Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Tödliche Versprechen - Eastern Promises (2007)
BeitragVerfasst: 12. Jun 2013, 18:48 
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O-Titel: Eastern Promises
Herstellungsland: GB/CAN/USA
Erscheinungsjahr: 2007
Darsteller: u. a. Viggo Mortensen, Naomi Watts, Vincent Cassel, Armin Mueller-Stahl, Sinéad Cusack, Donald Sumpter, Tamer Hassan, Sarah-Jeanne Labrosse, Raza Jaffrey, Olegar Fedoro, Alice Henley, Peter Rnic
Regie: David Cronenberg
FSK: 16

Inhalt:


Als die unbekannte Schwangere blutend in die Notaufnahme des hiesigen Krankenhauses eingeliefert wird, ahn die Hebamme Anna noch nicht, was sie erwarten wird. Denn die Unbekannte stirbt an ihren Verletzungen - das Kind überlebt. Anna möchte herausfinden, ob es noch irgendwelche Verwandten von dem Mädchen gibt, damit das Baby in einer geordneten Umgebung aufwachsen kann. Und deshalb entwendet Anna das Tagebuch. Behilflich bei der Übersetzung ist ihr Onkel Stepan, denn das Buch ist auf russisch geschrieben. Anna kann wohl ein wenig von dieser Sprache, doch sie kann es nicht gänzlich lesen.

In dem Buch findet sie auch eine kleine Karte eines Restaurants, in dem sich das Mädchen aufgehalten haben könnte. Dort macht sie die Bekanntschaft von Semyon, dem augenscheinlichen Restaurantbesitzer. Doch er ist viel mehr als das: Er ist eine Art Mafiapate der russischen Mafia. Sein Kirill und dessen Companion Nikolai sind die Köpfe dieser kriminellen Vereinigung. Doch man erfährt, dass Nikolai auch erst ein Anwärter auf einen Posten in dieser "Firma" ist. Als Anna von der Frau und dem Baby erzählt, wird Semyon hellhörig, denn aus irgendeinem Grund muss er dieses Kind haben. Das Tagebuch wird auch erwähnt und Semyon will es für Anna übersetzen. Sie bringt ihm eine Kopie des Buches, und Semyon muss allerlei schlimme Dinge über seinen Sohn - und auch sich selbst - in diesem Buch lesen, so dass er es unbedingt haben muss. Deshalb soll Nikolai es ihm organisieren. Anna erzählt außerdem von ihrem Onkel, der ihr das Buch übersetzt. Deshalb soll auch dieser von Nikolai aus dem Weg geräumt werden.

Als Nikolai das Buch holt, ist dies Stepan nicht geheuer und er gerät mit Nikolai aneinander. Worauf dieser ihm das Zeichen der Rache zeigt. Doch das, was in diesem Buch steht, ist mehr als bisher erzählt worden ist: Das Baby ist ein besonderes Baby, denn die damalige Prostituierte, die unter falschen Behauptungen nach London gelockt worden ist, wurde mit gerade mal 14 Jahren von Semyon vergewaltigt, und aus dieser Tat ist das Baby entstanden. Stepan und auch Nikolai warnen Anna, dass sie sich nicht noch tiefer in die dunklen Machenschaften der Organisation einlassen soll.

Denn auch dort gibt es Probleme: Kirill, der Sohn von Semyon, muss ein ums andere Mal Personen, die ihm augenscheinlich nicht wohlgesonnen sind, aus dem Weg räumen. Und auch Nikolai ist nicht das, was er zu sein scheint. Denn als er die Aufnahme bei Semyon "bestanden" hat und damit auch seine Tattoos als Zeichen der Zugehörigkeit erhalten hat, bekommt er eines Abends, als er eine Art Geschäftsabschluss mit einem Kollegen bespricht, Besuch von Tschetschenen, die ihn fertig machen wollen. Und fast hätten sie es geschafft. Doch dann kommt ans Licht, wer Nikolai wirklich ist, und was er insgesamt mit seinem Verhalten bezweckt hat...

Wertung:


Dieser Film ist auf seine eigene Art ein wenig merkwürdig. Auf der einen Seite stehen Anna, ihre Familie und das Baby und auf der anderen Seite befinden sich Semyon, sein Sohn Kirill und Nikolai. Und alle sind im Endeffekt anders, als sie zu Beginn dargestellt worden sind. Und alle Charaktere sind wichtig für die Rahmenhandlung: Naomi Watts spielt die Anna, die in einem Krankenhaus als Hebamme arbeitet. Und zufälligerweise gerät sie aufgrund ihrer Nachforschungen in kriminelle Kreise. Und alles nur, weil sie das Baby entsprechend versorgt wissen möchte. Ihre Familie ist ebenso in Gefahr, denn die Übersetzung des Buches ist gefährlich für alle Beteiligten.

Armin Mueller-Stahl als Semyon ist dagegen am Anfang ein fast älterlich wirkender Russe, der gar nicht so brutal und Gangster-like rüber kommt. Erst im Verlauf des Films offenbahrt sich sein wahres Gesicht, und das nicht nur, weil er ein offensichtlich erst 14 Jahre altes Mädchen geschwängert hat, sondern weil er die Fäden der Organisation in der Hand hält und mehr oder minder die Macht über Leben und Tod von bestimmten Personen hat. Kirill hingegen, verkörpert durch Vincent Cassell, wirkt den Film über unberechenbar. Er ist seinem Vater hörig, aber nach und nach bekommt man den Eindruck, als wenn er selbst die Möglichkeit sucht, seinen Vater zu ersetzen. Und zu guter letzt Nikolai. Für meine Begriffe kann man hier eigentlich nicht unbedingt von dem Hauptcharakter sprechen, auch wenn er für diese Rolle für einen Oscar nominiert worden ist. Er wirkt gehemnisvoll und dunkel. Erst in der Mitte des Film beschleicht einen eine Ahnung, als ob da doch noch mehr sein könnte. Erst Recht, als er sich mit den Tschetschenen anlegt.

Ausgesprochen gut ist hier die Darstellung der russischen Verhältnisse gelungen. Vieles ist dabei im Film untertitelt, was dem Sehvergnügen aber keinen Abbruch bringt. Vincent Cassel passt dabei nicht so richtig ins Bild. Er wirkt zwar roh und unberechenbar aber weniger russisch als es Armin Mueller-Stahl und Viggo Mortensen tun. Die Geschichte an sich ist zusätzlich gut gelungen, da dieser Film einfach von der Handlung und seinen Dialogen lebt, was wohl auch von dem Regisseur David Cronenberg beabsichtigt worden war. Daneben tauchen aber immer wieder Effekte auf, die hart an der Grenze zur FSK 16 Freigabe sind (zumindest für meine Begriffe), da man doch recht deutlich sieht, wie die ein oder andere Klinge benutzt wird. Dabei darf man den Film aber auf keinen Fall auf diese Momente reduzieren, denn er ist viel mehr als das.

Und genau aus all diesen Gründen kann ich ihm guten Gewissens eine 09/10 geben, auch wenn nicht jeder meine Meinung teilen möchte. Viggo Mortensen hat zwar schon bessere Rollen gespielt (z. B. als Master Chief John James 'Jack' Urgayle in "Die Akte Jane", David Shaw in "Ein perfekter Mord" und natürlich als Aragorn). Er war trotzdem für diese Rolle für den Oscar nominiert. Insgesamt war der Film bei diversen Preisen 15 Mal nominiert, lediglich den People's Choice Award beim Toronto Filmfestival konnte er ergattern. Zu Unrecht nicht mehr.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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