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 Betreff des Beitrags: Der Werwolf von London (1935)
BeitragVerfasst: 26. Dez 2012, 20:20 
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Der Werwolf von London
(Werewolf of London)
mit Henry Hull, Warner Oland, Valerie Hobson, Lester Matthews, Lawrence Grant, Clark Williams, J.M. Kerrigan, Spring Byington, Charlotte Granville, Ethel Griffies, Zeffie Tilbury
Regie: Stuart Walker
Drehbuch: John Colton / Robert Harris
Kamera: Charles J. Stumar
Musik: Karl Hakos
FSK 16
USA / 1935

In Tibet wird der weltberühmte Dr. Wilfred Glendon (Henry Hull) bei der Suche nach einem wertvollen Gewächs von einer tierähnlichen Kreatur angegriffen und gebissen. Nach London zurückgekehrt, fühlt sich der Botaniker plötzlich seltsam. Seine Rastlosigkeit und Aggressivität nehmen immer mehr zu je näher der nächste Vollmond rückt…


Einige Filmfreunde werden sich jetzt eventuell verwundert die Augen reiben, aber es ist kein Fehler, "The Wolf Man" von 1941 ist nicht der erste Werwolffilm. Schon 6 Jahre vorher wurde die Thematik in diesem Film bearbeitet, der jedoch lediglich als erster Tonfilm-Vertreter seiner Art bekannt ist. In der Stummfilmzeit gab es nämlich schon 3 Filme mit Werwolf-Thematik, wobei der aus dem Jahre 1913 stammende "The Werewolf" den Anfang machte. Trotzdem gilt "The Wolf Man" in der heutigen Zeit als absoluter Klassiker und "Mutter aller Werwolffilme", wohingegen dieser Film fast vollkommen in Vergessenheit geraten ist. Teilweise ist das auch nachvollziehbar, denn dieser Film hat eine recht trashige Note, was schon mit der am Anfang gezeigten Expedition anfängt, die einen lediglich zum schmunzeln bringt. Aber der Hauptgrund ist wohl der, das der 6 Jahre jüngere "The Wolf Man" auf eine sehr bedrohliche Atmosphäre gesetzt hat, wohingegen dieses frühere Werk eher modern wirken soll, natürlich immer alles aus der damaligen Sicht gesehen.

Das Werk von Stuart Walker kann leider zu keiner Zeit vollends überzeugen, vor allem das dargebotene Schauspiel wirkt selbst für die damalige Zeit extrem theatralisch und aufgesetzt, was der Geschichte eine Art unfreiwilligen Humor verleiht, den man heutzutage wohl als Trash bezeichnen würde. Sicherlich geht von diesem Aspekt auch ein einmaliger Charme aus, doch insgesamt gesehen fällt es stellenweise ziemlich schwer, den Film als wirklich ernsthaften Genre-Vertreter anzusehen. Dennoch bereitet es eine ganze Menge Spaß, sich die unfreiwillig komische Story anzuschauen und sich dabei an den teils affektierten Figuren zu ergötzen, die insbesondere in den Szenen der eigentlichen Bedrohung an Theatralik schwerlich zu überbieten sind.

Sollte der Werwolf im Film von 1941 doch eher als bedrohliche und gefährliche Bestie wirken, so ist es in diesem Film hier eher das Gegenteil. Von einer Bestie keine Spur, der sogenannte Wolf wirkt doch eher viel zu menschlich, was eher befremdlich als gefährlich und gruselig wirkt. Dieser Punkt wird ganz besonders durch die eher witzige Maske stark hervorgehoben, die einen zumeist mehr amüsiert, als das sie Schrecken und Furcht hervorruft. Trotzdem ist der Film gar nicht mal so schlecht, er hat durchaus seinen Reiz. Nur sollte man sich vorher darüber klar sein, das dieser Werwolffilm wahrscheinlich vollkommen anders auf einen wirkt, wie die üblichen Werwolffilme. Aber vielleicht macht auch das diese Universal-Produktion gerade reizvoll und sehenswert.

Keinesfalls kann "Der Werwolf von London" an den 6 Jahre später erschienenen "The Wolf Man" heranreichen, sind doch die beiden Produktionen im Bezug auf die vorhandene Qualität viel zu unterschiedlich ausgefallen. Dennoch verbirgt sich auch in vorliegendem Film der allgemeine Reiz-und Charme, den im Prinzip alle Klassiker der damaligen Epoche beinhalten. Liebhaber dieser allgemein immer sehr liebevoll als "Alte Schinken" bezeichneten Werke werden auch hier auf ihre Kosten kommen und jede menge Spaß am teilweise trashigen Geschehen haben. Aus heutiger Sicht kaum mehr vorstellbar, haben diese Filme dem Publikum seinerzeit einen Schauer nach dem anderen beschert, waren die dargestellten Szenarien doch etwas vollkommen Neues.


Fazit:


Auch wenn "Der Werwolf von London" mit ziemlicher Sicherheit nicht zu den besten Vertretern seiner Art gehört, bietet der Film doch einen guten Einblick in die frühen Anfänge des vertonten Horrorfilms und stellt gleichzeitig einen frühen Beitrag des unfreiwilligen Humors dar. Wer tzdem auch noch ein Faible für äußerst theatralisches Schauspiel hat, wird bestens bedient und sollte durchaus einen Blick in die Anfänge des Genres riskieren.



6/10

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