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 Betreff des Beitrags: Tarantula (1955)
BeitragVerfasst: 10. Dez 2012, 12:29 
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Tarantula
(Tarantula)
mit John Agar, Mara Corday, Leo G. Carroll, Nestor Paiva, Ross Elliott, Edwin Rand, Raymond Bailey, Hank Patterson, Bert Holland, Steve Darrell, Dee Carroll, Edgar Dearing
Regie: Jack Arnold
Drehbuch: Robert M. Fresco / Martin Berkeley
Kamera: George Robinson
Musik: Herman Stein
FSK 12
USA / 1955

Beim Brand eines Laboratoriums in der kalifornischen Wüste, wo ein Forscher mit Wachstumsbeschleunigungen experimentiert, entweicht eine giftige Tarantel. Bald erreicht das Tier die monströsen Ausmaße eines Hochhauses und droht ganze Städte auszurotten. Mit Napalm-Bomben bewaffnet rückt die amerikanische Luftwaffe an, um dem Biest den Garaus zu machen.


Es ist wohl keineswegs übertrieben, wenn man diesen Klassiker als einen der größten Meilensteine des Tierhorrors bezeichnet. Wenn man bedenkt, das "Tarantula" schon über 50 Jahre alt ist, dann ist vor allem die Tricktechnik für die damalige Zeit sehr bemerkenswert. In der heutigen Zeit entlockt es dem Zuschauer wohl nur noch ein Schmunzeln, aber in den 50 ern war das schon etwas Besonderes. Es ist aber auch insbesondere die fast kindliche Naivität der damaligen Effekte, die diesem Film seinen ganz besonderen Charme verleiht, der ihn so absolut unverwechselbar macht. Gleichzeitig ist es Jack Arnold aber dennoch gelungen, den Zuschauer durch die Darstellung der Riesenspinne zu schocken und so auch eine richtig unheilvolle Grundstimmung aufkommen zu lassen, die selbst nach über 50 Jahren nichts von ihrer Faszination eingebüsst hat.

Der Film verursachte damals schon großes Erstaunen bei den Zuschauern und wusste durch seine durchaus spannende Story zu überzeugen. Atmosphärisch ist dieser herrliche Klassiker sehr dicht gehalten und durch die Riesenspinne wirkt alles auch sehr bedrohlich. Hinzu kommt der Aspekt, das dieses Monster auch ziemlich oft im Bild zu sehen ist und immer wieder ein absoluter Höhepunkt des Geschehens ist. Bei jedem ihrer Auftriite spürt man sofort, wie der Spannungsbogen in die Höhe schnellt und auch das Sehverhalten des Betrachters ändert sich schlagartig. Verfolgt man nämlich die Geschichte eigentlich relativ entspannt, so setzt beim Auftreten der riesigern Tarantel immer wieder eine ungeheure Anspannung in den Vordergrund, der man sich beim besten Willen nicht erwehren kann. Arnold hat es hier vortrefflich verstanden, den Zuschauer immer wieder in Sicherheit zu wiegen, um ihn dann widerum mit Schockmomenten zu konfrontieren, die immer zum genau richtigen Zeitpunkt eingesetzt werden. So gestaltet sich das hier gebotene Filmerlebnis auch durchaus abwechslungsreich und versetzt einen zumeist in ein wahres Wechselbad der Gefühle.

Auch die Darsteller spielen ihre Parts sehr überzeugend, die Angst und Panik wird sehr gut zum Zuschauer transportiert. Für die damalige Zeit enthält das dargebotene Schauspiel sogar erstaunlich wenig theatralische Züge, die doch insbesondere in Filmen dieser Zeit immer wieder zu begutachten ist. Doch in vorliegendem Werk ist davon herzlich wenig zu spüren, was den gewonnenen Gesamteindruck noch einmal zusätzlich aufwertet. Gerade die jüngere Generation wird mit diesem herrlichen Klassiker des Tierhorrors wohl weniger anfangen können, ist man doch mittlwerweile vielmehr darauf erpicht, blutige und äusserst harte Effekte präsentiert zu bekommen, doch gibt es in der heutigen Zeit keinen Tierhorrorfilm, der qualitätsmäßig auch nur annähern mit "Tarantula" mithalten kann, bekommt man doch eine perfekt aufeinander abgestimmte Geschichte geboten, die insbesondere durch ihren dramaturgisch erstklassigen Spannungsbogen und eine herausragende Atmosphäre zu überzeugen weiss. Und selbst die aus heutiger Sicht vielleicht etwas angestaubten Effekte stellen etwas ganz Besonderes dar und sorgen für eine unglaublich starke Bildgewalt dieses Filmes.

Auch in der heutigen Zeit der immer besser werdenden Special - Effects ist es immer wieder ein Erlebnis, sich diesen Meilenstein des Tierhorrors anzusehen, denn man wird immer wieder gut und kurzweilig unterhalten. Letztendlich zählt Jack Arnolds Horror-Szenario zu den absolut zeitlosen Klassikern, die ganz einfach nichts von ihrem Reiz verlieren und trotz ihrer Familientauglichkeit immer noch leichte Schauer entstehen lassen, die dem Zuschauer beim Anblick der Riesenspinne über den Rücken laufen. Dazu trägt sicherlich auch die brillante musikalische Untermalung bei, die vor allem die bedrohlichen Passagen des Szenarios immer wieder besonders hervorhebt.


Fazit:


Wenn man von Meilensteinen des Genres spricht, darf "Tarantula" auf keinen Fall fehlen, insbesondere beim Tierhorror hat dieser zeitlose Klassiker sicherlich Maßsstäbe gesetzt. So mancher Vertreter der heutigen Zeit, in dem auch eine Spinnen-Thematik bearbeitet wird, kann sich von diesem Werk eine große Scheibe abschneiden. Es müssen nicht immer blutrünstige und harte Genrevertreter sein, manchmal ist es viel schöner, einen in allen Belangen stimmigen Film anzuschauen, der in seiner gesamtheit absolut perfekt gelungen ist.




10/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarantula (1955)
BeitragVerfasst: 27. Okt 2013, 10:15 
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Beiträge: 163
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Kann dem Master hier nur voll und ganz zustimmen, ein genialer Film der es immer wieder verdient hat, genannt zu werden. Schön fand ich die Bildsymbolik, das es so groß das Land auch sein mag, es kein wirckliches Entrinnen und Fluchktmöglichkeit vor unserer Tarantula gab.

Von mir eine 10/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarantula (1955)
BeitragVerfasst: 30. Okt 2013, 11:07 
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Beiträge: 5
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Tarantula ist wirklich ein zeitloser Klassiker, den ich als Steppke oft im TV gesehen habe.
Wer Tierhorror mag, kommt um Tarantula nicht herum, auch wenn Film eventuell nicht mehr am Puls der Zeit fühlt (Angst vor Mutation durch nukleare Verstrahlung).
Neben Formicula und Phase 4 einer meiner Lieblingstierhorrorfilme.


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