Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
Aktuelle Zeit: 5. Dez 2016, 09:27

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde





Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 3 Beiträge ] 
AbonnentenAbonnenten: 0
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 750

AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Die Mühle der versteinerten Frauen (1960)
BeitragVerfasst: 19. Feb 2014, 13:32 
Offline
Forum Admin
Benutzeravatar

Registriert: 12.2012
Beiträge: 2732
Geschlecht: männlich
Bild




Die Mühle der versteinerten Frauen
(Il Mulino delle Donne di Pietra)
mit Pierre Brice, Scilla Gabel, Wolfgang Preiss, Dany Carrel, Herbert H.E. Böhme, Kiama Orfei, Marco Guglielmi, Olga Solbelli, Alberto Archetti
Regie: Giorgio Ferroni
Drehbuch: Remigio De Grosso / Giorgio Ferroni
Kamera: Pier Ludovico Pavoni
Musik: Carlo Inocenzi
Ungeprüft
Frankreich / Italien / 1960

Der Architekturstudent Hans van Harnim fährt nach Amsterdam, um dort einen Bericht über das berühmte "Carillon der versteinerten Frauen", welches morbide Frauenstatuen auf einem Mühlrad zeigt, zu schreiben. Dort trifft er auf Professor Wahl, Künstler und Besitzer der Mühle, der auch Hans Verlobte Liselotte unterrichtet. Elfie, die wunderschöne Tochter des Professors, leidet an einer seltenen und gefährlichen Krankheit. Zum Überleben benötigt sie ständig frisches Blut. Nachdem auch seine Verlobte spurlos verschwindet, kommt Hans nach und nach dem grausamen Geheimnis der Mühle auf die Spur...


Giorgio Ferroni's Werk aus dem Jahre 1960 ist ein herrlicher Gruselfilm, der aus heutiger Sicht für viele Leute wohl eher etwas angestaubt erscheinen mag, aber insbesondere den Freunden alter Klassiker jede Menge Freude bescheren dürfte. Entfaltet sich doch insbesondere in atmosphärischer Hinsicht eine absolut überzeugende Geschichte, der es zudem auch nicht an der nötigen Spannung mangelt. Und das, obwohl man schon ziemlich frühzeitig erkennen kann, in welche Richtung sich das Geschehen entwickelt und welsches Geheimnis sich hinter den versteinerten Frauen verbirgt. Es ist die Erzählstruktur der Geschehnisse, die ihre ganz eigene Dynamik entwickelt und aus der eine fast schon morbide Faszination hervorgeht, die sich ganz automatisch auch auf den Betrachter überträgt. Denn trotz der eher ruhigen und bedächtigen Erzählweise versteht es Ferroni erstklassig den Zuschauer für das Szenario zu gewinnen, das eine äusserst dichte und geheimnisvolle Stimmung beinhaltet, die insbesondere durch die hervorragende musikalische Untermalung richtig gut zur Geltung kommt und einem ein herrliches Filmvergnügen bereitet.

Dazu tragen auch die guten Darsteller bei, wobei es ein ganz besonderes Erlebnis dasrtellt Pierre Brice einmal nicht in der Rolle des Winnetou's zu sehen, mit der man seine Person schon fast zwangsläufig verbindet. Auch wenn es zu Beginn schon fast befremdlich erscheint ihn in einem Horrorfilm zu sehen, so weiss er durch sein Schauspiel zu überzeugen, was übrigens auch auf den Rest der hier versammelten Darsteller-Riege zutrifft. Nun ist das dargebotene Schauspiel zwar mit einer gewissen Theatralik versehen, was allerdings keinesfalls ein negativer Kritikpunkt ist, da dies in vielen Werken der damaligen Zeit der absolute Normalfall ist und ganz einfach irgendwie dazugehört. Und so wird dieser Umstand gerade bei Liebhabern dieser herrlichen "alten Schinken" auf jede Menge Gegenliebe stoßen, verleiht er dm Film doch dadurch auch seinen ganz besonderen Charme.

