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 Betreff des Beitrags: Mary Bryant - Flucht aus der Hölles (2005)
BeitragVerfasst: 21. Jan 2013, 01:50 
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Mary Bryant - Flucht aus der Hölle
(Mary Bryant)
mit Romola Garai, Jack Davenport, Alex O'Loughlin, Sam Neill, Tony Martin, David Field, Garry McDonald, Dab Spielman, Stephen Curry, Abe Forsythe, Alice McConnell, Linal Haft, Brittany Carney, Genevieve O'Reilly
Regie: Peter Andrikidis
Drehbuch: Peter Berry
Kamera: Joseph Pickering
Musik: Iva Davies
FSK 12
Australien / Großbritannien / 2005

Ihr Kampfgeist und unbändiger Freiheitsdrang machen die junge Mary Bryant stark. Wegen eines kleinen Diebstahls wird sie 1786 zur Deporation nach Australien verurteilt. Sie erträgt Haft und Vergewaltigung in England, die sechsmonatige Überfahrt und Geburt ihrer Tochter auf einem Gefangenenschiff und den brutalen Überlebenskampf in Botany Bay. Nie hört sie auf, von ihrer Freiheit zu träumen. Mit ihrem Mann und den beiden kleinen Kindern wagt sie schließlich die Flucht. Nach 3.500 Meilen in einem kaum seetauglichen Kutter erreichen sie das holländische Timor. Doch ein Offizier auf der Heimreise erkennt die Flüchtlinge. Mary wird erneut zur Gefangenen. Man wird sie zurück nach England bringen, wo ein neuer Prozess und wahrscheinlich der Galgen die tapfere Frau erwarten. Doch Mary Bryant gibt niemals auf, um für ihre Freiheit zu kämpfen ...


Flucht aus der Hölle


Treffender könnte der Nebentitel dieser Mini Serie kaum sein, die lose an eine wahre Begebenheit angelehnt ist und den Kampf einer starken Frau um ihre Freiheit nachzeichnet. Es ist trotz der eindrucksvollen und aufwendigen Umsetzung der Geschichte für den Zuschauer nur ansatzweise nachzuvollziehen, welchen Torturen und Entbehrungen die Strafgefangenen ausgesetzt sind, die hier von England nach Australien deportiert werden, um dort eine neue britische Kolonie zu gründen. Schon die mehrmonatige Überfahrt weist erschreckende und menschenunwürdige Verhältnisse auf, denn bekommen die Gefangenen kaum Nahrung und die hygienischen Verhältnisse sind geradezu katastrophal. Der Zuschauer bekommt hier einen sehr tiefen Einblick in die harte Zeit, die damals vorgeherrscht haben muss und wenn man bedenkt, das die meisten Sträflinge nur verurteilt worden, weil sie Lebensmittel gestohlen hatten, dann bekommt das ganze Szenario noch einen recht bitteren Beigeschmack.

In einer wirklich erstklassig verfilmten Geschichte ist das Schauspiel von Romola Garai in der Rolle der Mary Bryant meiner Meinung nach der absolute Höhepunkt, ihr ausdrucksstarkes und überzeugendes Schauspiel verleiht dem Charakter der Mary Bryant extrem viel Stärke und Authenzität, zudem sammelt die Figur von der ersten Minute an äusserst viele Symphatiepunkte beim Betrachter, der doch sichtlich von der Stärke dieser jungen Frau beeindruckt ist. Und so fiebert man dann auch die gesamte Laufzeit über mit ihr mit und hofft dabei inständig, das die Geschichte letztendlich noch gut ausgehen mag. Trotz der widrigsten Umstände die auch in der neu besiedelten Kolonie vorherrschen, lässt sich Mary nicht unterkriegen und plant mit ihrem Ehemann und einigen anderen eine mehr als waghalsige Flucht, die eigentlich kaum Aussicht auf einen Erfolg hat. Doch alles scheint besser als das Leben in der Kolonie, in der es kaum etwas zu essen gibt und auch ansonsten kaum etwas so läuft, wie man es sich vorher vorgestellt hat. So wagt man die Flucht in einem kleinen offenen Boot, mit dem man eine Distanz von über 3000 Seemeilen zurücklegen muss, um zur nächsten bewohnten Insel zu gelangen.

