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 Betreff des Beitrags: Tage der Freiheit - Schlacht um Mexiko (2013)
BeitragVerfasst: 6. Jun 2014, 18:30 
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Tage der Freiheit - Schlacht um Mexiko
(Cinco de Mayo: The Battle)
mit Pablo Abitia, Angélica Aragón, Kuno Becker, Juan Castañón, Liz Gallardo, Ginés García Millán, Noé Hernández, Mauricio Isaac, Pascacio López, Daniel Martínez, Antonio Merlano, William Miller, J.C. Montes-Roldan
Regie: Rafa Lara
Drehbuch: Rafa Lara
Kamera: Germán Lammers
Musik: Nacho Retally
FSK 16
Mexiko / 2013

Der fünfte Mai 1862 - an diesem Tag wird der Lauf der Weltgeschichte verändert. Die französische Armee unter Napoleon III., zu der Zeit die größte Streitmacht der Welt, will mit einem kurzen, überwältigenden Angriff Mexiko besetzen und danach an der Seite der Südstaaten gegen Abraham Lincoln kämpfen. Die französischen Generäle erwarten einen schnellen Sieg, doch es entbrennt eine epische Konfrontation. Unter der Führung von General Ignacio Zaragoza liefert sich die hoffnungslos unterlegene mexikanische Armee einen erbitterten Kampf mit dem in Stärke und Ausrüstung übermächtigen Gegner. Auch der junge Soldat Juan und seine Freundin Citlali werden in die blutigen Kriegswirren gerissen, was ihre Liebe untrennbar mit der alles entscheidenden Schlacht verbindet. Auf dem Kriegsfeld von Puebla, im Angesicht des unbezwingbaren Feindes, bleiben Juan und seinen Kameraden einzig der grenzenlose Drang nach Freiheit... und der verzweifelte Mut, diesen legendären Kampf um ihre Nation, ihre Familien und ihre Ehre mit allen Mitteln zu gewinnen!


Wenn einem Regisseur bei seinem Spielfilm-Debüt ein Budget von rund 10.000.000 $ zur Verfügung steht ist dies einerseits schon recht erstaunlich und weckt andererseits auch beim Zuschauer einen gewissen Anspruch auf sehenswerte Unterhaltung. Rein optisch gesehen merkt man es dem Werk von Rafa Lara auch jederzeit an das es sich hier um keine billige Produktion handelt, dennoch schafft es die Umsetzung der Geschichte nicht, den Betrachter in wirklich allen Belangen restlos zu überzeugen. Das liegt einerseits darin begründet das sich die meisten wohl nicht allzu gut mit der mexikanischen Geschichte auskennen und so erst einmal eine geraume Weile brauchen, bis man tiefer in die Geschehnisse eintauchen kann. Nun gut, für diesen Aspekt kann man "Tage der Freiheit - Schlacht um Mexiko" nun wirklich nicht verantwortlich machen und so bekommt man dann auch ein interessantes-und spannendes Szenario geboten, das sich hauptsächlich mit der legendären Schlacht um Puebla befasst, die am 5. Mai 1862 stattfand. "Cinco de Mayo" wird jährlich in Mexiko gefeiert, wurde doch an diesem Tag die zur damaligen Zeit übermächtige französische Armee geschlagen und diese Thematik wurde von Lara auch äußerst gut eingefangen, so das man auch ohne geschichtliche Vorkenntnisse zu der Meinung gelangt, es in vorliegendem Fall mit einem recht authentischen Film zu tun zu haben.

Bevor es jedoch überhaupt zu der Schlacht um Puebla kommt wird man zunächst mit diversen politischen Ränkespielen konfrontiert und bekommt so einen doch recht guten Einblick in die damaligen Verhältnisse. Insbesondere die französische Arroganz kommt dabei immer wieder stark zum Ausdruck, was sich nicht nur ständig in mehreren Dialogen äußert, sondern auch in der überheblichen Kriegsführung zu erkennen ist, die der verantwortliche französische General an den Tag legt. Im sicheren Bewusstsein eines mehr als deutlichen Sieges über die deutlich unterlegene mexikanische Armee wird dabei die Leidenschaft und Vaterlandsliebe der Soldaten sträflich unterschätzt, so das bei der Schlacht gravierende Fehler gemacht werden. Ganz generell kommt auch in diesem Film einmal mehr ein bemerkenswerter Aspekt zum Vorschein, denn wenn man sieht mit welch aus heutiger Sicht recht primitiven Taktiken man sich auf offenem Feld gegenüberstand, kann man sich phasenweise nur mit der Hand vor den Kopf schlagen.

Natürlich schwingt auch in dieser Geschichte eine Portion Patriotismus mit, doch im Vergleich mit unzähligen US-Vertretern hält sich dieser noch in äußerst überschaubaren Grenzen. Auch die offensichtliche Arroganz der Franzosen wird dabei nicht zu sehr angeprangert, vielmehr ergibt sich hier ein Gesamtbild, das man als relativ glaubwürdig bezeichnen kann. Prinzipiell beinhaltet "Tage der Freiheit - Schlacht um Mexiko" keine größeren Schwächen, lediglich die in einem Nebenerzählstrang zum Vorschein kommende Romanze zwischen einem Soldaten und einem Bauernmädchen wirkt ein wenig deplaciert. Zudem ergibt sich hier nicht die ansonsten übliche Liebesgeschichte, denn die Beziehung der beiden ist doch irgendwie seltsam emotionslos, so das man auch guten Gewissens darauf hätte verzichten können. Bis auf diesen Störfaktor bekommt man es jedoch mit einem wirklich sehenswerten Film zu tun, der allerdings kein pompöses Kriegsgeschehen offenbart, sondern vielmehr darauf bedacht ist, dem Ganzen eine authentische Note zu verleihen.

Letztendlich ist es wie immer Geschmackssache, aber einige im Netz veröffentliche-und eher negative Kritiken sind ehrlicherweise nicht so ganz nachzuvollziehen. Lara erzählt hier nämlich eine jederzeit spannende Story, bei der die Sympathien des Betrachters auch von der ersten Minute an klar verteilt sind. Ohne zu überlegen schlägt man sich sogleich auf die Seite der zahlen-und waffenmäßig klar unterlegenen Mexikaner, die nicht nur gegen die Franzosen, sondern gleichzeitig auch gegen die Armee des mexikanischen Adels kämpfen muss, da dieser wieder eine Monarchie im Land einführen will. Es sind doch gerade diese Erzählungen die man so gerne sieht und die Umsetzung von Rafa Lara ist meiner persönlichen Meinung nach auch größtenteils als sehr gelungen zu bezeichnen.


Fazit:


"Tage der Freiheit - Schlacht um Mexiko" ist nicht nur ein äußerst sehenswerter Film, sondern bietet auch gleichzeitig noch eine kleine Lehrstunde in mexikanischer Geschichte. Nur weil man diese eventuell nicht so gut kennt sollte man diesen Film auf keinen Fall meiden, denn das dargebotene Szenario ist bis auf die erwähnten Abstriche absolut bemerkenswerte Filmkost.


7,5/10


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