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 Betreff des Beitrags: Herkules im Netz der Cleopatra (1961)
BeitragVerfasst: 12. Jun 2013, 18:44 
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Herkules im Netz der Cleopatra
(Samsone)
mit Brad Harris, Sergio Ciani, Mara Berni, Serge Gainsbourg, Luisella Boni, Carlo Tamberlani, Irena Prosen, Franco Gasparri, Manja Golec, Romano Ghini, Niksa Stefanini
Regie: Gianfranco Parolini
Drehbuch: Oscar D'Amico / G. Madison
Kamera: Francesco Izzarelli
Musik: Carlo Innocenzi
FSK 16
Frankreich / Italien / 1961

Herkules, der schier unbesiegbare Sohn des Zeus, kehrt nach Jahren in die Stadt Sullam zurück, um seine Jugendfreundin Mila, die Thronerbin der Stadt, zu besuchen. Doch der machtbesessene Statthalter Warkalla hat die junge Frau einkerkern lassen und seine Geliebte Cleopatra auf den Thron gesetzt. Als er erkennt, welche Gefahr von Herkules für seine Pläne ausgeht, setzt er alles daran, den Göttersohn aus dem Weg zu räumen. Doch Herkules entkommt den Häschern und schlägt sich auf die Seite der Rebellen, um gemeinsam mit ihnen in die Schlacht gegen den Tyrannen zu ziehen und das Volk ein für alle Mal von der Schreckensherrschaft zu befreien.


Und wieder einmal bekommt es der Zuschauer mit einem der legendären Sandalenfilme der 60er Jahre zu tun, in dem Brad Harris den scheinbar unbesiegbaren Herkules mimt. Nun ähneln sich einige dieser Filme schon ziemlich stark, da die Thematik der Geschichten doch oft fast schon identisch erscheint, was durchaus dazu führen kann, das man bei gewissen Passagen zu der Ansicht gelangt, diese schon einmal gesehen zu haben. So muss sich der Titelheld auch in vorliegender Geschichte wieder einmal mit der Herrschsucht gewisser Personen auseinandersetzen, die ihr Volk unterjochen und nur an ihre eigene Person denken. Ich persönlich empfinde es überhaupt nicht als negativ, das hier diverse Ähnlichkeiten zu anderen Filmen mit Brad Harris bestehen, der ja in der damaligen Zeit geradezu wie geschaffen für die Rolle des Herkules war, was insbesondere durch seine äusserst muskulöse Figur begründet ist.

Darstellerische Höhepunkte sollte man in dieser Art von Film nicht unbedingt erwarten, erscheint das Schauspiel doch oft sehr theatralisch und hinterlässt einen eher naiven Eindruck, was aber andererseits auch als eine Art Markenzeichen angesehen werden kann. Das äusserst sich vor allem auch in den Kampfszenen die man begutachten kann, denn diese bestechen durch eine herrliche Naivität, die eigentlich alle Werke dieser Zeit beinhalten. So wird sich wohl auch die Faszination dieses Filmes hauptsächlich den etwas älteren Zuschauern offenbaren, da aus heutiger Sicht kein echter Härtegrad geschweige denn Action vorkommt, wie man es gewohnt ist. Und so ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, das der durchaus vorhandene Reiz dieser Geschichte eher auf Nostalgiker wirken wird und das jüngere Publikum wohl weniger ansprechen wird.

Dennoch macht es einfach sehr viel Spaß das Geschehen zu verfolgen, in dem auch genügend Platz für eine ordentliche Portion Humor vorhanden ist, wobei auch der Humor auf viele Leute wohl eher einen recht antiquierten Eindruck hinterlässt, hier aber absolut passend an den richtigen Stellen eingefügt wurde. So entsteht ein Gesamtbild, das diesen Film zu einem perfekten Sonntagnachmittag-Filmerlebnis macht, an dem die gesamte Familie ihre Freude haben wird. Dafür sorgen auch die farbenprächtigen Kostüme, die schon immer ein ganz besonderes Highlight dieser Werke waren und auch die pompösen Bauten hinterlassen beim Zuschauer einen nachhaltigen Eindruck.

So kann man letztendlich zu einem sehr positiven Gesamteindruck gelangen, insbesondere Freunde der alten Sandalenfilme werden voll auf ihre Kosten kommen und ganz sicher in Erinnerungen schwelgen, die bei der Ansicht eines solchen Filmes fast schon zwangsläufig auftreten. Starke Männer, die in einer herrlich naiven Art miteinander kämpfen, die man heute gar nicht mehr kennt, solide Darsteller und tolle Kulissen sorgen für ein insgesamt schönes Seh-Vergnügen, das man sich auch nach fast 40 Jahren immer noch gut anschauen kann.


Fazit:


"Herkules im Netz der Cleopatra" ist ein weiterer Beitrag aus der schier unerschöpflichen Schmiede der Sandalenfilme, der ganzzeitig für sehr kurzweilige Unterhaltung sorgt und vor allem Nostalgiker ansprechen wird. Brad Harris in der Rolle des Titelheden ist die absolut perfekte Besetzung und beeindruckt allein schon durch seinen muskulösen Körperbau. Darstellerische Defizite werden durch ordentlich Humor und die herrlich naiven Kampfszenen ausgeglichen und können das insgesamt sehr gute und unterhaltsame Gesamtbild nicht wirklich beeinträchtigen, so das man dieses Werk bedenkenlos weiterempfehlen kann.



6,5/10

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