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 Betreff des Beitrags: Night of the Living Dead (1968)
BeitragVerfasst: 19. Jan 2013, 21:04 
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Die Nacht der lebenden Toten
(Night of the Living Dead)
mit Duane Kones, Judith O'Dea, Karl Hardman, Marilyn Eastman, Keith Wayne, Judith Ridley, Kyra Schon, Charles Craig, S. William Hinzman, George Kosana, Frank Doak, A.C McDonald, Mark Ricci
Regie: George A. Romero
Drehbuch: John A. Russo / George A. Romero
Kamera: George A. Romero
Musik: Scott Vladimir Licina
FSK 16
USA / 1968

Ein kleiner abgelegener Friedhof im mittleren Westen der USA. Barbara und Johnny besuchen das Grab ihres Vaters, als sich ihnen ein seltsam aussehender Fremder nähert, der plötzlich über Barbara herfällt. Johnny, der ihr zur Hilfe kommt, wird von dem Angreifer getötet. Das Mädchen flieht in Panik in ein einsames Haus, in dem sich schon weitere Menschen eingefunden haben - während draußen immer mehr schreckerregende Geschalten um das Refugium wanken. Aus den Nachrichten erfahren die Eingeschlossenen, das die Strahlung einer auf die Erde zurückgekehrten Venussonde die Toten wieder zu einer Art Leben erweckt hat, ein unbewusstes Leben mit nur einem Trieb: dem Hunger nach menschlichem Fleisch. Die Untoten, die nur durch einen Schuss direkt ins Gehirn ausgeschaltet werden können, fressen die Lebenden, wo sie ihrer habhaft werden können - und die Getöteten werden ihrerseits zu Zombies. Verzweifelt warten die im Haus verbarrikadierten Menschen auf Polizei und Nationalgarde, während die Schaar der Zombies um sie herum immer größer und größer wird.


Mit "Night of the Living Dead" hat George A. Romero im Jahre 1968 einen Film präsentiert, der das Horror-Genre revolutionieren sollte. Insbesondere der Zombiefilm tendierte durch dieses Werk in eine vollkommen andere Richtung, als es bisher der Fall war. Zum ersten Mal wurden hier wirklich bedrohlich erscheinende Untote gezeigt, die Jagd auf die Lebenden machten, um diese zu töten und danach aufzuessen. So kann man sich auch ganz bestimmt vorstellen, das die hier erzählte Geschichte zu ihrer Zeit eine äußerst schockierende Wirkung auf den Zuschauer hinterließ, für den ein solches Szenario doch absolutes Neuland bedeutete. Kannte man den Zombie doch bis dahin eher als seelenloses Wesen, das aber zu keiner Zeit einen solch bedrohlichen Eindruck erweckte, wie es die nun ins Leben gerufene neue Generation der Wiedegänger tun sollte. Romero schlug einen vollkommen neuen Weg ein und präsentierte erstmals menschenfressende Untote, die den Betrachter das Fürchten lehren sollten.

Und so verfehlte dieser Meilenstein des Genres auch keinesfalls seine Wirkung, auch wenn er aus heutiger Sicht eher zu den harmlosen Vertretern seiner Art zu zählen ist. Denn obwohl hier im Vergleich zu früheren Werken schon ein erheblicher Härtegrad vorlag, gestaltet sich das Geschehen keineswegs so blutrünstig und brutal, wie man es mittlerweile im Prinzip aus allen neuen Genre-Vertretern her kennt. Doch gerade zur damaligen Zeit erschien das Szenario doch extrem brutal und verstörend auf den Betrachter und Romero sollte mit seinem Werk den Weg für eine regelrechte Zombie-Schwemme ebnen, die in den 80er Jahren ihren absoluten Höhepunkt erfahren sollte. Doch zurück zu vorliegendem Film, der durch die s/w Optik und die Tatsache, das sich das Geschehen fast ausschließlich in einem kleinen Haus abspielt, eine unglaublich dichte Atmosphäre entstehen lässt. Größtenteils kann man sich der klaustrophobischen Stimmung nicht entziehen und die scheinbar aussichtslose Lage der Protagonisten tut ihr Übriges, um diesen Umstand noch stärker hervorzuheben. Dazu tragen auch die unterschiedlichsten Verhaltensweisen der Charaktere bei, denn hier bekommt man die gesamte Gefühls-Palette geboten. Vom absolut egoistischen-und vollkommen verängstigten Mann über einen scheinbar coolen Anführer, bis hin zu einer apathischen Hauptdarstellerin ist alles vorhanden, was man sich nur vorstellen kann.

Mit der immer stärker anwachsenden Anzahl der Untoten nimmt die Bedrohlichkeit immer weiter zu und sorgt so selbst nach mehrmaliger Sichtung dieses Werkes immer noch für schweissnasse Hände beim Zuschauer. Die angespannte Situation innerhalb des Hauses und die ausweglose Lage der Personen gerät immer mehr außer Kontrolle und sorgt für etliche Spannungen unter den Eingeschlossenen. Das gerade ein Farbiger versucht die Kontrolle zu behalten, ist für die damalige Zeit schon äußerst provozierend gewesen, war der Rassismus in Amerika doch ein mehr als nur aktuelles Thema. Hier ist dann auch zum ersten Mal die in eigentlich allen Zombiefilmen von Romero vorkommende sozialkritische Note ein wichtiger Bestandteil des Gesamtwerkes, wird doch zuerst ein farbiger Held aufgebaut der sogar als einziger Überlebender davonkommt, im Endeffekt aber doch noch von schießwütigen weißen Zombie-Jägern ohne Vorwarnung erschossen wird. An dieser Stelle erfährt die Geschichte dann auch makaberes-und bitteres Ende, wobei der abschließende Showdown einen wirklich nachdenklich aus einem Film entlässt, der sich unauslöschlich im Gedächtnis des Zuschauers einbrennt.

