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 Betreff des Beitrags: The Wanderers (1979)
BeitragVerfasst: 14. Feb 2013, 23:53 
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The Wanderers
(The Wanderers)
mit Ken Wahl, John Friedrich, Karen Allen, Toni Kalem, Alan Rosenberg, Jim Youngs, Tony Ganios, Linda Manz, William Andrews, Erland van Lidth, Val Avery, Dolph Sweet, Michael Wright, Burtt Harris, Samm-Art Williams
Regie: Philip Kaufman
Drehbuch: Richard Price / Rose Kaufman
Kamera: Michael Chapman
Musik: Diverse
FSK 16
USA / 1979

In der New Yorker Bronx tobt der Bandenkrieg zwischen den "Wanderers", einer Gruppierung italienischer Einwanderersöhne, und den japanischen "Wongs". Neben ihren Auseinandersetzungen haben die Jungs ihre Nöten mit ersten sexuellen Erfahrungen, die allerdings in den Hintergrund gedrängt werden, als während eines Football-Spiels die brutalen "Ducky Boys" anrücken und sich die verfeindeten Gangs zur Verteidigung zusammentun müssen.


Nun gibt es genügend wirklich gelungene Filme, die sich mit der Banden-Thematik früherer Jahrzehnte auseinandersetzen. Dabei ist es im Prinzip vollkommen egal, ob man dabei an "The Riffs", "The Warriors" oder auch an "The Outsiders" denkt, alle diese Werke haben ihren ganz besonderen Reiz. Doch wohl kaum eines dieser Werke fängt so fantastisch den Spirit seiner Zeit ein wie "The Wanderers", der teitlich gesehen in den frühen 60ern spielt und dem Zuschauer einen grandios authentischen Eindruck dieser wilden Zeit vermittelt. Es ist die Zeit des Rock'n Rolls, der ersten sexuellen Erfahrungen und der unzähligen Gangs, die sich im New Yorker Stadtteil Bronx fast täglich bekämpfen. Regisseur Philip Kaufman hat hier einen echten Klassiker geschaffen, der längst nicht nur von rivalisierenden Jugend-Gangs erzählt, sondern dem Zuschauer auch einen tiefen Einblick in die Gefühlswelt der Teenager gestattet, die teilweise aus vollkommen zerrütteten Familien kommen und in der Gang den nötigen Halt finden, um nicht auf die falsche bahn zu geraten.

Insbesondere die Vielschichtigkeit der einzelnen Banden rückt Kaufman hier absolut erstklassig in den Focus der Geschichte, neben den "Wanderers" gibt es die "Glatzköpfe", aber auch eine schwarze-und eine chinesische Gang nehmen einen Teil der Story ein. Und dann sind da noch die sogenannten "Ducky Boys", die hier den mit Abstand bedrohlichsten Eindruck hinterlassen und im Laufe des Geschehens einen nicht gerade unwichtigen Stellenwert einnehmen. Kaufman ist es hervorragend gelungen, eine Kombination aus Jugend-Drama-und Actionfilm zu kreieren, die streckenweise auch noch mit dem passenden Schuss Humor versehen ist. Die authentischen Settings und ein absolut herausragender Soundtrack sind weitere sehr wichtige Mosaiksteine, damit das Geschehen seine volle Wirkung beim Zuschauer erzielen kann. "The Wanderers" wirkt auf den Betrachter wie eine Zeitreise in die 60er Jahre, schon beim Erklingen der ersten Töne des Titel-Songs von der Gruppe Dion fühlt man sich in der Zeit zurückversetzt und identifiziert sich praktisch sofort mit einer Zeit, in der für die Jugendlichen Begriffe wie Loyalität und Freundschaft noch eine Bedeutung hatten. Die eigene Gang als eine Art Familien-Ersatz birgt Zusammenhalt und Stärke in sich, die von manchen Mitgliedern allerdings auch in diversen Situationen recht leichtfertig aufs Spiel gesetzt wird.

Diese Erfahrung macht insbesondere Richie (Ken Wahl), der durch seine anscheinend im Überfluss vorhandenen Hormone die Freundschaft zu seinem besten Freund Joey (John Friedrich aufs Spiel setzt und dadurch zeitweise zum Aussenseiter in der eigenen Gang wird. In diesen Passagen wird die Gefühlswelt der Jugendlichen ebenso intensiv bearbeitet wie in familiären Auseinandersetzungen, denen vor allem Joey durch seinen gefühlslosen Vater ausgesetzt ist. So kommt bei "The Wanderers" also durchaus eine tief emotionale Seite zum Vorschein die aber in keiner Phase übertrieben oder gar schmalzig wirkt, sondern vielmehr sehr glaubwürdig die alltäglichen Probleme einiger Teenager aufzeigt, die in ihre Ersatz-Familie flüchten, um dort ihre Probleme für kurze Zeit vergessen zu können. Nur dort wird ihnen die Anerkennung zuteil, die sie in der eigenen Familie niemals erfahren haben. Dieser Anteil des Jugend-Dramas ist allerdings nur eine Komponente des meiner Meinung nach besten Banden-Filmes aller Zeiten, denn auch im Bezug auf die Action wird so einiges geboten, was den insgesamt herausragenden Gesamteindruck nur noch einmal zusätzlich unterstreicht.

Nach im ersten Teil der Geschichte eher kleineren Scharmützeln sticht ganz besonders der finale Kampf im letzten Drittel der Geschichte ins Auge, in dem sich alle in der Highschool ansässigen Gangs gegen die düsteren "Ducky Boys" verbrüdern. Hier treffen dann wirklich vollkommen verschiedene Welten aufeinander, denn obwohl sämtliche Gangs nicht gerade zimperlich miteinander umgehen, herrscht bei ihnen eine Art Ehren-Kodex. Man prügelt-und beleidigt sich gegenseitig, doch die "Ducky Boys" sind vor allem auf Grund ihrer Skrupellosigkeit überall gefürchtet. Ihnen macht der Einsatz tödlicher Waffen überhaupt nichts aus und ein Menschenleben bedeutet ihnen gar nichts. Dementsprechend hart fällt dann auch der Endkampf aus, bei dem letztendlich aber doch das Gute über das Böse siegt. Zum Schluss zieht dann auch noch ein wenig Melancholie in die Geschichte ein, die den nahezu perfekten Abschluss eines absolut genialen Filmes darstellt, der vollkommen zu Recht seinen Kultstatus genießt. Denn auch nach nunmehr über 3 Jahrzehnten ist "The Wanderers" immer wieder eine Sichtung wert und hat im Laufe der ganzen Jahre rein gar nichts von seiner einzigartigen Faszination verloren.


Fazit:


Kaufman's Werk ist ein zeitloser Klassiker, der meiner Meinung nach als Gesamt-Komposition ein absolutes Meisterwerk darstellt. Kein anderer banden-Film schafft es so gekonnt, das Action-Kino mit dem Jugend-Drama zu verbinden. Untermalt mit einem brillanten Soundtrack offenbart sich ein Szenario, das man nicht authentischer hätte in Szene setzen können. Großartige Darsteller und eine fantastische Geschichte machen diesen einzigartigen Film immer wieder zu einem berauschenden Erlebnis, das zum Pflichtprogramm eines jeden Film-Liebhabers zählen sollte.


10/10

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