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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Der Fluch von Siniestro (1961)
BeitragVerfasst: 17. Dez 2012, 21:25 
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Der Fluch von Siniestro
(The Curse of the Werewolf)
mit Oliver Reed, Clifford Evans, Yvonne Romain, Catherine Feller, Anthony Dawson, Josephine Llewellyn, Richard Wordaworth, Hira Takfray, Justin Walters, John Gabriel, Warren Mitchell, Anne Blake, George Woodbridge, Michael Ripper, Ewen Solon
Regie: Terence Fisher
Drehbuch: Guy Endore / Anthony Hinds
Kamera: Arthur Grant
Musik: Benjamin Frankel
FSK 16
Großbritannien / 1961

Spanien im 18. Jahrhundert. Ein taubstummes Serviermädchen, vom Schlossherrn ins Verlies gesperrt, wird dort von einem Landstreicher vergewaltigt, entkommt und bringt im Haus des Arztes Carido Sohn Leon zur Welt. Leon verwandelt sich als Teenager bei Vollmond in einen Werwolf und tötet Menschen. Als ihm sein Unwesen bewusst wird, lässt er sich im Kloster einsperren. Er entkommt, wird ins Gefängnis geworfen, bricht aus und tobt über den Dächern der Stadt Siniestro. Damit er nicht dem Mob in die Hände fällt, tötet ihn Carion mit einer Silberkugel.


Bei diesem herrlichen Klassiker handelt es sich um den einzigen Werwolffilm der je in den legendären Hammer Studios produziert wurde, aus denen uns so viele unvergleichliche Horrorfilme präsentiert wurden. Unter der Regie des legendären Terence Fisher, der für etliche prägende Filme aus dem Hause Hammer verantwortlich zeichnet, entstand hier ein eher unüblicher Vertreter des Genres. Der Werwolf an sich steht nämlich gar nicht einmal so sehr im Focus der Geschichte, sondern vielmehr die menschliche Tragödie des jungen Leon, der viele Jahre überhaupt nichts von seiner Veranlagung weiss. Auch der Umstand, wie aus dem Jungen ein Lycanthrop wurde, weicht sehr stark von den ansonsten üblichen Geschichten ab. Hier geschieht die Verwandlung in eine mordende Bestie nämlich nicht durch den Biss eines anderen Werwolfs, sondern durch einen Fluch, was dem Geschehen einen ganz besonderen Reiz verleiht.

Darum stört es auch gar nicht weiter, das man die Bestie erst gut 10 Minuten vor dem Ende das erste Mal wirklich zu Gesicht bekommt und davor lediglich den Schatten des Unholds zu sehen bekommt. Das Hauptaugenmerk des Szenarios legt sich ganz eindeutig auf den Menschen Leon, der schon als kleines Kind scheinbar von Albträumen gequält wird, an die er sich am nächsten Morgen nicht mehr erinnern kann. Nachdem die Träume dann für einige Jahre aufhören, äussert sich der Zustand erst wieder, als aus dem Kind ein junger Mann geworden ist, der zu diesem Zeitpunkt aber immer noch nichts von seinem Zustand ahnt. Nun wird die Story so richtig interessant, setzt Fisher doch gekonnt die seelische Tragödie des jungen mannes in den Mittelpunkt der weiteren Ereignisse. Die Tragik und das Seelenleben des Mannes wird hervorragend herausgearbeitet und man stellt eine starke Verbindung zur Hauptfigur her, die im erwachsenen Alter von einem grandiosen Oliver Reed dargestellt wird.

Bei den tragischen Anteilen die der Film enthält, kann es hier unweigerlich kein Happy End geben, was aber ehrlich gesagt auch vollkommen deplaciert gewesen wäre und den insgesamt tollen Gesamteindruck beeinträchtigt hätte. So aber präsentiert sich nicht nur ein aussergewöhnlicher, sondern auch ein hochklassiger Vertreter des Werwolffilms, der jederzeit spannend und interessant erzählt wird. Im Zusammenklang mit einer teils herrlich gruseligen Grundstimmung und äusserst kraftvollen Bildern kann man im Prinzip nur zu einem sehr guten Gesamturteil gelangen, was ja bei Filmen aus den berühmten hammer Stusdios nicht gerade eine Seltenheit ist.

Fazit:


Terence Fisher hat mit "Der Fluch von Siniestro" einmal mehr seine herausragenden Fähigkeiten als Regisseur unter Beweis gestellt und einen absolut zeitlosen Klassiker geschaffen. Selbst in der heutigen Zeit hat die Geschichte nichts von ihrer Faszination-und ihrem Reiz eingebüßt und ist jederzeit für eine Sichtung zu empfehlen.


9/10

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