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 Betreff des Beitrags: DER HEXENJÄGER (1968)
BeitragVerfasst: 24. Jan 2013, 18:32 
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Der Hexenjäger
(Witchfinder General)
mit Vincent Price, Ian Ogilvy, Rupert Davies, Hilary Heath, Robert Russell, Nicky Henson, Tony Selby, Bernard Kay, Godfrey James, Michael Beint, John Trenaman, Bill Maxwell, Paul Ferris, Maggie Kimberly, Peter Haigh
Regie: Michael Reeves
Drehbuch: Michael Reeves / Tom Baker / Ronald Bassett
Kamera: John Coquillon
Musik: Paul Ferris
ungeprüft
Großbritannien / 1968

England, 1645: Am Rande des Bürgerkriegs zieht der Hexenjäger Matthew Hopkins im Namen der Inquisition mit seinem Folterknecht Stearne durch die Lande und foltert und tötet vermeintliche Hexen und Ketzer. Sein Weg zeichnet eine Spur aus Folter, Verbrennung, Intrige und Machtgier.


Filme die sich mit der Thematik der Hexenjagd (Inquisition) beschäftigen gibt es sicherlich so einige, aber wohl kein zweiter hat dieses Thema so geprägt wie dieses Werk von 1968, bei dem Michael Reeves Regie führte. Einer der Hauptgründe dafür ist ganz sicher die realistische und authentische Umsetzung des Stoffes. Allein die hervorragenden Kostüme und die sorgsam ausgewählten und hergerichteten Schauplätze sorgen dafür, das beim Zuschauer wirklich das Gefühl aufkommt, sich in der Zeit des 17. Jahrhunderts zu befinden. Dadurch entfaltet sich auch gleich von der ersten Minute an eine hervorstechende Grundstimmung, die für ein Werk mit dieser Thematik absolut unverzichtbar ist. Dabei ist die vorherrschende Atmosphäre streckenweise dermaßen dicht, das sich bei der Ansicht der Ereignisse manchmal sogar ein leichter Schweißfilm auf der eigenen Haut bilden kann.

Weiterhin schafft es der Film, den Betrachter in seinen Bann zu ziehen und zu fesseln, manchmal wirkt er sogar etwas verstörend. Dies geschieht vor allem wenn man sieht, mit welcher Willkür die Menschen damals hingerichtet wurden. Diese Szenerie wurde hier so fantastisch umgesetzt, das einem teilweise die Luft wegbleibt und man doch ein gewisses Gefühl der Beklemmung verspürt. Man versucht sich in die Rolle der Opfer hineinzuversetzen, die ohne jede Schuld der Hexerei bezichtigt werden und keine Chance haben, ihre Unschuld zu beweisen. Sie müssen sich der Willkür des Hexenjägers hingeben, der seine Macht auch ohne Gewissensbisse schamlos ausnutzt und sich dafür sogar noch bezahlen lässt. Dieser Aspekt kommt in der Geschichte äußerst eindrucksvoll zur Geltung und Reeves hat mehr als gut daran getan, insbesondere diesen Punkt so ausführlich zu beleuchten. Um das Ganze dann auch so richtig beim Zuschauer wirken zu lassen benötigt es einen erstklassigen Darsteller für die Hauptrolle.

Und für diese gewichtige Rolle hätte man keinen besseren Darsteller verpflichten können als Vincent Price, der diesen Charakter absolut glaubwürdig und brillant darstellt. Eigentlich war Donald Pleasence für die Rolle vorgesehen, ob er jedoch diesen Part ebenso genial gespielt hätte, wage ich zu bezweifeln. Price verleiht seiner Figur etwas extrem diabolisches und stattet sie gleichzeitig mit einer Eiseskälte aus, die dem Betrachter wahrlich das Blut in den Adern gefrieren lässt. Price läuft in diesem Film zu absoluter Höchstform auf, wobei es zwar sehr ungewohnt erscheint, den großartigen Mimen hier mit lediglich einem Gesichtsausdruck zu sehen, wo er ja im Normalfall gerade durch seine vielseitige Mimik immer zu überzeugen wusste. Aber gerade dieser stoische und starre Gesichtsausdruck den er hier zeigt, ist ein Grund dafür das er diesen kalten und scheinbar gefühlslosen Charakter des Hexenjägers so realistisch darstellt. Wenn man ihm in die Augen schaut, bekommt man manchmal das Gefühl, auf einen Eisberg zu schauen und man bekommt unwillkürlich eine Gänsehaut. Der Blick wirkt schon fast hypnotisierend und vor allem extrem angsteinflößend. Allein dafür lohnt es sich schon sich diesen Film anzusehen, nur um die Gefühle zu spüren die durch diese Augen ausgelöst werden.

Ganz nebenbei war ich auch ziemlich überrascht, das dieses Werk auch einige härtere Folterszenen beinhaltet, was für Filme aus den 60 er Jahren schon etwas außergewöhnlich ist. Es ist zwar nicht übermäßig hart, aber das hätte auch irgendwie nicht richtig gepasst. So aber bekommt man es hier mit einem echten Klassiker zu tun, der sehr realistisch wirkt und dem Zuschauer einen authentischen Einblick in eines der dunkelsten Kapitel der Menschheit beschert. Für mich persönlich handelt es sich bei vorliegendem Film um den besten Vertreter seiner Art, denn kein anderer Genre Kollege konnte einen so überragenden Gesamteindruck hinterlassen. So ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, das "Der Hexenjäger" vollkommen zu recht als echtes Juwel angesehen wird und einen absoluten Kultstatus besitzt. Zudem hat die vorliegende Geschichte auch im Laufe der Jahrzehnte rein gar nichts von ihrer Klasse und Faszination eingebüßt, denn Reeves hat an dieser Stelle eine zeitlose Filmperle kreiert, die man sich immer wieder anschauen kann.


Fazit:


"Witchfinder General" (so der Originaltitel) dürfte ohne wenn und aber der Klassiker unter den Filmen sein, die sich mit dem Thema der Hexenverfolgung beschäftigen. Hier passt wirklich alles perfekt zusammen und mit Vincent Price in der Hauptrolle hat man die absolute Idealbesetzung gefunden, denn niemand anders hätte die Figur besser und authentischer ausfüllen können, als einer der größten Darsteller des vergangenen Jahrhunderts.


10/10


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