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 Betreff des Beitrags: Myn Bala - Krieger der Steppe (2012)
BeitragVerfasst: 5. Mär 2013, 12:20 
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Myn Bala - Krieger der Steppe
(Myn Bala: Warriors of the Steppe)
mit Kuralay Anarbekova, Aliya Anuarbek, Aliya Telebarisova, Assylkhan Tolepov, Asylkhan Tolepov, Ayan Utebergen, Ayan Utepbergenov
Regie: Akan Satayev
Drehbuch: Muhammed Mamyrbekov / Jayik Sizdikov / Timur Zhaksylykov
Kamera: Khasan Kydyraliyev
Musik: Renat Gaisin
FSK 16
Kasachstan / 2012

Zentralasien im 18. Jahrhundert: Die Mongolischen Horden, Nachfahren von Dschingis Khan, beherrschen die Steppe. Sie überfallen auch das Dorf des jungen Sartai und töten dessen Familie. Jahre später ist Sartai zu einem Krieger herangewachsen, der sich nicht mehr länger in den Bergen verstecken will. Mit seinen zwei besten Freunden schwört er, die Mongolen zu vertreiben. Sartai rekrutiert Kämpfer und startet erste Überfalle. Schon bald beginnen überall im Land Aufstände gegen die Gewaltherrscher. Und während sich die Völker der Steppe auf die finale Schlacht vorbereiten, werden Sartai und seine "Myn Bala" (tausend Jungen) unerbittlich von den Mongolischen Horden gejagt ...


Mit "Myn Bala" präsentiert sich dem Zuschauer ein kasachischer Historienfilm, der angeblich auf wahren Begebenheiten beruhen soll. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Freiheitskampf der kasachischen Krieger, die ihr Land von den mongolischen Invasoren befreien wollen. Nun gestaltet sich der Film zwar nicht so actionreich, wie manch einer eventuell vermuten mag, denn bis auf die finale Schlacht bekommt man eher kleinere Scharmützel geboten, was der Qualität des Filmes jedoch keinerlei Abbruch tut. Held des Geschehens ist der junge Krieger Sartai, der als kleines Kind mit ansehen muss, wie seine Familie von den Invasoren kaltblütig ermordet wird. Zum jungen Mann herangewachsen versucht Sartai, seine kasachischen Landsleute zu einem Aufstand zu bewegen, damit man sich endlich gegen die mongolischen Horden zur Wehr setzt, um die Freiheit des Landes zu erreichen.

Die Inszenierung hinterlässt einen sehr glaubwürdigen Eindruck, was insbesondere den kargen Landschaftsaufnahmen zu verdanken ist. Hier gibt es keine pompöse Ausstattung, vielmehr wird einem ein äußerst guter Eindruck über die unendliche Weite eines Landes geboten, wodurch man extrem gut nachvollziehen kann wie schwer es gewesen sein muss, die einzelnen Stämme zu einer Armee zu vereinigen. Dieser Aspekt kommt auch absolut erstklassig zur Geltung, denn die Kasachen sind vollkommen unorganisiert und machen es den Invasoren so ziemlich leicht, sie unter ihrer Knechtschaft zu halten. Erst als Sartai und ein paar andere junge Leute sich zur Wehr setzen findet ein Umdenken in der Bevölkerung statt und man beschließt, sich dem schier übermächtigen Gegner zum Kampf zu stellen. Die immer wieder eingestreuten kleineren Kämpfe wirken dabei wie gezielte Nadelstiche und schüren die stärker aufkommende Unsicherheit der Mongolen, die aber dennoch weiterhin eine fast arrogante Überlegenheit suggerieren wollen und ihre Gegner nicht ernst nehmen.

In der finalen Schlacht am Ende des Filmes offenbart sich dann der typische Stoff aus dem Helden geboren werden. Selbstverständlich ist das Szenario dabei leicht patriotisch angehaucht, was man allerdings keinesfalls als störend empfindet. Auch der nötige Schuss Tragik hält dabei Einzug in das Geschehen, wirkt dabei jedoch absolut passend und rundet letztendlich ein wirklich gelungenes Filmerlebnis ab, das durchgehend spannende-und interessante Unterhaltung bietet. Aber "Myn Bala" ist auch ein Film, der genügend Freiraum für menschliche Aspekte anbietet und so wird der Zuschauer auch mit Dingen wie Liebe, Loyalität und Verrat konfrontiert, wobei jeder dieser Aspekte im genau richtigen Maß vorhanden ist. Das wertet den von Haus aus schon sehr guten Gesamteindruck noch einmal zusätzlich auf, so das sich im Endeffekt ein äußerst stimmiges-und atmosphärisches Gesamtpaket offenbart, das man bedenkenlos empfehlen kann.

Auch in darstellerischer Hinsicht weiß das Werk von Regisseur Akan Satayev jederzeit zu überzeugen, vor allem die jungen Freiheitskämpfer um den jungen Sartai liefern allesamt einen sehr guten Eindruck ab. Auch die Darstellung der mongolischen Besetzer wirkt authentisch, die unbarmherzige Härte der Krieger kommt glaubwürdig rüber. Alles zusammengenommen handelt es sich also um einen wirklich erstklassig inszenierten Historienfilm, der auch ohne großartige und opulent in Szene gesetzte Schlachten auskommt. Die enthaltenen Kampf-Passagen sind vollkommen ausreichend und zeigen zudem sehr eindrucksvoll auf, wie schwierig es doch gewesen sein muss, überhaupt ein gesamtes Volk aufzurütteln, bevor es sich endlich gegen die Unterdrückung durch die Mongolen zur Wehr gesetzt hat. Die zeitlichen Abstände bis zur finalen Schlacht kann man dabei nur erahnen, doch wenn man sich die Bilder der weitläufigen Steppe vor Augen hält dann weiß man, das hier etliche Zeit vergangen sein muss, bevor man überhaupt in der Lage war, eine kampffähige Armee auf die Beine zu stellen.


Fazit:


"Myn Bala - Krieger der Steppe" ist kein Film, der durch großartige Schlachten ins Auge fällt, hier sind es vielmehr die feinen Nadelstiche, die einen überzeugenden Eindruck hinterlassen. Gutes Schauspiel, viel Spannung und brillante Landschaftsaufnahmen vermitteln dem Betrachter einen glaubwürdigen Eindruck über die Ereignisse. Nicht selten entsteht dabei ein Gefühl der Einsamkeit, denn wenn man sieht, wie weitläufig die Schauplätze sind, fühlt man sich schon ein wenig verloren. Mir persönlich hat das Werk ausnehmend gut gefallen und so kann ich defintiv eine absolute Empfehlung an jeden aussprechen, der gute Historien-Filme zu schätzen weiß.


8/10

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