Mit "Night of the Living Dead" wurden wirklich neue Maßstäbe gesetzt und Romero hatte ein unglaublich revolutionäres Werk geschaffen, das bis in die heutige Zeit hinein nichts von seinem reiz verloren hat. Insbesondere für das Sub-Genre des Zombiefilms wurde ein wirklicher meilenstein gesetzt, der auch etliche andere Regisseure nachhaltig beeinflusst hat. Auch wenn die Geschichte im Bezug auf den Härtegrad aus heutiger Sicht eher harmlos erscheinen mag, so darf man insbesondere die Wirkung auf den Betrachter in den späten 60er Jahren keinesfalls unterschätzen. Ob es sich um den besten Zombiefilm aller Zeiten handelt muss jeder für sich selbst entscheiden, doch auf jeden Fall sollte dieser geniale Klassiker in jeder gut sortierten Sammlung einen Ehrenplatz haben. Die hier vorgestellte Veröffentlichung von Splendid ist zwar nicht perfekt, denn dafür hätte man zusätzlich die Farbversion und die 30th Anniversary Edition beifügen müssen, aber es handelt sich um ein hübsches Mediabook das eine Anschaffung allemal wert ist.


Fazit:


Als Zombie-Fan führt kein Weg an diesem Klassiker vorbei, der immer wieder aufs Neue fasziniert und einen unwillkürlich in seinen Bann zieht. Hier handelt es sich definitiv um den Wegweiser für alle folgenden Zombiefilme und von denen gibt es ja bekannterweise nicht gerade wenige. Hier handelt es sich definitiv um einen der besten Beiträge, die das Genre je gesehen hat und wer diesen Film immer noch nicht kennen-und besitzen sollte, hat spätestens jetzt die Möglichkeit, diesen Zustand endlich zu ändern.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache Ton: Deutsch / Englisch DD 2.0 Stereo
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 1,66:1
Laufzeit: 96 Minuten
Extras: Making-of, Originaltrailer, Dt. Kinotrailer, Bildergalerie


10/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Night of the Living Dead (1968)
BeitragVerfasst: 9. Okt 2013, 11:05 
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Ein Muss!

Vor einiger Zeit mal wieder gesehen, und ich kann nur sagen dass dieses Werk überhaupt nichts eingebüßt hat von seiner Wucht und Dramatik und mich
immer wieder zu fesseln vermag.

Ob man "Night of the Living Dead" nachkolorieren musste steht auf einem anderen Blatt und ich weigere mich auch mir das Ergebnis anzusehen, zu viele
derart aufgemotzte (vergewaltigte) Filme haben mir gezeigt wie überflüssig das meistens ist. Romero drehte in s/w und hat sich schliesslich etwas dabei
gedacht und Kameraführung, Licht etc. angepasst - ich weiss nicht wieso aber mir fällt dazu "Der dritte Mann" ein den ich mir ebenfalls nie und nimmer in Farbe
vorstellen kann. Es funktioniert in meinen Augen schlicht und einfach nicht!

Zurück zum Film, für mich eine sehr spezielle Mischung aus Drama, Kammerspiel, Action (verhalten zwar, aber für diesen Film absolut passend), Horror und
Gesellschaftskritik. Man fühlt und leidet mit, verfolgt hilflos wie die Eingeschlossenen dezimiert werden und wird wütend angesichts der Miliz die sich einen
Heidenspass daraus macht ihr Arsenal an Waffen ungestraft und an beweglichen Zielen einsetzen zu können. In dieser Hinsicht hat sich fast nichts geändert,
auch das macht den Streifen zeitlos. Wie auch das Thema Rassismus, seinerzeit offen gezeigt, heute eher subtil aber immer noch ein Krebsgeschwür in einer
Gesellschaft die doch andererseits so tolerant wie kaum eine andere ist.

Romeros Werk ist nicht zwangsläufig darauf angewiesen sich der Zombies zu bedienen, aber es macht es interessanter. Im Kontext dazu empfehle ich "Crazies"
ebenfalls von Romero verfilmt. Night of the Living Dead ist einer der Filme die "hängen bleiben" und die etwas verändert haben!

10/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Night of the Living Dead (1968)
BeitragVerfasst: 9. Okt 2013, 17:31 
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Ist bei mir noch in der Warteschleife. Blu Ray ist hier und spätestens im Dezember folgt endlich auch ein entsprechender Player...

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Night of the Living Dead (1968)
BeitragVerfasst: 9. Okt 2013, 17:41 
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Clyde, ich habe ja sowohl die s/w wie auch die nachcolorierte Fassung des Filmes. Es ist durchaus interessant, sich auch einmal die Farbversion anzuschauen, auch wenn Manches ein wenig Bonbon-Farben erscheint. Für neuerliche Sichtungen ziehe ich jedoch auch wieder die alte Fassung vor, da man es ja im Prinzip nicht anders kennt.

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