Nun sollte man allerdings die Erwartungen durch die viel zu hohe Alterseinstufung dieses Filmes nicht in eine falsche Richtung lenken, könnte man doch auf die Idee kommen, das es sich hier um einen harten und blutigen Horrorfilm handeln, was selbstverständlich nicht der Fall ist. Ich möchte sogar behaupten, das aus heutiger Sicht eine 12er Freigabe vollkommen ausreichend wäre, da wirklich keinerlei härtere Passagen zu sehen sind. Das ist aber auch gar nicht weiter schlimm, denn die Werke der damaligen Zeit haben ihr Hauptaugenmerk schon immer mehr auf Dinge wie Spannung und eine gelungene Atmosphäre gelegt und beide Dinge beinhaltet "Die Mühle der versteinerten Frauen" auf jeden Fall. Allein das letzte Drittel der Geschichte kann man hierfür heranziehen, denn die äusserst düstere und unheilvolle Szenerie innerhalb der alten Mühle ist absolut sehenswert, versprüht es doch jede Menge Charme, lässt aber auch gleichzeitig einige sehr gruselige Momente in den Vordergrund treten, die genau das richtige Grusel-Feeling vermitteln, das man sich von einem solchen Klassiker wünscht.

Auch wenn "Die Mühle der versteinerten Frauen" nach heutigen Maßstäben eher antiquiert und angestaubt erscheinen mag, so dürfte dieses Werl insbesondere für Liebhaber des klassischen Horrorfilms eine Anschaffung wert sein, beinhaltet der Film doch alle nötigen Zutaten die ein Oldscholl-Grusler benötigt, um für ein jederzeit gelungenes und sehr atmosphärisches Filmerlebnis zu sorgen, an dem man sich als Freund des Genres erfreuen kann. Ich fühlte mich jedenfalls bestens unterhalten und kann so nur eine absolute Empfehlung für diesen tollen Klassiker aussprechen.


Fazit:


Eine spannende Geschichte, sehr gute und überzeugende Darsteller und eine herausragende Stimmung machen "Die Mühle der versteinerten Frauen" zu einem absoluten Geheimtipp des klassischen Horrorfilms, den man sich als bekennender Freund älterer Filme keinesfalls entgehen lassen sollte. Lediglich die Hoffnungen auf harte und blutige Szenen sollte man erst gar nicht aufkommen lassen, was durch die vollkommen überzogene Altersfreigabe durchaus passieren könnte.


8/10

_________________
Bild

Bild Big Brother is watching you


Nach oben
 Profil Besuche Website  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Die Mühle der versteinerten Frauen (1960)
BeitragVerfasst: 9. Mai 2014, 19:02 
Offline

Registriert: 05.2014
Beiträge: 27
Geschlecht: nicht angegeben
Den hatte ich mir vor kurzem noch mal angeschaut. Ein wirklich wunderbarer Old-School-Horror Film. Gerade die älteren Filme schaffen es immer wieder, mit einer tollen Atmo bei mir zu punkten. Das der Film ohne blutige Szenen auskommt und trotzdem vom Anfang bis zum Ende mit Spannung überzeugen kann, ist sein großes Plus. So was schaffen die Filme von heute gar nicht mehr.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Die Mühle der versteinerten Frauen (1960)
BeitragVerfasst: 2. Jun 2016, 12:39 
Offline

Registriert: 04.2014
Beiträge: 7
Geschlecht: männlich
Ein sehr schöner Klassiker des Genres, dem (leider) lange Zeit die verdiente Anerkennung verwehrt blieb.
Hier findet sich das, was vielen aktuellen Horrorfilmen abgeht: Atmosphäre.
Die Skepsis über die Mitwirkung von Pierre Brice ist übrigens unangebracht: hier darf er zeigen, dass er doch ein ganz passabler Darsteller war.
"Die Mühle der versteinerten Frauen" ist eine Perle der 60er Jahre und eine (Wieder)Entdeckung wert.
Die Altersfreigabe ist aus heutiger Sicht natürlich nicht mehr nachzuvollziehen.

7,5/10


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 3 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
© phpBB® Forum Software | phpBB3 Forum von phpBB8.de
» Kontakt & Rechtliches Support / Hilfe Forum Gooof Webdesign Kostenloses Forum Dein Forumo Forum web tracker