Während selbst die Männer auf dieser abenteuerlichen Odyssee jegliche Hoffnung verlieren, ist es die junge Mary, die eine ungeahnte Stärke an den Tag legt und zu keiner Zeit die Hoffnung aufgibt. Dieser Aspekt ist es auch, der sich nahezu wie ein roter Faden durch das spannende Geschehen zieht und somit auch eine erstklassige Charakterzeichnung einer starken Frau nachzeichnet, die doch rein optisch gesehen vielmehr wie ein verletzbarer Engel erscheint. Mary Bryant gibt dieser Mini Serie nicht nur ihren Namen, sondern drückt ihr auch ganz klar ihren ganz besonderen Stempel auf, die beeindruckende Skizzierung der jungen Frau verleiht dem Gesamtbild eine unglaublich starke Faszination und bleibt zudem auch äusserst nachhaltig im Gedächtnis des Zuschauers haften. Trotz seiner Laufzeit von gut 3 Stunden beinhaltet dieses Werk keinerlei Längen, auch wenn es sich nicht gerade durch viel vorhandene Action auszeichnet. Es ist ganz einfach der dramaturgisch hervorragend gezogene Spannungsbogen, der für ein ganzzeitig kurzweiliges Sehvergnügen sorgt. Zudem ist es der emotionale Drahtseilakt den die Protagonisten ständig durchleben müssen, der hier eine starke Wirkung entfesselt und auch den Betrachter nicht unberührt lässt. Das ständige Chaos zwischen Hoffen und Bangen kommt dabei besonders gut zum Ausdruck, was sich insbesondere in den Passagen äussert, als die Flucht anscheinend geglückt ist, jedoch nach einigen Monaten die noch lebenden Flüchtigen wieder in Gefangenschaft geraten und nach England zurückgebracht werden, damit ihnen der Prozess gemacht wird.

Zu diesem zeitpunkt scheint Mary dann doch eine seelisch gebrochene Frau, hat sie doch mittlerweile alles verloren, was ihr lieb und teuer war. Vor Gericht jedoch hält sie noch einmal eine flammende Rede und das Szenario nimmt zum Ende hin sogar noch eine Wendung, die man eigentlich nicht mehr für möglich gehalten hätte. Wenn dann nach mittlerweile 3 Stunden Laufzeit der Absapann einsetzt merkt man erst so richtig, welch intensives Filmerlebnis man gerade erlebt hat, denn die eindrucksvoll umgesetzte Geschichte nimmt einen doch viel mehr mit, als man es gedacht hätte. Das ist durchaus als Kompliment zu verstehen und das gerade Gesehene ist auch nicht so schnell wieder aus der eigenen Erinnerung zu löschen, zu kraftvoll und intensiv bleiben doch die teils schockierenden Bilder im Kopf hängen und auch die imponierende Figur der Mary Bryant hinterlässt einen bleibenden Eindruck.


Fazit:


"Mary Bryant - Flucht aus der Hölle" ist eine wirklich absolut sehenswerte Mini Serie, die man keinesfalls unbeachtet an sich vorbeigehen lassen sollte. Tolle Darsteller, ein äusserst interessante und sehr spannende Geschichte und kraftvolle Bilder ergeben ein Gesamtbild, das man ganz einfach nur als sehr gut bezeichnen kann. Von mir gibt es jedenfalls eine uneingeschränket Empfehlung für dieses beeindruckende Filmerlebnis.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Extras: Originaltrailer, Trailershow


8/10

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