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 Betreff des Beitrags: Taxi Driver (1976)
BeitragVerfasst: 27. Aug 2013, 21:08 
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Deutscher Titel Taxi Driver
Originaltitel Taxi Driver
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1976
Länge 114 Minuten
Altersfreigabe FSK 16

Regie Martin Scorsese
Drehbuch Paul Schrader
Produktion Michael Phillips, Julia Phillips

Besetzung
Robert De Niro
Peter Boyle
Cybill Shepherd
Jodie Foster
Harvey Keitel
Albert Brooks
Martin Scorsese

Inhalt:

Robert de Niro spielt einen verstörten Vietnamveteranen, der jetzt in New York als Nachtschicht-Taxifahrer arbeitet. Der viele Schmutz, die Brutalität und die Unmenschlichkeit, die er erlebt hat, haben ihn zum Einzelgänger gemacht. Schwierigkeiten im Alltag und seine verbotene Beziehung zu einer 14jährigen Prostituierten (Jodie Foster) lassen ihm nur einen Ausweg: die Gewalt.

Kritik:

Als ich den Film zum ersten Mal gesehen habe,war ich gerade 13 oder 14 und damals hat er mir zwar gefallen,doch konnte ich ihn nicht richtig zuordnen.Nun musste ich doch einfach nochmals einen Versuch wagen und habe mir Martin Scorsese`s Film doch noch einmal anschauen müssen.

Ab hier folgen gravierende Spoiler.Ich bitte darum,wer sich diesen Film ansehen will und ihn vorher nicht gesehen hat sollte hier aufhören weiter zu lesen.Ich will ja keinem den Spaß verderben.Aber Vorsicht ist besser als Nachsicht,deshalb

ACHTUNG!!!! ACHTUNG!!!! SPOILER!!!! SPOILER!!!!

Robert de Niro spielt Travis,einen Kriegsveteranen von gerademal 26 Jahren und hat ein großes Problem.Er kann nicht schlafen.Um sich die Zeit trotzdem vertreiben zu können,zumindest Nachts sichert er sich einen Job bei einem Taxiunternehmen.Er selbst sagt nach einer Taxifahrt :
"10. Mai. Endlich hat es geregnet. Dreck und Abfälle wurden von den Bürgersteigen gespült. Ich arbeite bis zur Erschöpfung. 6 Tage in der Woche. Von abends sechs bis morgens sechs. Oft hänge ich noch 2 Stunden dran. Manchmal arbeite ich auch an 7 Tagen. Das ist ein verdammter Schlauch. Aber es hält mich auf Trab. Pro Woche verdiene ich zwischen 300 und 350. Wenn ich die Uhr abstelle, schaff ich noch mehr. Wenn es dunkel wird, taucht das Gesindel auf: Huren, Betrüger, Amateurnutten, Sodomiten, Trinen, Schwuchteln, Drogensüchtiger, Fixer, kaputte Syphkranke. Ich hoffe, eines Tages wird ein großer Regen diesen ganzen Abschaum von der Straße spülen."
Dies lässt sofort erkennen,welchen Hass er auf die Menschen hat,die nicht zur "normalen" Schicht der Gesellschaft gehören.Auch im weiteren Verlauf des Filmes gibt es immer mehr solcher Zitate zu hören aus Travis Mund.

Er fährt also Nachts durch die Straßen.Die Stimmung ist immer angespannt,denn die Straßen werden dreckig und asozial beschrieben.Doch in Mitten des dreckigen Umfeldes sitzt Travis hinter seinem Steuer und ist die Ruhe in Person.Ihn lässt alles kalt.Für ihn zählt nur das Geld was er verdient.Hier und da mal ein netter Plausch mit Menschen,für die er sich auch Interessiert.Doch von Mal zu Mal merkt man,dass auch ihn etwas bedrückt.Sein Auftreten wird immer schlimmer.Doch dann lernt er die junge Frau Betsy kennen.Für ihn ein Inbegriff der Reinheit dieser Stadt.Sie strahlt etwas besonderes für ihn aus.Doch so sehr er sich auch wünscht,dass sie anders ist als alle anderen Menschen in dieser Stadt muss auch er erkennen,dass es nicht immer nur auf das Äußere eines Menschen ankommt.
Darin besteht schon ein kleiner Wendepunkt in seinem Leben.Er ist kaputt,innerlich ist er leer und erkennt nichts gutes mehr in der Stadt.Der "Dreck" kotzt ihn an und er wird immer gewalttätiger.
Eines Tages steigt dann ein Mädchen in sein Taxi ein.Sie verlangt von ihm,dass er so schnell wie möglich wegfährt.Doch Travis kann nicht anders und starrt diese nur an.Voller entsetzen wird sie von ihrem Zuhälter aus dem Taxi gezogen.Travis blickt weiterhin in den Rückspiegel.Er regt sich nicht.Man merkt ihm an,dass ihn die Situation überfordert,er ist fasziniert und zugleich auch abgeschreckt.Als er dann 20 Dollar von dem Zuhälter hingeworfen bekommt,erkennt man in seinem Gesicht die Abscheu.Doch auch er steckt das Geld ein.Doch nicht um sich selbst etwas Gutes zu tun.Er behält diesen 20 Dollar Schein als Andenken an seine nicht vorhandene Hilfe,die er dem armen Mädchen geleistet hat.
Immer wieder muss er für diverse Sachen Geld ausgeben und greift zu seiner Geldrolle und immer wieder sieht er den verknitterten Geldschein.Doch niemals gibt er ihn aus,er behält ihn,damit er an sein schlimmes Verhalten erinnert wird.
Eines Tages sieht er das Mädchen wieder und er erkennt in ihr eine neue Chance,eine Chance,dass er sich besser fühlen kann und dass er etwas gegen den Abschaum in der Stadt tun kann.
Er beschließt,dass er nicht einfach so weitermachen kann und nur zusehen kann.Er besorgt sich Waffen und trainiert.Man merkt ab dem Zeitpunkt,wo er die Waffen kauft,dass in ihm alte Erinnerungen hochkommen.Die Zeiten des Krieges haben ihn geprägt,Dinge die passiert sind,die er nie verarbeitet hat.
Alles endet in einem Showdown,der auf für jeden eine neue Richtung im weiteren Leben einschlägt.


