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 Betreff des Beitrags: GRUFT DER VAMPIRE (1970)
BeitragVerfasst: 17. Dez 2012, 17:27 
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GRUFT DER VAMPIRE

(GB 1970)
(Ot: THE VAMPIRE LOVERS)

Ingrid Pitt - CARMILLA / MARCILLA / MIRCALLA KARNSTEIN
Peter Cushing - GENERAL von SPIELSDORF
Douglas Wilmer - BARON JOACHIM von HARTOG /// Madeline Smith - EMMA MORTON
Pippa Steele - LAURA von SPIELSDORF

Regie: ROY WARD BAKER

Laufzeit ca. 89 min

FSK ab 16 Jahren

deutsche EA am 24.5.1973


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Prolog

".....hiermit endet mein Bericht über die Untaten der Familie Karnstein! Möge Gott uns vor weiteren Unheil und Schrecken bewahren. Ich lege diese Karte zwischen die Seiten meiner Geschichte. Und ich bete darum, dieses Buch für immer schließen zu können.

Ich habe ausführlich beschrieben, auf welche Weise meine Schwester gestorben ist und wie ich, Baron Hartog ihren Tod gerächt habe! Die Feinde, die ich zu bekämpfen hatte, waren keine gewöhnlichen Sterblichen, sie waren Mörder von jenseits des Grabes. Die Ruine des Schloßes in der ich wartend auf der Lauer lag, war einst das Heim der Familie Karnstein!

Und zu gewissen Zeiten, drängten ihre bösen Geister hinaus aus ihren modernen Grüften und nahmen eine Art menschlicher Gestalt an. Sie fielen, wie ein Blitzstrahl über das Land, nach Opfern suchend, um ihre Leidenschaft, ihre Gier, ihren Durst nach Blut zu befriedigen. Grausam und ohne Gnade waren sie. Der Tod war ihre Heimat, ein unendlicher düsterer Raum, angefüllt mit dem Dunst der Verwesung.

Ich wußte, das diese Ungeheuer zu ihren Gräbern zurückkehren, wenn sie Befriedigung gefunden haben. Ich wußte auch, das es ohne die Fetzen, die modernen Schleier , die den Körper wie ein Leichentuch umhüllten, keine Ruhe für einen Vampir in seiner Gruft geben konnte."


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Baron Hartog wartet im oberen Bereich der Schloßruine und plötzlich nimmt er eine schemenhafte Gestalt war, die zu schweben scheint. Mit dem Leichentuch lockt er die Gestalt zu sich herauf, die sich als schöne Frau von leuchtender Schönheit herausstellt. Sie ist bekleidet mit einem Nachthemd. Er steht wie angewurzelt da und ihre Brust berührt versehentlich sein Kruzifix, worauf er ihr mit seinem Schwert den Kopf abschlägt.


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Handlungswechsel :
General von Spielsdorf gibt in seinem Wohnsitz einen gesellschaftlichen Abend, zu dem sich auch eine geheimnisvolle Gräfin mit ihrer Nichte MARCILLA gesellt. Die Gräfin muß unter einen Vorwand weg, läßt aber ihre Nichte bei den Spielsdorf's. Diese verbringt einige Tage und Nächte dort und hat sich sehr eng mit der Tochter des Generals Laura angefreundet.

Marcilla, beim gesellschaftlichen Abend


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Laura fühlt sich kränker, unwohler und wird immer schwächer. Diese Krankheit können sich ihr Vater und andere ihr Nahestehende nicht erklären. Laura will auch niemanden sehen, außer Marcilla. Eines Tages ist Laura Tod und der General fassungslos. Er ruft nach Marcilla, aber diese ist wie vom Erdboden verschwunden. Später entdeckt man bei Laura zwei seltsame Punkte am Halsbereich und so langsam dämmert es dem General, wen er da als Gast beherbergte.

Die Gräfin kehrt mit ihrer Nichte auf dem Landsitz der Familie Morton ein. Die Nichte, die sich nun CARMILLA nennt fühlt sich offenbar nicht so wohl und bleibt erstmal dort. Auch dort beginnt eine sehr enge Beziehung zwischen Carmilla und der Tochter Emma, die im Laufe der Zeit blaßer und schwächer wird. Auch in der Umgebung gibt es Tote, die unter sehr seltsamen Umständen zu Tode gekommen sind.

Nachts streift Carmilla umher


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Hier ruht Mircalla

Währendessen hat der General den Baron Hartog getroffen, der ihm widerum seine Erfahrungen mit Vampiren mitteilte und gemeinsam machen sie sich auf, um Marcilla/Carmilla unschädlich zu machen. Dies ist allerdings gar nicht so einfach...!


