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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Bruc - Napoleons blutige Niederlage (2010)
BeitragVerfasst: 14. Jan 2013, 23:51 
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Bruc - Napoleons blutige Niederlage
(La Bruc. llegenda)
mit Astrid Berges-Frisbey, Vincent Perez, Juan Jose Ballesta, Nicolas Giraud, Jerome Le Banner, Francesc Albiol, Moussa Maaskri, Marcel Borras, Santi Millan, Justin Blanckaert, Albert Vidal, Joan Bentalle, Blai Llopis
Regie: Daniel Benmayor
Drehbuch: Patxi Amezcua / Jordi Gasull
Kamera: Juan Migual Azpiroz
Musik: Xavier Capellas
FSK 16
Spanien / 2010

"Du wirst den Kopf des Trommlers abschneiden und ihn der Welt zeigen. Ganz Europa wird wissen, dass jeder sterben muss, der die Ehre Frankreichs bedroht," schreibt Napoleon Bonaparte wutentbrannt an seinen Freund Maraval. Der "Trommler" ist der spanische Köhlersohn Juan, der in den Bergen Kataloniens dem Eroberer eine bittere Niederlage bereitet hat. Eine gnadenlose Menschenjagd beginnt. Maraval lässt Juans Familie auslöschen und ermordet jeden, der nicht kooperiert. Der gehetzte Partisane hat deshalb nur noch ein Ziel: Rache für die Toten! Immer tiefer lockt er Maraval und seine Männer in die Wildnis der Berge. Die Verfolger werden zu Zielscheiben und Bruc, wie man ihn nach dem Ort der Schlacht nennt, zu einem Symbol des Widerstands für die unterdrückten Völker Europas.


Konnte mich Regisseur Daniel Benmayor mit seinem Regieerstling "Paintball" noch nicht gänzlich überzeugen, so hat er mit seinem zweiten Film "Bruc" einen wirklich erstklassigen Abenteuerfilm kreiert. Von der ersten bis zur letzten Minute wird der Zuschauer mit einer äusserst spannend inszenierten Geschichte konfrontiert, die in allen Belangen zu überzeugen weiss. Erzählt wird die Story des Wiederstandkämpfers Bruc, der zusammen mit einigen anderen Rebellen dem großen Napoleon eine blutige Niederlage zugefügt hat. Das die anscheinend unbesiegbare französische Armee gerade von spanischen Rebellen geschlagen wurde, bedeutet für den französichen Kaiser eine solche Schmach, das er seinen Elitesoldaten Maraval (Vincent Perez) damit beauftragt, ihm den Kopf des Rebellenführers zu bringen. Nun dreht sich das Geschehen nicht um die besagte Schlacht, sondern widmet sich mit der folgenden Menschenjagd auf den jungen Juan (Bruc) und gestaltet sich dabei extrem abwechslungsreich und sehr interessant. Seine besondere Stärke bezieht der Film in erster Linie aus seinen kräftigen Bildern, denn allein schon der Schauplatz der kargen Berglandschaft wirkt mit enormer Wucht auf den Zuschauer ein. Die Menschenjagd durch die katalonische Berglandschaft gestaltet sich sehr tempo-und actionreich und bietet dabei ein jederzeit faszinierendes Szenario, das einen wirklich zu fesseln versteht. In diversen Passagen wird man schon an einen Film wie "Rambo" erinnert, nur das die Story hier einen geschichtsträchtigen Hintergrund beinhaltet.

Trotz einer Laufzeit von gerade einmal knapp 90 Minuten trägt der Film schon fast epische Züge und erscheint streckenweise wie ein Monumentalfilm im Kleinformat, was jetzt keinesfalls negativ gemeint ist. Bei der spannenden Jagd durch Wald und Gebirge entfaltet sich eine äusserst dichte-und größtenteils auch bedrohliche Grundstimmung und die Dramaturgie der Ereignisse ist absolut hervorragend aufgebaut. Erscheint es am Anfang noch so, das der Gejagte wie ein scheues Reh um sein eigenes Leben fürchtet, so krisrallisiert sich im Laufe der Zeit eine erstaunliche Charakterwandlung dar. Aus dem eher unsicheren jungen Mann wird ein echter Kämpfer, der mit zunehmender laufzeit aus den Jägern Gejagte macht. Hierbei kommen ihm selbstverständlich seine Ortskenntnisse zu Gute, sind die französischen Häscher doch Kämpfe in den Bergen überhaupt nicht gewohnt. Diese Aspekte werden von Benmayor ganz hervorragend herausgearbeitet, so das sich dem Zuschauer ein jederzeit glaubwürdiges-und authentisches Szenario bietet.

Eine weitere Stärke sind ganz bestimmt die ausgezeichneten darsteller, die durch die bank mit extrem guten Darstellungen aufwarten. Ganz besonders sollte man dabei aber die beiden Hauptfiguren Bruc (Juan Jose Ballesta) und Marvarel (Vincent Perez) hervorheben, die sich den ganzen Film über eine wahre Psychoschlacht liefern, bevor es am Ende auch zum unausweichlichen Showdown zwischen den beiden kommt, in dem sie sich Mann gegen Mann gegenüberstehen. Bis dahin jedoch vergeht eine geraume Zeit und etliche Menschen müssen unfreiwillig ihr Leben lassen. Das beginnt schon mit Ermordungen im Bergdorf El Bruc, wo gleich am Anfang Juans Familie für seine Heldentaten büssen muss und zieht sich bis zum Tode der diversen Jäger hin, bis Bruc und Marvarel als einzige übrigbleiben. Benmayor hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet und eine Arbeit abgeliefert, die man kaum besser hätte gestalten können. Mit der Laufzeit von knapp 90 Minuten hat man meiner Meinung auch genau das richtige Maß gefunden, um erst gar keine Langeweile aufkommen zu lassen. So ist man am Ende sogar ein wenig traurig darüber das "Bruc" nicht noch ein wenig länger geht, hätte man doch auch gern die Schlacht an sich betrachtet, die leider nur in einigen kurzen Flashbacks gezeigt wird.

Wenn man so will, ist dies eigentlich der einzige Punkt, den man überhaupt kritisieren könnte, denn ansonsten offenbart sich dem Betrachter ein richtig toller Film, der keinerlei Grund zur Beanstandung liefert. Eine tolle Story, hervorragende Darsteller und eine wahnsinnig dichte Atmosphäre sind die absoluten Höhepunkte eines ganzzeitig kurzweiligen Filmes. Zusammen mit der exzellenten Kameraarbeit und den beeindrucken Landschaftsbildern entfacht das Geschehen eine enorme Wucht, die man nur zu gern auf sich einwirken lässt. Ich wurde jedenfalls bestens unterhalten und kann nur eine unbedingte Empfehlung für dieses beeindruckende Werk aussprechen.


Fazit:


"Bruc - Napoleons blutige Niederlage" ist allerbeste Abenteuerkost, in der man eine Menschenjagd a la "Rambo" serviert bekommt. Hervorragend in Szene gesetzt offenbart sich eine Geschichte, die genau die richtige Mischung aus Geschichtsträchtigkeit-und Action beinhaltet.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Spanisch, Französisch, Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,40:1 (16:9)
Laufzeit: 86 Minuten
Extras: Making Of, Originaltrailer, Trailershow


8/10

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