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 Betreff des Beitrags: Right at your Door (2006)
BeitragVerfasst: 20. Mai 2013, 19:11 
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Right at Your Door
(Right at Your Door)
mit Mary McCormack, Rory Cochrane, Tony Perez, Scotty Noyd Jr., Jon Huertas, Max Kasch, David Richards, Nina Barry, Ed Martin, Jenny O'Hara, Will McCormack, Nigel Gibbs, Alejandra Flores
Regie: Chris Gorak
Drehbuch: Chris Gorak
Kamera: Tom Richmond
Musik: tomandandy
FSK 16
USA / 2006

An einem eben noch normalen Morgen in Los Angeles steigen plötzlich dichte Rauchwolken über der City auf und versetzen Brad, der allein zu Hause hockt, in große Sorge um seine Ehefrau Lexi, die vor knapp einer Stunde zur Arbeit in die Stadt aufbrach. Beunruhigende Radiomeldungen wechseln mit Warnungen der Behörden vor Giftgas, und Brad, der Gesellschaft vom Nachbarn bekommt, beginnt, seine Haus hermetisch abzudichten. Als er damit fertig ist, steht die kontaminierte Lexi vor der Tür und begehrt Einlass.


"Right at Your Door" ist das Regie-Debüt von Chris Gorak und präsentiert einen kleinen, aber sehr feinen Katastrophen-Thriller, der insbesondere durch seine beklemmende Grundstimmung zu überzeugen weiß. Das Hauptaugenmerk der Geschichte legt sich hier gar nicht einmal auf die Ausmaße der Bomben-Attentate die in der City von L.A stattfinden, sondern beschäftigt sich mit den Konsequenzen für ein Ehepaar, für das sich eine kaum erträgliche Situation ergibt. Zwar ist das Geschehen einigermaßen mit den üblichen Klischees behaftet, dennoch offenbart sich ein Szenario, das man sich in dieser Art sehr gut vorstellen kann. Die im Mittelpunkt stehenden Eheleute Brad (Rory Cochrane, CSI Miami) und Lexi (Mary McCormack, In Plain Sight), befinden sich in vollkommen unterschiedlichen Situationen, denn während Brad sich in seinem hermetisch abgedichteten Haus scheinbar in Sicherheit befindet, befindet sich Lexi außerhalb der eigenen vier Wände und ist ganz offensichtlich konterminiert. Allein diese Ausgangslage macht dem Zuschauer schon ordentlich zu schaffen, stellt man sich doch fast zwangsläufig die Frage, wie man selbst reagieren würde. Die geliebte Frau aus Angst vor der eigenen Konterminierung nicht in das Haus zu lassen dürfte wohl für jeden Mann eine grauenhafte Vorstellung sein, doch gerade hier zeigt die Geschichte ihre eigentliche Grausamkeit und wirft auch Fragen auf, die moralisch gesehen ans Eingemachte gehen.

Obwohl die Darsteller-Liste recht reichhaltig ausfällt, handelt es sich doch vielmehr um eine Art Kammerspiel mit 2 Personen, denn sämtliche anderen Schauspieler sind nicht mehr als eine nötige Staffage, um die Ereignisse auch authentisch erscheinen zu lassen. Der Großteil der Geschehnisse besteht jedoch lediglich aus der verzweifelten Lage, in der sich die beiden Hauptdarsteller befinden. So fällt dann auch die gesamte Story ziemlich dialoglastig aus, was aber keinesfalls als negative Kritik aufgefasst werden sollte. "Right at Your Door" bietet ein Schreckens-Szenario der ganz besonderen Art, bei dem sich der Betrachter ohne Probleme mit einer Situation identifizieren kann, die kaum beklemmender sein könnte. Trotz-oder gerade wegen der eher ruhigen Erzählweise entfaltet das Szenario eine unglaubliche Wucht und hinterlässt einen extrem intensiven Eindruck, dem man sich unmöglich entziehen kann. Im Prinzip möchte man sich dabei gar nicht vorstellen wie es wäre, wenn man sich selbst in einer solchen Lage befinden würde, doch die meiner Meinung nach sehr realistische Umsetzung des Ganzen lässt einem gar keine Wahl.

Wirklicher Aktionismus offenbart sich eigentlich erst in den letzten Minuten der Geschichte, die eine nicht unbedingt vorhersehbare Wendung erkennen lassen. Dadurch erhält das Geschehen eine äußerst tragische-und makabere Note, an der man wirklich schwer zu schlucken hat. An dieser Stelle entfaltet die Story eine ungeheure Brutalität, die sich jedoch nicht durch explizite Gewaltdarstellungen äußert. Es ist vielmehr eine grausame Notwendigkeit um größere Schäden zu vermeiden, doch die Tragik der Maßnahmen schlägt einem ordentlich auf das Gemüt. Man wird mit einem sehr schalen Beigeschmack aus einer Geschichte entlassen, die über die gesamte Laufzeit wie ein bleierner Mantel auf den eigenen Schultern liegt und zudem auch noch einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Es fällt nicht leicht das Gesehene schnell zu verdauen und es vergeht eine geraume Zeit, bis man die Bilder so richtig sacken lassen kann. Zu sehr steht man unter dem Eindruck eines Schreckens-Szenarios, das einem selbst hoffentlich nie widerfahren wird.

Insgesamt gesehen ist "Right at Your Door" ein durchaus realistisch erscheinender Katastrophen-Thriller, der auch die oft zu übertriebene Panikmache in den USA authentisch widerspiegelt. Dabei wird man hauptsächlich lediglich mit Andeutungen und Eventualitäten konfrontiert, denn bis zum bitteren Ende weiß man nicht genau, um was für Bomben es sich eigentlich gehandelt hat. Diese Ungewissheit ist aber gerade die große Stärke dieses Filmes und sorgt für einen exzellent aufgebauten Spannungsbogen, der einen bis zur finalen Einstellung begleitet.


Fazit:


Manchmal sind es gerade die kleinen und eher unscheinbaren Filme, die den größten Eindruck hinterlassen. Das Werk von Chris Gorak zählt in meinen Augen zu diesen Werken, bietet es doch eine erstklassige Geschichte mit einem durchaus realistischen Hintergrund. 2 hervorragend agierende Hauptdarsteller und eine beklemmend-düstere Atmosphäre runden runden dabei ein Film-Erlebnis ab, das einen auch noch lange nach seiner Sichtung beschäftigt.


8/10

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