Martin Scorsese hat es ja mit Problemfällen.In seinen Filmen verarbeitet er immer diverse schlimmen Ereignisse,die den jeweiligen Personen widerfahren sind.Sei es wie in "Taxi Driver" ein Kriegserlebnis oder wie in "Bringing out the Dead",wo ein Sanitäter nicht mehr weiterweis und nur noch Wut und Zerstörung um sich herum findet.Diese Personen scheinen Scorsese anzuziehen und genau diese machen seine Filme immer zu einem besonderen Erlebnis.
"Taxi Driver" ist ein sehr bedrückendes Drama,dass die Abscheu in unserer Gesellschaft aufzeigt.Jeder sieht nur noch sich selbst und denkt nicht mehr an die Menschen in seinem Umfeld.Dahingehend könnte man "Taxi Driver" auch als kläglichen Hilfeschrei ansehen,der einen sehr tief treffen kann.
Das Nachtleben New Yorks ist erschütternd und sehr deprimierend dargestellt.Huren,Zuhälter,Drogendealer und andere Sorten von Menschen der unteren Schicht versammeln sich auf den Straßen.Es gibt keinen reinen Fleck mehr zu sehen.Es ist traurig und auch sehr verstörend mit anzusehen wie sich unsere Gesellschaft zu Grunde richtet.
Dies wollte Scorsese mit diesem Werk auch bewirken.Es sollte den Zuschauer zum nachdenken anregen.Die Figur des Travis wurde sehr melancholisch gezeichnet,da muss man Robert DeNiro wirklich Loben.Er hat hier wirklich seine beste Leistung abgeliefert.Man erkennt jede Emotion in ihm,man erkennt sie Abscheu die er für diese Welt empfindet.Auch muss man sagen,dass man nie 100 Prozent mit ihm im reinen ist.In der einen Szene wirkt er sehr sympathisch auf den Zuschauer,in der anderen Szene wirkt er widerlich und viel zu düster.Genau dass macht auch diesen Charakter aus.Man weiss nie genau was er wirklich im Schilde führt.Deswegen wirklich ein sehr großes Lob an Robert DeNiro.
Doch darf man auch nicht die anderen Schauspieler vergessen.Ein wirklich sehr guter Cast wurde um sich geschart.Mit von der Partie sind z.B Jodie Foster (ihre Rolle als Prostituierte machte sie Berühmt!),Harvey Keitel,Albert Brooks oder auch Peter Boyle.Jeder hat hier wirklich hervorragende gespielt und wirkte glaubwürdig und überzeugend.Hier kann man von einem perfekten Gespann reden.Denn jeder ist wichtig in dieser Handlung,jeder liefert sein bestes Ergebnis ab und alle tragen dazu bei,dass der Film einen trotz der trockenen und beängstigenden Geschichte unterhält.

Michael Chapman übernahm in diesem Werk die Kamerafahrt.Diese ist wie eine Achterbahn gestaltet.Mal mit schnellen Bildern wird dieses Werk erzählt,doch auch schnell kommt es wieder zum Stillstand und man wird durch eine langsame Kamerafahrt berührt.Alleinig die Kamerafahrt am Ende sorgt bei mir schon für Gänsehaut.

EIN MEISTERWERK!!! Hier steht die Punktzahl zu 100 Prozent fest!

Bewertung: 10/10

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"Alles, was ich habe auf dieser Welt, sind meine Eier und meine Wort, und das breche ich nicht, für niemanden, ist das klar?" -Tony"Scarface" Montana


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