte erzählt, die Darsteller hätte man kaum besser auswählen können und dem Ganzen wird durch die herausragenden Kulissen ein extrem authentischer Eindruck verliehen, denn fühlt man sich als Zuschauer doch ganz unweigerlich in der Zeit um gut 150 Jahre zurückversetzt. Trotzdem hat es leider noch nicht einmal für einen einzigen Oscar gereicht, was rein logisch überhaupt nicht nachzuvollziehen ist.

Neben der generell brillanten Inszenierung besticht der Film in erster Linie durch seine fantastischen Hauptdarsteller, wird man schon mit einem fantastisch agierenden Leonardo Di Caprio konfrontiert, so muss man neidlos anerkennen, das dessen tolle Leistung von Daniel Day-Lewis fast schon in den Schatten gestellt wird, denn der Charakter des "Butchers" (Lewis) ist in der Geschichte allgegenwärtig, so das einige andere Figuren schon fast eine Art Schattendasein fristen, pbwohl es sich dabei keineswegs um kleinere Nebenrollen handelt, sondern um für das Geschehen sehr wichtige und tragende Charaktere. Lewis spielt einfach so übermenschlich gut, das die anderen ebenfalls hervorragenden Darbietungen fast untergehen und ungerechtfertigterweise so auch nur selten die Aufmerksamkeit erlangen, die ihnen eigentlich zustehen müssten. Insgesamt gesehen muss man allerdings feststellen, das die Geschichte bis in die kleinsten nebenrollen absolut perfekt besetzt ist und es ganz generell nicht den kleinsten Grund zur Beanstandung am hier gezeigten Schauspiel gibt.

Scorseses Geschichte verfügt über eine auf den Punkt getroffene Erzählweise, denn wechseln sich doch temporeiche Passagen mit intensiven und tiefgehenden Dialog-Sequenzen ab, viel zu selten bekommt man einen Film geboten, in denen die Anteile gleichmäßiger verteilt sind und einen so optimalen Gesamteindruck beim Zuschauer hinterlassen. Denn trotz einer Länge von über 150 Minuten entsteht zu keiner Zeit der Eindruck einer gewissen Langatmigkeit, dafür ist das Geschehen viel zu faszinierend und authentisch. Letzteres ist vor allem den herausragenden Kulissen zu verdanken, bei deren Ansicht man auch mental einen Zeitsprung in die Vergangenheit vollzieht. Glaubwürdig wird die damalige Situation in New York dargestellt und es bietet sich ein tiefgehender Einblick in eine amerikanische Epoche, die von Härte und Elend geprägt ist und in der Gesetze wie eine unwichtige Nebensächlichkeit erscheinen, denn Intrigen und Korruption stehen an der Tagesordnung. Die eigentlichen Herrscher sind keineswegs die Ordnungshüter, sondern die verschiedenen Gangs der Stadt, die allerdings auch lediglich nach der Pfeife des Butchers tanzen können, ist er doch die maßgebliche Größe der Stadt.

Scorcese ist es mit "Gangs of New York" gelungen, ein filmisches Meisterwerk zu kreieren, das eine der wohl härtesten Epochen der amerikanischen Geschichte erzählt. Focusiert auf eine einzige Stadt wird dabei ein Szenario gezeigt, das jederzeit sehr realitätsnah und authentisch nachgezeichnet wurde. Die vorherrschende Situation wird durch den gleichzeitig tobenden Bürgerkrieg noch zusätzlich verschärft und verleiht den Ereignissen noch mehr Intensität, als sie schon von Haus aus beinhalten. Trotz der laufzeit von über 2,5 Stunden entstehen keinerlei Ermüdungserscheinungen, da das Szenario jederzeit spannend und absolut faszinierend in Szene gesetzt wurde und so ein Filmerlebnis der ganz besonderen Art darstellt, das auch nach mehrmaligem Anschauen nichts von seinem reiz verliert. Dafür sorgen allein schon die brillant agierenden Schauspieler, von denen ein glänzend aufgelegter Daniel Day-Lewis ganz besonders hervorsticht, ist seine Interpretation des Butchers doch der absolute Höhepunkt eines ganz fantastischen Filmes.


Fazit:


Auch 8 Jahre nach seinem Erscheinen hat "Gangs of New York rein gar nichts von seiner Faszination verloren, wurde hier doch ein absolut zeitloses Meisterwerk geschaffen. Nun hat Splendid diesen herrlichen Film noch einmal in einer neu remastered aufgelegt, was viele Filmfreunde sicherlich begeistern wird. Ist doch vor allem die Bildqualität um Einiges besser als bei der alten version, so das man dieses grabdiose Werk jetzt noch viel besser genießen kann. Sollte es immer noch Leute geben die diesen Film noch nie gesehen haben, ist spätestens jetzt der Zeitpunkt gekommen, das man diesen Zustand ändern sollte.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 160 Minuten
Extras: Audiokommentar, Set-Design, Kostümdesign, Geschichte der Five Points uvm.


10/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Gangs of New York
BeitragVerfasst: 11. Jan 2013, 20:21 
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Den habe ich auch gesehen. Allerdings war er mir von der Geschichte her nicht fesselnd genug. Hat aber für eine 6-7/10 gereicht.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Gangs of New York
BeitragVerfasst: 13. Jan 2013, 23:44 
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Gefiel mir außerordentlich gut, durch den Film wurde ich vom Leonardo-Hater zum Leonardo-Fan

9/10 Pkt

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Wer im Glashaus sitzt, sollte ich sich im Dunkeln ausziehen!


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