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 Betreff des Beitrags: Sons of Terror - Das Böse im Menschen (2009)
BeitragVerfasst: 2. Feb 2013, 16:17 
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Sons of Terror - Das Böse im Menschen
(Anytown)
mit Matt O'Leary, Marshall Allman, Jonathan Halyalkar, Sam Murphy, Ross Britz, Brooke Johnson, Meghan Stansfield, Paul Ben-Victor, Natasha Henstridge, Dan Wells, Sam Blan, John Savage
Regie: Dave Rodriguez
Drehbuch: Zak Meyers / Dave Rodriguez
Kamera: John Barr
Musik: Phil Symonds
keine Jugendfreigabe
USA / 2009

Ein Tag, der normal beginnt, kann oftmals grausam enden. So auch jener Tag an dem der vom Irak-Krieg und Terroranschlägen faszinierte Teenager Brandon O‘Leary unter seinen Schulkameraden ein Internet-Video verbreitet, welches die Exekution eines Mannes durch eine Gruppe Terroristen zeigt. Als der Rektor der Schule per Zufall dieses Video zu Gesicht bekommt, suspendiert er Brandon mit sofortiger Wirkung vom Unterricht. Wutentbrannt fassen Brandon und seine Freunde den Vorsatz die Person mit aller Härte zu bestrafen, die das Video nach außen dringen ließ. Sie planen die Entführung und Hinrichtung des Schuldigen vor laufender Kamera und das noch an jenem Tag, der so normal begonnen hat und so grausam enden wird…


Manchmal ist es ein echtes Kreuz mit den Filmen, die auf irgendwelchen Film-Festivals bejubelt und mit diversen Preisen ausgezeichnet wurden. Geht man doch als Zuschauer fast immer mit einer gewissen Erwartungshaltung an diese Werke heran um dann letztendlich feststellen zu müssen, das sie die Ansprüche nicht erfüllen können. Ähnlich verhält es sich auch mit "Sons of Terror", dessen Original-Titel "Anytown" wohl eindeutig darauf hinweisen soll, das die hier dargestellten Ereignisse wirklich überall passieren könnten. Als eingehende-und tiefe Charakter-Studie deklariert, entpuppt sich der Film letztendlich doch eher als laues Lüftchen, das keinesfalls die intensive Wirkung erzielt, die man sich erwartet hat. Die Begründung dafür liegt dabei ganz eindeutig auf der Hand, denn Regisseur Dave Rodriguez lässt bei seiner zweiten Regie-Arbeit die ganzen guten-und erkennbaren Ansätze im Sand verlaufen, da er zu viele Banalitäten in den Mittelpunkt seiner Geschichte setzt und das Wesentliche zu sehr aus den Augen verliert.

So werden einem die einzelnen Charaktere zwar näher gebracht, doch die Beleuchtung der Figuren bezieht sich hauptsächlich auf Alkohol-und Drogen Konsum. Die vorhandene Abneigung gegen Ausländer wird zwar in etlichen Dialogen zum Ausdruck gebracht, doch das Ganze erscheint wenig glaubwürdig und seltsam künstlich aufgesetzt. Das liegt in erster Linie wohl an den jugendlichen Darstellern, die nur selten wirklich überzeugend agieren. Zwar sichtlich bemüht, das Ganze relistisch umzusetzen, wirken die Akteure doch sichtlich überfordert, was für den Gesamteindruck des Filmes nicht unbedingt positiv zu bewerten ist. Lediglich die Abneigung und die damit verbundene Angst vor haoptsächlich arabischen Terroristen kommt phasenweise gut zur Geltung, gleichzeitig kommt auch der Aspekt ein wenig zum Ausdruck, das man hier alle Personen über einen Kamm schert und sich dabei auch noch im recht fühlt. Dennoch kann man die jugendlichen Fanatiker und vor allem ihren Rädelsführer Brandon nicht wirklich ernst nehmen, wodurch auch nie die nötige Bedrohlichkeit des Geschehens aufkommen will, damit man sich intensiv mit dem Szenario auseinandersetzen kann.

Unlogische Verhaltensweisen der Darsteller und die maximal mäßige Autenzithät ihrer Handlungen verhindern, das man sich wirklich mit der Thematik auseinandersetzen kann. Zu sehr auf Belanglosigkeiten konzentriert, kann die Geschichte den Betrachter nicht für sich gewinnen, die ansonsten vorhandene verstörende Wirkung in Filmen mit ähnlicher Thematik bleibt fast gänzlich aus und man schaut sich das Szenario eher unbeteiligt an. Eigene Emotionen bleiben dabei fast völlig aus, zwar empfindet man durchaus Mitleid mit dem Opfer der Jugendlichen, doch ansonsten bekommt man eigentlich zu keiner zeit einen wirklich emotionalen Zugang zu den Geschehnissen, die einen seltsam unberührt lassen. Selbst das gewählte Ende ändert kaum etwas daran, was einerseits sicherlich an der Vorhersehbarkeit des Ganzen liegt und auf der anderen Seite durch die mangelnde Glaubwürdigkeit begründet ist, die vom ganzen ausgeht.

Am meisten hat es mich persönlich gestört, das die in der Inhaltsangabe angegebene Faszination für den Irak-Krieg bei der Hauptfigur kaum festzustellen ist. Es gibt zwar immer wieder diverse verbale Andeutungen dazu, doch in der Hauptsache kommt hier lediglich der fehlgeleitete Fanatismus gegen Ausländer zum Ausdruck, der viel zu pauschal gehalten wird. Es ist sehr schade, das Dave Rodriguez hier nicht tiefer auf die Kern-Thematik eingegangen ist und sich stattdessen vielmehr mit typischem jugendlichen Verhalten aufgehalten hat, denn so erscheint das Ganze doch größtenteils viel zu belanglos und spiegelt lediglich Teenager-Fehlverhalten im Bezug auf Drogen und Alkohol dar. Und so bekommt man im Endeffekt viel eher ein Jugend-Drama der normalen Art zu Gesicht, als das es sich um eine ausführliche Charakter-Studie handeln würde, in dem man mit dem Bösen im Menschen konfrontiert wird. Hier liegt auch der größte Kritikpunkt begraben, denn eigentlich erscheinen die einzelnen Akteure gar nicht einmal bösartig, sondern vielmehr als typische Teenager, die nicht wissen was sie eigentlich tun. Man hat hier eine ganze Menge an Potential verschenkt, denn "Sons of Terror" hätte ein richtig guter Film werden können, wenn man sich mehr auf das Wesentliche konzentriert hätte, anstatt das Szenario auf Nebensächlichkeiten zu fokussieren, die einen besseren gesamteindruck verhindern. Trotzdem kann man sich das Werk durchaus einmal anschauen, sollte aber schon im Vorfeld die eigenen Erwartungen massiv herunterschrauben, um keine zu große Enttäuschung zu erleben.


Fazit:


Was hätte hier für ein wirklich guter Film entstehen können, doch leider wurde es einmal mehr versäumt, aus einer interessanten Thematik mehr herauszuholen. Mit besseren Darstellern und einer glaubwürdigeren Inszenierung wäre mehr drin gewesen, so aber siedelt sich der Film maximal im Durchschnitts-Bereich an und hinterlässt keinen sehr nachhaltigen Eindruck.


5/10

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