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 Betreff des Beitrags: Die Piraten von Tortuga (1961)
BeitragVerfasst: 9. Jun 2013, 17:18 
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Die Piraten von Tortuga
(Pirates of Tortuga)
mit Ken Scott, Letícia Román, Dave King, John Richardson, Rafer Johnson, Robert Stephens, Rachel Stephens, Stanley Adams, Edgar Barrier, James Forrest, Patrick Sexton, Arthur Gould-Porter, Hortense Petra
Regie: Robert D. Webb
Drehbuch: Melvin Levy / Jesse Lasky Jr. / Pat Silver
Kamera: Ellis W. Carter
Musik: Paul Sawtell / Bert Shefter
FSK 12
USA / 1961

Einst angesehener englischer Freibeuter gegen die Spanier in der Karibik, hat sich Kapitän Henry Morgan ein Jahr nach Kriegsende wieder der Piraterie verschrieben. Neun von zehn englischen Schiffen fallen ihm anheim und niemand wagt es, ihm in seiner Festung auf der Insel Tortuga die Stirn zu bieten. Doch bald wird der unerschrockene Haudegen Kapitän Bart Praxton von der englischen Marine beauftragt, dem Schrecken der Karibik endlich Einhalt zu gebieten. Gemeinsam mit drei alten Freunden und einer schönen blinden Passagierin stechen er und seine Crew in See, um Henry Morgan zu stellen.


Nun zählt "Die Piraten von Tortuga" sicherlich nicht zu den größten Vertretern des Piratenfilms, warum das Werk von Robert D. Webb allerdings phasenweise richtiggehend niedergemacht wird entzieht sich vollkommen meiner Kenntnis. Zugegebenermaßen liegt der Fokus der Geschichte nicht gerade auf gewaltig in Szene gesetzten Seeschlachten und ganz generell hält sich das Geschehen im Bezug auf Action ein wenig zurück, aber dennoch bekommt der Zuschauer doch einen charmanten Klassiker geboten, der nun von Ascot Elite auch endlich in sehr guter Bild-und Tonqualität auf den Markt gebracht wurde. Und da wären wir auch schon bei einer der Stärken der Geschichte, denn die imposanten Bildern überzeugen in kräftigen-und satten Farben, zudem wurde das Szenario mit einer starken Liebe zum Detail ins Bild gesetzt. Die Schauplätze, Kulissen und insbesondere die Kostüme hinterlassen einen sehr authentischen Eindruck und man fühlt sich phasenweise wie auf einer Zeitreise in ein vorheriges Jahrhundert.

Die eigentliche Thematik der Geschichte hält sich zunächst einmal eher im Hintergrund, denn erst in der zweiten Film-Hälfte kommt es überhaupt zu Kampfhandlungen zwischen Kapitän Praxton's Männern und den Piraten von Tortuga, zuvor bekommt man es eher mit einer aufkeimenden Liebesbeziehung zwischen Praxton und einem weiblichen blinden Passagier zu tun. Dies mag auch der Hauptgrund sein, warum so viele Leute diesen Klassiker kritisieren. Dabei entwickelt sich doch gerade in dieser Phase des Geschehens eine ganze Menge Humor, denn das Miteinander der beiden Hauptfiguren sorgt doch für manch sehr unterhaltsame-und charmante Szene, an der man sich erfreuen kann. Erst nach gut 45 Minuten bekommt man allerdings zugegebenermaßen das zu sehen, was man in einem Piratenfilm erwartet, die bis dahin erste-und leider auch einzige Seeschlacht des gesamten Filmes. Dennoch sehe ich das nicht unbedingt als negativen Kritikpunkt an, denn erstens entschädigt die Hauptschlacht um Tortuga am Ende der Geschichte doch für zuvor entgangene Kämpfe und zweitens ist der Film in seiner Gesamtheit ein blendend unterhaltender Klassiker.

Sicherlich hätte Robert D. Webb einige Kampf-Passagen mehr einbauen können, aber es ist insbesondere die gelungene Kombination aus Piraten-Action, gelungenem Humor und einer netten Liebesgeschichte, die hier ein insgesamt sehr stimmiges Gesamtbild erzeugt. Besonders erstaunlich empfinde ich in solchen Filmen immer wieder den Aspekt, das hier ohne einen Tropfen Blut zu sehen, immer etliche Leute ihr Leben aushauchen. Selbst bei Pistolen-Einschüssen halten sich die Getroffenen die Eintrittswunde, aus der aber erstaunlicherweise nicht ein einziger Tropfen Blut herauskommt. Ein absolutes Phänomen, das man in unzähligen Werken der damaligen Zeit beobachten kann und das einem immer wieder ein Schmunzeln abringt.

Letztendlich ist "Die Piraten von Tortuga" bestimmt nicht zu den absolut hoch angesehenen Klassikern zu zählen, was jedoch auch wieder im Auge des jeweiligen Betrachters liegt. Auf jeden Fall aber bekommt man es mit einem äußerst charmanten-und reizvollen Film zu tun, der gut 90 Minuten kurzweilige Unterhaltung bietet. Das man dabei vielleicht nicht die Menge an Action-Passagen geboten kommt die man sich erwartet hat fällt meiner Meinung nach nicht weiter ins Gewicht, präsentiert sich doch ein überzeugendes Gesamtpaket, das man ohne Bedenken empfehlen kann.


Fazit:


In der vorliegenden-und neu restaurierten Version macht dieser Film gleich doppelt so viel Spaß, kann man sich doch allein schon an den kraftvollen-und farbenprächtigen Bildern ergötzen. Ein paar herrliche Kampfszenen, eine charmante Liebesgeschichte und eine gesunde Portion Humor runden die ganze Sache perfekt ab und so ergibt sich ein insgesamt sehr stimmiges Gesamtbild.


7/10

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