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Die britische Filmproduktionsfirma Hammer steckte ende der 60er und Anfang der 70er Jahre in der Krise, da der klassische Horrorfilm in den Kinos bei den Zuschauern nicht mehr so ankam, wie früher. Hammer änderte ihr bisheriges Konzept und präsentierte Filme mit mehr Sex und Gewalt. Eines der ersten Ergebnisse der neuen *ART OF HAMMER* war der Film: DRACULA - NÄCHTE DES ENTSETZENS

Carmilla


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Hier verschwindet Carmilla, denn sie kann sich in Nichts auflösen

Hammer bewies hier eindeutig, das sie es konnten und was lag näher sich nun CARMILLA, dem berühmten lesbischen weiblichen Vampir zu widmen, dessen Geschichte von JOSEPH SHERIDAN LE FANU im Jahre A.D. 1872 erstmals veröffenlicht wurde. An dieser Stelle muß hinzugefügt werden, das BRAM STOKER seinen ebenfalls berühmten Roman DRACULA später verfasste und dieser erst im Jahre 1897 als Buch erschien. Also erst 17 Jahre nach Carmilla. Außerdem war/ist der Einfluß von Le Fanu's Geschichte bei Dracula bemerkbar. So erinnert z.B. Stokers Dr. van Helsing an Le Fanu's Gestalt BARON VORDENBORG, der ebenfalls unter zuhilfenahme scheinbar abergläubischer Methoden die Vernichtung der Vampirin Carmilla betreiben will. Gruft der Vampie ist auch einer der werkgetreusten Verfilmungen!


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GRUFT DER VAMPIRE ist der erste Hammerfilm der sogenannten, aber sehr losen KARNSTEIN-TRILOGIE. Zwischen den Filmen besteht keinerlei Zusammenhang, außer der Figur des weiblichen Vampirs Carmilla bzw. Anleihen der Geschichte von Sheridan Le Fanu.

Und dieser Film beginnt mit einer der intensivsten, atmosphärischten und traumhaft schönsten Eingangssequenzen die Hammer zustande brachte, vielleicht sogar DIE Beste überhaupt. Der Prolog, wie von mir schon beschrieben ist auch untermalt mit einer starken, aber ruhigen Musik, die der Komponist HARRY ROBINSON genial hier beitrug. Das Ganze ist einfach ein Hochgenuss für Filmnostalgiker und (Hammer)-Filmliebhaber. Dies trifft auch auf den Rest des Films zu, wobei ich nicht unerwähnt lassen will, das die ca. 6-minütige Eingangssquenz von Hammer erfunden ist. Aber Hammer hätten die Zuschauer mit ihrem neuen Vampir-Image auf keine bessere Weise bekannt machen können, als mit solch einem tollen starken Anfang. Große klasse!

Landsitz und Schloß Karnstein, Mircalla auf dem angrenzenden Friedhof


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Der weitere Verlauf des Films hält sich an die literarische Vorlage von Sheridan Le Fanu. Man hat sogar das Gespräch zw. Carmilla und Emma über den Tod bei behalten, bei dem Carmilla vor dem Gedanken der Sterblichkeit zurück schreckt. Carmilla ist die alles Beherrschende, der früher oder später alle hörig sind, auch oder gerade im sexuellen Bereich. Sie übt auf Frauen wie auch Männer eine starke sexuelle Wirkung aus, derer man sich nicht entziehen kann.


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INGRID PITT als Carmilla, entsprach zwar in keiner Weise dem jungen Mädchen Le Fanu's, denn seine Carmilla war/ist schlank und von wunderbarer Grazie.

"Allein in ihren Bewegungen lag eine Mattigkeit - eine große Mattigkeit und in ihrem kleinen wohlgeformten Gesicht standen große Augen von dunklem Glanz."
(Zitiert nach Le Fanu)


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Aber Miss Pitt verlieh ihrer Darstellung die durchaus starke passende erotische Note, denn ihre sexuelle Ausstrahlung und der Aspekt der sexuellen Hörigkeit und Vampirismus ist selten rücksichtsloser dargestellt worden als hier. Sie geht buchstäblich über Leichen, denn als ihre wahre Identität ans Licht kommt, bleibt ihr auch nichts anderes übrig als sich der Gouvernante, dem Butler und den örtsansässigen Arzt zu entledigen. Für damalige Verhältnisse sind der Sex zwar deutlich, aber in den Liebesbeziehungen mit einer gewissen Zurückhaltung inszeniert, denn auch die Nacktheit der Mädchen ist minimal und erscheinen ganz natürlich. Völlig natürlich badet Carmilla, dann sitzt sie vor einem Spiegel und macht sich die Haare zurecht. Anders als Dracula, kann sich Carmilla im Spiegel sehen und bei Tageslicht existieren. Ingrid Pitt hat hier ihre ganz eigene sexuelle Ausstrahlung und passt im Grunde so genial hier hinein. Sie wird bis heute von Fans aus aller Welt verehrt und hat sich allein durch diesen Film irgendwie selbst unsterblich gemacht.

Carmilla beim baden


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Carmilla, sehr sinnlich, erotisch, verführerisch

Peter Cushing und die anderen Darsteller sind zwar hier eher in Nebenrollen zu sehen, aber auch diese erfüllen ihre Parts sehr gut. Über Mr. Cushing noch viele Worte zu machen, hieße eh nur Eulen nach Athen tragen. Ein brillanter Schauspieler, der auch in Nebenrollen zu überzeugen weiß, so wie hier.

Regisseur ROY WARD BAKER inszenierte hier einen guten 70er Jahre Hammer-Vampirfilm, der eine starke atmosphärische Mischung aus Gothic und Sexualität aufweist, die zugleich auch morbide und poetisch ist. Zwar hält diese nicht den ganzen Film über an, aber hier sind wirklich schöne Momente zu bestaunen, die es in sich haben.

Einfach ein MUSS für Liebhaber dieser inzwischen alten Filmgattung!

10/10 Weiblichen Vampirinnen


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