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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Helter Skelter Murders (1970)
BeitragVerfasst: 23. Feb 2013, 23:57 
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Helter Skelter Murders
(The Helter Skelter Murders)
mit Brian Klinknett, Erica Bigelow, Paula Shannon, Linda Van Compernolle, Debbie Duff, Phyllis Estes, Gary Donovan, Richard Kaplan, Ray Pitts, Leah Pringle, Frank Burgess, Dottie Lane, John Amaral, Jeanne Switzer, John David
Regie: Frank Howard
Drehbuch: J.J Wilke Jr. / Duke Howze
Kamera: Frank Howard
Musik: Sean Bonniwell
FSK 16
USA / 1970

Erleben Sie mit wie die Manson-Family die erschreckendsten und grausamsten Ritual-Morde, die je in Hollywood stattgefunden haben, begingen. Dieses Zeitdokument entstand als Charles Manson und seine Familie in Los Angeles der Prozess gemacht wurde. Gedreht an den Orten, an denen die LaBianca-Tate-Morde stattfanden, entwickelt sich hier ein beängstigendes reales Gefühl beim Ansehen. Bedrückende, zeitlupenhafte Flashback- Sequenzen ziehen den Zuschauer in den Bann und ziehen ihn immer weiter in einen Strudel alptraumhafter Ereignisse. Eine geniale Mixtur aus Dokumentation und Spielfilm, superb gefilmt und unterlegt mit den Songs "Mechanical Man" und "Garbage Dump", die Charles Manson selbst zum Besten gibt.


Nach nunmehr vollen 40 Jahren ist nun endlich Frank Howards Kombination aus Doku-und Spielfilm bei uns auf DVD erschienen. Nun dürfte dieser Film für einige Leute vielleicht von der Machart her etwas gewöhnungsbedürftig erscheinen, da es in diesem Werk kaum Dialoge gibt, vielmehr werden die einzelnen Passagen von einem genialen Score untermalt, der sich dem Zuschauer richtiggehend in den Kopf einhämmert. Gerade die Tatsache, das hier verhältnismäßig wenig gesprochen wird, lässt das Geschehen meiner Meinung nach noch viel beklemmender und intensiver erscheinen. So etwas wie richtige Dialoge gibt es lediglich während der Gerichts-Szenen und zum Ende hin, als Sharon Tate der Manson-Familie zum Opfer fällt und dabei ihr Leben verliert. Das fällt aber ehrlich gesagt nicht weiter ins Gewicht, da von der Szenerie eine ungeheure Faszination ausgeht, der man sich nur schwerlich entziehen kann.

Ein großes Plus dieses Films sind ganz eindeutig die Darsteller, die durch die Bank extrem authentisch und glaubhaft wirken und durch ihr sehr überzeugendes Schauspiel wirklich nicht selten den Eindruck entstehen lassen, das man die damaligen Geschehnisse live miterlebt, wodurch schon fast zwangsläufig die Intensität noch einmal zusätzlich zunimmt. Weiterhin ist die Schwarzweiß-Optik ein absolutes Highlight Highlight, wirkt die gesamte Geschichte dadurch noch realistischer und lässt das aufkommende Unheil noch bedrohlicher erscheinen, als es von Haus aus schon ist.

Auch, wenn gerade den etwas älteren Zuschauern die Geschichte und die damaligen Ereignisse bekannt sein dürften, ist es doch sehr interessant, die Erinnerungen durch diesen Film aufzufrischen und zu sehen, wie leicht Menschen doch zu manipulieren sind. Denn nichts anderes hat Charles Manson so meisterhaft verstanden, wie den Geist seiner Anhänger zu vergiften, so das sie ihm blind gefolgt sind und sogar für ihn gemordet haben. Sie haben in ihm wirklich das gesehen, was er selbst für sich ausgerufen hat, nämlich der Messias zu sein. Es wird einem wieder einmal vor Augen geführt, das eine gewisse Ausstrahlung und Überzeugungskraft manchmal vollkommen ausreichend sind, um andere soweit zu manipulieren, das sie sich ihrer Taten teilweise schon gar nicht mehr richtig bewust sind.

Frank Howard hat mit "Helter Skelter Murders" ein wirklich äusserst überzeugendes Werk geschaffen, das trotz eines Alters von mittlerweile vier Jahrzehnten nichts von seinem Reiz verloren hat. Hierbei ist gerade die Mischung aus Doku-und Spielfilm die ganz große Stärke, da die Ereignisse den Eindruck hinterlassen, als wenn man phasenweise live dabei ist. Die dadurch entstehende Intensität ist absolut bemerkenswert und verfehlt auch keineswegs ihre Wirkung auf den Zuschauer, der weitesgehend ein starkes Gefühl der Beklemmung verspürt und auch den nachhaltigen Eindruck dieses Films nicht so schnell wieder los wird.


Fazit:


"Helter Skelter Murders" kann man ohne weiteres als Zeit-Dokument ansehen, das eine Geschichte erzählt, in der Fanatismus und vollkommen fehlgeleiteter Aktionismus eine große Rolle spielen. Ausgelöst durch Charles "Charlie" Manson, eine Bestie in Menschengestalt, dessen größte Kunst es war, seine Anhänger und deren Geist so zu manipulieren, das sie ihm blind gefolgt sind und jeden Auftrag ausgeführt haben, ohne groß darüber nachzudenken. Ein Film, dessen Sichtung sich auch nach den ganzen Jahren absolut lohnt.


7/10

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